Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Beispiel-Seiten
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 British Napoleonic Ship-Of-The-Line

British Napoleonic Ship-Of-The-Line (New Vanguard)
von Angus Konstam, Tony Bryan
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 48 Seiten - Osprey Publishing (UK)
Erscheinungsdatum: 1. November 2001

Seeschlacht.tk

Abukir-Startseite

1. Die Vorgeschichte zur " Battle of the Nile "

2. Nelsons Jagd auf Napoleons Flotte

Zeittafeln: Abukir, Nelson, Malta und die LEANDER sowie Die Seeschlachten 1775 bis 1815

1.August 1798

3. Die Schlacht in der Bucht von Abukir

Um ca. 10:00 (12:00 Ortszeit1 ) sichteten die ersten britischen Schiffe Alexandria. In Ermangelung von Fregatten mußte Admiral Nelson seine Linienschiffe zur Aufklärung ausschwärmen lassen, um nach der feindlichen Flotte Ausschau zu halten. Dadurch wurde der englische Verband auf eine Distanz von 12 Meilen gestreckt.

Kurz vor 12:00 berichteten die ALEXANDER und die SWIFTSURE, daß die Franzosen offensichtlich in Ägypten gelandet seien, denn der Hafen von Alexandria war voller Transport- und Versorgungsschiffe. Die französische Kriegsflotte konnten die Engländer vorerst aber nicht auszumachen - Nelson war zutiefst enttäuscht.

Wenige Minuten später jedoch sichtete zuerst Hood (ZEALOUS) und dann Saumarez (ORION) die in der Bucht von Abukir2 ankernde Flotte unter dem Kommando von Admiral Brueys d'Aigalliers. Der französische Oberbefehlshaber hatte die Briten, die ihn und Napoleon Bonapartes Expeditionskorps einen Monat zuvor am selben Ort so knapp verpasst hatten, gar nicht mehr erwartet und vielleicht deswegen seine Fregatten nicht zur Aufklärung in See. So wurde er nun überrascht, als um ca. 14:00 von der HEUREUX aus die Masten der englische Flotte gesichtet wurden. Eine große Menge Seeleute von allen vor Anker liegenden Schiffen waren noch an Land, suchten dort nach Verpflegung, bohrten Brunnen oder mußten Aufgaben für das französische Expeditonsheer erfüllen. Der Weg von Land zu der Meilen vor der Küste ankernden Flotte war weit.

Es waren jedoch nur noch rund 4 Stunden bis zum Sonnenuntergang. Der französische Oberbefehlshaber befahl, die Hängematten zu verstauen - ein Zeichen, daß er doch mit einem kurz bevorstehenden Gefecht rechnete ? In jedem Fall erkannte er, daß er knapp an Leuten war. Brueys forderte sofort Ersatzmannschaften von den Fregatten an und beorderte die an Land befindlichen Seeleute zurück. Nur wenige jedoch kamen letztendlich oder schafften es vom Ufer zu ihren Schiffen - zumindest nicht rechtzeitig. Manche glaubten auch, noch Zeit bis zum Morgengrauen zu haben. Dafür kamen da und dort von Land bunte Häuflein auf die Schiffe: Kleine Abteilungen von Soldaten mischten sich mit Abenteurern, frankophilen Einheimischen oder Händlern. Von letzterer Berufsgruppe, Prostituierten oder sogar schaulustigen Besuchern waren wiederum nicht selten größere Gruppen an Bord und konnten das Schiff nicht mehr verlassen. Sie mußten sich später wohl oder übel ihrer Haut wehren und während sie Kanonen ausrannten, Pulver trugen, mit der Feuerpatsche über die Decks liefen oder Verwundete schleppten, fluchten sie vielleicht auf die Offiziere, die sie beruhigt hatten, die Engländer würden in der Nacht niemals angreifen . Die Leser von C.S. Forester oder Zuschauer von Master and Commander wären vielleicht höchst irritiert gewesen über den buntscheckigen Haufen 29, der sich später an den Schiffskanonen den Engländern stellte.

Um 15:00 gab Nelson das Signal, Kurs auf die Bucht von Abukir zu nehmen und sich auf die Schlacht vorzubereiten.

Brueys sendete zwei Briggs aus, die die Engländer auskundschaften , eventuell auch in Untiefen locken sollten. Obwohl der französische Admiral seinen Worten nach nicht von einem umgehenden Angriff ausging, befahl er, die Linie an den Ankerketten gleichmäßiger auszurichten und Ketten zwischen den Schiffen zu ziehen. Seine Befehle wurden unzureichend oder gar nicht ausgeführt, nicht zuletzt aus dem Grund, daß man nicht genügend Arbeitskräfte zur Verfügung hatte. Viele seiner Offiziere glaubten jedoch auch nicht an einen britischen Nachtangriff in unbekannten, gefährlichen Gewässern. Selbst um ungefähr 16:00 ( 18:00 Ortszeit ) waren viele noch davon überzeugt, daß der Angriff erst am nächsten Tag beginnen werde. Doch die ersten britischen Schiffe schickten sich bereits an, in die Abukir Bay einzulaufen. Um ca.17:00 signalisierte Nelson seinen Kapitänen, die Vorhut und das Zentrum der feindlichen Linie anzugreifen. - er hatte sich tatsächlich für den Angriff bei Sonnenuntergang entschieden, nicht zuletzt aus dem Kalkül heraus, daß die besser ausgebildeten englischen Besatzungen sich in einem Nachtgefecht auch besser würden zurechtfinden können. Zudem stand der Wind günstig. Erst jetzt wurde vielen französischen Offizieren und Seeleuten bewußt, daß die Engländer das Undenkbare tun würden: Ein Angriff bei hereinbrechender Dunkelheit und dies bei voller Fahrt in einem mit Untiefen gespickten Gewässer.


Linienschiffe, Kapitäne, Kräfteverhältnisse

In Reihenfolge der Ankerplätze bzw. des Eintreffens

Französische Linienschiffe Kanonen 3 - Besatzung Baujahr Kommandant Englische Linienschiffe Kanonen - Besatzung 4 Baujahr Kommandant
Guerrier 74 5 - 529 1753 Kapitän Trullet der Ältere Goliath 74 - 644 1781 Kapitän Foley
Conquerant 74 6 - 400 1746 Kapitän Dalberade Zealous 74 - 644 1785 Kapitän Hood
Spartiate 74 - 526 1797 Kapitän Emeriau Audacious 74 - 644 1785 Kapitän Gould
Aquilon 74 - 508 1789 Kapitän Thevenard Orion 74 - 644 1787 Kommodore Saumarez
Peuple Souverain 74 - 573 1757 Kapitän Raccord Theseus 74 - 644 1786 Kapitän Miller
Franklin 80 - 694 1797 Konteradmiral Blanquet du Chayla, Kapitän Gillet ( beide verwundet ) , Leutnant Martinet Vanguard 74 - 696 1787 Konteradmiral Nelson ( verwundet ) , Kapitän Berry
Orient 120 - 757 1791 Vizeadmiral Brueys , Kapitän Casabianca Minotaur 74 - 640 1793 Kapitän Louis
Tonnant 80 - 608 1789 Kapitän Dupetit-Thouars Defence 74 - 644 1763 Kapitän Peyton
Heureux 74 - 529 1782 Kapitän Etienne Bellerophon 74 - 590 1786 Kapitän Darby (verwundet), Leutnant Cathcart
Mercure 74 - 540 1783 Kapitän Cambon Majestic 74 - 620 1785 Kapitän Westcott , Leutnant Cuthbert
Guillaume Tell 80 - 662 1795 Konteradmiral Villeneuve, Kapitän Saulnier Alexander 74 - 644 1778 Kapitän Ball
Genereux 74 - 474 1785 Kapitän Lejoillet Swiftsure 74 - 644 1787 Kapitän Hallowell
Timoleon 74 - 619 1785 Kapitän Trullet der Jüngere Leander 50 - 332 (+ 11 Frauen) 1780 Kapitän Thompson
Culloden 74 - 644 1783 Kapitän Troubridge

Die französischen Fregatten waren DIANE (40) unter Kapitän Soleil ; JUSTICE (40) Kapitän Villeneuve ; ARTEMISE (36) Kapitän Standelet ; SERIEUSE (36) Kapitän Martin. An Bord der DIANE war Konteradmiral Decres, der das Fregattengeschwader befehligte. Dazu kamen die Korvetten Hercule, Portugaise und Oranger sowie einige Kanonenboote, die jedoch zu Beginn der Schlacht Schutz unter den Batterien der Festung Abukir suchten. Übrigens wogen selbst 4 Fregatten bezüglich der Artillerie noch kein modernes Linienschiff auf - Fregatten wurden bevorzugt zu Aufklärungszwecken eingesetzt. Die Briten hatten nur noch die kleine Kriegsbrigg MUTINE unter Thomas Hardy zur Verfügung, die wiederum gegen eine Fregatte null Chancen hatte.


Ungefähr um 17:30 ließ Nelson ein Signal setzen, das typisch für die Kampfweise der englischen Kapitäne war. Sie sollten eine Schlachtlinie so bilden wie es angebracht sei. Das hieß soviel wie: Tut das, was ihr für richtig haltet !

Zu diesem Zeitpunkt standen die britischen Schiffe aus Nordwest kommend in Kiellinie querab von der Abukir-Insel 7. Sie wurden sowohl von der Batterie auf der Abukir-Insel als auch von einigen französischen Schiffen auf Distanz beschoßen, doch anscheinend blieb dieser Beschuß praktisch wirkungslos 27 Ein Eingreifen der viel weiter entfernten Batterie in der Festung von Abukir ist gar nicht dokumentiert. Offensichtlich konnten die britischen Schiffe von Artilleriefeuer recht ungehindert die Vorhut des französischen Linie ansteuern, vielleicht halfen die sich verschlechternden Lichtverhältnisse.

Die GOLIATH und die ZEALOUS lieferten sich zunächst ein Wettrennen zur Vorhut der französischen Schlachtlinie. Kapitän Thomas Foley auf der GOLIATH übernahm schließlich vor der ZEALOUS Samuel Hoods die Führung durch die Untiefen: Er hatte französisches Kartenmaterial 8 an Bord, daß er nun zur Navigation nutzen konnte. Hood nahm Foley später die Niederlage in diesem Rennen nicht krumm: Es stellte sich heraus, daß Hoods englische Karten bezüglich der Wassertiefen in der Bucht höchst ungenau waren.

Die Karten mochten Foley mehr Sicherheit bei der Navigation gegeben haben, das Fehlen von Kartenmaterial hätte ihn aber wohl auch nicht davon abgehalten, den folgenden Kurs zu steuern. Die einfache Rechnung des englischen Kapitäns: Wenn ein französisches Linienschiff an diesem Orte vor Anker liegen konnte, so würde man bei einem Kurs nahe an der feindlichen Schlachtlinie ebenfalls kaum stranden. Der Ankerplatz der französischen Schiffe mußte schließlich so gewählt worden sein, daß das Schiff auch beim Schwojen 9 nicht auflaufen konnte. Diese simple Folgerung nimmt auch Vorwürfen an die Adresse französischer Kapitäne, sie hätten zu weit von den Untiefen entfernt geankert und den Briten zuviel Raum gelassen, etwas Wind aus den Segeln.

Die GOLIATH steuerte also auf das Ufer zu, anstatt bereits vor der feindlichen Linie zu halsen und entlang der ankernden französischen Schiffe zu segeln - umstritten ist heute immer noch, ob dieser Kurs von Nelson befohlen / angeregt wurde oder Foleys Initiative entsprang . Das englische Schlachtschiff passierte den Bug der an der Spitze der französischen Vorhut ankernden GUERRIER um ca. 18:00 (20:00 Ortszeit) , während es aus kurzer Entfernung eine Breitseite in das feindliche Schiff feuerte. Dieser Kurs eines englischen Schiffes war in der französischen Planung völlig unberücksichtigt geblieben. Admiral Brueys hatte es für ausgeschlossen gehalten, dass britische Linienschiffe seine Schlachtlinie von der Uferseite her angreifen könnten.

Schlacht vor Abukir

Als die GOLIATH die uferseitige Position der GUERRIER unter Kapitän Trullet erreichte, zeigte sich das französische Schlachtschiff auf seiner Backbordseite auch völlig unvorbereitet. Man hatte an Bord des französischen Schiffes die unteren Kanonen noch gar nicht ausgerannt 5. Die oberen Geschützpforten wurden zum Teil von Kisten und anderem Material blockiert, eine Breitseite kam hier vorerst gar nicht zustande.

Foley beabsichtigte nun offensichtlich neben dem Bug der GUERRIER zu ankern, aber die Crew schaffte es nicht, die Segel rechtzeitig zu brassen 10 und den Anker rechtzeitig zu werfen. So ankerte die GOLIATH schließlich querab zwischen CONQUERANT , der taktischen Nummer zwei und SPARTIATE ( Nr.3 ) und begann mit beiden Schiffen ein intensives Artillerieduell. Innerhalb von nur 10 Minuten hatte sie die ebenfalls überraschte CONQUERANT bereits völlig entmastet 6. Wie später auch einigen anderen britischen Schiffen gelang es der GOLIATH, neben dem Buganker einen Heckanker zu werfen 11. So war es möglich, durch Zug an den Ankerketten die Schußwinkel zu ändern. Diese Möglichkeit der feinen Veränderung der Position hatten die französischen Schiffe durchweg nicht zur Verfügung.

Die ZEALOUS - wenige hundert Yards hinter der GOLIATH - folgte Foleys Kurs, passierte ebenfalls den Bug der GUERRIER und schoß ihr den Vormast weg. Kapitän Hood ließ sein Schiff dort ankern, wo Foley es beabsichtigt hatte und setzte den Beschuß der GUERRIER fort. Hood berichtete später begeistert, seine Leute hätten an den Kanonen so schnell hantiert wie noch nie und innerhalb von 12 Minuten das französische Schiff völlig "zum Schweigen gebracht".

Rund 15 Minuten nach Hood stürzte sich nun auch die AUDACIOUS auf die unglückliche GUERRIER, indem Kapitän Davidge Gould seinen Kollegen Foley und Hood folgte. Nach drei Breitseiten fiel der Hauptmast des französischen Schiffes. Gould parkte sich nun perfekt zwischen Foley und Hood ein und nahm neben der GUERRIER auch die CONQUERANT unter Feuer.

Die ORION unter Sir James Saumerez steuerte ebenfalls die Uferseite der gegnerischen Schlachtlinie an, mußte aber dazu noch um die ankernde ZEALOUS herum steuern - tatsächlich paßten durch die Lücke zwischen französischer Linie und Untiefen sogar zwei riesige Linienschiffe. Saumarez beabsichtigte die taktische Nr. 4 der Franzosen, die AQUILON (74 - 508, Thevenard) anzugreifen und setzte zunächst einen Kurs, der ihn in einiger Entfernung an der Fregatte SERIEUSE vorbeiführte. Deren Kapitän Martin hätte auf die Ritterlichkeit der Engländer vertrauen können, weil der Kodex forderte, daß Linienschiffe nicht auf Fregatten feuern durften, solange diese nicht ihrerseits das Feuer auf die Schlachtschiffe eröffneten (oder anderen Schaden anrichteten). Doch Martin feuert eine Breitseite auf die ORION. Die blieb jedoch vorerst still: Saumarez rechnete darauf, daß die Fregatte sich weiter nähern würde und wollte zu ihrer Bekämpfung möglichst wenig Zeit verlieren. Im offensichtlichen Gegensatz zu Martin schätzte er die Wirkung einer Breitseite auf kürzere Entfernung richtig ein.

Die THESEUS unter Ralph Willet Miller steuerte als letztes englisches Schiff die Uferseite der französischen Schlachtlinie an. Sie passierte die GUERRIER jedoch so nah, daß sie fast unter ihrem Bugspriet lag. Die Breitseite der THESEUS auf kürzeste Entfernung war entsprechend verheerend und entmastete das französische Schiff vollends. Auch die THESEUS segelte außen an den anderen britischen Schiffen entlang und ankerte gegenüber der SPARTIATE, die sie sofort intensiv unter Beschuß nahm. Die AQUILON unter Kapitän Thevenard befand sich ebenfalls in ihrem Schußfeld.

Inzwischen näherte sich die SERIEUSE weiter der ORION, die aber plötzlich ihren Bug steuerbords wendete und ihre dreimal so schwere Breitseite auf die Fregatte abfeuerte. Die französische Fregatte wurde schwer getroffen und auf Anhieb entmastet, trieb in die Untiefen und sank dort später. Die ORION hatte durch ihren Blitzschlag gegen die Fregatte immerhin die Höhe der AQUILON verpaßt und warf nun neben der PEUPLE SOUVERAIN - auch eine Schiff-Oma und Nr. 5 in der Linie - Anker.


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Harbors and High Seas - Ein englischsprachiger Atlas bzw. Guide durch die Aubrey-Serie


Wo kämpfte die SOPHIE gegen die CACAFUEGO ?
Wo liegt das Ashgrove Cottage ?
Dieser englischsprachige Atlas verfolgt die Routen,
zeigt die Schauplätze und faßt die Handlungen
von 17 Aubrey-Romanen O´Brians zusammen.
Patrick O'Brian´s Jack Aubrey

Englischer Titel - Deutscher Titel
Master and Commander 1970 - Kurs auf Spaniens Küste Juni 2001
Post Captain 1972 - Feindliche Segel Juni 2001
H M S Surprise 1973 - Duell vor Sumatra August 2001
The Mauritius Command 1977 - Geheimauftrag Mauritius September 2001
Desolation Island 1978 - Sturm in der Antarktis
Fortune of War 1978 - Kanonen auf hoher See Oktober 2001
The Surgeon's Mate 1980 - Verfolgung im Nebel November 2001
The Ionian Mission 1981 - Die Inseln der Paschas Februar 2002
Treason's Harbour 1983 - Gefahr im Roten Meer Mai 2002
Far Side of the World 1984 - Manöver um Feuerland Juni 2002
The Reverse of the Medal 1986 - Hafen des Unglücks Oktober 2002
The Letter of Marquee 1988 - Sieg der Freibeuter März 2003
The Thirteen-Gun Salute 1989 - Tödliches Riff Mai 2003
The Nutmeg of Consolation 1991 - Anker vor Australien September 2003
Clarissa Oakes / USA: The Truelove 1992 - Inseln der Vulkane Dezember 2003
The Wine-Dark Sea 1993 - Gefährliche See vor Kap Hoorn Februar 2004
The Commodore 1995 - Der Triumph des Kommodore Mai 2004
The Yellow Admiral 1996 - Der gelbe Admiral September 2004     NEU
The Hundred Days 1998 - Mission im Mittelmeer Angekündigt für November 2004
Blue At The Mizzen 1999 - Der Lohn der Navy Angekündigt für Februar 2005

ACHTUNG !!! Grundlage für den Film MASTER AND COMMANDER war Manöver um Feuerland


Nelson auf der VANGUARD konnte trotz zunehmender Dunkelheit erkennen, daß die GUERRIER und auch die CONQUERANT so gut wie geschlagen waren und wählte die SPARTIATE als Ziel. Die VANGUARD war das erste englische Schiff, daß die Franzosen nicht auf der Uferseite angriff. Alle Schiffe nach ihr taten es ihrem Flaggschiff gleich und attackierten die französische Linie auf der vom Ufer abgewandten Seite. Kapitän Miller von der THESEUS erkannte Nelsons Absicht und nahm nunmehr nur noch CONQUERANT und AQUILON unter Feuer, um Nelsons VANGUARD auf der anderen Seite der SPARTIATE nicht zu treffen.

Die MINOTAUR unter Thomas Louis überholte die VANGUARD und "parkte" vor ihr ein, quer gegenüber der AQUILON. Das Feuer der englischen Kapitäne lag so, daß sie zwar zu zweit oder sogar zu dritt ein feindliches Schiff beschoßen, dabei jedoch wenig Gefahr liefen, aufeinander zu schießen.

Auch Peytons DEFENCE ordnete sich perfekt in die britische Linie ein, ankerte und attackierte besonders die PEUPLE SOUVERAIN, die auf der anderen Seite bereits von der ORION bekämpft wurde.
Der BELLEROPHON unter Henry Darby, die die FRANKLIN ansteuerte, unterlief jedoch ein ähnlicher Fehler wie der GOLIATH, diesmal mit verhängnisvollen Folgen für das britische Schiff. Vielleicht weil ihr Ankerkabel zu lang war, kam sie mit dem Bug in einem spitzen Winkel zu dem 120 Kanonen tragenden französischen Flaggschiff ORIENT 12 zum Liegen und wurde so in ein unglückliches Duell mit einem ohnehin schon besser bestückten Gegner gezwungen. Es war ungefähr 18:45, als die ersten verheerenden Salven der ORIENT einschlugen. Später kam das englische Linienschiff auch noch in den Schußwinkel der TONNANT.

Vielleicht u.a. durch die immer schlechteren Sichtverhältnisse bedingt bekam auch die MAJESTIC Probleme. Kapitän Westcott erreichte die französische Linie zwar nur eine halbe Stunde nach GOLIATHs ersten Breitseiten, hatte aber bereits wenig Licht und wurde einer der ersten Leidtragenden der schmetternden Breitseiten der TONNANT. Vielleicht wollte Westcott der BELLEROPHON helfen, gegen die TONNANT vorgehen - er wurde jedoch schon beim Anlaufen durch Beschuß von der TONNANT ( Dupetit-Thouars ) getötet - eine Kugel traf ihn in die Kehle. Sein nunmehr kommandierender 1.Offizier Cuthbert konnte nicht verhindern, daß das Schiff mehrere Male schwer getroffen wurde.

Abukir 18:45

Noch während des Ankermanövers fielen Haupt- und Besanmast der MAJESTIC. Und dann - zu allem Überfluß - war auch hier die Ankerkette noch zu lang. Die MAJESTIC trieb langsam neben die HEUREUX ( auch: HEUREUSE ;-), verfing sich in der Takellage des Franzosen und wandte dabei der Breitseite des französischen Linienschiffes unglücklich den halben Bug zu. Aus dieser Position konnte sie selbst nur schlecht schießen - insbesondere ihre schweren Kaliber kamen nicht zum Tragen - bot aber der HEUREUX ein gutes Ziel. Bis sie wieder klar von der HEUREUX kam, war sie schon fast entmastet und wurde obendrein auch noch von heftigem Gewehrfeuer geplagt. Obwohl die MAJESTIC mit der TONNANT und der HEUREUX zu tun hatte, konnte sie sich unter schweren Verlusten halten.

Kapitän Thomas Troubridge mit der CULLODEN hatte in der englischen Linie vor Alexandria weitab gestanden und konnte es nicht erwarten, an den Feind zu kommen, nahm das Risiko und einen kritischen Kurs... und schaffte die Einfahrt in die Bucht von Abukir nicht: Er lief als einziges britisches Schiff - ca. um 18:40 - auf Grund. Ein tragisches Schicksal für einen Mann, der mit seinem Schiff ein Jahr zuvor die ersten Salven bei der Schlacht von St. Vincent abgegeben hatte. Die MUTINE und die LEANDER kamen zwar zu seiner Hilfe, konnten sein Schiff jedoch nicht befreien. Für die nachfolgenden Schiffe ALEXANDER und SWIFTSURE war die CULLODEN immerhin eine gute Boje - ein eher schwacher Trost für ihren Kapitän.

Um 19:00 herrschte völlige Dunkelheit. Die BELLEROPHON war bereits völlig zusammengeschoßen und hatte verzweifelt, aber vergeblich versucht, die ORIENT zu entern. Zu diesem Zeitpunkt wurde jedoch Admiral Brueys schwer an Kopf und Arm verwundet. Er weigerte sich, den Verbandsplatz aufzusuchen und das Kommando zu verlassen und blieb - in einem Segeltuchstuhl sitzend - an Deck, während er eher "zerstreut" versuchte, mit einem viel zu kleinen Taschentuch die Blutungen zu stoppen. Der französische Admiral hatte miterleben müßen, wie die Briten schonungslos die Schwächen seiner Schlachtaufstellung aufdeckten, indem sie am schwächsten Punkt seiner Kette angegriffen hatten. Er erkannte, daß Nelsons Kapitäne nun seine Linie von oben nach unten ""abarbeiten" würden und dadurch jeweils immer in der Übermacht waren.

Die Signale des Admirals an die Nachhut unter Konteradmiral Villeneuve, dem Zentrum zur Hilfe zu kommen, kamen indessen zu spät und wurden vermutlich in der Dunkelheit tatsächlich nicht mehr empfangen. Villeneuve war am Ende der über 2 Meilen langen französischen Kette natürlich zur Tatenlosigkeit verdammt, wenn er sich nicht bewegte. Wie aber sollte er dem Zentrum gegen den Wind, angesichts der Dunkelheit und der Untiefen helfen ? Später einmal rechtfertigte er sich, er habe zu diesem Zeitpunkt keinen Befehl gehabt, vorzustoßen und nicht gewußt, was an der Spitze der Kette vorging. Vielleicht - wenn er sich sofort Richtung Zentrum gewarpt 13 hätte - hätte er noch Stunden später in die Schlacht eingreifen können. Ironie des Schicksals: 1805 geriet Villeneuve als Kommandant der Flotte bei Trafalgar in die "andere" Situation. 1805 signalisierte nämlich er verzweifelt seiner Vorhut die Umkehr, doch die Hilfe kam nicht.

Das letzte Gefecht der GLORIOSO

Die letzten britischen Schiffe SWIFTSURE, ALEXANDER und LEANDER, die ja um 15:00 noch am Ende von Nelsons über 12 Meilen gestreckten Flotte gestanden hatten, erreichten nun endlich die französische Schlachtlinie. Ihr Eingreifen sollte das Zentrum der französischen Linie zerschlagen und die Vorentscheidung bringen. Und es sollte sich - gerade für die ORIENT - furchtbar rächen, daß man keine Ketten zwischen den Schiffen gespannt hatte.

Die SWIFTSURE stieß bei ihrem Ankermanöver schräg und querab hinter dem Heck der FRANKLIN auf ein zusammengeschossenes, bereits treibendes Linienschiff, daß nicht die vereinbarte Kennung - vier Laternen am Heck - aufwies. Während Kapitän Hallowell die FRANKLIN zur einen Seite bereits heftig beschießen ließ, feuerte er zur anderen Richtung noch nicht. Wegen der Dunkelheit und trotz fehlendem Signal hatte er Zweifel an der Nationalität des Schiffes. Minuten später konnte er aufatmen und sich selbst beglückwünschen: Es war die BELLEROPHON, die von der ORIENT völlig entmastet und fürchterlich zugerichtet worden war. Auf dem englischen Linienschiff hatte inzwischen der zweite Leutnant, Robert Cathcart, das Kommando: Kapitän Darby war schon früh verwundet worden und mußte unter Deck getragen werden. Kurz darauf war der 1. Offizier durch einen der fallenden Masten getötet worden - eine Blitzkarriere für den vierunzwanzigjährigen Cathcart. Sei es, weil die SWIFTSURE BELLEROPHONs Stelle einnehmen konnte, sei es, weil es die letzte Möglichkeit war, dem Beschuß durch die ORIENT zu entgehen: Cathcart hatte jedenfalls die Ankertaue der ohnehin fast kampfunfähigen BELLEROPHON kappen lassen 14. Sie trieb anschließend fast drei Meilen durch die Bucht und wurde z.T. noch von der TONNANT und der HEUREUX auf Distanz beschossen, bis ein Notanker griff.

Die SWIFTSURE begann nun, nachdem die davontreibende BELLEROPHONE das Schußfeld freigegeben hatte, das französische Flaggschiff aus einem sehr günstigen Winkel zu beschießen. Eventuell gelang es ihrem Kapitän Hallowell sogar, der sich nähernden ALEXANDER einen kleinen "Tip" mittels Lichtsignal zu geben.

Denn die herangleitende ALEXANDER unter Alexander John Ball erkannte eine Lücke zwischen der ORIENT und der TONNANT, für die nun auch schwere Zeiten anbrachen. Ball legte sein Schiff nämlich hinter das Heck der ORIENT und vor den Bug der TONNANT. Die ORIENT geriet nun zwischen zwei Feuer, die TONNANT unter den gefürchteten Längsbeschuß. Man darf sagen, daß Balls Manöver zu den entscheidenden Momenten dieses Tages gehörte.

Alexander Ball

Auf dem noch relativ intakten Flaggschiff wurde ungefähr um 19:30 Admiral Brueys erneut und diesmal tödlich verwundet. Eine Kanonenkugel hatte ihn buchstäblich in zwei Teile gerissen. Doch er blieb bei Bewußtsein und lebte noch 15 Minuten, erst dann übernahm Casabianca das Kommando.

Ebenfalls um ca. 19:30 / 19:45 wurde Admiral Nelson auf der VANGUARD einmal mehr in seiner Karriere verwundet : War es ein Musketenschuß 15 von der SPARTIATE oder schlicht ein Holzsplitter ? Die fürchterlich wirkende Wunde über seinem gesunden Augen ließ ihn zeitweise erblinden und glauben, er sei diesmal tödlich verwundet. Ein ganzer Hautlappen war von der Stirn über sein Auge gefallen. Sein Flaggkapitän Berry fing den stürzenden Admiral auf, der durch seine Wunde und das Blut vorübergehend geblendet wurde. Nelson, von seinem nahen Tod überzeugt, ließ sich unter Deck bringen - ohne diese aufrichtige Überzeugung hätte er dies wohl nicht zugelassen. Berry übernahm vorerst das Kommando.

Inzwischen war die französische Vorhut schon fast besiegt - immerhin hatten hier 8 englische Schiffe gegen 5 der z.T. ältesten französischen Linienschiffe gestanden. Die beiden ersten und auch ältesten Schiffe in der französischen Linie waren bereits in der ersten halben Stunde der Schlacht wehrlos geschoßen worden und auch der Sieg gegen die SPARTIATE und die AQUILON war schnell sicher. Der Anker der PEUPLE SOUVERAIN wurde abgeschossen oder gekappt und das schwer getroffene französische Schlachtschiff trieb ab, verfolgt von der vorsichtig die Tiefe lotende THESEUS. Die ORION wendete sich nun der FRANKLIN zu und auch die GOLIATH tastete sich vorsichtig die gegnerische Linie hinunten. Gegen 20:00 gab es an der Spitze der französischen Schlachtlinie keinen entscheidenden Kampf mehr - die französischen Schiffe ergaben sich nach und nach.

Für das französische Zentrum wurde die Zahl derGegner nun immer größer: Die LEANDER hatte der gestrandeten CULLODEN nicht helfen können. Als letztes englisches Schiff griff sie nun in die Schlacht ein. Kapitän Thompson beabsichtigte, sich quer vor den Bug der ORIENT zu legen, doch in der Dunkelheit erschien ihm kein Platz zwischen dem französischen Flaggschiff und der FRANKLIN. So "schlich" sich die LEANDER nun - durch Dunkelheit und Pulverschwaden - an den Ankerplatz der davontreibenden PEUPLE SOUVERAIN und vor den Bug der FRANKLIN. Damit fand Thompson mit seinem Schiff eine ideale Basis. Die LEANDER verfügte zwar nur über 50 Kanonen und das Gewicht ihrer Breitseite hätte auf die Breitseiten der französischen Schiffe ansonsten kaum Eindruck gemacht. Doch konnte sie nun - ohne das irgendein gegnerisches Schiff sie wirkungsvoll bekämpfen konnte - die FRANKLIN der Länge nach beschießen. Und flog eine Kugel an der FRANKLIN vorbei, mußte sie die mächtige ORIENT treffen. Damit vervielfachte Thompson den Gefechtswert seines Schiffes. Die LEANDER hatte am Ende der Schlacht als einziges kämpfendes Schiff keine Toten zu beklagen und mit nur 14 Verwundeten auch die geringsten Ausfälle.

Der DEFENCE war ihr erstes Ziel - die PEUPLE SOUVERAIN - davongetrieben und sie begann nach zuvorigem sorgfältigem Sondieren nun die LEANDER gegen die FRANKLIN zu unterstützen. Und auch die ORION wandte nun ihre ungeteilte Aufmerksamkeit dem Schiff Konteradmiral Blanquets zu. Die FRANKLIN wurde umstellt und isoliert.

Um ca. 21:15 brach ein Feuer auf der ORIENT aus und griff schnell um sich, wohl begünstigt durch an Deck stehende Farbeimer und einen z.T. frischen Anstrich, den das Schiff in den letzten Tagen erhalten hatte. Der verletzte Nelson, dessen tödlich aussehende Verletzung sich als nicht lebensbedrohlich herausgestellt hatte, kam um ca. 21:30 wieder an Deck. Man hatte ihm von der bevorstehenden Explosion des französischen Flaggschiffs berichtet und zu aller Überraschung übernahm er wieder das Kommando. Er befahl Boote für die Rettung der Schiffbrüchigen auszusetzen, um sie aus dem Bereich der drohenden Katastrophe zu evakuieren.
Auch ALEXANDER setzte trotz der drohenden Explosion Boote aus, um über Bord gesprungene französische Seeleute von der ORIENT aufzunehmen. Im Gegensatz zur SWIFTSURE versuchte sie auch noch einigen Abstand zwischen sich und das brennende Wrack der ORIENT zu bringen. Auf der SWIFTSURE wurden derartige Manöver nicht in Betracht gezogen, obwohl die zunehmende Hitze des Feuers auf dem Schiff gegenüber dazu führte, daß ausden Nähten der SWIFTSURE Pech lief. Tatsächlich gab Kapitän Hallowell sogar die Anweisung, das Feuer der Kanonen um den Brandherd herum zu konzentrieren. Obwohl sich das riesige französische Flaggschiff mehr und mehr zur Flammenhölle entwickelte, erwiderte die ORIENT nach wie vor das Feuer. Man sah auf ihr sogar noch Geschützfeuer als schließlich der Brand die große Pulverkammer erreichte.

Es war zwischen 21:45 und 22:15 16, als das französische Flaggschiff in einer einzigen mächtigen Explosion in die Luft flog. Der Knall der Explosion war noch im 10 Meilen entfernten Rosetta und im 12 Meilen entfernten Alexandria zu hören, der Blitz der Explosion in der Dunkelheit natürlich weithin zu sehen. Rund 15 Minuten - so berichten Augenzeugen- wären alle Seeleute durch die Explosion wie betäubt gewesen und hätten deswegen das Feuer eingestellt. Das ist natürlich eine Übertreibung. Es regnete nämlich brennende Wrackteile auf die hölzernen Schiffe rund um das vernichtete französische Flaggschiff. So flog das rund 15 Tonnen schwere Ruder der ORIENT angeblich fast eine halbe Meile weit 17.

Die ALEXANDER wurde z.B. 18 mit brennenden Trümmern überschüttet, Teile der Takelage fingen Feuer, doch die auf dieses Bombardment vorbereitete Besatzung konnte die Flammen schnell löschen. Und das war natürlich wichtiger als die Bedienung der Kanonen. Auf anderen Schiffen hatten die Besatzungen ebenfalls Besseres zu tun als zu feuern. Jeder Quadratmeter des äußeren Schiffs wurde nach möglichen brennenden Wrackteilen durchsucht, treibende Brände mußten abgewehrt werden. Noch intakte Beiboote wurden zur Untergangsstelle der ORIENT geschickt, Überlebende auch direkt durch Geschützpforten an Bord gezogen - am Ende fanden die Engländer rund 70 Überlebende. Immerhin schafften es aber auch viele Seeleute auf französische Schiffe zu kletternoder direkt an Land zu gelangen. Auf der anderen Seite beschleunigte der Schreck der Explosion die Ankunft neuen Lebens: Auf der GOLIATH brachte eine Schottin kurz nach der Explosion, wie sogar offiziell berichtet wurde, ein gesundes Kind zur Welt - eine der wenigen dokumentierten Hinweise auf die bei Abukir kämpfenden Frauen 19.


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 Napoleon's Lost Fleet

Napoleon's Lost Fleet
von Franck Goddio (Vorwort), Laura Foreman, Ellen Blue Phillips
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 216 Seiten - Discovery Books
Erscheinungsdatum: 1. September 1999
Auflage: 1st
Napoleon's Lost Fleet erzählt die Geschichte der "Battle of the Nile" vor Abukir und schildert die archäologische Expedition zu den Resten der ORIENT. Mit verschwenderischen Illustrationen und voll von informativen Exkursen zu Napoleon, Josephine, ägyptischer Kunst, dem Seemannsleben, Nelson und sogar zu Emma Hamilton beleuchtet das Buch die Jagd des Admiral Nelsons auf die französische Flotte und ihre Vernichtung mit dem Höhepunkt der Schlacht, der Explosion der ORIENT. Damit ist die Brücke zum faszinierenden Gebiet der Unterwasserarchäologie geschlagen. 1998 findet und erforscht Franck Goddio - der Entdecker des Palastes der Kleopatra - die Überreste des Flaggschiffes der französischen Flotte.

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Die ORIENT war vernichtet und damit war die Schlacht für die Briten so gut wie gewonnen. Durch die Gefahr drohender Brände und die Rettung von Schiffbrüchigen kam es zu einer spontanen und unvereinbarten, aber immerhin rund 20minütigen Feuerpause. Hatten die Engländer vielleicht die Hoffnung, die Franzosen würden nun aufgeben ? Oder planten sie noch immer, kein französisches Schiff entkommen lassen ? Letzteres war natürlich eher für Nelson typisch.

Die französische Seite erschien nun führungslos. Admiral Blanquet du Chayla auf der FRANKLIN war nach dem Tode Brueys und der Explosion des Flaggschiffs nun der Oberkommandierende - doch ist kein Signal von ihm an die noch gar nicht in die Kämpfe verwickelte Nachhut 20 unter Admiral Villeneuve bekannt und offensichtlich auch nicht gegeben worden. Vielleicht wenig verwunderlich, bedenkt man, daß die FRANKLIN umzingelt war. Villeneuve andererseits hätte spätestens jetzt erkennen müßen, daß Warten sinnlos war. Er hätte z.B. seine vollständige Nachhut aus der Bucht bringen können - da lag ja noch die CULLODEN auf Grund - und hätte sich dann vielleicht bei Tageslicht von Luv kommend auf die angeschlagenen Engländer stürzen können. Oder er hätte versuchen können - wenn sicherlich auch zu spät - seine Schiffe die Linie aufwärts zu warpen bzw. zu schleppen, um mit den verbliebenen, unbeschädigten französischen Schiffen und relativ ausgeruhten Besatzungen eine Art Verteidigungslinie zu bilden. Aber Villeneuve tat vorerst nichts und rechtfertigte sich später, daß er keine Befehle hatte. Der Kommandant der FRANKLIN dagegen richtete später - aus Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt und von schwerer Verwundung genesen - bittere Vorwürfe inbesondere gegen Villeneuve, aber auch gegen Brueys Stabschef Ganteaume und Konteradmiral Decres.

Immerhin hatte sich Blanquet entschieden weiter zu kämpften: Es war die FRANKLIN, die das Feuer auf SWIFTSURE und DEFENCE erneut eröffnete. Nelson gab nach dem erneutem Aufleben der Kämpfe nun den Befehl an THESEUS, ZEALOUS und GOLIATH, die restlichen französischen Schiffe anzugreifen bzw. die schwer angeschlagenen BELLEROPHON und MAJESTIC zu unterstützen. Die MAJESTIC war inzwischen auch in ein Artillerieduell mit der MERCURE verwickelt, doch die Erschöpfung der Besatzungen führte nun immer häufiger zu surrealen Kampfpausen: Augenzeugen berichteten, daß auf vielen Schiffen die erschöpften Mannschaften plötzlich spontan und auf beiden Seiten minutenlang wie in einen Dornröschenschlaf versanken, um dann wie auf ein geheimes Signal hin und wie ein Mann aufzuwachen und weiterzukämpfen.

Unaufhaltsam jedoch bewegten sich nun THESEUS, GOLIATH und ZEALOUS in Richtung Nachhut, die Briten drohten erneut mit einem "Überzahlspiel".

Kapitän Standelet mit der Fregatte ARTEMISE ( oder: ARTEMIS 28) machte einen verzweifelten Versuch, den die französische Linie herunter kommenden Engländern der Weg zu verlegen und griff die THESEUS auf ihrem Weg in Richtung Nachhut der Franzosen an. Standelet hoffte, den Briten auf eine Untiefe locken zu können. Doch das Linienschiff schoß die ARTEMISE mit wenigen Breitseiten so zusammen, daß die französische Fregatte die Flagge niederholen mußte. Aber bevor noch englische Kommandos das Schiff entern und in Besitz nehmen konnten, wurde es offensichtlich in Brand gesteckt. Schließlich sank die ARTEMISE unter mehreren heftigen Explosionen, die Besatzung flüchtete in Booten an Land.

Linienschiffschlachten 1794 - 1806 Download

Erst um Mitternacht - nach mehreren Aufforderungen zur Übergabe - strich die FRANKLIN schließlich die Flagge. Damit waren die vordersten sieben Schiffe der französischen Flotte 21 verstummt - zu diesem Zeitpunkt kämpfte nur noch die TONNANT mit der ALEXANDER. Die SWIFTSURE wurde von schwerem Kaliber der TONNANT getroffen, hatte aber wegen der Position der ALEXANDER Probleme, sich zu wehren. Kapitän Hallowell erwidert das Feuer nicht, weil er die ALEXANDER hätte treffen können. Der Kapitän der TONNANT, Dupetit-Thouars, hatte inzwischen schreckliche Verletzungen erlitten, Arme und Beine eingebüßt - doch um bis zu seinem Tod weiter kommandieren zu können, ließ er sich in ein Fass voller Kleie stecken. Auch nachdem er verblutet war, wurde das Schiff weiter gegen die nun anwachsende britische Übermacht verteidigt. Um ca. 3:00 strandete schließlich die völlig zusammengeschossene TONNANT, doch auf ihr wehte noch immer die Trikolore. Ihr sterbender Kapitän Dupetit-Thouars hatte zuletzt befohlen, die Fahne am Maststumpf anzunageln.

Die Flucht der HEUREUX und MERCURE, die die MAJESTIC nicht hatten niederzwingen können, endete ebenfalls in einem Desaster: Die Franzosen hatten ihre Anker gekappt, liefen aber schnell auf Grund. Um ca. 4:00 wurden sie durch THESEUS und GOLIATH angegriffen und mußten nach kurzem Gefecht kapitulieren. Was Admiral Brueys als Deckung für seine Flotte gedacht hatte, wurde seinen Schiffen nun zum Verhängnis: Die Untiefen.

Das selbe Schicksal traf auch die TIMOLEON: Sie war Anker auf gegangen, verirrte sich dann aber offensichtlich zwischen mehrere Untiefen und strandete schließlich ebenfalls. Aussichtslos auf Sand sitzend wurde das Linienschiff kurzerhand von ihrer Besatzung in Brand gesteckt. Dann brachten sich die französischen Seeleute mit Booten in Sicherheit.

Der Rest der Nachhut unter Villeneuve - GENEREUX ( gelegentlich auch Genereaux geschrieben ) und GUILLAUME-TELL setzte sich erst nun in Bewegung und steuerte unangefochten aus der Bucht - sie hatten in der Schlacht keinen Schuß abgefeuert. Die beiden überlebenden Fregatten DIANE und JUSTICE unter Konteradmiral Decres schloßen sich den Linienschiffen an . Hood auf der ZEALOUS fürchtete zunächst, Villeneuve könnte der noch immer hilflos auf Grund liegenden CULLODEN gefährlich werden und folgte Villeneuves Geschwader zunächst. Doch Nelson beorderte ihn - mit großem Bedauern - zurück, weil er keine Kräfte übrig hatte, die Hood unterstützen konnten. Außerdem stand die beschädigte CULLODEN noch unter dem unsichtbaren Schutz des Windes, während die BELLEROPHON Hilfe benötigte. Es ärgerte den englischen Seehelden trotzdem, daß die Linienschiffe entkamen 22 .

Die CULLODEN kam bei Tageslicht endlich frei, um den Preis des Verlustes ihres Ruders und erheblicher Schäden am Rumpf. Kapitän Troubridge segelte auch später noch einen "heißen Reifen" (oder ein "brennendes Segel" ?) und setzte die CULLODEN ausgerechnet dann erneut auf Sand, als einer der überlebenden französischen Schiffe vom Nil gejagt wurde23.

Die meisten britischen Schiffe waren schwer beschädigt, die SWIFTSURE z.B. hatte viele Treffer knapp unter der Wasserlinie erhalten und mußte permanent leergepumpt werden. Die Decks der MAJESTIC waren z.T. von Kanonenkugeln so aufgerissen, daß behelfsmäßig Planken quer über das Schiff gelegt werden mußten, damit die Leute nicht durch das Deck brachen. Die BELLEROPHON hatte es zwar am schwersten getroffen, doch sie wurde mit den aufgefischten Wrackteilen in nur drei Tagen wieder see- und kampftüchtig.

Als später die alte COLOSSUS 24 vor Abukir erschien, wurde sie als Ersatzteillager für die beschädigten Schiffe so ausgeschlachtet, daß sie gerade noch schwimmen und die Verwundeten aufnehmen konnte - später wurde sie wegen eines fehlenden Ersatzankers sozusagen das einzige britische Schiff, daß wegen Abukir unterging 25. Neben der BELLEROPHON mit 49 Toten und 148 Verwundeten von rund 600 Mann Besatzung hatte die MAJESTIC mit 50 Toten und 143 Verwundeten die meisten Verluste unter den britischen Schiffen zu verzeichnen. Bezeichnenderweise hatte nach diesen beiden "Unglücksraben" das Flaggschiff - die VANGUARD - die meisten Opfer zu beklagen. Bei den französischen Schiffen waren die meisten Seeleute natürlich an Bord der ORIENT gefallen. Daneben hatten die TONNANT und die FRANKLIN enorme Verluste - verläßliche Zahlen - s.u. - kann es nicht geben. Schreckliche Schilderungen von einer Bucht voller treibender Leichen oder Körperteile sind überliefert und lassen das Ausmaß der Verluste erahnen.

Brueys und Nelson

Die Briten hatten insgesamt "nur" 218 Tote, 677 Männer wurden verwundet. Die französischen Verluste sind wohl heute nicht mehr festzustellen. Die geschätzte Zahl der Toten beziffert sich zwischen 1700 und 2000, die Zahl der Verwundeten variierte in den Angaben zwischen 2500 und 5000, insgesamt sollen 3000 Franzosen gefangen worden sein. Die Zahl der französischen Opfer ist jedoch aus folgenden Gründen schwerlich zu bestimmen: Viele Seeleute blieben an Land, retteten sich an Land oder desertierten. Gepresste Malteser und befreite Sklaven waren in den Besatzungslisten noch nicht verzeichnet, freiwillige Italiener dagegen gleich mit Mehrfacheinträgen. Nicht schätzbar sind z.B. auch die Opfer unter den mitkämpfenden Zivilisten, z.B. Frauen, Kinder oderauch frankophilen Ägyptern oder Arabern.

Als Ergebnis der Schlacht erbeuteten die Briten 5 (6 26) Linienschiffe. Die AQUILON wurde vom Prisenamt gekauft und als ABOUKIR (74) in die Marine aufgenommen, doch bereits 1802 schon wieder außer Dienst gestellt: Sie war unter dem Holz verfault. Ähnlich erging es der CONQUERANT (74), die auch bereits 1802 wegen Mängel aus dem Verkehr gezogen wurde. Den drei anderen Abukir-Prisen sollte eine erfolgreichere Karriere in der britischen Navy beschieden sein : Die FRANKLIN wurde zur CANOPUS (80) und nahm unter anderem 1805 an der Jagd über den Atlantik teil, als Lord Nelson Admiral Villeneuves Flotte nachsetzte. Die Jagd endete später bekanntlich endgültig vor Kap Trafalgar, doch CANOPUS war anderweitig eingesetzt. Dafür waren dort die SPARTIATE (74) und die TONNANT (80) - inzwischen britische Schiffe - dabei.

Es wurden 6 (5) weitere Linienschiffe und zwei Fregatten versenkt oder verbrannt: Die TIMOLEON verbrannte, doch auch die MERCURE, die HEUREUX und die alte GUERRIER wurden nicht wieder flott oder erwiesen sich als irreperabel.
Nur die Linienschiffe GUILLAUME TELL (80 - Konteradmiral Villeneuve) und GENEREUX (74 - Kapitän Lejoille) sowie die Fregatten DIANE und JUSTICE ( Konteradmiral Decres ) entkamen und steuerten zunächst Korfu an. ( Zu ihrem Schicksal später mehr auf einer Extraseite )

Für das französische Expeditionsheer brach nach der Vernichtung der Flotte eine schwere Zeit an, denn die Versorgung wie auch der Rückweg über das Mittelmeer war Napoleon Bonaparte verlegt. Mehr noch, die Briten waren nun wieder im Mittelmeer present und bauten diese Präsenz z.B. später auf Malta und Menorca aus. Großbritannien hatte vor der Nilmündung erneut eine maritime Dominanz erkämpft, die weder Frankreich noch Spanien in den nächsten Jahrzehnten durchbrechen konnten.

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Napoleons gefallene Göttinnen
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ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Warum verloren die Franzosen in der Bucht von Abukir ?

  • 1. Sie waren kräftemäßig unterlegen: Sie hatten 13 gegen 14 Schiffe. Zwar kam die CULLODEN nicht gegen die französische Schlachtlinie zum Einsatz, doch waren die GUERRIER, CONQUERANT und PEUPLE SOUVERAIN 40 Jahre und noch älter und sollten z.T. schon ausgemustert werden. CONQUERANT war angeblich so alt, daß sie nur noch Zwölf- und Achtzehnpfünder tragen konnte, damit die Artilleriedecks nicht brachen. Auch die MERCURE sollte bereits marode sein. Also 4 Schiffe, die offensichtlich nicht die Leistung von Linienschiffen der 3. Klasse bringen konnten - dagegen fielen auf Seiten der Briten lediglich die LEANDER als Schiff der 4. Klasse und die VANGUARD mit ihren noch immer nicht ganz behobenen Sturmschäden aus der Reihe.
  • 2. Ankernde Schiffe waren deswegen im Nachteil, weil sich der Gegner seine Angriffsposition aussuchen konnte. Brueys konnte nicht oder nicht rechtzeitig auf englische Manöver reagieren. Selbst wenn kein englisches Schiff zur Uferseite durchgebrochen wäre, so hätte Nelson das "Überzahlspiel" spielen können. Immer wieder war auch der Angriff gegen eine ankernde Flotte durchgesprochen worden ( Malta ! ) und Nelson hatte geplant, immer zwei Schiffe gegen einen Gegner zu stellen.
  • 3. Brueys ließ sich von der Ankunft der Engländer überraschen, was dazu führte, daß er nicht genug Mannschaften für Manöver, später zum Kämpfen an Bord hatte. So konnten z.B. die Ketten zwischen den Schiffen nicht mehr gezogen werden. Deswegen gelang es ALEXANDER später, auf Anhieb zwischen ORIENT und FRANKLIN zu segeln. Auch die Ausrichtung und Korrektur der Linie - die Abstände zwischen den Schiffen waren im Laufe der Tage z.T. zu groß geworden oder waren es a priori - kamen nicht mehr zur Ausführung. Durch die zu großen Abstände zueinander konnten die französischen Schiffe sich auch nicht gegenseitig mit der Artillerie decken. Vielleicht hat die französische Flotte auch nicht nah genug an den Untiefen geankert und es den Engländern zu leicht gemacht, zum Ufer vorzudringen.
  • 4. Nelson erwischte mit der Vorhut der Linie den schwächsten Punkt. Brueys hatte mit einem Angriff auf die Nachhut gerechnet, wie die französische Schiffsverteilung deutlich impliziert. So kam mit der GUILLAUME TELL in der Nachhut eines der kampfkräftigsten Schiffe gar nicht zum Einsatz. Bedenkt man den Kampf der FRANKLIN und TONNANT und betrachtet den späteren Kampf des Schiffes gegen englische Übermacht, kann man sich vorstellen, was für eine Einbuße das bedeutet hat. Foleys schlichter "Geniestreich" dagegen machte den englischen Angriff nur noch effektvoller.
  • 5. Die Mannschaften für die Expeditionsflotte waren unterbesetzt und untrainiert, z.T. noch Mitte Mai "von der Straße" geholt oder auf Malta einkassiert worden. Sie konnten bei aller Tapferkeit und Verzweiflung vor allem bei schlechtem Licht wesentlich schlechter, sprich : langsamer und ungenauer schießen als ihre englischen Kollegen. Und bereits damals war die britische Artillerie möglicherweise durch die Karronaden für den Nahkampf überlegen.
  • 6. Aus unbekannten Gründen blieb die Wirkung der Batterie auf der Abukir-, Bequier - oder Nelson-Insel aus. Angeblich waren die Kaliber 27 zu klein, keine echten Kanoniere am Werk und die Kanonen falsch ausgerichtet. Die hereinbrechende Dunkelheit habe ein Übriges getan. Die einzige Glanztat dieser Batterie bestand im nervenden Beschuß der festsitzenden CULLODEN - nach dorthin waren die Kanonen nämlich ausgerichtet, um die einlaufende englische Flotte zu bekämpfen. Das es dieser Batterie auch in zwölf Stunden nicht gelang, die CULLODEN in Stücke zu schießen, läßt sowohl auf mangelndes Kaliber als auch auf mangelnde Bedienung schließen.
  • 7. Villeneuve bewegte die Nachhut nicht - er hätte Möglichkeiten zum Handeln gehabt, so zeitraubend sie auch gewesen wären. Alles wäre besser gewesen als tatenlos zuzusehen. Doch er tat nichts als später überstürzt zu flüchten.
  • 8. Der fundamentale Fehler ist vielleicht das Verbleiben der Flotte vor Abukir, denn auf See wären die Chancen wohl kaum besser gewesen und Alexandria als Ankerplatz technisch zu schwierig oder eine Mausefalle. Napoleon, der - wie alle anderen auch - Brueys die volle Verantwortung an dem Debakel gab - behauptete, er habe dem Vizeadmiral befohlen, zunächst im Hafen von Alexandria zu ankern und zu einem späteren Zeitpunkt dann, nach Korfu zu segeln. Das ist m.E. höchst zweifelhaft, denn der damalige General profitierte einen Monat lang von der Anwesenheit der Flotte, die Ressourcem für ihn frei hielten, indem sie an Land Aufgaben übernahmen, die eigentlich die Armee hätte leisten müßen. Zudem wäre natürlich der Hafen von Alexandria eine Mausefalle für die französische Flotte gewesen, selbst wenn man ihn für den Tiefgang der Schiffe hätte präparieren können. Der Befehl Bonapartes zum Auslaufen nach Korfu sei auf dem Weg gewesen, doch der Kurier sei um´s Leben gekommen, ließ Napoleon später die Öffentlichkeit wissen. Tatsächlich hat der General und spätere Kaiser wohl im Gegenteil den unerfahrenen Brueys in seinem ersten großen Kommando richtig über den Tisch gezogen und ausgebeutet. Die katastrophalen Folgen des englischen Angriffs hat General Bonaparte sich sicherlich kaum ausmahlen können - schon gar nicht die Folgen für seine Expedition. Überhaupt konnte Napoleon sich nie an die "anderen" Gesetze der Seekriegsführung anpassen.

    Warum gewannen die Briten in der Bucht von Abukir ?

  • 1. Weil sie die Franzosen dreifach überraschten: Sie tauchten unvermutet auf, griffen trotz untergehender Sonne wider Erwarten ohne Zeitverzug an und trafen auf Anhieb den schwächsten Punkt der französischen Aufstellung.
  • 2. Weil sie auf ihrer Jagd nach dem französischen Expeditionskorps immer wieder alle möglichen Manöver wie die Leistungssportler üben konnten - außer dem Ankermanöver. Die Geschützbedienungen konnten sicherlich bereits im Schlaf und mit geschlossenen Augen laden - die Dunkelheit während der Schlacht wird sie weniger behindert haben.
  • 3. Weil die englischen Kapitäne - lange vor der Erfindung des Wortes Teamgeist - wie eine gut trainierte Mannschaft zusammenspielten. Die Kommunikation unter ihnen war schlicht besser, systematisch gefördert durch Nelson. Sie brauchten keinen Befehl, wenn Hilfe gefragt war oder wenn die Situation Handeln erforderte. Trotzdem herrschte unter ihnen eine motivierende Rivalität ( Foley vs. Hood ). Und sie scheuten nicht das Risiko, zu versagen ( Siehe Troubridge und Foley ).
  • 4. Selten genug erwähnt: Weil der Wind günstig stand...

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     Historischer Schiffsmodellbau

    Historischer Schiffsmodellbau
    von Philip Reed
    Sprache: Deutsch
    Broschiert - VTH
    Der Modellbauer Phillip Reed dokumentiert in diesem Buch anhand von 384 SW-Fotos den Nachbau "unserer" MAJESTIC (74). Dabei stützt er sich auf alte Pläne und verrät viele Tricks, z.B. wie er Kanonenkugeln anfertigt. Das Buch ist wohl besonders reizvoll für erfahrene Modellbauer, die die MAJESTIC ebenfalls nachbauen wollen und vielleicht den ein oder anderen Kniff noch nicht kennen.


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    Fußnoten

    Um in den Text zurückzukehren bitte auf die Nummern clicken.

    1 = Die Zeitangaben verstehen sich hier analog der Augenzeugenberichte in englischer Zeit. Sie sind zwangsläufig nicht präzise bzw. klaffen häufig - wie bei der Explosion der ORIENT - recht weit auseinander. Weder die Sanduhren ( Gläser ) der Schiffe noch die wenigen Uhren, die es damals schon gab, zeigten eine auch nur annähernd einheitliche Zeit. Taschenuhren waren zudem äußerst selten und oft genug gar nicht an Bord. Die präzise Messung der Zeit auf See war lange Zeit ein ungelöstes technisches Problem.

    2 = Auch Aboukir Bay oder Bucht von Abu Qir.

    3 = Die Anzahl der Kanonen schließt nicht die Karronaden ein.

    4 = Bei den französischen Schiffen bezieht sich die Besatzungsstärke auf die Mannschaftsrollen, wie sie in den Heimathäfen ausgefertigt wurden. Schon hier waren die Zahlen zweifelhaft, weil z.B. italienische Seeleute offensichtlich da und dort mehrfach verbucht wurden, manchmal sowohl mit französischer als auch mit italienischer Version des Namens. Keinesfalls ist es über Malta bis Abukir bei dieser Anzahl geblieben, haben die Franzosen doch in Malta maltesische Seeleute und "befreite" Sklaven gepreßt. Schon gar nicht geben - wie auch bei den britischen Schiffen - die Zahlen der Menschen an Bord wieder. Frauen und Kinder an Bord wurden geduldet, aber nicht erwähnt. Kurz vor der Schlacht waren zudem mindestens 30% der französischen Besatzungen an Land. Es ist unmöglich zu sagen, wieviele von ihnen noch ihre Schiffe erreicht haben. Dafür hatten die Franzosen auf manchen Schiffen unerwartete Hilfe durch unglückliche "Besucher" oder das schwache Geschlecht bekommen: Z.T. standen sogar Frauen mit an den Kanonen. Bei den britischen Schiffen ist dort, wo andere Werte nicht vorlagen, mit 644 die Sollstärke angegeben. Beim Flaggschiff Vanguard taucht die genannte Zahl immer wieder in den Berichten auf. Bei der BELLEROPHON und der MAJESTIC dagegen habe ich vom Prozentwert der Verluste in der Schlacht auf die ungefähre Besatzungszahl geschlossen - wie man sieht, abweichend zur Sollstärke eines Kriegschiffes der 3. Klasse. Am genauesten - aus ganz speziellen Gründen, die ich später noch skizziere - ist der Wert bei der LEANDER.
    Wenn die Angaben obsolet sind - werden Sie fragen - warum mache ich sie dann ? Nun, zum ersten, damit der Leser zumindest eine Vorstellung von der Größe eines Linienschiffes bekommt. Zum zweiten, um einen Anlaß zu haben, auf die oben genannten Umstände hinzuweisen ;-).

    5 = Die Anzahl der Kanonen ist zweifelhaft. Bzgl. der GUERRIER kommt aus anderen Quellen nämlich auch die Information, daß das Schiff zu alt war, als das man mit allen Kanonen hätte in See gehen können - es war tatsächlich- wie die CONQUERANT - schon außer Dienst gestellt worden. Brueys hatte es jedenfalls als schwächstes Schiff absichtlich an die Spitze der Linie gestellt, weil er einen ersten Angriff auf die Vorhut wegen der navigatorischen Probleme für unmöglich hielt. Unbeabsichtigt hatte er aber gerade damit buchstäblich auf die Schwäche in seiner Linie gedeutet, denn natürlich kannten die englischen Kommandanten die französischen Schiffe und ihr Baujahr.

    6 = Die Anzahl der Kanonen ist auch hier zweifelhaft. Die CONQUERANT - wie auch die GUERRIER - war uralt und bereits außer Dienst gestellt gewesen. Zur Eskorte der Expeditionsflotte hatte man sie wieder flott gemacht, sie war aber angeblich nurmehr mit Zwölf - und Achtzehnpfündern bewaffnet und verfügte damit über keine schwere Artillerie mehr.

    7 = Die Abukir- oder Bequier-Insel wurde später Nelson-Insel getauft.

    8 = Oder auch: einen französischen Atlas.

    Das letzte Gefecht der GLORIOSO

    9 = Schwojen heißt das Drehen des Schiffes um den Anker. Dachten die englischen Kapitäne sich einen Kreis, dessen Bogen durch das Heck des Schiffes beschrieben wird, während der Anker der Mittelpunkt ist, konnten sie sich ausrechnen, wieviel genügend tiefes Wasser um das Spitzenschiff herum bleiben mußte. Denn ihnen war natürlich die Länge der Ankerkette bekannt.

    10 = brassen bedeutet mit gegengestellten Segeln zu bremsen.

    11 = Manche Quellen sagen, man habe eine "Spring" auf die Ankerkette gesetzt. Das bedeutet, auf die steifgeholte Ankerkette wurden zu beiden Seiten des Schiffes führende Taue befestigt, an denen je nach Bedarf Zug ausgeübt wurde. Dies war Praxis bei recht kleinen Schiffen, ist aber meines Wissens nie bei 1000 Tonnen schweren Schiffen angewendet worden. Ich halte dies für eine in dieser Situation - insbesondere angesichts der Größe der Schiffe - wohl kaum wahrscheinliche Vorrichtung und kann nur Vermutungen darüber anstellen, wer auf diese Idee mit der "Spring" gekommen ist - beschrieben wird sie in den historischen Aufzeichnungen meines bescheidenen Wissens nämlich nicht. Ohne Heckanker, aber mit dem Versuch, eine Spring anzubringen, hätten sich alle ankernden Schiffe erst einmal wie ein Wetterhahn in den Wind gedreht, d.h. ein jedes Schiff um 180°. Wenn z.B. bei GOLIATH, BELLEROPHON und MAJESTIC von Problemen mit der Ankerkette gesprochen wird, so ist bei dem einen oder anderen Schiff möglicherweise gemeint, daß diese Schiffe ihren Heckanker nicht (rechtzeitig) werfen konnten und so mit dem Buganker, über den sie zunächst trieben, in ungeplante und verletztliche Positionen schwojten. Die anderen Schiffe kamen mit dem Wind, aber drehten sich offensichtlich nicht um 180°. Die einzige Erklärung ist ein Heckanker, denn der Wind hatte sich natürlich nicht gedreht. Denn sonst wäre sogar Villeneuve der Vorhut zur Hilfe gekommen, hätte er doch im Luv gestanden...

    12 = Neben Admiral Brueys und Kapitän Casabianca war mit dem Chef des Stabes, Kommodore Ganteaume, ein weiterer, später recht prominenter Seeoffiziers Napoleons an Bord. Vor der Explosion der ORIENT rettete er sich jedoch auf eine Schaluppe und floh. 1801 hatte Hallowell mit der SWIFTSURE eine unangenehme Begegnung mit dem "ORIENT-Flüchtling". 1805 spielte Ganteaume als Kommandant einer Flotte in Brest eine bedeutende Rolle für Napoleons englische Invasionspläne.

    13 = Warpen bedeutet, das Schiff mittels der Anker zu bewegen, indem man sie abwechselnd aus dem Grund löst und jeweils mit einem Boot in die gewünschte Richtung transportiert, fallen läßt und sich mit dem Schiff an den Anker heranzieht. Vorteil: Es ist höchst unwahrscheinlich, dabei zu stranden. Nachteil: Es geht lähmend langsam, insbesondere gegen den Wind.

    14 = Noch während der Nacht und im Verlaufe der nächsten Tage fischte die Besatzung Wrackteile für die Reparatur des unglaublich zerschossenen Schiffes aus dem Wasser. Die meisten stammten von der später explodierten ORIENT. Später wies ein Besatzungsmitglied darauf hin, daß man für die ORIENT ebenfalls Prisengeld verdient habe - sie heiße jetzt nur BELLEROPHON und sei etwas umgebaut worden.

    15 = Die Affinität des englischen Seehelden zu Musketenkugeln ( Calvi 1795: Schuß in´s Gesicht - Auge verloren. Teneriffa 1797 : Schuß in den Ellbogen - Arm verloren. Trafalgar 1805: Schuß in die Wirbelsäule - das Ende ) ist ja bekannt.

    16 = Die Quellen sind natürlich so uneinheitlich wie die damals noch ungenauen Uhren bzw. der Schätzungen durch das Sandglas. Überhaupt sind Logbucheintragungen dieser Zeit, was Messwerte angeht, eine lustige Katastrophe. Man vergleiche z.B. die Richtungsangaben zur Schlacht von Trafalgar in den verschiedenen Büchern, die die feindliche Flotte rund um den Kompass herum peilten. Würde man all diese Eintragungen als richtig erachten, wäre Nelson damals von der französisch-spanischen Flotte umzingelt gewesen :-)).

    17 = 1983 wurde die ORIENT in 11 Metern Tiefe lokalisiert. Der französische Unterwasserarchäologe Frank Goddio begann das Wrack 1996 zu untersuchen und barg dabei in den letzten Jahren auch einen Teil der an Bord verbliebenen 600000 Franc des Malteserschatzes. Er suchte jedoch vergeblich nach größeren Teilen des Schiffes, die Explosion der Pulverkammer hatte das Monsterschiff tatsächlich in kleine Stücke gerissen.

    18 = Das riesiges Bruchstück eines Mastes krachte in die Takelage der SWIFTSURE, ohne weiter Schaden anzurichten. Kapitän Hallowell ließ aus diesem Bruchstück später einen Sarg fertigen, den er Nelson schenkte. Freundschaftliche Gesten oder auch Verehrung zeigte sich damals wohl etwas anders - oder man sah Hallowell nach, das er "Kanadier" war ;-) Tatsächlich wurde Lord Nelson dann nach Trafalgar 1806 in eben diesem Sarg beerdigt !

    19 = Angesichts des Erfolgs von Abukir hatte die britische Admiralität in diesem Fall ihre betont sittenstrenge Haltung vorübergehend vergessen - denn natürlich gab es laut Admiralität diese Frauen an Bord von Schiffen gar nicht. Unter der Regentschaft von Queen Victoria sollte eine dieser Frauen für ihre Verdienste bei Trafalgar 1805 sogar geehrt werden, doch es kam nie dazu. Da war z.B. Nancy Perriam - "Hausmädchen" (Servant) auf der ORION und eine von vielen Frauen bei der Schlacht von St. Vincent 1797. Diese schlachterprobte Frau war wahrscheinlich auch bei Abukir dabei. Sie diente auf der ORION zusammen mit ihrem Ehemann, der im Pulvermagazin arbeitete, wahrscheinlich als Feuerwerker. Nancy arbeitete normalerweise als Haushälterin für den Kapitän, machte seine Wäsche oder flickte seine Sachen. Während der Schlacht arbeitete sie im Cockpit bzw. auf dem Verbandsplatz, half bei Amputationen, machte Verbände und hielt Wache bei den Verwundeten. Bei Bedarf wird sie wohl auch Pulver geschleppt haben, stand also über der Wasserlinie und d.h. in der Feuerzone ihre Frau. Vielleicht demnächst mehr als nur eine Fußnote der Geschichte ? Englischsprachige Literatur dazu gibt es immerhin schon:

    Seafaring Women
    von Linda G. Depauw

    Women Sailors and Sailors' Women: An Untold Maritime History
    von David Cordingly

    20 = Die GUILLAUME TELL war immerhin eines der modernsten Schiffe der Flotte und - wie sich viele Monate später im Gefecht mit einer englischen Übermacht bewies - an Kampfkraft Schiffen wie der TONNANT oder FRANKLIN mindestens gleichwertig. Zusammen mit der TIMOLEON und GENEREUX hätte sie den Engländern mehr als nur Ärger bereiten können.

    21 = Die Vorhut plus FRANKLIN und ORIENT.

    22 = Nelson sollte sich später noch mehr ärgern, als ihm unmittelbar nach der Schlacht ganze Schwärme französischer Schiffe aus Alexandria entkamen und er mit seinen schwerfälligen und angeschlagenen Linienschiffen nichts dagegen tun konnte, weil ihm schnelle Fregatten fehlten. In einem Brief schrieb der Admiral, daß der Wunsch nach Fregatten auf sein Herz gestanzt sei. Dabei ging es ihm sicherlich weniger um das Prisengeld, daß er natürlich seinen Leuten gegönnt hätte und sich natürlich auch. Es fuchste ihn einfach, daß er hilflos dem segelnden Exodus aus Ägypten zusehen mußte (bildlich, weil die Schifflein sich meistens nachts davonstahlen) und er aus diesem Schwarm kein Fischlein zu fassen bekam. Die GENEREUX und die GUILLAUME TELL wie auch die DIANE bekam er am Ende aber doch noch, vor Malta ( Siehe dazu Zeittafel 1799 bzw. später ausführlicher auf einer Extraseite ).

    23 = Siehe dazu Zeittafel 1799 bzw. später ausführlicher auf einer Extraseite oder auch in der Kurzbiographie. Bemerken möchte ich hier nur, daß - würde Troubridge heute leben - er mit Sicherheit ein Prunkstück der Flensburger Verkehrssünderdatei wäre. Jüngste Sünde, auf die ich stieß: Kurz vor der Schlacht bei St. Vincent 1797 rammte er mit der CULLODEN (74) die COLOSSUS (74 - Murray) und drückte sich den Bug ein. Trotzdem gelang es ihm, an der Schlacht teilzunehmen. Das Wasser war wohl zu tief.... ;-)

    24 = Nicht identisch mit der später gebauten COLOSSUS, die bei Trafalgar kämpfte.

    25 = Die COLOSSUS diente als eine Art Ersatzteillager für die schwer beschädigten britischen Schiffe, u.a. überließ sie ihren Reserveanker der VANGUARD. COLOSSUS brachte dann neben den Verwundeten beider Seiten auch die erbeuteten Schätze - u.a. ein Teil der Kriegskasse und des Malteserschatzes - nach Neapel. Von dort übernahm sie antike Sammlerstücke von Sir William Hamilton. Vor den Scilly Islands strandete sie jedoch in einem Sturm, weil ihr Anker riß.. und keine Reserve verfügbar war. Sir Williams griechische Antiquitäten landeten mit der COLOSSUS auf dem Grund des Meeres - einige Stücke wurden dann 1966 geborgen - eine Geschichte für sich.

    26 = Andere Quellen sprechen von 6 Prisen, das Schicksal der PEUPLE SOUVERAIN wird uneinheitlich beschrieben.

    27 = Als Kapitän Hallowell am 8. August die Batterie stürmte, fand er nur 2 Zwölfpfünder und zwei 13-Inch-Mörser auf Plattformen vor. Tatsächlich sind die Kanonen ein eher kleines Kaliber und die Mörser - immerhin mit explodierenden Granaten - sind zwar gegen ein unbeweglichen Ziel ziemlich präzise Waffen, gegen segelnde Schiffe - nehme ich an - sind sie wiederum schwerer einzusetzen. Wenn genügend Munition zur Verfügung stand, muß man sich wundern, warum sie der CULLODEN nicht den Garaus gemacht haben. Vielleicht ist aber gerade die Munition des Rätsels Lösung. Eventuell haben die Kanoniere zunächst die angreifenden Schiffe mit den Mörsergranaten bombardiert und hatten dann für die CULLODEN nicht mehr genug Munition !?

    28 = Die ARTEMISE war am 24.6.1795 in das unglückliche Fregattengefecht vor Toulon verwickelt gewesen, bei dem die MINERVE (40) und die ARTEMISE gegen die vermeintlich unterlegenen, kleineren britischen Fregatten DIDO ( 28, Kapitän Towry ) und LOWESTOFFE ( 32, Kapitän Middleton ) ausmanövriert wurden. Die MINERVE ging verloren und wurde als MINERVA in die britische Marine übernommen, der ARTEMISE gelang die Flucht. Siehe auch hier

    29 = Die "bunte" Besatzung gab es nicht nur bei Abukir und auf französischen Schiffen. 1808 führte der Kapitän des englischen Linienschiffs IMPLACABLE (74) - übrigens die frühere DUGUAY TROUIN ( Bei Trafalgar mit Dumanoir davongekommen, dann aber von Baker gesichtet und vor Kap Ortegal von Strachans Geschwader erwischt ) - eine Befragung nach der Herkunft unter seiner Besatzung durch. Die 565 Männer stammten aus 32 (!) Ländern. 85,5% stammten von den britischen Inseln, davon immerhin 50 % Engländer, 23 % Iren und jeweils rund 5 % Schotten und Waliser. 5 % waren Amerikaner und unter den restlichen rund 10 % befanden sich u.a. Kariben, diverse Europäer und Asiaten. Man muß jedoch berücksichtigen, daß die Internationalität proportional zur Kriegsdauer zugenommen haben wird.

     Historische Schiffsmodelle
    Historische Schiffsmodelle
    von Wolfram zu Mondfeld

    Sprache: Deutsch
    Gebundene Ausgabe - 384 Seiten - Orbis
    Erscheinungsdatum: 1. August 2003
    Die Bibel für Modellbauer historischer Schiffe !

     Historische Schiffsmodelle
    Historische Schiffsmodelle
    von Klaus Krick

    Sprache: Deutsch
    Broschiert - Neckar-Verlag
    Erscheinungsdatum: Februar 2003
    Dieses Buch ist für Anfänger empfehlenswert.

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    Und noch ein Link zu einer entstehenden ( deswegen ist der Link noch so blaß ) Seite: Eine Zeittafel der Seekriege, Schlachten und Zweikämpfe auf See von 1775 bis 1815