Master & Commander

Master & Commander (Special Edition, 2 DVDs)
Darsteller: Russell Crowe, Paul Bettany Regie: Peter Weir
In Deutsch und Englisch, Bildformat: 2.35:1
DVD Erscheinungsdatum: 15. April 2004 , Produktion: 2003
DVD Features: Mehr als 3 Std. Bonusmaterial, Dokumentation
'Visuelle Effekte', unveröffentlichte Szenen, HBO Special

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Beispiel-Seiten
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Duell im Nordatlantik 1781

U.S.S. ALLIANCE versus H.M.S. ATALANTE und TREPASSY


In der Nacht zum 27. Dezember 1781 befanden sich die beiden britischen Korvetten ATALANTA und TREPASSY rund 150 Meilen südwestlich der Neufundland-Bank, als sie nördlich von ihrer Position die Segel eines größeren Schiffes sichteten. Commander Sampson Edwards von der ATALANTE und Commander James Smyth von der TREPASSY setzten Kurs auf das fremde Schiff und hatten sich bis zur Morgendämmerung annähernd auf 4 Meilen einer Fregatte genähert, als alle drei Schiffe in eine fast totale Flaute gerieten.

Die Briten hatten den Fremden bereits als ein amerikanisches Kriegsschiff erkannt, das 36 Kanonen führte. Die beiden Korvetten waren mit jeweils nur 14 Kanonen ausgerüstet, gaben sich jedoch kampfeslustig und hißten die britischen Flaggen - in Kenntnis der örtlichen Windverhältnisse setzten die beiden jungen britischen Kommandanten auf eine Geheimwaffe.

Für beide Parteien erwies es sich angesichts der Flaute jedoch als zunächst schwierig, in´s Gefecht zu kommen. Im Verlauf des Tages brachte jedoch eine leichte Strömung und ein gelegentlicher Windhauch die amerikanische Fregatte auf Rufweite an die britischen Korvetten heran. Das Schiff erwies sich als die ALLIANCE unter dem Kommando von Kapitän John Barry (1745 - 1803).

Beide Namen waren den Briten gut bekannt:
Die ALLIANCE hatte am 23. September 1779 unter dem Kommando von Pierre Landais eine wichtige Rolle im berühmten Duell zwischen der BONHOMME RICHARD (42) und der SERAPIS (44) gespielt, das den Sieger und amerikanischen Kapitän John Paul Jones berühmt gemacht hatte. John Barry andererseits war im April 1776 Kommandant der amerikanischen Brigg LEXINGTON gewesen, die nach Ausbruch der amerikanischen Revolution 1775 das erste britische Kriegschiff, den Tender EDWARD, erobert hatte.

Die ALLIANCE war auf dem Rückweg von Frankreich nach Boston und hatte - nachdem sie einige kleine Prisen aufgebracht hatte - eine schwere Überfahrt gehabt. Zunächst war sie in schlechtem Wetter von den begleitenden Prisen getrennt worden. Dann waren ihre Masten und Takelage von Blitzschlag beschädigt worden und man hatte den Schaden gerade notdürftig behoben.

Trotzdem fühlte sich der Kapitän der größeren Fregatte den unmerklich aufschließenden kleinen Korvetten so überlegen, daß er dem Kapitän der ATALANTE, Commander Edwards, per Zuruf die Übergabe nahelegte. Dann ließ Barry die ALLIANCE in eine Schußposition treiben, was einige Minuten dauerte und befahl schließlich die erste Breitseite auf die Briten abfeuern - noch auf größere Distanz.Aber der amerikanische Kommandant hatte die Gefahr offensichtlich unterschätzt und nicht mit der "Geheimwaffe" der beiden Korvetten gerechnet.

Die britischen Commander ließen nun ihren bis dahin verborgenen Trumpf aus dem Ärmel: Die Briten brachten einige überlange Ruder in schnell eingeschlagenen Riggen aus. Damit ruderten sie ihre viel kleineren Schiffe zunächst aus der Schußlinie und dann - zwar quälend langsam, aber doch effektiv - in optimale Positionen, wo das amerikanische Feuer sie nicht fassen konnte: querab zum Heck und Bug des viel schwereren amerikanischen Schiffes.

Barry konnte in der völligen Windstille auf dieses Manöver nicht reagieren und war praktisch wehrlos dem Feuer der beiden Briten ausgesetzt. Die hatten zwar nur Neunpfünderkanonen zur Verfügung - die amerikanische Fregatte verfügte u.a. über 28 Zwölfpfünder - waren dafür aber zunächst für amerikanische Kanonen unverwundbar.
Die ALLIANCE geriet unter permanenten Beschuß, was um so entnervender war, weil das amerikanische Schiff sich zumindest vorerst nicht wehren konnte. Barry wurde zudem nach den ersten Breitseiten der Gegner schwer am Arm verwundet und schließlich durch den Blutverlust ohnmächtig.

Der amerikanische Kommandant wurde unter Deck getragen und sein erster Offizier, Leutnant Hoystead Hacker, übernahm das Kommando. Hacker versuchte verzweifelt, die ALLIANCE so zu drehen, daß er zumindest eines der feindlichen Schiffe beschießen konnte, doch die britischen Korvetten konnten den Breitseiten mühelos ausweichen.

Die TREPASSY im Gefecht mit der ALLIANCE

Die ALLIANCE mußte weiter den Beschuß beider Kriegschiffe hinnehmen und begann nun sichtlich das Bombardment zu spüren. Schließlich erschien dem entnervten Hacker die Kapitulation unausweichlich, doch er suchte zunächst seinen wieder ansprechbaren Kommandanten unter Deck auf. Offensichtlich mochte er die Verantwortung für die Übergabe nicht übernehmen.
Immerhin unumwunden ersuchte Hacker Kapitän Barry um die Erlaubnis zu kapitulieren, doch Barrys Reaktion war heftig. Seine Worte sind nicht überliefert, jedoch war ihr Sinn offensichtlich. Um keinen Preis Kapitulation ! Der verwundete und möglicherweise gar nicht urteilsfähige Kommandant der ALLIANCE bemühte sich - wegen der Schwäche durch den Blutverlust vergeblich - wieder an Deck zu gelangen.

Vielleicht dachte Barry angesichts der drohenden Niederlage an das Pech, daß ihn in den Kommandos zuvor verfolgt hatte. Nach der LEXINGTON hatte er 1776 das Kommando über die Fregatte EFFINGHAM bekommen, hatte dann aber sein Schiff im Hafen von Philadephia verbrennen müßen, weil die Briten die Stadt eroberten. Danach war dem amerikanischen Kommandanten 1778 die RALEIGH (32) gegen ein britisches Linienschiff verlorengegangen und nun drohte die ALLIANCE von zwei viel kleineren Sloops in Trümmer geschoßen zu werden. Möglicherweise erklärt diese Vorgeschichte seine Haltung. Barrys Weigerung zu kapitulieren erinnert aber auch verblüffend an John Paul Jones´  Eroberung der SERAPIS. Im Gegensatz zu Jones hatte Barry im Nordatlantik jedoch keine Hilfe durch andere Schiffe zu erwarten, während Jones 1779 neben der ALLIANCE noch auf die PALLAS und VENGEANCE hätte hoffen können.

Barry vermochte jedenfalls seinen Stellvertreter ebenfalls an der Übergabe hindern, mußte aber nicht wie Jones 1779 vor Flamborough Head mit der Pistole nachhelfen: Leutnant Hacker schien angesichts der Reaktion seines Befehlshabers beschämt und begab sich wieder an Deck, um noch etwas länger auszuharren. Die einzige Hoffnung für die ALLIANCE war in diesen Minuten ein Ende der Flaute.

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Napoleons gefallene Göttinnen
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Und tatsächlich wendete sich wenig später das Kriegsglück. Den Briten war es noch nicht gelungen, durch ihren Beschuß die Manövrierfähigkeit der amerikanischen Fregatte entscheidend zu hemmen und sie hatten sich gerade angeschickt, zu diesem Zweck noch näher an den hilflosen Gegner heranzugleiten, als plötzlich leichter Wind aufkam.

Mit einem Schlag vertauschten sich nun die Rollen, Smyth und seine Kanoniere auf der TREPASSY sahen sich innerhalb wenigen Minuten der 3,5 mal schwereren Breitseite der ALLIANCE gegenüber, als die Fregatte der herangepirschten Korvette ihre Seite zeigte. Nach nur zwei schmetternden Salven des Amerikaners war die TREPASSY entmastet, ihr Kommandant wurde tödlich getroffen.

Die ATALANTE versuchte zur TREPASSY durchzustoßen und gemeinsam mit ihr eine Verteidigungsposition zu errichten, doch auch ihr wurde beim Passieren des feindlichen Schiffes das für die kleine Korvette viel zu große Kaliber der ALLIANCE zum Verhängnis.
Nach nur wenigen Breitseiten war auch Commander Edwards gezwungen, die Flagge streichen - die Briten hatten am Ende das gewagte Spiel gegen den überlegenen Gegner doch noch verloren.

Die Amerikaner besetzten beide britischen Schiffe mit Prisenmannschaften und beseitigten die Schäden. Die wenigen, aber fürchterlichen amerikanischen Breitseiten hatten auf britischer Seite 12 Tote und rund 40 Verletzte gefordert, die Amerikaner dagegen hatten trotz stundenlangen Beschußes durch die Neunpfünder der Korvetten bei rund 300 Mann Besatzung "nur" 6 Tote und 20 Verwundete zu beklagen.
Barry, der sich wieder etwas erholt hatte, ließ die britischen Gefangenen auf die TREPASSY bringen und unter Austauschflagge nach Neufundland segeln, während die ALLIANCE und die ATALANTE nach Boston liefen.

Die ATALANTE wurde jedoch 1782 von einem Fregattengeschwader, bestehend aus ASSURANCE, CHARLESTON and AMPHITRITE, wieder zurückerobert. 1784 wurde sie dann übrigens von Thomas Foley kommandiert, der 1798 als Kapitän der GOLIATH (74) bei der Schlacht vor Abukir eine so entscheidende Rolle spielte. Die ALLIANCE - in der amerikanischen Navy ein legendäres Schiff - soll dann 1783 den letzten Schuß des amerikanischen Revolutionskrieges abgefeuert haben - so wollen es jedenfalls die Historiker.

 Kapitän Kelso im Kampf mit dem Linienschiff Lyon

Kapitän Kelso im Kampf mit dem Linienschiff Lyon
von James Dillon White
Sprache: Deutsch
Broschiert - 251 Seiten - Ullstein Tb
Kapitän Kelso soll mit seiner Fregatte PARAGON im Auftrag der Ostindischen Handelskompanie weitere Stützpunkte in Indien errichten. Unterwegs kommt es zum Gefecht mit dem überlegenen Linienschiff LYON, doch Kelso kann sich mit knapper Not in einen Hafen retten. Die Lyon hat jedoch denselben Weg wie Kelso..


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