Naval and Military Memoirs of Great Britain, from 1727 to 1783: Volume 4
Naval and Military Memoirs of Great Britain,
from 1727 to 1783 ; Band 4

von Robert Beatson
Sprache: Englisch Taschenbuch - 587 Seiten - Adamant Media Corporation im Februar 2001
Das sechsbändige Werk von Beatson ist ein Klassiker des 19. Jahrhunderts
 Seeschlacht.tk
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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September 1779 - Britische PEARL (32) nimmt spanische SANTA MONICA (28)

Eines der härtesten und blutigsten Fregattenduelle des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges wurde zwischen einem britischen und einem spanischen Schiff gefochten.
Neben Frankreich hatte auch Spanien die um ihre Unabhängigkeit von England kämpfenden nordamerikanischen Kolonien unterstützt. Schon lange vor der Kriegserklärung an England hatten die Spanier durch Hilfslieferungen an die Kolonisten im Hintergrund gewirkt.
Im Juli 1779 erklärte das iberische Königreich schließlich den Krieg. Spanische Kriegsschiffe positionierten sich vor allem im Atlantik, um britische Handelsschiffe und militärische Transporte abzufangen. Ein Geschwader unter Konteradmiral Antonio de Ulloa kreuzte seit der Kriegserklärung bei den Azoren. Neben den vier Linienschiffen FENIX, GALLARDO, DILIGENT und SAN JULIAN verfügte der spanische Admiral auch über zwei Fregatten, SANTA MARIA und SANTA MONICA.
Im Spätsommer des Jahres 1779 bekam Kapitän George Montagu, der bis dahin Kapitän des Flaggschiffes seines Vaters Admiral Montagu gewesen war, das Kommando über die Fregatte PEARL (32). Drei Jahre lang hatte er das Flaggschiff ROMNEY (74) vor der nordamerikanischen Küste geführt. Nun verließ der Kapitän diese Gewässer und machte sich mit der PEARL auf den Heimweg nach England.
Bei den Azoren, wenige Meilen von der Insel Corvo entfernt, traf die PEARL am 14. September 1779 auf die SANTA MONICA (28 - Manuel de Nunes). Kapitän Nunes war von Ulloa detachiert worden, um Ausschau nach britischen Konvois zu halten. Ulloas Linienschiffe waren nicht in Sicht, als die beiden Fregatten sich näherten.
Beide Schiffe waren ungefähr gleich schwer bewaffnet. Die SANTA MONICA verfügte wie die PEARL über 26 Zwölfpfünder-Kanonen im Artilleriedeck. Lediglich an Deck hatte die PEARL mehr und schwerere Geschütze stehen. 2 spanischen Vierpfündern standen 2 britische Sechspfünder-Kanonen und 4 Zwölfpfünder-Karronaden gegenüber. Dafür war die SANTA MONICA etwas größer als ihr britischer Kontrahent.

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Um 9:30 lagen die beiden Schiffe auf Rufweite Seite an Seite und eröffneten nach einem kurzen Austausch von Höflichkeiten zwischen beiden Kommandanten das Feuer. Während des gesamten Gefechts gab es auf beiden Seiten keinen Kurswechsel.
Zwei Stunden lang tauschten die PEARL und die SANTA MONICA Breitseite auf Breitseite, nicht weiter voneinander entfernt als eine Pistolenschussweite. Auf beiden Schiffen wurde die Takelage zunehmend zerfetzt, doch beide Kommandanten hielten die Schiffe stoisch auf Kurs, während immer mehr Männer auf beiden Seiten ausfielen. Mehrfach brachen auf den Schiffen Feuer aus, entflammt durch Funkenflug aus den rauchenden Mündungen der Kanonen. Den britischen und spanischen Crews gelang es aber jeweils, die Feuer rechtzeitig zu ersticken, bevor sie sich zu einem verheerenden Brand entwickeln konnten. Die spanische Fregatte kassierte besonders auch Treffer an der Wasserlinien und Nunes hatte deswegen zusätzlich Männer abzustellen, die des zunehmenden Wassereinbruchs Herr werden mussten. Die Briten, so scheint es, feuerten schneller als ihre spanischen Gegner. Im Laufe des Gefechts setzten sie mindestens zwei spanische Kanonen ausser Gefecht.
Nach zwei Stunden Kampf hatte die SANTA MONICA bei einer Besatzung von 270 Mann weit über 80 Mann Ausfälle, am Ende starben 38 spanische Seeleute, 45 wurden schwer verwundet. Die Briten mit nur 220 Mann an Bord hatten 12 Tote und 19 Verwundete und weit weniger Schäden am Rumpf. Ihre Feuergeschwindigkeit blieb ungefähr konstant, die Spanier dagegen konnte sich nicht mehr ausreichend wehren, ausserdem lag Nunes Fregatte bereits deutlich tiefer im Wasser. Dies veranlasste den spanischen Kommandanten schließlich gegen 11:30 zur Kapitulation.
Montagu liess die feindliche Fregatte in Besitz nehmen. Die Briten reparierten notdürftig die gefährlichen Schusslöcher im Rumpf der SANTA MONICA, ordneten die Takelage und stützten die angeschossenen Masten, immer Ausschau nach den feindlichen Linienschiffen haltend. Am Abend des 20. September 1779 sichteten sie schließlich die Segel zweier großer Schiffe, offenbar zwei spanische Zweidecker. Der PEARL und der SANTA MONICA gelang es aber in der hereinbrechenden Dunkelheit, den bedrohlich nah gerückten Linienschiffen zu entkommen.
Die SANTA MONICA wurde später unter ihrem alten Namen ein britisches Kriegsschiff. Kapitän Manuel de Nunes, der schon bald aus englischer Gefangenschaft ausgetauscht wurde, musste wegen des Verlusts seines Schiffe vor ein Kriegsgericht, wurde aber ehrenvoll freigesprochen.

Quellen: Siehe oben und unten

 The Command of the Ocean: A Naval History of Britain 1649-1815
The Command of the Ocean: A Naval History of Britain 1649-1815
von N.A.M. Rodger
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 976 Seiten - Penguin Books Ltd

Erscheinungsdatum: 30. Juni 2005

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