Herrscherin der Meere
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Kapitän Jacques Bergeret

Kapitän Jacques Bergeret

* 19. Mai 1771 in Bayonne            † 29. August 1857 in Paris

Jaques Bergeret wurde am 19. Mai 1771 in Bayonne geboren - wie übrigens so viele herausragende französische Schiffsoffiziere, z.B. Konteradmiral Bernard Dubourdieu (Lissa 1811) oder Kommodore Dominique Roquebert (Tamatave 1811) .
Über Bergerets Werdegang vor 1794 ist mir nichts Genaues bekannt. Ich habe lediglich die begründete Vermutung, das Bergeret von der Handelsmarine zur Revolutionsmarine kam.
1794 jedenfalls trat Bergeret das Kommando über die neue 40-Kanonen-Fregatte VIRGINIE (40) an, mit der er in Brest unter Vizeadmiral Villaret-Joyeuse stationiert war. Am 15. Juni 1795 machte er während eines Geplänkel zwischen Villaret-Joyeuses Flotte und eines kleinen Linienschiffgeschwaders unter Admiral Cornwallis vor der Ile de Groix auf sich aufmerksam, als er mit seiner Fregatte das englische Linienschiff MARS (74 - Charles Cotton) angriff.
Am 20. April 1796 stand Bergeret mit VIRGINIE einige Meilen vor dem Lizard (vor Falmouth), als er von der englischen Fregatte INDEFATIGABLE (44) unter Kapitän Edward Pellew gesichtet und gestellt wurde. Bergeret verlor im anschließenden Gefecht gegen das ehemalige, auf 44 Kanonen reduzierte Linienschiff annähernd die Hälfte seiner Besatzung durch Tod und Verwundung, kapitulierte allerdings erst, als er auch noch von der AMAZON (36 - Robert Carthew Reynolds) und der CONCORDE (36 - Anthony Hunt) eingeholt wurde.
Der französische Kapitän geriet in Gefangenschaft, fand aber Aufnahme im Hause seines Gegners Kapitän Edward Pellew, mit dem und dessen Familie ihn bald eine enge Freundschaft verband. Die Briten wollten Bergeret gegen den zu diesem Zeitpunkt von den Franzosen gefangengehaltenen Sidney Smith austauschen, doch die Franzosen lehnten diesen Tausch ab. Nachdem Smith 1798 spektakulär aus Frankreich flüchten konnte, liessen die Briten auch Bergeret frei, möglicherweise durch Pellews Einfluss.
In Frankreich bekam Bergeret 1799 das Kommando über das 74-Kanonen-Linienschiff DIX-AOUT, das in der Flotte des Vizeadmirals Bruix segelte und das bei dessen am Ende fruchtlosem Ausbruch aus Brest am 25. April 1799 dabei war. Bergeret behielt das Kommando bis zum Frieden von Amiens im Jahr 1802.
Bergeret verließ die Kriegsmarine, ging nach Ostindien, wurde 1803 Eigner und Komandant der Fregatte PSYCHE und verdiente sein Geld wieder als Hendelskipper.
Im Juli 1803 erreichte jedoch die Nachricht vom erneuten Kriegsausbruch den Indischen Ozean und Bergeret - zu diesem Zeitpunkt auf der Ile de France (Mauritius) - kehrte als Kommodore in die Reihen der Kriegsmarine zurück.
Bergeret schickte die PSYCHE (32), die von der Kriegsmarine als 12-Pfünder-Fregatte angekauft worden war, unter dem Kommando von Kapitän Trogoff in den Kreuzerkrieg.

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Trogoff stieß am 9. April 1804 auf die englische WILHELMINA (32) unter Commander Henry Lambert und lieferte sich mit der englischen Fregatte ein blutiges Gefecht, daß unentschieden abgebrochen wurde. Dies wird hier erwähnt, weil derselbe Kapitän Lambert, wegen des Gefechtes mit der PSYCHE zum Kapitän der 18-Pfünder-Fregatte SAN FIORENZO (38) befördert, am 13. Februar 1805 noch einmal auf die PSYCHE traf, diesmal aber unter dem Kommando von Bergeret selbst. Der französische Kapitän kämpfte wie üblich verbissen und ohne seine Besatzung zu schonen, doch am Morgen des 14. Februar 1805 musste der französische Kommodore die Flagge streichen.
Bergeret wurde als Gefangener nach Kalkutta gebracht und von dort Richtung Europa verschifft. Am 21. Mai 1805 traf er jedoch in Trincomalee (Ceylon) zufällig auf seinen Freund Pellew, inzwischen Konteradmiral und ironischerweise Kommandant der Seestreitkräfte im Indischen Ozean. Auf dem Achterdeck von Pellews Flaggschiff CULLODEN (74) kam es zu einem bemerkenswerten und alle Zeugen bewegenden Treffen der Freunde, die wieder Feinde waren.
Pellew sorgte für einen schnellen Gefangenenaustausch seines Freundes und am 25. Juni 1805 erreichte Bergeret wieder Mauritius.
1807 ging er nach Frankreich zurück, doch erst 1809 bekam er wieder ein Kommando. Bergeret wurde Kapitän des Linienschiffs VARSOVIE (80) im Geschwader von Vizeadmiral Willaumez. Dieses ankerte mit dem Geschwader bereits seit geraume Zeit vor der Ile d´Aix , beobachtet von einem kleineren englischen Geschwader unter Kommodore Beresford. Bergeret kritisierte Willaumez: Er riet zum sofortigen Auslaufen oder zumindest zum Angriff auf Beresfords Schiffe, um die Engländer an der Planung und Vorbereitung eines Angriffs zu hindern.
Am Ende eines hitzigen Streites wurden beide Offiziere aus ihren Kommandos abberufen: Vizeadmiral Allemand ersetzte Willaumez, mußte aber nur wenige Wochen später den berühmten Branderangriff Cochranes und Gambiers ("Basque Roads") über sich ergehen lassen.
Bergeret verließ nach seiner Entlassung Rochefort in Richtung Paris, um ein neues Schiff zu bekommen. Mir sind aber keine weiteren Kommandos des harten Seemannes bekannt.
Lediglich Todestag und Ort sind mir noch bekannt: Kapitän Jaques Bergeret starb am 29. August 1857 in Paris.


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