Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3

 Mutiny: A History of Naval Insurrection

Mutiny: A History of Naval Insurrection
von Leonard F. Guttridge
Sprache: Englisch
Taschenbuch
U S Naval Inst Pr
- 318 Seiten
Erscheinungsdatum: August 2006

Das letzte Gefecht der GLORIOSO
 Seeschlachten und Zweikämpfe
Seeschlachten und Zweikämpfe zwischen 1775 und 1815

 Kapitän William Bligh

Vizeadmiral William Bligh

* 9. September 1754 - 7. Dezember 1817 †

Kurzbiographie

William Bligh, auch "Breadfruit-Bligh" genannt, war der Kapitän der BOUNTY und Opfer der berühmten Meuterei, die von Hollywood mit Schauspielern wie Charles Laughton (1935), Marlon Brando (1962), Mel Gibson und Anthony Hopkins (1984) verfilmt wurde. Bligh wurde vollkommen zu Unrecht als die Personifizierung der Tyrannei in Büchern und Filmen verkörpert. Als Entdecker, fähiger Marineoffizier und Chronist der Meuterei ist er dagegen in Vergessenheit geraten.

  Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty

Die Bounty - Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty
von Caroline Alexander
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 480 Seiten - Berlin Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2004

Die wahre Geschichte der Meuterei auf der Bounty: Die Vorgeschichte, die Meuterei, Jagd auf die Meuterer und vor allem der Prozeß dokumentiert - durch Urkunden, Gerichtsakten, Zeugenaussagen, Briefe. Alexander enthüllt z.B., daß William Bligh nicht der Tyrann war, zu dem er gemacht wurde. Das Buch zeigt aber auch, wie dieses auch von Hollywood adaptierte Bild entstand.

William Bligh wurde am 9. September 1754 in St. Tudy, einem kleinen Markt in Cornwall geboren. Schon Ende 1762 wurde der erst Achtjährige Steward des Kapitäns an Bord der MONMOUTH.

1770 trat Bligh als einfacher Seemann an Bord der HUNTER in die Royal Navy ein, 1771 avancierte der als Navigator und Kartograph hochbegabte Bligh zum Fähnrich auf der CRESCENT, später wurde er Steuermann auf der RANGER.

Der Entdecker James Cook (1728 - 1779) wurde 1776 auf das ungewöhnlich große Talent Blighs als Navigator aufmerksam und forderte ihn für seine dritte Expedition in den Pazifik extra von der Admiralität an. Bligh, der im Juli 1776 seine Leutnantprüfung abgelegt hatte, wurde der verantwortliche Navigator und Steuermann der HMS RESOLUTION und der HMS DISCOVERY auf dieser letzten Fahrt Cooks. Die Expedition besuchte nur kurz Tahiti, Ziel der Fahrt war die Suche nach der legendären Nordwestpassage.
Cooks Persönlichkeit und damit auch sein Führungsstil veränderten sich auf dieser dritten Fahrt gegenüber seinen früheren Fahrten grundlegend: Er führte ein hartes Regiment, war aufbrausend und ungerecht, unduldsam auch gegenüber Eingeborenen. Als James Cook am 14. Februar 1779 auf Hawaii erschlagen und in Stücke gerissen wurde, war Bligh Augenzeuge des grauenhaften Geschehens. Möglicherweise steht Blighs späterer Kommandostil in Zusammenhang mit diesen Erfahrungen.
Nach einem vergeblichen Versuch von Cooks Nachfolger Clerke, die Nordwestpassage zu finden, navigierte Bligh die RESOLUTION 1780 zurück nach England.

Der erfolgreiche Heimkehrer wurde im Januar 1781 zum Leutnant befördert und heiratete am 14. Februar 1781 die Tochter des Steuerinspektors auf der Isle of Man, Elizabeth Betham. Das Paar hatte sechs Töchter.
Im selben Jahr bekam der frischgebackene Leutnant an Bord der HMS BELLE POULE einen Posten als Steuermann.

Am 5. August 1781 erlebte Bligh an Bord der Fregatte die Schlacht auf der Dogger Bank : Admiral Sir Hyde Parker stieß mit einem englischen Linienschiffgeschwader in der Nordsee zufällig auf ein ebenbürtiges holländisches Geschwader unter Admiral Zoutman. Nach einigen Stunden wurde das blutige Gefecht ohne Entscheidung abgebrochen.
Bligh, der sich in dieser Schlacht bewährt hatte, wechselte danach auf das Linienschiff BERWICK (74) und dann auf die CAMBRIDGE (74).


REVELL-Bausatz der BOUNTY Maßstab 1 : 110

Am 20. Oktober 1782 traf Blighs Schiff bzw. Geschwader unter Admiral Howe vor Kap Spartel / Tanger in einem unentschiedenen Gefecht auf die Vorhut einer französisch-spanischen Flotte unter Admiral Cordoba. Etwa um dieses Datum herum lernte Bligh an Bord den Seemann und späteren Steuermannsmaat Fletcher Christian (* 15.9.1764 - † 20.9.1793 auf Pitcairn) kennen, dem er öfter Unterricht in Navigation gab.

Nach dem Frieden 1783 kommandierte Bligh das Handelsschiff BRITANNIA, das zwischen der Karibik und England fuhr. Dieses sehr gut bezahlte Kommando hatte der Leutnant auf Halbsold dem Einfluß der Familie seiner Frau zu verdanken. Bligh nahm Fletcher Christian, mit dem er sich angefreundet hatte, zu sich an Bord und bildete ihn zum Steuermannsmaat aus.

1787 wurde Leutnant Bligh das Kommando über das ehemalige Kohleschiff BOUNTY mit einer ungewöhnlichen Mission angeboten : Nach einer Idee des berühmten Naturwissenschaftlers und Botanikers Sir Joseph Banks sollte die in der Südsee wachsende Brotfrucht als billige Nahrung für Plantagenarbeiter bzw. Sklaven in der Karibik heimisch gemacht werden. Zu diesem Zwecke sollte Bligh, der bereits mit Cook auf Tahiti gewesen war, das Inselparadies anlaufen, die Brotfrüchte sammeln und nach England bringen. Bei Erfolg winkte Bligh die Beförderung in den begehrten Rang eines Kapitäns zur See.

Bligh, der auf der BRITANNIA - verglichen mit einem Kommando bei der Royal Navy - ein Vielfaches verdiente, nahm trotzdem an. Auch der Steuermannsmaat Fletcher Christian ging an Bord der BOUNTY und wurde im Laufe der Reise von Leutnant Bligh, dem einzigen Offizier mit Patent an Bord, in der schiffsinterenen Rangordung zum 1. Offizier gemacht. Damit rangierte der Steuermannsmaat Christian vor dem Steuermann John Fryer.

Am 23. Dezember 1787 verließ die BOUNTY mit Verzögerung England. Obwohl das Schiff die befohlene westliche Route über Kap Hoorn nicht steuern konnte - widrige Winde hielten Bligh am Kap der Stürme auf - und ein Seemann durch einen Unfall unterwegs ums Leben kam, war die Stimmung an Bord keineswegs schlecht. Bligh hatte zum Wohle seiner Besatzung den Wachdienst angepasst und umorganisiert . In Relation zu anderen Kapitänen gab es unter seinem Kommando so gut wie keine martialischen Strafen, auch sorgte der durch die Reisen mit Cook erfahrene Kommandant nach damaligem Stand des Wissens vorbildlich für die Gesundheit seiner Besatzung. Der Tyrann Kapitän Bligh ist historisch also eine Erfindung.

Am 26. Oktober 1788 erreichte die BOUNTY Tahiti. Wegen des Blütezyklus der Brotfrucht und der Windverhältnisse mußte Bligh 6 Monate warten, bis er wieder abreisen konnte. Bligh erwies sich als schlechter Menschenkenner und machte den Fehler, der Crew eine Art Dauerurlaub an Land zu gestatten, so daß die Seeleute tiefergehende Beziehungen zu den Einheimischen aufbauten. Alternativ hätte der menschenfreundliche Kommandant z.B. auch Vermessungen im pazifischen Raum um Tahiti durchführen können, doch er hielt den Landurlaub für eine erholsame Maßnahme und seinem Auftrag förderlich.

 Meuterei auf der Bounty

Meuterei auf der Bounty und Die Piratenjagd der Fregatte Pandora 1787 - 1792
von William Bligh, George Hamilton
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe
EDITION Erdman

Erscheinungsdatum: 2002

Als im Januar 1789 die ersten drei Seeleute auf Tahiti desertierten, war es möglicherweise schon zu spät und der Samen für die spätere Meuterei schon gesät. Die BOUNTY verließ am 6. April 1789 Tahiti, die Stimmung an Bord war schlecht. Auch Blighs Verhalten hatte sich geändert, verbale Angriffe insbesondere gegen Fletcher Christian werden in diesen Tagen bezeugt. Am 28. April 1789 war es dann auch Fletcher Christian, der die Rebellion anführte - möglicherweise durch eine Zecherei in der Nacht zuvor ermutigt. Kapitän Bligh und 18 loyale Männer wurden in einer viel zu kleinen Barkasse und ohne Feuerwaffen nahe der Insel Tofua ausgesetzt. Doch Bligh vollbrachte eine navigatorische und seglerische Meisterleistung. Die "Nußschale" erreichte nach 3600 Seemeilen am 12. Juni 1789 die Insel Timor, nicht ohne das der Entdecker William Bligh unterwegs "so nebenbei" neue Inseln entdeckte und kartographierte !

Im März 1790 kehrte Bligh deswegen als gefeierter Held nach England zurück und mußte sich - eine Routineuntersuchung nach jedem Schiffsverlust - vor einem Kriegsgericht verantworten. Bligh wurde am 22. Oktober 1790 freigesprochen und wenig später in den begehrten Rang eines Kapitäns zur See befördert. Er kommandierte zunächst die Sloop FALCON (14 Kanonen), dann die Fregatte MEDEA (28).
Am 3. August 1791 bekam Bligh das Kommando über die PROVIDENCE (14), segelte erneut nach Tahiti und vollendete im September 1793 seinen Auftrag, Brotfrüchte nach Jamaika zu bringen.

Im Juni 1795 bekam er das Kommando über den gerade von der Marine gekauften, umgebauten Ostindienfahrer CALCUTTA (24 Kanonen, später 50), der als schwer bewaffnetes Transportschiff genutzt wurde. Im Oktober 1795 war es Bligh, der eine Meuterei an Bord der DEFIANCE (74) beendete, indem er mit seinem Schiff längseits ging und Truppen auf dem Schiff der Meuterer landete.

Im Juni 1796 trat Bligh dann das Kommando auf dem Linienschiff DIRECTOR (64) an, das auch von der Meutereien auf dem Nore im Mai 1797 betroffen war, die mehrere Schiffe erfasste. Diesmal ging die Affäre jedoch für den Kapitän glimpflich aus, seine eigene Mannschaft überwältigte die Meuterer an Bord. Bligh setzte sich erfolgreich auch für die rebellierende Teile seiner Crew bei der Admiralität ein.

Bei Admiral Duncans großem Sieg von Camperdown bzw. Kamperduin am 12. Oktober 1797 kämpfte Bligh mit der DIRECTOR zunächst gegen die holländische ALKMAAR (56), zwang dann die HAARLEM (68) zur Kapitulation und stand schließlich dem Flaggschiff VRIJHEID (74 - Vizeadmiral De Winter) gegenüber, das er mit seinem Schiff völlig entmastete. Bligh hatte an Bord nur 7 Verwundete.

Kanonen, Karronaden, Chaos - die Seeschlacht von Camperdown 1797
Die Seeschlacht vor Kopenhagen 1801 - Nelson versus Fischer

Als Kommandant der GLATTON (56) nahm er am 2. April 1801 an Lord Nelsons Angriff auf die dänische Flotte vor Kopenhagen teil. Der große englische Seeheld soll sich bei Bligh persönlich wegen dessen mutigen Einsatz bedankt haben.

Im Oktober 1801 übernahm William Bligh die IRRESISTIBLE (74), die im November zur Kanalflotte stieß und das Flaggschiff von Sir Samuel Rowley war.
Im selben Jahr wurde der Entdecker und Naturforscher William Bligh zum Mitglied in der Königlichen wissenschaftlichen Gesellschaft ernannt.

Der Frieden von Amiens brachte Bligh 1802 wieder an Land, wo er bis Mai 1804 ein entspanntes Familienleben genoß. Nicht selten wird er in manchen Biographien jedoch mit seinem Namensvetter Kapitän John Bligh von der THESEUS verwechselt, der zu diesem Zeitpunkt an der Eroberung der holländischen Antilleninsel Curacao scheiterte.
"Unser" Bligh übernahm nach dem erneutem Kriegsausbruch im Mai 1804 das unterbemannte Linienschiff WARRIOR (74). Eine Auseinandersetzung mit seinem 1. Offizier hatte ein Nachspiel für beide vor einem Kriegsgericht: Bligh konnte sich zeitlebens - wenn erregt - nicht von einer sehr vulgären Ausdrucksweise befreien, weswegen er vor dem Kriegsgericht ermahnt wurde.

1805 wurde der so schlimm fluchende Kapitän zum Gouverneur von New South Wales ernannt. An Bord der PORPOISE (12) reiste BLIGH am 28. Januar 1806 nach Australien und erreichte Sydney am 6.August 1806 , um sein Amt als Gouverneur anzutreten.

Dort erlebte er 1808 die Rum-Rebellion. In Sydney hatte sich Alkohol als eine Art Währung etabliert. Als Bligh versuchte, diese Pseudowährung per Dekret abzuschaffen, rebellierte die ganze Kolonie. Bligh wurde vom Militär unter Major George Johnston arrestiert und erst im Februar 1809 wieder entlassen.

Er kehrte 1810 nach England zurück und wurde von aller Schuld freigesprochen, Johnston dagegen wurde für schuldig befunden.

1811 wurde William Bligh zum Konteradmiral befördert.

1814 wurde er zum Vizeadmiral ernannt und verlebte seine letzten Jahre in Manor House in der Bond Street in London. Dort erlag er am 7. Dezember 1817 einem Krebsleiden.

  DVD 'Die Bounty' 1984
DVD Die Bounty
mit Anthony Hopkins , Mel Gibson. Regie Roger Donaldson
Ton: Deutsch in DOLB DIGITAL 1.0, Musik von Vangelis
Bild:16:9, 2.35:1
Produktion: 1984

Bligh einmal nicht als der Tyrann, soweit historisch korrekt.
Ein sehr amerikanischer Fletcher Christian ( Mel Gibson ) und seeeeehr hübsche Mädels...

  VIDEO 'Meuterei auf der Bounty' 1962
VIDEO Meuterei auf der Bounty
mit Marlon Brando , Trevor Howard
Sprache: Deutsch
Länge: 171 Minuten
Produktion: 1962


Copyright © 2005 by T. Coladores

E-Mail