Historische Schiffsmodelle  Historische Schiffsmodelle
von Klaus Krick
Sprache: Deutsch
Broschiert - Neckar-Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2003
Dieses Buch ist für Anfänger
im Modellbau empfehlenswert.

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Schiffe

Die Cherokee-Sloop H.M.S. BRISEIS (10) von 1808 bis 1816

Die BRISEIS war eine brig-sloop der sogenannten Cherokee-Klasse oder Cherokee-Baureihe, von denen 1808 gleich 26 Schiffe gebaut wurden. Sie verfügte über ein flaches Deck, hatte zwei Masten und eine Brigg-Takelung. Cherokees hatten bei einer Verdrängung von 235 Tonnen eine Länge von 27,50 Meter und eine Breite von 7,40. In Kriegszeiten beherbergten diese brigg-sloops eine Besatzung von mindestens 90 Mann inklusive einer Abteilung von 15 Seesoldaten. Bewaffnet waren die Cherokees mit 2 langen Sechspfünder-Kanonen, die als Jagdgeschütze dienen konnten, sowie mit 8 Achtzehnpfünder-Karronaden. Eine Cherokee-Sloop wurde grundsätzlich von einem Seeoffizier im Range eines Commanders kommandiert.

Cherokee-Betakelung
So dürfte die Takelage der BRISEIS ausgesehen haben

Die BRISEIS wurde 1808 auf der Werft von Upnor gebaut. Ihr erster Kommandant wurde Robert Pettet, Commander seit 1804 .
Im Frühjahr 1809 war die BRISEIS vor Helgoland ( dänisch, aber britisch besetzt ) stationiert und führte als Teil eines Sloop-Geschwaders unter Kommodore Lord George Stuart von der AIMABLE (32) erfolgreich Kreuzerkrieg vor allem gegen die dänische Handelsschifffahrt. Zusammen mit der kleinen Kriegsbrigg BRUIZER (14) gelang der BRISEIS dabei im Mai 1809 die Wegnahme der dänischen COURIER.
Das Geschwader drang am 7. Juli 1809 unter der Führung von Kapitän William Goate von der MUSQUITO (18 - Cruizer-Klasse) in die Elbemündung bis Cuxhaven vor. Vor Cuxhaven wurden sie von einer feindlichen Geschützbatterie aus 6 Vierundzwanzigpfünder-Kanonen aufgehalten und mußten außer Schussweite dieses Forts die Nacht vor Anker verbringen. Am nächsten Morgen setzte das Geschwader dann Boote zum Flankenangriff auf die Batterie aus, fanden die Stellung und die Stadt aber von französischen Streitkräften verlassen vor. Die Briten marschierten in Cuxhaven ein, verluden die Kanonen inklusive Munition, nahmen auch zwei französische Kanonenboote in Besitz und sprengten dann das Fort. Die Stadt wurde einem zivilen Bürgermeister zur Verwaltung zurückgegeben. Neben der MUSQUITO und der BRISEIS waren bei diesem Angriff auch ihr Schwesterschiff EPHIRA (10 - William Watts), einige kleinere Kriegsbriggs, Kutter und Schuten beteiligt.
In den folgenden Wochen operierte das Geschader in der Wesermündung und organisierte, nunmehr wieder unter dem Kommando Stuarts, Überfälle auf französische Truppen und Forts zu beiden Seiten des Flusses. Bei Gessendorf gelang den Briten dabei ein erfolgreicher Schlag gegen eine Geschützstellung, wobei der Flankenangriff von Commander Pettet mit den Männern von der BRISEIS entscheidend zum Erfolg beitrug. Auch der Einsatz französischer Kavallerie konnte am Ende den vollkommenen Rückzug der französischen Kräfte nicht verhindern. Lediglich Commander Wallis von der EPHIRA wurde im Verlaufe des Gefechts verwundet.
Im September 1809 übernahm John Miller Adye auf der BRISEIS sein erstes Kommando als Commander. Er war bereits 1797 zum Leutnant befördert worden und hatte 1798 auf der VANGUARD an der Schlacht von Abukir teilgenommen, in der er verwundet wurde. Seinen ersten Erfolg mit der BRISEIS konnte Adye am 6. November 1809 verbuchen, als er den dänischen Kaperer RECIPROCITE (4) vor Helgoland aufbringen konnte.
Neun Monate später, am 8. August 1810 kaperte die BRISEIS die dänischen Handelsschiffe COMMERCE und RAFFNEES.

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Adyes Kommando pausierte oder endete plötzlich 1810, möglicherweise durch Erkrankung des Kommandanten. Adye wurde jedenfalls im Oktober 1810 durch Leutnant George Bentham ersetzt, der zuvor im Stab Lord Gardeners in Yarmouth war und nun als Interimskommandant die BRISEIS in der Nordsee führte.
Am Mittag des 14. Oktober 1810 stand die BRISEIS rund 80 Meilen südwestlich von Horns Reef ( Diese Untiefe liegt 15 km vor der Westküste Dänemarks ungefähr in Höhe des Ortes Blåvand ), als sie den französischen Privatier SANS SOUCI (14) unter dem Kommando von Kapitän Jules Jacob traf. Dieser von Amsterdam kommende Schoner hatte eine Besatzung von 54 Mann und verfügte über 10 Zwölfpfünderkarronaden sowie 4 Zweipfünder, war also der BRISEIS deutlich unterlegen. Folglich ergriff Jacobs die Flucht, wurde jedoch von Bentham nach rund acht Stunden eingeholt und gestellt. Der französische Schoner leistete erbitterten Widerstand und versuchte sogar dreimal vergeblich, die englische Sloop zu entern. In einem eine Stunde währenden Nahgefecht, zum Teil Bordwand an Bordwand, verlor Jacobs fast die Hälfte seiner Crew durch Verwundung oder Tod. 8 Franzosen starben, 19 wurden verletzt. Auch die BRISEIS erlitt bei 4 Toten und 11 Verwundeten relativ schwere Verluste.
Die eroberte SANS SOUCI wurde nach Yarmouth gebracht, Bentham wenig später rückwirkend zum Tag des Gefechts zum Commander befördert.
Der Oktober 1810 sollte ihm noch weitere Erfolge bringen: Am 23. Oktober 1810 eroberte seine Cherokee das französische Kaperschiff TROIS FRERES und am 25. Oktober 1810 brachte die BRISEIS die dänische UBRICA WILHELMINA auf.
1811 übernahm Commander William Richard Smith die BRISEIS, die weiter in der Nordsee stationiert war.
Im März 1812 wurde Commander John Ross, der sich später einen Namen als Polarfoscher machen sollte, Kommandant der brigg-sloop. Wegen der französisch-russischen Spannungen und der Konzentration französischer Truppen in Ostpreußen verstärkte die Royal Navy ihr Engagement in der Ostsee.
Die BRISEIS operierte 1812 innerhalb eines Geschwaders unter Konteradmiral Thomas Byam Martin ebenfalls in der Ostsee und stand am 28. Juni 1812 in der Danziger Bucht vor der Reede von Pillau. Vier Tage zuvor hatten Napoleons Truppen den Njemen überschritten und den französischen Angriff auf Russland eingeleitet. Martin hatte Ross daraufhin die Order gegeben, in der Bucht nach englischen Handelsschiffen Ausschau zu halten und sie gegebenenfalls zu warnen.
Die BRISEIS hatte nun vor Pillau ankernd den englischen Händler URANIA gesichtet und näherte sich dem Schiff, als französische Soldaten, die die URANIA kurz zuvor besetzt hatten, sich anschickten, das Handelsschiff zu verbrennen, um es nicht zurück in die Hände der Briten fallen zu lassen. Um die Vernichtung der URANIA zu verhindern, zog Ross sich vorerst zurück und wartete den Einbruch der Nacht ab. Im Schutze der Dunkelheit ließ er dann die Pinasse der BRISEIS mit 20 Mann unter dem Kommando von Leutnant Thomas Jones und dem Fähnrich William Palmer zu Wasser. Die sich dem Schiff nähernde Pinasse geriet zwar unter heftiges Feuer von 6 an Bord gebrachten Feldgeschützen und 4 Drehbassen, die Briten wagten jedoch trotzdem den Enterangriff und dies trotz des zusätzlichen Hindernisses einer Reihe längseits der URANIA liegender Boote. Die Franzosen wurden von Bord der URANIA in ihre Boote zurückgetrieben, die auf der anderen Seite des Handelsschiffes lagen, und die URANIA um den Preis eines Toten und dreier Verwundeter, darunter Leutnant Palmer, in Sicherheit gebracht.
Im Herbst des Jahres 1812 operierte die BRISEIS im Finnischen Meeresbusen und konnte am 19. Oktober 1812 einen französischen Kaper, die PETIT POUCET (4), 23 Mann Besatzung, aufbringen.
1814 war die BRISEIS in Spithead stationiert.
1815 wechselte das Kommando, Commander W. R. Jackson führte die Cherokee-Sloop im englischen Kanal.
1816 wurde das Schiff in Jamaika stationiert. Am 4. November 1816 scheiterte die BRISEIS vor Point Pedras (Kuba) und ging verloren.


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