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Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.



 Brueys d'Aigalliers

Francois Paul Brueys d'Aigalliers
Comte de Brueys

* 12. Februar 1753 - 1. August 1798 †

Kurzbiographie


Geboren in Uzès ging Brueys bereits im Alter von 13 Jahren 1766 als Freiwilliger an Bord der PROTECTEUR.
1768 begann er eine Ausbildung in der Marineschule von Toulon, die 8 Jahre dauerte und ihn auf zahlreichen Schiffen in das Mittelmeer, die Levante und die Karibik führte.
1777 wurde er zum Leutnantsanwärter befördert, im April 1780 zum Leutnant. An Bord der TERRIBLE kämpfte er im Geschwader von Guichen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.
Unter De Grasse - auf der ZELE - kämpfte er April 1781 vor Martinique, im September in der Schlacht von Chesapeake und 1782 bei den Saints. Im selben Jahr kehrte er mit einem Konvoi nach Frankreich zurück.

Von 1784 bis 1787 kommandierte er die CHIEN DE CHASSE, dann die COUREUR, schließlich die Fregatte BARBEAU. 1790 bekam Brueys das Kommando über die POULETTE und wurde 1792 zum Kapitän befördert. Mit der TRICOLORE nahm er am Bombardment von Oneglia teil, aber auch an der fehlgeschlagenen Landung auf Sardinien 1793.

Im selben Jahr wurde er als Adliger vom Revolutionsrat seines Kommandos enthoben und verhaftet. Erst 1795 wurde er wieder in die Marine aufgenommen, doch nun verlief sein Aufstieg ungewöhnlich schnell: Er bekam unter Konteradmiral Martin in Toulon mit der im selben Jahr in Dienst gestellten GUILLAUME TELL ( 80 Kanonen ) das modernste Schiff der Marine.

Im September 1796 wurde Brueys zum Konteradmiral befördert. Am 27. Juni 1797 verließ er mit einem Geschwader, bestehend aus den Linienschiffen GUILLAUME TELL, TONNANT, AQUILON, MERCURE, GENEREUX, HEUREUX und den Fregatten JUNON und JUSTICE, den Hafen von Toulon und überfiel am 13. Juli die Insel Korfu. Dabei erbeutete er 6 Linienschiffe mit jeweils 64 Kanonen, 2 Fregatten und 2 Korvetten. Dieser leichte Sieg verschaffte dem jungen Konteradmiral später das Kommando über die ägyptische Expeditionsflotte

Im August traf er in Venedig auf Napoleon Bonaparte und war begeistert von dessen Ideen, insbesondere von der Idee eines Orient-Feldzuges. Im September 1797 wurde Brueys, der einen günstigen Eindruck auf Napoleon Bonaparte gemacht hatte, der Nachfolger von Admiral Martin. Im April 1798 wurde er sogar zum Vize-Admiral befördert und bekam das begehrte Kommando über die französische Invasionsflotte für Ägypten. Das ganze Unternehmen wurde von dem zu dieser Zeit erfolgreichsten Militär Frankreichs, von General Napoleon Bonaparte, kommandiert.

Die Invasionsflotte lief am 19.Mai 1798 aus Toulon aus, an der Spitze Brueys auf seinem Flaggschiff, der 120 Kanonen tragenden ORIENT. Die Flotte vereinigte sich vor Sardinien mit Verstärkungen aus anderen Häfen. Von einem englischen Geschwader unter Admiral Nelson gejagt, eroberten die Franzosen zunächst Mitte Juni Malta, dann gelang Brueys eine glückliche Ankunft vor Alexandria am 1. Juli 1798 - das englische Geschwader hatte seine Flotte unterwegs und dann vor dem Nildelta zunächst nur knapp verpaßt. Bei der überstürzten Anlandung des Heeres in der Bucht von Marabout ertranken jedoch viele Soldaten.

Während Bonaparte zunächst Alexandria stürmte und dann in Richtung des 100 Meilen entfernten Kairo marschierte, mußte Brueys nun erkennen, daß er seine großen Kriegsschiffe in Alexandria nicht ankern konnte. Der Befehl Bonapartes - so meinen die meisten Historiker - hielt ihn jedoch vor dem Nildelta fest. Auch die späteren Verlautbarungen Napoleon Bonaparte, er habe Brueys nach Korfu kommandiert, doch der Kurier mit dem Befehl sei unterwegs ums Leben gekommen, halten Historiker für eine napoleonische Schutzbehauptung. Natürlich trug der französische Admiral die Hauptverantwortung für die militärischen Schwächen seiner Verteidigung: In der Bucht von Abukir ließ Brueys seine Flotte in einer Verteidigungslinie ankern und war - obwohl er sich am 1. August 1798 von Nelsons Flotte überraschen ließ - doch zuversichtlich, sich erfolgreich verteidigen zu können. Aber die englischen Kommandanten deckten die frappierenden Schwächen der ankernden französischen Flotte auf und vernichteten sie fast vollständig: Von 13 Schlachtschiffen entkamen nur zwei - die GUILLAUME TELL und die GENEREUX. Brueys selbst starb nach mehrfachen Verwundungen an Bord seines Flaggschiffes, der ORIENT.


 Nelson's Navy Nelson's Navy: The Ships, Men, and Organisation, 1793-1815
von Patrick O'Brian (Vorwort), Brian Lavery
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 352 Seiten - Naval Institute Press
Erscheinungsdatum: 1. September 2003


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