Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
SEESCHLACHT.TK - Das 2. Buch

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Seeschlacht.tk
Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Die Geschichte der französisch-englisch-französischen MINERVE / CANONNIERE (40) von 1792 bis 1810

Die MINERVE (40) war eine 1100-Tonnen-Fregatte mit 318 Mann Besatzung und führte als schwerstes Kaliber 28 Achtzehn-Pfünder-Kanonen auf dem Hauptdeck. 10 französische Acht-Pfünder-Kanonen und 2 Sechsunddreissig-Pfünder-Karronaden standen auf dem Achterdeck, 2 Acht-Pfünder-Kanonen waren auf dem Vorschiff stationiert.

Französische MINERVE (40)

Januar 1792

Beginn des Schiffbaus in Toulon.

5. September 1794

Stapellauf der 40-Kanonen-Fregatte MINERVE (40).

Herbst / Winter 1794

Kapitän Jean Baptiste Perree wird in Toulon Kommandant der MINERVE (40).

7. März 1795

Das durch einen Sturm bedingt unter Hilfsmasten segelnde britische Linienschiff BERWICK (74) unter dem Kommando von Kapitän Adam Littlejohn wird im Ligurischen Meer von den französischen Fregatten ALCESTE (36- Kapitän Lejoille), MINERVE (40 - Kapitän Perree) und VESTALE (32) gestellt und manövrierunfähig geschossen. Kapitän Littlejohn wird getötet, die BERWICK erobert. Freilich ist die gesamte französische Mittelmeerflotte in Sicht, was die britische Kapitulation begünstigt.

24. Juni 1795

Der französische Vizeadmiral Martin schickt die MINERVE (40 - Jean Baptiste Perree) und die ARTEMISE (36 - Kapitän Charbonnier) aus, um den Standort der englischen Mittelmeerflotte unter Hotham zu erkunden. Die beiden leichten britischen Fregatten DIDO (28 - George Henry Towry) und LOWESTOFFE (32 - Robert Gambier Middleton) treffen zwischen Menorca und Toulon auf Perrees kleines Kundschaftergeschwader und erobern die MINERVE, weil diese von der ARTEMISE kaum unterstützt wird. Siehe auch hier.

 The Marine Art of Geoff Hunt

Französische MINERVE (40) wird englische MINERVE (38)

September 1795

Die MINERVE (38) wird in die Royal Navy übernommen. George Henry Towry wird ihr erster Kommandant.

1796

Kapitän Charles Ogle wird Kommandant der MINERVE (38).

Mai 1796

Kommandowechsel: George Cockburn wird Kapitän der MINERVE (38).

10. Dezember 1796

Der Breitwimpel von Kommodore Horatio Nelson wird auf der MINERVE (38 - George Cockburn) gehisst. Der spätere Seeheld hat die Aufgabe, mit MINERVE (38) und anderen Schiffen die Evakuierung der letzten englischen Stützpunkte im Mittelmeer zu überwachen und die Schiffskonvois sicher nach Gibraltar zu bringen. Zu den Hintergründen und Nelsons Mission lohnt sich ein Blick hier.

19. Dezember 1796

Die britischen Fregatten MINERVE (38 - George Cockburn) und BLANCHE (32 - D´Arcy Preston) unter dem Kommando von Kommodore Horatio Nelson stoßen vor Cartagena auf die spanischen Fregatten SAN SABINA (40 - Jacobo Stuart) und MATILDA (34 - Miguel Gaston de Iriarte). Die MINERVE mit Nelson an Bord erobert zunächst die SAN SABINA und schlägt dann die MATILDA zurück, welche die BLANCHE zuvor hatte weglocken können. Doch aufkommende Verstärkung für die Spanier in Gestalt des Linienschiffes PRINCIPE DE ASTURIAS (112) bzw. der Fregatten CERES (34) und PERLA (34) macht alle Früchte des britischen Sieges wieder zunichte, die SABINA unter den Leutnants John Culverhouse und Thomas Hardy wird von den Spaniern zurückerobert, die MINERVE wie auch die BLANCHE entkommen den spanischen Linienschiffen nur knapp.

27. Dezember 1796

Die MINERVE (38 - George Cockburn) mit Kommodore Nelson erreicht Porto Ferraio auf Elba, wo die Fregatte repariert werden muss.

29. Januar 1797

Die MINERVE und Nelson verlassen Elba. An Bord sind der vormalige englische Gouverneur von Korsika, Sir Gilbert Elliot, und andere Offizielle der aufgegebenen Verwaltung der Mittelmeerinsel.

Modellbau Härtle

3. Februar 1797

Die MINERVE vor Cartagena. Nelson muss feststellen, dass die spanische Flotte ausgelaufen ist, der Hafen ist leer.

11. Februar 1797

Die MINERVE wird in der Meerenge von Gibraltar vergeblich von den zwei spanischen Linienschiffen NEPTUNO (80) und BAHAMA (74) verfolgt. Die Spanier, auf dem Weg nach Cadiz, suchen ihre Flotte und brechen nach einigen Stunden die Verfolgung ab... zu früh ! Denn ausgerechnet die MINERVE hätte sie beinahe an die eigene Flotte herangeführt ! Auf die trifft Nelson mit seiner Fregatte und kann sich im Nebel um die Flotte von Linienschiffen herumschleichen.

13. Februar 1797

Nelson erreicht mit der MINERVE (38 - Cockburn) die englische Flotte unter Admiral Sir John Jervis und erstattet Bericht über vermutlichen Kurs und Stärke der spanischen Flotte. Der Kommodore wechselt von der MINERVE auf die CAPTAIN (74).

14. Februar 1797

Die Schlacht vor Kap St. Vincent: 15 englische Linienschiffe unter Jervis treffen auf eine zahlenmäßig weit überlegene spanische Flotte aus 24 Linienschiffen unter Admiral Jose de Cordoba (Cordova).
Die MINERVE unter Cockburn beschießt mit den Fregatten LIVELY (32 - Lord Garlies) und SOUTHAMPTON (32 - James McNamara) zu Beginn der Schlacht die spanische ORIENTE (74 - Suarez), ein Schiff aus der zerstreuten Vorhut des Gegners. Danach nimmt sie eroberte Linienschiffe in Schlepp und stellt Prisenmannschaften.

Die Seeschlacht vor Kap St. Vincent

20. Februar 1797

Die MINERVE (38 - Cockburn) gehört zu einem Fregattengeschwader unter Kommodore Velterers Cornewall Berkeley, das von Jervis ausgeschickt wurde, um den bei Kap St. Vincent schwer beschädigten und abgeschleppten Vierdecker SANTISIMA TRINIDAD (130) zu finden und zu erobern. An diesem Tag finden die Briten das beschädigte und auf sich gestellte spanische Superschiff tatsächlich, doch aus bis heute unbekannten Gründen läßt Berkeley seine Schiffe - EMERALD (38 - Berkely), MINERVE (38 - Cockburn) , TERPSICHORE (32 - Bowen), NIGER (32 - Foote), BONNE CITOYEN (20 - Lindsay) und RAVEN (18 - William Prowse) - abdrehen.

28. Mai 1797

Die MINERVE (38 - George Cockburn) und die LIVELY (38 - Benjamin Hallowell) stehen vor Santa Cruz (Teneriffa). Boote von beiden Schiffen unter Leutnant Thomas Hardy entführen aus dem Hafen die französische Brigg MUTINE (14), die unter Hardys Kommando in die Royal Navy eingegliedert wird. Die MUTINE wird 14 Monate später bei Abukir eine wichtige Rolle spielen.

16. September 1800

Die DORIS (36 - Lord Ranelagh) und MINERVE (38 - George Cockburn) stellen vor La Coruna das spanische Postschiff EL REY CARLOS , beladen mit Zucker, Indigo und Purpur.

26. September 1800

Die französische Brigg VICTORIEUX aus Cayenne, beladen mit Baumwolle, Kaffee und Zucker, geht der MINERVE ins Netz.

28. September 1800

Die MINERVE fängt vor Kap Finisterre das französische Kaperschiff ACTIVE. Der Kaper kommt aus Guadeloupe und hat Zucker und Kaffee für Bordeaux an Bord.

2. September 1801

Englische Fregatten zerschlagen eine französische Seeblockade der von den Franzosen belagerten Insel Elba: Gejagt von den englischen Fregatten MINERVE (38 - George Cockburn ), POMONE (40 - Edward Leveson Gower) und PHOENIX (36 - Lawrence William Halsted), geraten dabei die französischen Fregatten SUCCES (32 - Jaques Bretel) und BRAVOURE (36 - Louis-Auguste Dordelin) nördlich der Insel Elba in Havarien. Die SUCCES, ehemalige britische SUCCESS, wird erobert und wieder in die Navy eingegliedert. Die BRAVOURE geht ganz verloren.

Dezember 1801

Die MINERVE , die Flagge von Konteradmiral von Sir John Borlase Warren im Topp, kehrt nach England zurück.

Juni 1803

Kapitän Jahleel Brenton wird Kommandant der MINERVE (38).

2. Juli 1803

Die englische Fregatte MINERVE (38 - Jahleel Brenton) läuft vor Cherbourg auf und wird u.a. von den französischen Briggs CHIFFON (10) und TERRIBLE (10) erobert.

 Historischer Schiffsmodellbau

Historischer Schiffsmodellbau
von Philip Reed
Sprache:Deutsch
Broschiert - VTH
Der Modellbauer Phillip Reed dokumentiert in diesem Buch anhand von 384 SW-Fotos den Nachbau der bei Abukir eingesetzten MAJESTIC (74). Dabei stützt er sich auf alte Pläne und verrät viele Tricks, z.B. wie er Kanonenkugeln anfertigt. Das Buch ist wohl besonders reizvoll für erfahrene Modellbauer, die die MAJESTIC ebenfalls nachbauen wollen und vielleicht den ein oder anderen Kniff noch nicht kennen.

Englische MINERVE (38) wird französische CANONNIERE (40)

18. April 1803

Kommandant der zurückeroberten Ex-MINERVE wird Kapitän Caesar Joseph Bourayne. Er hat die Aufgabe, sein neues Schiff wieder seetüchtig und einsatzfähig zu machen. Die Bewaffnung der MINERVE wird auf französische Weise umgewandelt: Die 28 Achtzehnpfünder-Kanonen des Großdecks bleiben unangetastet, doch an Deck werden jetzt 14 eiserne 36-Pfünder-Karronaden montiert. 6 französische Achtpfünder ergänzen als Jagdgeschütze am Heck und auf der Back die Bewaffnung.

August 1803

Die eroberte MINERVE wird in CANONNIERE (40) unbenannt und offiziell in Dienst gestellt.

14. November 1805

Die CANONNIERE (40 - Caesar Joseph Bourayne) verlässt Cherbourg mit Ziel Ile de France bzw. Mauritius.

24. Februar 1806

Die CANONNIERE (40 - Caesar Joseph Bourayne) erreicht Mauritius. Weil das dort stationierte Geschwader von Konteradmiral Linois gerade auf Feindfahrt ist, macht sich Kapitän Bourayne mit seinem Schiff auf die Suche nach seinem Chef.

21. April 1806

Die CANONNIERE (40 - Caesar Joseph Bourayne) trifft an der afrikanischen Küste Natals auf einen englischen Konvoi von Ostindienfahrern, gedeckt durch das Linienschiff TREMENDOUS (74 - John Osborn) und das 50-Kanonen-Schiff HINDOSTAN (50 - Alexander Fraser). Die CANONNIERE wird in ungünstiger Position an einer Leeküste überrascht und von dem englischen Linienschiff gejagt und gestellt. In einem ungleichen Gefecht gelingt es Kapitän Bourayne jedoch, mittels eines überraschenden Manövers und einer wirkungsvolle Breitseite das Linienschiff so zu beschädigen, dass die TREMENDOUS lange genug gelähmt wird, um der CANONNIERE die Flucht zu ermöglichen. Die CANONNIERE hat 7 Tote und 22 Verwundete.

30. April 1806

Die CANONNIERE (40 - Bourayne) sucht in der Simons Bay (Kap der Guten Hoffnung) Hilfe für sein beschädigtes Schiff. An Land weht die holländische Flagge, doch das Kap wurde bereits von den Engländern besetzt. Nichtsahnend schickt die CANONNIERE ein Boot an Land, doch dann eröffnen die Küstenbatterien das Feuer. Die französische Fregatte entkommt knapp, die Männer im Boot werden aber gefangen.

Mai / Juni 1806

Die CANONNIERE (40 - Bourayne) erreicht Reunion. Bald darauf läuft sie wieder aus und setzt Kurs nach Osten.

 Französische Fregatte Canonniere gegen englisches Linienschiff Tremendous
CANONNIERE gegen TREMENDOUS, Bild als Puzzle mit 3000 Teilen, Maß 920 mm x 680 mm

September / Oktober 1806

Die CANONNIERE (40 - Bourayne) erreicht die zu Spanien gehörenden Philippinen und läuft Manila an.

Anfang 1807

Die CANONNIERE (40 - Bourayne) erreicht Mexiko und macht mindestens eine Reise von Acapulco nach Manila, um spanisches Gold zu transportieren. Die Fregatte verbleibt über 15 Monate im Pazifik bzw. pendelt wahrscheinlich zwischen den Philippinen und Mexiko.

13. Juli 1808

Die CANONNIERE (40 - Caesar Joseph Bourayne) kehrt nach Mauritius zurück. Vor der blockierten Insel warten u.a. die englischen Fregatten NAIAID (38), NEREIDE (36) und AURORA (28). Trotzdem gelingt es der CANONNIERE, nach Port Louis einzulaufen.

6. September 1808

Die LAUREL (24 - John Charles Woollcombe) erscheint vor Port Louis (Ile de France).

12. September 1808

Die französische Fregatte CANONNIERE (40 - Bourayne) macht einen Ausfall aus dem britisch blockierten Hafen von Port Louis (Mauritius) und fängt nach kurzem, hartem Gefecht die britische LAUREL (24 - John Charles Woollcombe).

Dezember 1808

CANONNIERE (40 - Bourayne) und LAUREL (22) verlassen die Ile de France mit Ziel Java.

Ende Januar 1809

CANONNIERE (40 - Bourayne) und LAUREL (22) erreichen das holländische Batavia auf Java.

29. Mai 1809

CANONNIERE (40 - Bourayne) und LAUREL erreichen von Batavia kommend wieder Mauritius - viele Kranke an Bord.

 The Age of the Ship of the Line: The British and French Navies, 1650-1815

The Age of the Ship of the Line: The British and French Navies, 1650-1815
von Jonathan R. Dull
Sprache: Englisch
Gebunden - Univ of Nebraska - 268 Seiten
Erscheinungsdatum: Juni 2009

 Stephen Biestys Cross sections Man of War

Stephen Biestys Cross-Sections Man-of-War
von Stephen Biesty
Sprache: Englisch Format : 35,6 x 26,7 x 1,5 cm - Gebunden
Erscheinungsdatum: 1993 - 32 Seiten


Stephen Biesty's Man of war


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CANONNIERE (40) wird bewaffnetes Handelsschiff CONFIANCE (14)

Juni 1809

Die CANONNIERE (40 - Bourayne) wird in CONFIANCE umbenannt und an die Kaufleute der Ile de France vermietet oder verkauft.

Oktober 1809

Das bewaffnete Handelsschiff CONFIANCE (14 -Jacques Perroud) segelt en flute, also nur noch mit 14 Decksgeschützen bewaffnet und mit Waren beladen, nach Frankreich. Es wird auf seiner monatelangen Reise 14mal (!) von den Briten verfolgt und schließlich... knapp vor dem Ziel abgefangen:

3. Februar 1810

Die VALIANT (74 - John Bligh) erobert die CONFIANCE (14) vor der Belle Ile. Das weitere Schicksal des Schiffes ist mir unbekannt.

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