The 50-Gun Ship: A Complete History with Other

The 50-Gun Ship:
A Complete History with Other (Shipshape) (Taschenbuch)

von Rif Winfield
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 128 Seiten - Mercury Books London
Erscheinungsdatum: April 2006

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3

 British Napoleonic Ship-Of-The-Line

British Napoleonic Ship-Of-The-Line (New Vanguard)
von Angus Konstam, Tony Bryan
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 48 Seiten - Osprey Publishing (UK)
Erscheinungsdatum: 1. November 2001


Die Cherokee-Klasse in den napoleonischen Seekriegen
von 1808 bis 1815

Die Cherokee-Klasse erblickte in England das Licht der Welt. Sie entsprang einer der ersten Massenbaureihen eines Kriegsschiffes. Man schrieb das Jahr 1808, als die Royal Navy erstmals 26 Schiffe dieses Typs in Auftrag gab und fast ausschließlich auf zivilen Werften bauen ließ. Ihre wahre Blüte erlebten die Cherokee-Sloops jedoch erst nach den napoleonischen Kriegen. Bekanntester Vertreter dieser Klasse war die BEAGLE, auf der Charles Darwin seine berühmten Reisen (1830-1836) machte.
Wie sah eine cherokee aus ? Was waren die Merkmale dieser Sloops ? Welche Stärken und Schwächen hatte das Schiff ?
Und das zentrale Thema dieser Seite: Wie und wo wurden die cherokees während der Koalitionskriege eingesetzt und welches Schicksal widerfuhr den einzelnen Schiffen ?
Es ergibt sich, wie ich hoffe, ein interessantes, spannendes und zum Teil wohl auch überraschendes Bild von dieser Schiffsklasse und ihren Crews, aber auch von der Seekriegsführung dieser Tage.

Kleine Vorgeschichte

Die Kriegsschiffe der napoleonischen Ära waren schon vor Beginn des 19. Jahrhunderts in allerdings sehr groben Ratingklassen eingeteilt worden, die aus Ähnlichkeiten zwischen Größe und vor allem Bewaffnung der großen Kriegsschiffe hergeleitet wurden. Diese noch sehr grobe Standardisierung der Linienschiffe und später auch Fregatten in Ratingklassen erleichterte bei der Bestallung, Besetzung, Wartung und Verpflegung der Schiffe die Logistik und Verwaltung der Flotten. Die Ratingeinteilung wurde freilich von der schnellen technischen Weiterentwicklung der Kriegsschiffe überholt und diente schließlich nur noch zur Bestimmung der Bestallung und Besoldung, während die Ähnlichkeiten zwischen klassengleichen Schiffen denkbar grob ausfielen. Die Schiffsneubauten blieben in Konstruktion und Bau einstweilen absolute Unikate.
Das o.g. Ratingsystem hatte auch nur die größeren Kriegsschiffe erfasst, nämlich die Linienschiffe erster, zweiter und dritter Klasse sowie ältere Linienschiffe und Fregatten in den Rängen vier, fünf und sechs (Siehe hier). Das Rating war - sehr grob gesagt - abhängig von der Anzahl Kanonen, für die das Schiff gebaut worden war. Die große Zahl der kleineren Wasserfahrzeuge der Kriegsmarine blieb dagegen unrated und wurde oft nur durch Takelung, Größe, Funktion oder sogar Kommandostruktur unterschieden - ein verwirrendes und oft widersprüchliches Durcheinander verschiedenster Schiffe, die man einfach als Sloops bezeichnete.

Die Sloops

Die Sloop wird in so manchem marinehistorischen Roman über diese Zeit fälschlich mit der französischen Korvette gleichgesetzt, die auch Ähnlichkeiten mit den größten englischen Sloops aufwies. Den Terminus Sloop kann man wohl am besten mit "Kriegssegelboot" (im Gegensatz zum "Kriegssegelschiff") übersetzen und bezeichnete bis Ende des 18. Jahrhunderts alle Kriegssegler mit weniger als drei Masten, die kleiner als eine Fregatte, aber größer als ein Ruderboot waren. Sie dienten als Avisos (Postschiffe) und Küstenschutz, als leichte Aufklärer und kleine Transporter und waren zunächst kaum oder nur leicht bewaffnet. Bereits im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776 bis 1783 nahm die Bedeutung und folglich auch die Bewaffnung der größeren Sloops zu, in den Revolutions- und Koaltionskriegen seit 1793 stieg der Bedarf an diesen "Booten" mit jedem Kriegsjahr. Die größeren dieser Schiffe wuchsen sogar mehr und mehr in die Rolle, die zuvor ausschließlich Fregatten ausgefüllt hatten, nämlich als Begleitschutz oder Prisenjäger größerer Handelschiffe.
Die Aufwertung der Sloops kann man auch daran ablesen, das sie grundsätzlich von einem Offizier mit Patent, also mindestens einem Leutnant, kommandiert werden mußten. Zur Zeit der Koaltionskriege war dann sogar der Rang eines Commanders Voraussetzung.
Die Fregatte wurde - ebenfalls mit zunehmend schwerer Bewaffnung - auf der anderen Seite immer mehr zum Kampfschiff, während die Sloops zusätzlich zu ihren sonstigen Diensten auch die Fregattenfunktionen der Aufklärung, des Geleitschutzes und des Kreuzerkrieges übernahmen. Dies wurde Anfang des 19. Jahrhunderts, speziell nach der Schlacht von Trafalgar 1805, durch den de facto Rückzug der französischen und spanischen Schlachtschiffe in die Häfen immer manifester.

Cruizer und Cherokee

Als älteste und deswegen erste echte Sloop-Schiffsklasse entstand zu diesem Zeitpunkt die Cruizer-Klasse. Sie wurde nach der gleichnamigen Sloop CRUIZER (18) benannt, deren Modell Pate für diese erste große Baureihe eines Segelkriegsschiffes stand. Bei Schiffen dieser Klasse handelte es sich um die größeren Sloops mit 18 Geschützen, nämlich 16 Zweiunddreissigpfünder-Karronaden und 2 langen Sechspfünder-Kanonen. Sie hatten drei Masten und waren als Vollschiff getakelt. Cruizers massen in der Länge 30,5 Meter, waren an der breitesten Stelle 7,60 Meter breit, hatten 382 Tonnen und beherbergten 120 Mann Besatzung. Dieses Schiff wurde nach 1806 noch weit über 70mal gebaut und ist zweifelsohne die bedeutenste Sloop-Klasse dieser Ära.

Ähnlich oft vom Stapel aber lief eine kleinere Sloop-Klasse, benannt nach der brigg-sloop CHEROKEE (10). Während die schnellen und kampfstarken cruizer ein echtes Erfolgsmodell darstellten, ließen die cherokees trotz der Baufreudigkeit der Royal Navy einiges zu wünschen übrig.
Wie bereits erwähnt, wurde 1808 die erste Baureihe mit 26 Schiffen vom Stapel gelassen. Während des Krieges waren bis zu 33 cherokees im Dienst, von denen fünf - die ACHATES, EPHIRA, die RHODIAN, die SARPEDON und die WILDBOAR - verloren gingen. Für das Lästerwort vom "schwimmenden Sarg", das angeblich über die cherokees in der Royal Navy kursierte, stellen diese Verluste aber eine eher geringe Rechtfertigung dar. Ihren schlechten Ruf hat die Cherokee-Klasse auch erst nach dem Krieg erworben.
1809 waren 33 Sloops des Typs Cherokee im Dienst, 1811 segelten noch 31, 1813 waren es 30 und 1814 nur noch 28 Schiffe. Bis 1815 wurden aber lediglich eine Handvoll der Schiffe nachgebaut, wohl nicht zuletzt wegen ihrer Anfälligkeit für Hitze (Verbände) und Manövrierschwächen bei schwerem Wetter. Nach dem Krieg aber wurde die Cherokee-Klasse trotz eher negativer Erfahrungen, mit weniger Besatzung und lediglich 4 Kanonen, noch rund 80 mal gebaut. Grund: Der unkomplizierte und relativ billige Bau dieses Typs.

Daten der Cherokee-Sloops

In der Royal Navy wurden die cherokees als brig-sloops bezeichnet. Sie verfügten über flaches Deck, hatten zwei Masten 1 und eine Brigg-Takelung.

Cherokee-Betakelung
So dürfte die Takelage einer cherokee dieser Ära ausgesehen haben

Die cherokees hatten bei einem Gewicht von 235 Tonnen eine Länge von 27,50 Meter und eine Breite von 7,40. In Kriegszeiten beherbergten diese brigg-sloops eine Besatzung von mindestens 90 Mann inklusive einer Abteilung von 15 Seesoldaten. Bewaffnet waren die cherokees mit 2 langen Sechspfünder-Kanonen, die als Jagdgeschütze dienen konnten, sowie mit 8 Achtzehnpfünder-Karronaden.
Eine Besonderheit: Zwei unbesetzte Stückpforten auf jeder Schiffsseite weisen bei den 1808-Modellen daraufhin, das die CHEROKEE ursprünglich für mehr Kanonen bzw. Geschütze gebaut worden war. Offensichtlich ließ die problematische Trimmung und Balance des Schiffes eine größere Bestückung am Ende aber nicht zu.
Eine Cherokee-Sloop wurde - wohlgemerkt während des hier behandelten Zeitraumes - von einem Seeoffizier im Range eines Commanders geführt. Dieser hatte zwei Leutnants an seiner Seite. In der Praxis fand man neben dem Commander aber oft nur einen Leutnant und einen der Fähnriche, der als Leutnant Dienst tat. Die 15 Marinesoldaten wurden von einem Leutnant der Marineinfanterie kommandiert. Viele der auf größeren Schiffen zu findenden Deckoffiziere gab es auf den kleinen Sloops nicht: Einen Master (Segelmeister), einen Stückmeister oder einen Zahlmeister suchte man auf den Kriegs-Cherokees vergeblich.

Fußnote 1 =   Bilder der berühmten cherokee BEAGLE (1820 in Woolwich gebaut) von Charles Darwin zeigen drei Masten, weil diese cherokee zu einer Bark umgetakelt wurde. Darwin machte seine Reise also nicht auf einer brig-sloop, sondern auf einer bark-sloop.

HMS Beagle: Survey Ship "Extraordinary"
Anatomy of the Ship

von Karl Heinz Marquardt
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe
128 Seiten
Erscheinungsdatum: 28. Juli 1999
Maße: 25,1 x 23,9 x 1,8 cm


This is a history of the 10-gun brig and survey ship, "HMS Beagle". It became famous for her survey voyages under Commander Robert Fitzroy, especially once Charles Darwin, a passenger on the second expedition, wrote the "On the Origin of Species", which was based on studies undertaken during the voyage. Despite her fame, a three-dimensional model of the ship has been neglected by museums, as specific plans do not exist, but the author has researched the three different ages of the "Beagle" to draw his own accurate plans and build his own scale model. His research, photographs and plans are designed to bring the "HMS Beagle" more readily to modelmakers and ship historians alike.

 HMS Beagle: Survey Ship Extraordinary


Die cherokees

SchiffBaujahrWerftEnde der DienstzeitGrund *Bemerkungen
ACHATES1808Rotherhithe1810gesunken, gestrandet, gescheitert
BADGER1808Frindsbury1864abgewracktZweikampf auf See
BEAVER1809Ipswich1829verkauftKeine Kampfeinsätze bekannt
BERMUDA1808Frindsbury1816gesunken, gestrandet, gescheitert
BRISEIS1808Upnor1816gesunken, gestrandet, gescheitertZweikampf auf See
BRITOMART1808Deptford1819verkauft
CADMUS1808Deptford1864verkauft
CALLIOPE1808Deptford1829abgewrackt
CHANTICLEER1808Cowes1871abgewrackt
CHEROKEE1809Blackwall1828verkauft
CORDELIA1808Upnor1833verkauft
DRAKE1808Ipswich1822gesunken, gestrandet, gescheitert
EPHIRA1808Upnor1811gesunken, gestrandet, gescheitert
GOLDFINCH1808Eling1838verkauftZweikampf auf See
HELICON1808Upnor1829abgewrackt
HOPE1808Ipswich1819abgewrackt
ICARUS1814Portsmouth1861verkauft
JASPER1808Ipswich1817gesunken, gestrandet, gescheitert
LEVERET1808Blackwall1822verkauft
LYRA1808Deptford1818abgewrackt
ONYX1808Ipswich1819abgewracktZweikampf auf See
OPOSSUM1808Gillingham1819verkauftKeine Kampfeinsätze bekannt
PARTHIAN1808Deptford1828gesunken, gestrandet, gescheitert
REDPOLE1808Northam1828Von Piratenschiff gekapert und versenktZweikampf auf See
REYNARD1808Upnor1818abgewrackt
RHODIAN1808Northam1813gesunken, gestrandet, gescheitert
RINALDO1808Deptford1835verkauftZweikampf auf See
ROLLA1808Nortfleet1822verkauft
ROSARIO1808Ipswich1832verkauft
SARPEDON1809Eling1813gesunken, gestrandet, gescheitert
SHEARWATER1808Newcastle1832verkauft
SPHYNX1815Bombay1835verkauftKeine Kampfeinsätze bekannt
TROJAN1811???Erster Einsatzort Nordsee
Keine Kampfeinsätze bekannt
TYRIAN1808Northam1819verkauftKeine Kampfeinsätze bekannt
WILDBOAR1808Frindsbury1810gesunken, gestrandet, gescheitertKeine Kampfeinsätze bekannt
WOODLARK1808Newcastle1818verkauft


ACHATES

Die ACHATES wurde 1808 als einzige cherokee auf der Werft von Rotherhithe gebaut. Ihr erster Kommandant war Hugh Cameron, 1799 zum Leutnant befördert. Möglicherweise war die ACHATES sein erstes Kommando als Commander. Stationiert war die Sloop zunächst in Port Royal auf Jamaika, dann bei den Leewards.
Im Februar 1809 wechselte das Kommando: Commander Thomas Pinto, seit einem Jahr Commander und von der außer Dienst gestellten DART (18) kommend, führte nun die brigg-sloop.
Am 14. Dezember 1809 nahm die ACHATES an ihrem einzigen bekannten Kampfeinsatz teil:
Anfang des Monats hatte die THETIS (38 - George Miller) im Hafen von La Hayes (Basseterre) auf der französischen Insel Guadeloupe die französische Brigg NISUS (14 - Jacques-Gabriel Lanetrel) entdeckt, geschützt durch die Batterie eines Forts. Miller entwarf einen Plan, die Batterie auszuschalten und das Schiff herauszuholen. Er stellte ein Landekommando zusammen, bestehend aus 75 Seeleuten sowie den Seesoldaten von der THETIS, der PULTUSK (16 - William Elliott), der ACHATES und dem Kutter BACCHUS (10 - Leutnant Henry Murray). Dieses Kommando unter Commander Elliot sollte sich durch den Urwald und über einen Hügel hinweg von hinten an das Fort herankämpfen und es ausschalten (Das erinnert sehr an den Angriff Bushs und Hornblowers auf das Fort bei Samana in Cecil L. Foresters Leutnant Hornblower). Die Brigg ATTENTATIVE (14 - Leutnant Robert Carr), mit entprechend wenig Tiefgang ausgestattet, sollte sich indessen im toten Winkel an die Batterie heranarbeiten und diese unter Feuer nehmen, um den Gegner in Atem zu halten. Dabei mußte das kleine Schiff so nahe unter Land aber selbst in das Feuer kleinerer Feldgeschütze von Land her kommen. Der Plan gelang ohne größere Verluste, die rund 300 Verteidiger des Forts flohen ins Innere der Insel und die nunmehr schutzlose NISUS strich die Flagge, nachdem sie energisch von der PUTULSK angegriffen wurde. Die Prise war mit Kaffee für das französische Mutterland beladen und stellte deswegen eine reiche Beute dar. Das Fort wurde geschleift, die Geschütze unbrauchbar gemacht. Die NISUS wurde später als Sloop mit Namen GUADELOUPE (16) in die Royal Navy übernommen.
Pinto und der ACHATES sollte die französische Insel jedoch kein Glück bringen, denn nur wenige Wochen später, am 7. Februar 1810, scheiterte die cherokee an einem Riff vor Guadeloupe und ging verloren. Die Crew wurde von englischen Schiffen gerettet.

 The Royal Navy: A History from the Earliest Times to 1900

BADGER

Die BADGER wurde 1808 in Frindsbury gebaut und im selben Jahr in Chatham in Dienst gestellt. Die Sloop war das erste Kommando für Commander Henry Smith Wilson (Leutnant 1799).
Die BADGER wurde zunächst im Kanal und in der Nordsee eingesetzt. Am 15. Mai 1809 standen die BADGER und die TROMPEUSE (18 - William Brooking Dolling) vor der französischen Kanalküste in der Höhe von Boulogne, als 11 französische Kanonenschuten (2 Sechspfünder, 2 Mörser) gesichtet wurden. Dolling und Wilson nahmen die Verfolgung der französischen Boote auf. Acht Schuten gelang es, sich in den Hafen von Ambleteuse zu flüchten, drei Boot aber hatten zu große Abtrift und waren gezwungen, ihre Flucht um Kap Grisnez herum fortzusetzen. Dort suchten sie während der Nacht unter Land Schutz, wurden aber von Booten der TROMPEUSE angegriffen. Zwei der Schuten wurden erobert, das dritte Boot zerschellte an den Klippen. Auf französischer Seite gab es zwei, auf englischer Seite einen Verwundeten.
1811, nun unter dem Kommando von Commander J. Lampen Manley, kreuzte die BADGER in der Nordsee, 1812 im Mittelmeer. Dort wurde die Cherokee-Sloop im Februar 1812 in ein schweres Gefecht mit dem französischen Privatier COUNTESS D'EMERIAU verwickelt. Das französische Schiff kenterte im Verlauf des Kampfes und schlug dann um. Die Briten konnten nur 14 der 110 französischen Seeleute retten, weil einige Beiboote der Sloop während des Kampfes beschädigt worden waren.
Am 29. August 1812 wechselte das Kommando zum gerade beförderten Commander Charles Hole. Ihm gelang am 30. Oktober 1813 die Wegnahme des französischen Privatiers AVENTURE (2) mit 26 Mann Besatzung.
1814 übernahm Commander Samuel Trevor Dickens das Kommando. Die Sloop gehörte zur Flotte von Vizeadmiral Pellew vor Toulon und war am 13. Februar 1814 anwesend, als dieser eines seiner ergebnislosen Blockade-Scharmützel gegen französische Schlachtschiffe austrug, in diesem Fall gegen ein in den Hafen zurück flüchtendes Geschwader unter Konteradmiral Cosmao-Kerjulien.
1815 übernahm Commander Orlando Bridgeman das Kommando. Die BADGER gehörte zum Geschwader unter Konteradmiral Durham vor Guadeloupe. Dort hatte Gouverneur Linois dem zur 100-Tage-Herrschaft nach Frankreich zurückgekehrten Kaiser Napoleon die Treue gehalten. Durhams Geschwader setzte Truppen unter General Sir James Leith an Land, die die Insel eroberten.
Die BADGER wurde am 28. August 1816 abgemustert. 1864 wurde das Schiff abgewrackt.

 The Naval Chronicle

BEAVER

Die BEAVER wurde 1809 in Ipswich gebaut. Ihr erster Kommandant war Edward O'Brian Drury (Leutnant 1801), der das Schiff von 1809 bis 1814 in der Nordsee führte.
Das Schiff wurde offensichtlich während des Krieges nicht direkt in Kampfhandlungen verwickelt, spielte jedoch ab 1820 doch noch eine wichtige Rolle für das Ende der Ära Napoleons:
Im Juni 1820 bekam Frederick Marryat in Portsmouth das Kommando über die BEAVER. Im September desselben Jahres erhielt Marryat den Befehl, St. Helena anzusteuern, um durch eine permanente Patrouille eine erneute Flucht des dort gefangenen Ex-Kaisers Napoleon zu verhindern. Marryat wurde vom englischen König persönlich anläßlich eines Dinners instruiert und verabschiedet. Die BEAVER bewachte die See um St. Helena bis zum Tode des französischen Ex-Kaisers am 16. Mai 1821. Marryat ließ Napoleon als Beweis für dessen Ableben eine Totenmaske abnehmen und machte sich mit der Nachricht und der Maske auf den Weg nach London. Wegen zahlreicher Fälle von Ruhr an Bord der BEAVER nahm er für die Heimreise jedoch das Schwesterschiff der BEAVER, die ROSARIO.
1829 wurde die BEAVER verkauft.

 The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars
von William James, Andrew Lambert
Sprache: Englisch
Gebunden - 568 Seiten - Stackpole Books

Erscheinungsdatum: März 2003


BERMUDA

Die BERMUDA entstand 1808 auf der Werft von Frindsbury. Ihr erster Kommandant wurde 1809 Commander Alexander Cunningham (Leutnant 1794). Ihr Einsatzgebiet sollten Südengland und der Kanal sein.
Am 3. Mai 1812 lag die BERMUDA gemeinsam mit ihrem Schwesternschiff RINALDO vor Dungerness, als sie von der Sloop CASTILIAN (18 - David Braimer) darüber in Kenntnis gesetzt wurden, das unweit von Boulogne die englischen brig-sloops SKYLARK (16 - James Boxer) und APELLES (14 - Frederick Hoffman) aufgelaufen waren und von den Franzosen bedrängt würden. BERMUDA und RINALDO setzten sofort Segel, doch als sie sich im Morgengrauen des 4. Mai 1812 der französischen Küste näherten, konnten sie nahe unter Land bereits die APELLES erkennen, offensichtlich von den Franzosen gestürmt, wieder flott gemacht und nun auf dem Weg in einen sicheren Hafen. Die beiden cherokees nahmen die Verfolgung auf, während die CASTILIAN sich offensichtlich zunächst um die SKYLARK und deren Besatzung kümmmerte. Kapitän Boxer hatte jedoch erkennen müßen, das die Wegnahme seines Schiffes durch den Gegner kurz bevor stand und hatte deswegen die Sloop in Brand gesetzt. Er und seine Crew wurden von der PHIPPS (14 - Thomas Wells) aufgenommen. Die CASTILIAN konnte auch den größten Teil der Besatzung der APELLES, die in Booten geflüchtet war, bergen. Inzwischen hatten die Verfolger der APELLES einen ersten Teilerfolg errungen. Sie hatten das flüchtende Schiff eingeholt und durch einige Breitseiten gezwungen, sich an die Küste unter die Kanonen einer Landbatterie und einiger schnell aufgefahrener Feldgeschütze zu retten. Die einsetzende Ebbe machte das Schiff dort zunächt unangreifbar. Dafür kamen den cherokees nun auch die CASTILIAN und die PHIPPS zur Hilfe und mit der einsetzenden Flut, geführt von der BERMUDA, griff dieses Geschwader nun die Landbatterie und die APELLES an. Die Breitseiten des Geschwaders trieben die französischen Truppen von Bord der APELLES, wobei sie als Gefangene Kapitän Hoffman und 19 Männer seiner Crew mitnahmen. Boote von den englischen Sloops, unter dem Kommando von Leutnant Saunders von der BERMUDA, stürmten unter dem heftigen Beschuß von Land her die APELLES und konnten sie trotz zweier Stunden Beschusses schließlich flott machen. Das Geschwader und die rückeroberte APELLES konnten sich daraufhin in Sicherheit bringen. Angesichts des berichteten Kugelhagels ist es eine Überraschung, das zumindest auf englischer Seite niemand zu Schaden kam. Commander Cunningham wurde wegen des erfolgreichen Einsatzes einige Wochen später zum Kapitän zur See befördert.
Deswegen bekam im August 1812 Commander James Bramer das Kommando über die BERMUDA. Der neue Kapitän konnte sich schon am 11. September 1812 und wieder vor Boulogne bewähren. Der französische Lugger BONGENIE (16) war nach einem kurzen und blutigen Duell auf der Flucht vor dem englischen Kutter DWARF (10 - Gordon) und dem Schoner PIONEER (10 - Morris). Die BERMUDA verlegte dem Lugger den Weg und versetzte ihm einige wirkungsvolle Breitseiten. Daraufhin wurde die BONGENIE von den Booten der Verfolger geentert und erobert.
1814 wurde Thomas Wolridge neuer Kommandant. Die Bermuda fungierte als Post- und Versorgungsschiff zwischen Südengland und der spanischen Küste.
1816 wurde die BERMUDA unter John Pakenham in den Golf von Mexiko beordert. Dort, in der Bucht von Tampico, scheiterte sie am 16. November 1816 und mußte aufgegeben werden.

Who Was Who in the Napoleonic Wars

BRISEIS

Die BRISEIS wurde 1808 auf der Werft von Upnor gebaut. Ihr erster Kommandant wurde Robert Pettet, Commander seit 1804 .
Im Frühjahr 1809 war die BRISEIS vor Helgoland ( dänisch, aber britisch besetzt ) stationiert und führte als Teil eines Sloop-Geschwaders unter Kommodore Lord George Stuart von der AIMABLE (32) erfolgreich Kreuzerkrieg vor allem gegen die dänische Handelsschifffahrt. Zusammen mit der kleinen Kriegsbrigg BRUIZER (14) gelang der BRISEIS dabei im Mai 1809 die Wegnahme der dänischen COURIER.
Das Geschwader drang am 7. Juli 1809 unter der Führung von Kapitän William Goate von der MUSQUITO (18 - Cruizer-Klasse) in die Elbemündung bis Cuxhaven vor. Vor Cuxhaven wurden sie von einer feindlichen Geschützbatterie aus 6 Vierundzwanzigpfünder-Kanonen aufgehalten und mußten außer Schussweite dieses Forts die Nacht vor Anker verbringen. Am nächsten Morgen setzte das Geschwader dann Boote zum Flankenangriff auf die Batterie aus, fanden die Stellung und die Stadt aber von französischen Streitkräften verlassen vor. Die Briten marschierten in Cuxhaven ein, verluden die Kanonen inklusive Munition, nahmen auch zwei französische Kanonenboote in Besitz und sprengten dann das Fort. Die Stadt wurde einem zivilen Bürgermeister zur Verwaltung zurückgegeben. Neben der MUSQUITO und der BRISEIS waren bei diesem Angriff auch ihr Schwesterschiff EPHIRA (10 - William Watts), einige kleinere Kriegsbriggs, Kutter und Schuten beteiligt.
In den folgenden Wochen operierte das Geschader in der Wesermündung und organisierte, nunmehr wieder unter dem Kommando Stuarts, Überfälle auf französische Truppen und Forts zu beiden Seiten des Flusses. Bei Gessendorf gelang den Briten dabei ein erfolgreicher Schlag gegen eine Geschützstellung, wobei der Flankenangriff von Commander Pettet mit den Männern von der BRISEIS entscheidend zum Erfolg beitrug. Auch der Einsatz französischer Kavallerie konnte am Ende den vollkommenen Rückzug der französischen Kräfte nicht verhindern. Lediglich Commander Wallis von der EPHIRA wurde im Verlaufe des Gefechts verwundet.
Im September 1809 übernahm John Miller Adye auf der BRISEIS sein erstes Kommando als Commander. Er war bereits 1797 zum Leutnant befördert worden und hatte 1798 auf der VANGUARD an der Schlacht von Abukir teilgenommen, in der er verwundet wurde. Seinen ersten Erfolg mit der BRISEIS konnte Adye am 6. November 1809 verbuchen, als er den dänischen Kaperer RECIPROCITE (4) vor Helgoland aufbringen konnte.
Neun Monate später, am 8. August 1810 kaperte die BRISEIS die dänischen Handelsschiffe COMMERCE und RAFFNEES.
Adyes Kommando pausierte oder endete plötzlich 1810, möglicherweise durch Erkrankung des Kommandanten. Adye wurde jedenfalls im Oktober 1810 durch Leutnant George Bentham ersetzt, der zuvor im Stab Lord Gardeners in Yarmouth war und nun als Interimskommandant die BRISEIS in der Nordsee führte.
Am Mittag des 14. Oktober 1810 stand die BRISEIS rund 80 Meilen südwestlich von Horns Reef ( Diese Untiefe liegt 15 km vor der Westküste Dänemarks ungefähr in Höhe des Ortes Blåvand ), als sie den französischen Privatier SANS SOUCI (14) unter dem Kommando von Kapitän Jules Jacob traf. Dieser von Amsterdam kommende Schoner hatte eine Besatzung von 54 Mann und verfügte über 10 Zwölfpfünderkarronaden sowie 4 Zweipfünder, war also der BRISEIS deutlich unterlegen. Folglich ergriff Jacobs die Flucht, wurde jedoch von Bentham nach rund acht Stunden eingeholt und gestellt. Der französische Schoner leistete erbitterten Widerstand und versuchte sogar dreimal vergeblich, die englische Sloop zu entern. In einem eine Stunde währenden Nahgefecht, zum Teil Bordwand an Bordwand, verlor Jacobs fast die Hälfte seiner Crew durch Verwundung oder Tod. 8 Franzosen starben, 19 wurden verletzt. Auch die BRISEIS erlitt bei 4 Toten und 11 Verwundeten relativ schwere Verluste.
Die eroberte SANS SOUCI wurde nach Yarmouth gebracht, Bentham wenig später rückwirkend zum Tag des Gefechts zum Commander befördert. Der Oktober 1810 sollte ihm noch weitere Erfolge bringen.
Am 23. Oktober 1810 eroberte seine cherokee das französische Kaperschiff TROIS FRERES und am 25. Oktober 1810 brachte die BRISEIS die dänische UBRICA WILHELMINA auf.
1811 übernahm Commander William Richard Smith die BRISEIS, die weiter in der Nordsee stationiert war.
Im März 1812 wurde Commander John Ross, der sich später einen berühmten Namen als Polarfoscher machen sollte, Kommandant der brigg-sloop. Wegen der französisch-russischen Spannungen und der Kulmination französischer Truppen in Ostpreußen verstärkte die Royal Navy ihr Engagement in der Ostsee.
Die BRISEIS operierte 1812 innerhalb eines Geschwaders unter Konteradmiral Thomas Byam Martin ebenfalls in der Ostsee und stand am 28. Juni 1812 in der Danziger Bucht vor der Reede von Pillau. Vier Tage zuvor hatten Napoleons Truppen den Njemen überschritten und den französischen Angriff auf Russland eingeleitet. Martin hatte Ross daraufhin die Order gegeben, in der Bucht nach englischen Handelsschiffen Ausschau zu halten und sie gegebenenfalls zu warnen.
Die BRISEIS hatte nun vor Pillau ankernd den englischen Händler URANIA gesichtet und näherte sich dem Schiff, als französische Soldaten, die die URANIA kurz zuvor besetzt hatten, sich anschickten, das Handelsschiff zu verbrennen, um es nicht zurück in die Hände der Briten fallen zu lassen. Um die Vernichtung der URANIA zu verhindern, zog Ross sich vorerst zurück und wartete den Einbruch der Nacht ab. Im Schutze der Dunkelheit ließ er dann die Pinasse der BRISEIS mit 20 Mann unter dem Kommando von Leutnant Thomas Jones und dem Fähnrich William Palmer zu Wasser. Die sich dem Schiff nähernde Pinasse geriet zwar unter heftiges Feuer von 6 an Bord gebrachten Feldgeschützen und 4 Drehbassen, die Briten wagten jedoch trotzdem den Enterangriff und dies trotz des zusätzlichen Hindernisses einer Reihe längseits der URANIA liegender Boote. Die Franzosen wurden von Bord der URANIA in ihre Boote zurückgetrieben, die auf der anderen Seite des Handelsschiffes lagen, und die URANIA um den Preis eines Toten und dreier Verwundeter, darunter Leutnant Palmer, in Sicherheit gebracht. Im Herbst des Jahres 1812 operierte die BRISEIS im Finnischen Meeresbusen und konnte am 19. Oktober 1812 einen französischen Kaper, die PETIT POUCET (4), 23 Mann Besatzung, aufbringen.
1814 war die BRISEIS in Spithead stationiert.
1815 wechselte das Kommando, Commander W. R. Jackson führte die Cherokee-Sloop im englischen Kanal.
1816 wurde das Schiff in Jamaka stationiert. Am 4. November 1816 scheiterte die BRISEIS vor Point Pedras (Kuba) und ging verloren.


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Marinehistorische Romane

Alexander Kent´s Richard Bolitho
Englischer Titel - Deutscher Titel
To Glory We Steer 1968 - Bruderkampf
Form Line Of Battle! 1969 - Nahkampf der Giganten
Enemy In Sight! 1970 - Feind in Sicht
The Flag Captain 1971 - Der Stolz der Flotte
Sloop Of War 1 1972 - Klar Schiff zum Gefecht
Sloop Of War 2 1972 - Die Entscheidung
Command A King's Ship 1973 - Der Piratenfürst

Englischer Titel - Deutscher Titel
Signal - Close Action! 1974 - Eine letzte Breitseite
Richard Bolitho - Midshipman 1975 - Die Feuertaufe
Passage To Mutiny 1976 - Fieber an Bord
In Gallant Company 1977 - Zerfetzte Flaggen
Midshipman Bolitho And The Avenger 1978 - Strandwölfe
The Inshore Squadron 1978 - Galeeren in der Ostsee
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A Tradition Of Victory 1981 - Admiral Bolithos Erbe
Success To The Brave 1983 - Der Brander
Colours Aloft! 1986 - Donner unter der Kimm
Honour This Day 1987 - Die Seemannsbraut
With All Dispatch 1988 - Der Königs Konterbande
The Only Victor 1990 - Mauern aus Holz, Männer aus Eisen
Beyond The Reef 1992 - Das letzte Riff
The Darkening Sea 1993 - Dämmerung über der See
For My Country's Freedom 1995 - Dem Vaterland zuliebe
Cross Of St. George 1996 - Unter dem Georgskreuz
Sword Of Honour 1998 - Das letzte Gefecht

BRITOMART

Die BRITOMART wurde 1808 auf der Werft von Deptford gebaut. Ihr erster Kommandant wurde Commander William Buckley Hunt (Leutnant 1793. ) Deptford wurde zunächst auch die Basis für die für den Küstenschutz eingesetzte Sloop. 1811 tat die BRITOMART auch Konvoidienst in der Nordsee.
Am 16. Juli 1812 gehörten die BRITOMART und ihr Schwesternschiff LEVERET (10 - George Wickens Willes) zu einem kleinen Geschwader unter Kapitän Timothy Clinch von der Cruizer-Sloop OSPREY (18). Die Flottille kreuzte unweit von Helgoland, als sie bei schwachem Wind einen französischen Lugger in großer Distanz ausmachten. Daraufhin entsandte jedes Schiff ein armiertes Boot, um das französische Schiff durch die schnell auszumachenden Toppsegel des Geschwaders nicht vorzeitig zu vertreiben und um nahe genug heranzukommen, den Privatier wegzunehmen. Tatsächlich näherten sich die Boote, die von den Leutnants William Henry Dixon (BRITOMART), William Malone (OSPREY) und Francis Darby Romney (LEVERET) kommandiert wurden, zunächst unbemerkt dem Lugger. Es war dieser die EOLE (14) aus Dünkirchen unter dem Kommando von Kapitän Dubots, aber lediglich mit sechs Geschützen bewaffnet und mit nur 31 Mann an Bord. Als die EOLE wegen dem schwachen Wind gegen 13:30 Anker warf, waren die Boote noch immer mehr als 5 Meilen entfernt. Kaum hatte der Lugger Anker geworfen, entdeckte man an Bord die Segel der aufkommenden Boote. Die EOLE lichtete sofort wieder den Anker und setzte Segel, doch die englischen Boote schlossen langsam auf. Gegen 15:30 war Dixons Boot bereits in Schußweite des Luggers und eröffnete das Feuer, beantwortet von den Geschützen des Luggers. Auch das Boot von der OSPREY näherte sich nun, doch Dixon verschob den Angriff, um auch Leutnant Romney und seinen Männern die Gelegenheit zu geben, einzugreifen. Er überschätzte die Crewstärke des Gegners. Schließlich waren alle drei Boote in Angriffsposition und die Formation stieß vor. Geplant war, sowohl die Seiten des Luggers als auch am Heck anzugreifen, doch ein Zusammenprall des LEVERET-Kutters mit dem Boot der BRITOMART verhinderte diese koordinierte Attacke, das LEVERET-Boot fiel zurück. Also mußten die beiden verbliebenen Boote sich an das Heck des Gegners hängen und auf diese Weise den Weg an Bord erzwingen. Der Widerstand der kleinen französischen Crew war höchst erbittert und erst nach 20 Minuten konnte die französische Flagge niedergeholt werden. Trotzdem führten einige französische Seeleute den Kampf unter Deck noch einige Zeit weiter. Schließlich wurden sie aber überwältigt oder gaben auf. Die BRITOMART hatte einen Gefallenen und fünf Verwundete, von der OSPREY wurde ebenfalls ein Mann getötet, sieben Seeleute wurden verletzt.
1814 bekam Commander Robert Riddle die Führung der Sloop, die zunächst in Südengland stationiert war, 1815 dann aber Cork in Irland als Operationsbasis benutzte.
Am 27. August 1816 nahm die BRITOMART, noch immer unter Riddle, an Lord Exmouths Angriff auf Algier teil.
Die BRITOMART wurde 1819 verkauft.

 Admirals in the Age of Nelson

CADMUS

Die CADMUS wurde 1808 in Deptford gebaut und wurde im selben Jahr in Plymouth in Dienst gestellt. Die Sloop war das erste Kommando für Commander Delamore Wynter (Leutnant 1797)
Die cherokee wurde 1809 an der Westküste Spaniens eingesetzt. Im Juni dieses Jahres zog sich eine Division der spanischen Armee unter dem Conde de Morona von Pontevedra (Nördlich von Vigo) in Richtung auf einen Fluß bei Vigo zurück. Wegen einer zerstörten Brücke bei San Payo mußten die Truppen mit Booten übergesetzt werden. Die CADMUS half dabei und der Übergang erfolgte buchstäblich in letzter Minute, denn die verfolgenden Franzosen unter Marschall Ney trafen ein, als der letzte spanische Soldat an Bord ging. Es kam zu heftigen Feuergefechten über den Fluß hinweg.
Im Mai 1810 befand sich die CADMUS vor der Bucht von La Rochelle und stellte ein Boot als Teil einer Flottille, die französische Konvois in der Bucht abfangen sollte, wie es schon zuvor mit einigen französischen Truppentransportern zwischen der Ile d´Aix und Rochefort gelungen war. Leutnant Roberts von der ARMIDE (38 - Lucius Hardyman) führte diese Flotille, zu der auch Boote von der MONKEY (12 - Thomas Fitzgerald) and der DARING (12 - John Campbell) gehörten. Am 4. Mai 1810 stellten die englische Boote vor der Ile de Re einen von zwei bewaffneten Luggern und Landbatterien gedeckten Bootstrain. Es gelang ihnen, 13 dieser Wasserfahrzeuge von Pinassengröße zu vernichten und weitere 4 auf Grund zu jagen. Lediglich das Boot von der ARMIDE hatte einenn Toten und zwei Verwundete zu beklagen.
1811 übernahm Commander Thomas Fife die CADMUS an der spanischen Küste.
1814 wurde Watkin Evans Kapitän der CADMUS. Einsatzgebiet war die südenglische Küste. 1815 hieß der Kommandant im selben Operationsgebiet dann John Gedge.
Die CADMUS wurde 1864 verkauft.


The Sailing Navy List: All the Ships of the Royal Navy, Built, Purchased and Captured, 1688-1860
von David Lyon
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 384 Seiten - Conway Maritime

Eine Liste und Kurzbeschreibung aller Kriegsschiffe der Royal Navy im o.g. Zeitraum
Frankreichs Seekriege gegen England 1793-1815

Frankreichs Seekriege gegen England 1793-1815
von Dieter Wenzlik
Sprache: Deutsch
gebundene Ausgabe - 240 Seiten - VRZ Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 1999


CALLIOPE

Die CALLIOPE wurde 1808 in Deptford gebaut. Die Sloop war das erste Kommando für den bereits 34jährigen Commander (1805) John McKerlie, der als 26jähriger Leutnant auf der ARETHUSA (38) durch einen Unfall einen Arm verloren hatte und 1805 bei Trafalgar ältester Leutnant auf der SPARTIATE (74 - Francis Laforey) war.
Die brigg-sloop war im Sommer 1809 bei der Eroberung von Flushing (Holland) dabei und stand während der anschließenden Walcheren-Expedition an der Spitze einer Flottille von Kanonenbriggs.
Nach diesem Einsatz kreuzte sie in den folgenden Monaten recht erfolgreich zwischen der nördlichen holländischen Küste und der dänischen Insel Helgoland und erbeutete einige dänische und schwedische Handelschiffe.
Am Morgen des 25. Oktober 1810 gegen 7:00 sichtete die CALLIOPE südlich der Dogger-Bank ein Schiff, das auf die Sloop zuhielt. Commander McKerlie, der Kunde von den Umtrieben eines französischen Kaperschiffes in dieser Region hatte und den sich nähernde Fremden anhand des Schnitts seiner Segel bereits erkannt hatte, behielt seinen Kurs ohne sichtbare Hast bei. Er hatte erkannt, daß das feindliche Schiff die CALLIOPE offensichtlich für ein englisches Handelsschiff hielt. Tatsächlich näherte sich das französische Kaperschiff COMTESSE D'HAMBOURG (14) bis auf rund drei Meilen, dann erkannte es seinen Irrtum und wendete zur Flucht, wohl wissend , das es in einem Duell sehr wahrscheinlich den Kürzeren ziehen würde. Der französische Privatier war mit acht 12-Pfünder-Karronaden und sechs französischen 8-Pfünder-Kanonen bewaffnet und hatte im Vergleich mit den 90 Mann des englischen Seglers nur 51 Mann an Bord. Die Flucht des Kaperschiffes begann um 8:30, doch um 10:30 war die CALLIOPE der COMTESSE nahe genug gekommen, um aus ihren Jagdgeschützen das Feuer zu eröffnen. Offensichtlich erzielten die Sechspfünder auch Treffer, denn um 11:00 konnten die Seesoldaten der Sloop den Gegner bereits unter Musketenfeuer nehmen. Um 11:30 brachte der Engländer dann auch seine Achtzehnpfünder zur Geltung und schoß dem Franzosen innerhalb von 5 Minuten Haupt- und Fockmast weg, worauf der französische Kapitän seine Kapitulation signalisierte. Die CALLIOPE hatte drei Verwundete, die Zahl der möglichen Toten und Verwundeten auf französischer Seite ist nicht überliefert.
In den den nächsten Monaten leistete die CALLIOPE als Kundschafterin vor der holländischen Küste, inbesondere vor Flushing, ihren Dienst. 1813, nach dem Russland-Desaster der Grande Armee, war die französische Armee auf dem Rückzug aus Zentraleuropa. Die Operationsbasis der CALLIOPE war Helgoland, von wo ausMcKerlie als Dienstältester Commander ein Sloop-Geschwader kommandierte. Es bestand aus der cherokee DRAKE (10 - Gregory Grant), den Sloops HEARTY (12- James Rose) und TRASHER, die in den Mündungen der Elbe, der Weser und der Ems sowie im Jadebusen kreuzten. Während der Kämpfe um Cuxhaven führte das Geschwader Überfälle auf Landbatterien entlang der Küste durch. Beim Sturm der Franzosen auf den Hafen am 7. Mai 1813 nahmen die Sloops die Truppen von See her unter Feuer, konnten aber die Besetzung Cuxhavens nicht verhindern.
Im Oktober 1813 übernahm Kapitän Arthur Farquher von der DESIREE (38) das inzwischen auf die doppelte Größe angewachsene Geschwader. Bald darauf übertrug Kommodore Farquher Commander McKerlie das KOmmando über eine FLottille von Booten, mit denen die Briten die Wesermündung hochfuhren. Am 30. Oktober 1813 gelang diesem Kommando ein Überraschungscoup bei Brake, bei denen den Engländern mindestens vier größere Schiffe (angeblich 2 Korvetten (?) und 2 Kanonen-Briggs) und allerlei kleinere Wasserfahrzeuge in die Hände fielen. Die CALLIOPE begleitete die zahlreichen Prisen nach England.
1814 übernahm Commander John Codd in Sheerness das Kommando der CALLIOPE. Operationsgebiet war diesmal die Nordsee. 1815 wurde die Sloop nach Jamaika versetzt.
Ihren Ausflug in wärmere Gewässer vertrug diese cherokee etwas besser als einige Schwesternschiffe: Erst 1829 wurde die CALLIOPE abgewrackt.

 Who's Who in Nelson's Navy: 200 Naval Heroes: Two Hundred Heroes

CHANTICLEER

Die CHANTICLEER wurde 1808 in Cowes fertiggestellt. Sie war 1808 das erste Kommando für Commander R. Harford, über den ich lediglich in Erfahrung bringen konnte, das er nur kurz nach Kommandoantritt in Yarmouth mit seiner Gig umschlug und nebst drei Männern seiner Crew ertrank. Seine Nachfolge im selben Jahr trat Richard Spear (Leutnant 1800) an und war vermutlich dessen erstes Kommando im Range eines Commanders.
Der einzig mir bekannte Kampfeinsatz der CHANTICLEER war von spektakulärer, weil umstrittener Natur:
In der Nacht vom 1. auf den 2. September 1811 kreuzte die CHANTICLEER zusammen mit der kleinen Kanonen-Brigg MANLY (12 - Leutnant Richard William Simmonds ) vor Arendal an der südnorwegischen Küste. Gegen 1:30 entdeckte die CHANTICLEER auf ihrer Leeseite drei Segel und nahm Kurs auf die fremden Schiffe, in einiger Distanz gefolgt von der MANLY. Ungefähr zum selben Zeitpunkt wurden die CHANTICLEER und die MANLY von den fremden Schiffen gesichtet. Dabei handelte es sich um die dänischen Kriegsbriggs LOLLAND (18 - Hans Peter Holm), ALSEN (18 - Leutnant Lutkin) und SAMSOE (18 - Leutnant Grothschilling), die in ihrer Bewaffnung und Kampfkraft - 18 dänische Achtzehnpfünder-Kanonen bei 120 Mann Besatzung - die cherokee und ihre Begleit-Briggs bei weitem übertrafen. Der dänische Kommodore nahm ebenfalls sofort Kurs auf die fremden Segler und so näherten sich die Schiffe einander schnell. Gegen 2:30 hatte die CHANTICLEER die SAMSOE erreicht, sich auf Rufweite genähert und angerufen. Als Antwort erhielt das englische Schiffe eine Breitseite der dänischen Brigg, die sie umgehend beantwortete und ein hitziges Duell setzte ein. Zur gleichen Zeit, als die SAMSOE das Feuer eröffnet hatte, hatten die beiden anderen dänischen Briggs vergeblich versucht, die noch weit entfernte MANLY mit ihren Kanonen zu fassen. Deswegen führte Kapitän Holm die LOLLAND und die ALSEN nun an die kämpfenden CHANTICLEER und SAMSOE heran. Commander Spear, der die zwei anderen Dänen heran kommen sah, blieb nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen. Immerhin war ja schon eine der dänischen Briggs seinem Schiff nominell überlegen. Von der MANLY mit ihren zehn 12-Pfünder-Karronaden, zwei 6-Pfünder-Kanonen und 42 Mann Crew konnte er in diesem Fall nicht ernstlich Hilfe erwarten. Leutnant Simmonds aber, der sah, das die drei dänischen Briggs die CHANTICLEER hartnäckig verfolgten, versuchte genau das. Er näherte sich provozierend dem dänischen Trio und erregte prompt die ungeteilte Aufmerksamkeit der LOLLAND, die sich, vermutlich recht dankbar, auf den unterlegenen Gegner stürzte und die kleine Brigg unter Feuer nahm. Während nun die ALSEN und die SAMSOE die Jagd auf die CHANTICLEER fortsetzten, also 240 Mann und 36 Kanonen gegen 90 Mann, zwei Kanonen und acht Karronaden aufbot, konnte Holm mit seinem Schiff seine überlegene Artillerie zur Geltung bringen. Als gegen 4:00 die Verfolger von der CHANTICLEER abließen und sich um die vorwitzige MANLY sammelten, bedurfte es wohl kaum noch deren Eingreifen, um Leutnant Simmonds zur Übergabe seines Schiffes zu zwingen. Als die SAMSOE eher symbolisch in das Duell eingriff, waren an Bord der MANLY nur noch sechs Geschütze intakt, auch stand keiner der Masten mehr. Alle Tapferkeit der Crew half da nichts, das Schiff gehörte den Dänen.
Natürlich sah die Flucht der CHANTICLEER in den offiziellen Berichten nicht heldenhaft aus, war aber trotz der bissigen Kommentare der zeitgenössischen Schreibtischhelden und Berichterstatter absolut vernünftig und ohne Alternative. Die Admiralität schloß sich offenbar im Mai 1813 dieser Sichtweise an, denn sie beförderte Spear zum Kapitän. Leutnant Simmonds wurde im Januar 1812 wegen seiner Tapferkeit (oder trotz seiner Dummheit) von einem Kriegsgericht in ehrenvollster Weise freigesprochen worden, blieb aber ein Leutnant. Ein gutes Beispiel dafür, das sich Draufgängertum nicht immer auszahlte und Vernunft nicht immer schadete.
1814 stand die CHANTICLEER unter dem Kommando von Commander Stewart Blacker und war in der Nordsee stationiert. 1815 wechselte das Kommando auf Commander John Thompson, der die Sloop in der Karibik führte.
Die CHANTICLEER blieb über sechzig Jahre im Dienst der Royal Navy und wurde erst 1871 abgewrackt. Keine der ersten cherokees hielt so lange durch.

 Die großen Expeditionen der Seefahrt. Vom Abenteuer, die Welt mit dem Schiff zu entdecken

CHEROKEE

Die CHEROKEE, der spätere Namensgeber dieser Schiffsklasse, wurde 1808 in Blackwall gebaut und im April (!) 1808 unter dem Kommando von Commander Richard Arthur (Leutnant 1800) in Dienst gestellt.
Ihre Station waren während der gesamten Dienstzeit der englische Kanal und die Nordsee.
Ihr einziger bekannter Kampfeinsatz datiert in das Jahr 1810: Am 10. Januar des Jahres erkundete die CHEROKEE die Reede von Dieppe und fand dort, freilich unter dem Schutz der Küstenbatterien, sieben französische Lugger, die eng zusammen und keine Kabellänge vom Pier entfernt ankerten. Kurz nach Mitternacht des 11. Januar schlich sich die CHEROKEE in den Hafen und steuerte mitten zwischen die französischen Schiffe. Auf diese Weise wurde die Deckung durch die Landbatterien vollkommen ausgeschaltet. Dann enterte die CHEROKEE den 106-Tonnen-Lugger AIMABLE NELLY, ein neues Schiff, das 16 kleinkalibrige Geschütze trug und 60 Mann Besatzung hatte. Die CHEROKEE und ihre Prise entkamen trotz der versuchten Enterangriffe und des Beschusses von den anderen Luggern im Schutze der Nacht. Zwei Tote und acht Verwundete kostete der Angriff die Crew der AIMABLE NELLY, nur zwei Verwundete hatte die CHEROKEE. Commander Arthur wurde für diesen Angriff zum Kapitän zur See befördert. 1814 war die CHEROKEE auf Helgoland stationiert, 1815 in der Nordsee, ab 1816 war ihr Heimathafen dann Leith. Die CHEROKEE wurde 1828 verkauft.


CORDELIA

Die CORDELIA wurde 1808 auf der Werft von Blackwall gebaut. Ihr erster Kommandant in Chatham wurde Commander Thomas Fortescue Kennedy (Leutnant 1796, Commander 1805), 1805 bei Trafalgar ältester Leutnant auf der TEMERAIRE (98 - Kapitän Eliab Harvey)
Die CORDELIA war 1809 bei der Walcheren-Expedition dabei und kreuzte unter dem Oberbefehl von Konteradmiral Richard Keats in der Schelde. Während ihres Einsatzes assistierte sie bei der Eroberung zweier feindlicher Kaperschiffe und fing mehrere Handelsschiffe als Prisen.
1811 war die CORDELIA vor der Küste Südenglands stationiert. 1813 stand sie an der Spitze eines Geschwaders aus Sloops und Kanonenbooten vor Dünkirchen.
1814, wieder als Küstenschutz vor Südengland, übernahm Commander Henry Frazer das Kommando der Sloop. 1815 wechselte das Kommando auf Commander William Sargent . 1816 war die CORDELIA Teil des Geschwaders von Vizeadmiral Lord Exmouth ( Edward Pellew), als dieser am 27. August 1816 Algier bombardierte.
Die CORDELIA wurde 1828 verkauft.

Napoleons gefallenen Göttinnen

DRAKE

Die DRAKE wurde 1808 auf der Werft von Ipswich gebaut. 1810 hieß ihr Kommandant Commander Eyles Mounsher (Leutnant 1796, Commander 1805), bei der Schlacht von Trafalgar 1805 ältester Leutnant auf der LEVIATHAN (74 - Kapitän Henry William Bayntun).
Die Sloop war der Kanalflotte zugeteilt und diente sowohl als Postschiff als auch als Kundschafter unter Land.
Am 7. März 1810 lief der DRAKE in der Höhe von Kamperduin im Nebel das französisches Kaperschiff MARIE vor den Bug. Bereits mit der ersten Breitseite fügte die cherokee dem Lugger schwere Schäden am Rumpf zu, so das der französische Komandant wegen des heftigen Wassereinbruchs sofort die Flagge strich. Die 38 Mann starke französische Crew wurde an Bord des Engländers evakuiert, für die MARIE kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Am 9. April 1810 traf die DRAKE auf die Kanonen-Brigg TILSIT (18) und eroberte sie offensichtlich trotz ihrer 18 Geschütze und der 64 Mann starken Besatzung ohne Kampf.
1811 wurde Colin Campbell Kapitän der DRAKE, 1812 ging das Kommando auf Commander Gregory Grant über.
1813 gehörte die DRAKE zum Geschwader von McKerlie auf Helgoland (Siehe CALLIOPE)
1815 wurde die DRAKE in die Karibik verlegt.
Am 20. Juni 1822 scheiterte die DRAKE vor der Küste Neufundlands und ging verloren. Die meisten Besatzungmitglieder und der Kapitän Charles Adolphus Baker (seit 1820) kamen bei dem Schiffbruch ums Leben.


EPHIRA

Die EPHIRA wurde 1808 auf der Werft von Upnor gebaut. Ihr erster Kommandant war William James Hughes, Commander seit 1806. Die EPHIRA wurde zunächst zum Küstenschutz in Südengland eingesetzt.
1809 erhielt Commander George Edward Watts das Kommando über die Sloop. Die EPHIRA stieß zum Geschwader von Kapitän Goate vor der deutschen Nordseeküste und nahm an den Kampfhandlungen u.a. in der Wesermündung teil (Siehe dazu BRISEIS ), bei denen Kapitän Watts verwundet wurde.
Im Februar 1811 führte Leutnant Thomas Everard als stellvertretender Kapitän die Sloop, die im Geschwader von Konteradmiral Sir Richard Keats der Landung von Truppen vor Algeciras assistierte. Die Briten und die Spanier belagerten zu diesem Zeitpunkt Cadiz und die Landung vor Algeciras mit nachfolgendem Marsch nach Tariffa sollte Cadiz schwächen. Für die EPHIRA wurde Cadiz schließlich zur Endstation: Am 26. Dezember 1811 scheiterte die cherokee vor der spanischen Hafenstadt und ging verloren.

 Horatio Hornblower

Horatio Hornblower, 11 Bände
von Cecil S. Forester
Sprache: Deutsch
Broschiert - SCHERZ-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
Foresters Horatio Hornblower ist der - nach wie vor unübertroffene - Klassiker der marinehistorischen Romane aus der Windjammerepoche.


GOLDFINCH

Als eine von zwei cherokees dieser Zeit wurde die GOLDFINCH 1808 auf der kleinen Werft von Eling gebaut. Ihr erster Kommandant war Fitzherbert George Skinner, bereits seit 1805 im Rang eines Commanders.
Im Frühjahr des Jahres 1809 wurde die Sloop als Aviso und Versorgungsschiff zwischen England und Spanien eingesetzt. Auf der iberischen Halbinsel hatten sich gerade die Spanier gegen die französische Dominanz erhoben und wurden in ihrem Aufbegehren von den Briten unterstützt. Am Mittag des 18. Mai 1809 stand die GOLDFINCH rund 300 km nordwestlich vor Kap Finisterre (44° 6' , 11° 20' ), als sie in Süd / Südwest bzw. auf ihrer Leeseite ein Schiff entdeckte. Skinner nahm die Verfolgung des Fremden auf und jagte diesen bis zum frühen Morgen des nächsten Tages. Gegen 3:00 stellte er den Flüchtigen. Es handelte sich dabei um die französische Korvette MOUCHE (16), bewaffnet mit 16 Achtpfünder-Kanonen, besetzt mit einer 180 Mann starken Crew und kommandiert von lieutenant de vaisseau Antoine Allegre. Demgegenüber verfügte die GOLDFINCH lediglich über 75 Mann Besatzung ( Wohl eher 90 - Der Historiker William James "vergaß" offensichtlich die 15 Seesoldaten zu erwähnen ) und die übliche Artilleriebewaffnung der Cherokee-Klasse. Trotzdem erzwang Skinner ein Gefecht, das freilich nicht Schiff zu Schiff auf dem selben Schlag stattfand, sondern von beiden Schiffen auf entgegengesetzten Kreuzen geführt wurde. Dabei hielt die französische Korvette die Sloop auf größere Distanz, um die Wirkung ihrer nur auf kurze Distanz wirkungsvollen Karronaden zu begrenzen. So kam es, das die MOUCHE nach drei Stunden Gefecht offensichtlich nur geringe Schäden in ihrer Takelage davongetragen hatte, während die GOLDFINCH erheblichere Einbußen in der Rigg erlitt und sowohl drei Tote wie auch drei Verwundete zu beklagen hatte. Am Ende segelte die Korvette der Sloop einfach davon. Offensichtlich hatte Allegre den Auftrag, kritische Gefechte zu vermeiden, möglicherweise, weil er mit dringenden Nachrichten unterwegs war. Drei Tage nach dieser Begegnung , am 21. Mai, traf die MOUCHE nämlich in der Biskaya auf den zwar bewaffneten, aber im Ernstfall artilleristisch doch hoffnungslos unterlegenen englischen Kutter BLACK JOKE (4 - Leutnant Moses Cannadey) und wechselte mit diesem lediglich einige Breitseiten auf große Distanz, während die Korvette ihre Fahrt mit Ziel San Andero (Santander) fortsetzte. In letzterem Hafen fiel die MOUCHE dann mit zwei anderen Schiffen am 10. Juni 1809 einem Angriff der englischen Fregatten AMELIA (38 - Frederick Paul Irby) und STATIRA (38 - Charles Worsley Boys) zum Opfer und wurden erobert.
Von 1811 bis 1815 übernahm Commander August Waller das Kommando über die GOLDFINCH, die bis zum Ende des Krieges weiterhin vor der Atlantikküste und in der Biskaya eingesetzt wurde, vornehmlich im Depeschendienst. In Kampfhandlungen wurde das Schiff offensichtlich nicht mehr verwickelt.
1815 wurde die GOLDFINCH in Sheerness abgemustert, 1838 verkauft.

Fiddlers and Whores: The Candid Memoirs of a Surgeon in Nelson's Fleet

HELICON

Die HELICON wurde 1808 auf der Werft von Upnor gebaut. Ihr erster Kommandant war Spelman Swaine, Commander seit 1802. Die Sloop wurde in Chatham in Dienst gestellt und kreuzte als Küstenschutz vor Südengland. Am 3. Oktober 1810 gelang der HELICON die Rückeroberung der englischen BELLA CAMILLA, nähere Umstände leider unbekannt.
1811 löste Harry Hopkins Swaine als Kommandant ab. 1812 gehörte die HELICON zur Kanalflotte.
Am 22. Dezember 1813 gelang es der cherokee, die rund 15 Meilen vor Eddystone kreuzte, den französischen Schoner REVENNANT (14) zu erobern.
1815 hieß der letzte Kriegskommandant der Sloop Andrew Mitchell.
Die HELICON wurde 1829 abgewrackt.


HOPE

Die HOPE wurde 1808 auf der Werft von Ipswich gebaut.
Das Einsatzgebiet dieser Sloop waren bis 1812 der Kanal und die holländische Küste. 1810 wurde Edward William Garrett, zuvor erster Offizier der ONYX, ihr Kommandant.
1812 wechselte die Operationsbasis der Cherokee nach Lissabon. Am 22. Juni 1813 hatte sie ihren einzigen bekannten Kampfeinsatz, als sie einen kleinen amerikanischen Kaper-Logger mit 31 Mann Besatzung stellte.
1814 übernahm Commander Edward Saurin die HOPE und kreuzte vor der holländischen Küste. 1815, wieder im Kanal eingesetzt, wurde H. F. Jauncy der neue Kommandant des Schiffes.
1819 wurde die Sloop abgewrackt


JASPER

Die JASPER wurde 1808 auf der Werft von Ipswich fertiggestellt. Ihr erster Kommandant war William Wescott Daniell (Leutnant 1798).
Die JASPER wurde umgehend an Spaniens Küsten eingesetzt und fungierte dort sowohl als Postschiff als auch als Transportschiff oder Kundschafterin. Am 22. August 1810 nahm die JASPER an der Landung in Cadiz an Bord genommener spanischer Truppen vor der Mündung des Tinto (Südspanien) teil. Diese Truppen stürmten zwei Tage später die französische Garnisonsstadt Moguer.
In den nächsten Monaten wechselte das Kommando auf der Sloop recht häufig: 1811 kommandierte zunächst Commander Thomas Hunloke (Leutnant 1804) die JASPER, die als Postschiff zwischen Lissabon und Anlaufstationen im Mittelmeer eingesetzt wurde. Noch im selben Jahr wechselte das Kommando auf John Eveleigh. 1812 führte dann Henry Jenkinson die JASPER, die zwischen Plymouth und Lissabon pendelte.
1814 übernahm Commander Thomas Carew die Sloop. Am 27. August 1816 war die JASPER bei Lord Exmouths Angriff auf Algier dabei. Die JASPER brachte die Nachricht von der erfolgreichen Schlacht, die das freibeuterisch aktive Fürstentum zu einem (allerdings nur vorübergehenden) Einlenken brachte, nach England.
Am 20. Januar 1817 sank die JASPER vor Anker liegend in einem katastrophalen Hurrikan vor Plymouth und riß 65 Mann ihrer Besatzung mit in den Tod.


Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.



LEVERET

Die LEVERET wurde 1808 auf der Werft von Blackwall gebaut. Ihr erster Kommandant war Benjamin Crispin (Leutnant 1796).
Einsatzgebiet der Sloop war die Nordsee und sie blieb es auch während des größten Teils ihrer Dienstzeit. 1811 wechselte das Kommando auf George Wickens Willes. Unter seiner Führung gelang Booten von der LEVERET am 8. Juni 1811 die Zerstörung des kleinen dänischen Kapers GRAEVLING (6).
Am 22. September 1811 stellte die LEVERET den französischen Kaperlugger PROSPERO sozusagen auf frischer Tat, als dieser gerade ein für England bestimmtes Holzschiff enterte. Und der Schrecken der kleinen Kaperschiffe schlug am 10. November 1811 erneut zu, als die LEVERET den französischen Kaper DUNKERQUOIS (16 - Leutnant Peter Francis Degardine), einen ehemaligen britischen Zollkutter, in Höhe der Insel Texel entdeckte und die Jagd auf das Schiff eröffnete. Nach drei Stunden Verfolgung hatte die Sloop den Flüchtling gestellt und erobert.
Am 16. Juli 1812 war ein Boot der LEVERET zusammen mit Booten von der BRITOMART (Siehe auch da) und der OSPREY am Fang eines weiteren Luggers beteiligt.
Am 4. August 1812 schließlich fing die LEVERET den kleinen französischen Lugger BRAVE (4).
1814 und 1815 führte Commander Jonathan Christian die LEVERET als Teil der Kanalflotte.
Die LEVERET wurde 1832 verkauft.


LYRA

Die LYRA wurde 1808 auf der Werft von Deptford gebaut. Ihr erster Kommandant war William Bevians, Commander bereits seit 1797.
Die brigg-sloop nahm am 11. April 1809 an Admiral Lord Gambiers und Kapitän Thomas Cochranes berühmt-berüchtigten Brander-Angriff auf Allemands Flotte vor der Ile d'Aix teil (basque roads). Zusammen mit ihrem Schwesternschiff REDPOLE fiel der LYRA die Aufgabe zu, als ankernde Leuchtbojen mittels Abblendlaternen den englischen Brandern den Weg zu ihren Zielen zu weisen und zwar keine 2000 m entfernt von den französischen Linienschiffen.
Nachdem die französische Flotte durch ihre Ausweichmanöver vor den Feuer- und Explosionsschiffen sozusagen kollektiv aufgelaufen war, beteiligten sich Boote von der LYRA an der Inbrandsetzung der erreichbaren Feindschiffe. Dabei verlor sie aber das Boot mit Leutnant Thomas Smith und seiner Crew, die von französischen Luggern aufgebracht und gefangen genommen wurden.
1810 wechselte das Kommando auf Commander Robert Bloyle. 1812 operierte die Sloop vor der nordspanischen Küste in einem Geschwader unter Kapitän Sir Home Popham von der VENERABLE (74). Am 19. Juni 1812 assistierte das Geschwader in Kooperation mit spanischen Guerillas bei der Rückeroberung der französisch besetzten Stadt Lequito. Noch während diese Kämpfe andauerten, wurde die LYRA tief in die Bucht von Bilbao geschickt, um die Stellungen des Gegners auszukundschaften. Am 26. Juni 1812 griff die LYRA zusammen mit der ROVER (18) und der SPARROW (16) eine Befestigung bei Puerto Galetta an und zerstörte die Batterie.
Am 16. Juli 1812 war die LYRA an den Landeoperationen gegen die französisch besetzte Stadt Guetaria beteiligt. Die Stadt wurde nach heftigem Beschuß eingenommen.
Auch im Jahr 1813 war die Sloop in die militärischen Aktivitäten der englischen Landstreitkräfte an der spanischen Küste eingebunden : Im Mai 1813 unterstützte die LYRA die englisch-spanische Verteidigung der von französischen Truppen belagerten Stadt Castro. Die Stadt konnnte jedoch nicht gehalten werden und die LYRA verblieb in den Gewässern, um französische Unterstützung von See her abzuschneiden und den spanischen Küstenhandel zu schützen. Im Juni 1813 gaben die Franzosen dann tatsächlich wegen Versorgungsproblemen die eroberte Stadt wieder auf.
Im August und September 1813 waren die vor San Seastian stehenden Briten unter Wellington knapp an Artilleristen. Die Royal Navy half diesem Notstand ab, indem sie Kanoniere von den Schiffen, u.a. der LYRA, an Land einsetzte. Nicht zuletzt durch deren Hilfe fiel San Sebastian schließlich am 8. September 1813. 1814 wechselte das Kommando der LYRA an Commander Dowell O´Reilly. Die LYRA, zusammen mit der gun-brigg MARTIAL (14 - Elliot † ) und der cherokee WOODLARK (10 - Balfour), unterstützte am 20. Februar 1814 Wellingtons Übergang über den Fluß Ardour in der Nähe von Biaritz, der nur unter großen Verlusten auch von Seeleuten der LYRA bewältigt werden konnte.
1815 wurde die LYRA im Mittelmeer eingesetzt.
Die Sloop wurde schließlich 1818 abgewrackt

Frankreichs Seekriege gegen England 1793-1815

ONYX

Die ONYX wurde 1808 auf der Werft von Ipswich gebaut. Ihr erster Kommandant war Commander Charles Gill (Leutnant 1797), der die Sloop im selben Jahr in Sheerness übernahm.
Bei Tagesanbruch des 1. Januar 1809 stand die ONYX rund 120 km westlich der Insel Texel, als sie südlich und auf ihrer Leeseite die Segel einer vermeintlich englischen Kanonenbrigg ausmachte. Kommandant Gill ließ das englische Erkennungssignal setzen, doch das fremde Schiff setzte die holländischen Farben, ließ die Kanonen ausrennen und suchte den Kampf. Es war die ehemalige englische Brigg 1 MANLY (14 - Jan-Willem Heneyman), die im Januar 1806 unter Leutnant (sic !) Martin White auf der Ems kreuzend den Holländern in die Hände gefallen war. Der Kapitän der MANLY, Leutnant Heneyman, verfügte wie die ONYX über rund 90 Mann Besatzung, angeblich aber auch über die bessere Bewaffnung. Die holländische MANLY sollte danach über zwölf englische 18-Pfünder-Karronaden2 und vier eiserne 6-Pfünder-Kanonen verfügen. Die ONYX verzögerte das Gefecht zunächst aus taktischen Gründen, denn die Erfahrung sagte Commander Gill, das er bei den herrschenden Windverhältnissen nur ein wenig warten mußte, um bei seinem Angriff die tiefstehende Sonne im Rücken zu haben. Auch hoffte Gill mit dem auffrischendem Wind bei stärkerem Seegang kämpfen zu können, weil er sich angesichts seiner entsprechend trainierten Besatzung und den ballistischen Pendeln an den Kanonen Vorteile erhoffte. Es war gegen 8:00, als der englische Kapitän diese Vorteile auf seiner Seite sah und sich mit einer plötzlichen Halse auf den Gegner stürzte. Die ersten Breitseiten setzten in diesem Fall vermutlich bereits die entscheidenden Treffer in der Takelage der MANLY. Die ebenfalls gut ausgebildeten Holländer versuchten zwar ihre taktischen Nachteile mit Segelmanövern auszugleichen und strebten danach, den Engländer der Länge nach mit ihren Geschützen zu beharken, ein Unterfangen, das eigentlich nicht ganz aussichtslos gegenüber einer cherokee war. Das es den als wendiger einzuschätzenden Holländern mißlang, spricht für die größere Präzision der englischen Artillerie. Nach einem 90minütigem Gefecht, bei dem auf der MANLY neben schweren Treffern in der Takelage mehrere Geschütze demontiert wurden und bei dem 5 Holländer starben und sechs verwundet wurden, strich Heneyman die Flagge. Die ONYX hatte einen Toten und zwei Verwundete zu beklagen, während das Schiff selbst nicht viel gelitten zu haben scheint. Commander Gill wurde wegen dieses Sieges umgehend zum Kapitän zur See befördert und sein erster Offizier Edward William Garrett verdankte seine Beförderung zum Commander ebenfalls der Treffsicherheit der englischen Kanoniere. Garrett übernahm wenig später die HOPE. Die MANLY wurde als gun-brigg in die Royal Navy übernommen, jedoch in BOLD (14) umgetauft.
1810 übernahm Commander Gawen William Hamilton das Kommando und führte die Sloop im Geschwader unter Konteradmiral Sir Richard Keats während der Belagerung von Cadiz.
1812 war die ONYX noch immer im Mittelmeer stationiert, es fand sich aber offensichtlich kein patentierter Kommandant für die Sloop, denn sie wurde von Leutnants als Interimskommandanten geführt. Im November 1812 war die ONYX unter dem Kommando von Leutnant Charles Phillips zusammen mit dem Mörserschiff DESPARATE (12 - L.W. Jenkins ) an der Vernichtung einer feindlichen Brigg vor Conil beteiligt.
1814 kehrte das SChiff nach England zurück, wo es bis zum Ende des Kriegs blieb.
Die ONYX wurde 1819 abgewrackt.


1 =    William James schreibt brigg-sloop, doch schon die englische MANLY gehörte zu den in der Regel etwas kleineren und schwächer bewaffneten gun-briggs. Die von James aufgezählte überlegene holländische Bewaffnung (s.o. und s.u.) mutet deswegen recht schwer für die kleine Brigg an, ist aber nicht unmöglich.

2 =    William James schreibt ausdrücklich englische 18-Pfünder-Karronaden.


OPOSSUM

Die OPOSSUM wurde 1808 auf der Werft von Gillingham fertiggestellt. Ihr erster Kommandant war William Henry Byam, Commander seit 1804.
Die Operationsstützpunkte der Sloop während des Krieges waren Surinam, Jamaika, Halifax und 1811 unter dem Kommando von Commander Thomas Wolridge auch die Leeward Inseln.
1815 kehrte die OPOSSUM nach England zurück und kreuzte unter Sir J.C. Richardson im Kanal.
Nach Napoleons Niederlage und Abdankung kamen der OPOSSUM und der SHELDRAKE (16 - George Brine) noch eine besondere Aufgabe zu: Um eine mögliche Flucht des französischen Kaisers nach Amerika zu verhindern, kreuzten beide Sloops vor der Mündung der Loire, die OPOSSUM weit vor der Küste, die andere Sloop nahe unter Land.
Die OPOSSUM wurde 1819 verkauft.


Napoleonic Naval Armaments 1792-1815 Napoleonic Naval Armaments 1792-1815
(New Vanguard)
von Chris Henry, Brian Delf (Illustrationen)
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 48 Seiten - Osprey -

Erscheinungsdatum: Mai 2004

Die Überlegenheit der Royal Navy basierte auf vielen Faktoren. Eine Basis für den Erfolg der Briten bestand zweifellos in ihrer überlegenen Artillerie. Dieses Buch vergleicht die englische Bewaffung mit der Ausstattung ihrer französischen, spanischen, dänischen, russischen und holländischen Opponenten.


PARTHIAN

Die PARTHIAN wurde 1808 auf der Werft von Deptford gebaut. Ihr erster Kommandant war J.B. Balderston.
Die Sloop wurde bereits im August 1808 in der Ostsee eingesetzt. Im britischen Verband unter Konteradmiral Keats nahm sie an der Evakuierung spanischer Ex-Besatzungstruppen von den dänischen Inseln teil. Rund 10000 spanische Soldaten, zuvor Teil der französischen Armee, wurden in den nächsten Wochen via England zurück nach Spanien gebracht, wo sie zugunsten der aufständischen Spanier bzw. Engländer in den Krieg auf der iberischen Halbinsel eingriffen.
1809 übernahm Richard Harward das Kommando. Kaum hatte er die Führung der cherokee übernommen, traf die PARTHIAN am 31. März 1809 rund 150 Meilen vor Kap Ortegal (Nordspanien) bei schwachem Wind und zeitweiliger Windstille auf ein bis dahin sehr erfolgreiches und bekanntes französisches Kaperschiff, die NOUVELLE GIRONDE aus Bordeaux. Deren Kommandant Lecomte hatte zuvor schon vielen englischen Kriegsschiffen das Heck gezeigt, doch die ungewöhlich ruhige Biskaya brachte sein schnelles Schiff nun in höchste Not. Dazu war er nicht nur artilleristisch unterlegen - sein Schiff führte nur vier 12-Pfünder-Karronaden und zehn 4-Pfünder-Kanonen - er hatte auch wegen der Bemannung von Prisen nur noch 58 von 86 Männern an Bord. In den nächsten 36 Stunden der Jagd entwickelte sich ein Rennen, das an die längst vergangene Zeit der Galeeren erinnerte, denn beide Schiffe griffen mangels Wind auf ihre langen Ruder zurück. An Bord der PARTHIAN gingen sogar die Offiziere an die Riemen und die englische Überzahl an Ruderern triumphierte schließlich am 2. Mai 1809 über die völlig erschöpften Franzosen, ein Kampf fand gar nicht mehr statt. Die Eroberung der NOUVELLE GIRONDE brachte Harward die Beförderung zum Kapitän zur See.
Sein Nachfolger im Juli 1809 war Commander Henry Dawson, der die PARTHIAN während der Walcheren-Expedition im August 1809 kommandierte. Im Dezember, nach dem katastrophalen Ende dieses Feldzuges in Holland, war Dawson mit der PARTHIAN Chef einer Flottille von Kanonenbooten, die den Rückzug und die Evakuierung der Truppen deckten.
Danach wurde die PARTHIAN zur Blockade der deutschen Flußmündungen eingesetzt.
1811 hieß der Kommandant der Sloop J. Tomkinson.
1812 übernahm James Henry Garrety das Kommando, die cherokee wurde im Kanal und in der Nordsee eingesetzt.
1814 hieß ihre Operationsbasis dann Portsmouth.
Die PARTHIAN unter Commander George Frederick Hotham scheiterte am 15. Mai 1828 in der Nähe der Marabout Insel an der ägyptischen Küste und ging verloren.


REDPOLE

Die REDPOLE wurde 1808 auf der Werft von Northam gebaut. Ihr erster Kommandant war John Joyce, Commander seit 1802.
Am 12. April 1809 war die REDPOLE gemeinsam mit ihrem Schwesternschiff LYRA an Gambiers und Cochranes Angriff auf Allemands Flotte vor der Ile d´Aix beteiligt. Die Sloops dienten als Wegmarke für die Feuer- und Explosionsschiffe.
Ende 1809 wurde Commander Colin MacDonald neuer Kommandant der REDPOLE. Die Sloop kreuzte rund 30 Meilen südlich vor Beachy Head (Eastbourne), als man im Morgengrauen des 9. Dezember 1809 zwei französische Lugger sichtete. Die REDPOLE nahm die Verfolgung auf und wurde nach einigen Stunden von der PELICAN (16) in ihren Bemühungen unterstützt. Tatsächlich gelang es MacDonald, sein Schiff auf gleiche Höhe mit der französischen GRAND RODEUR (16 - J. G. Huret) zu bringen. Innerhalb von nur einer halben Stunde überwältigte die REDPOLE den feindlichen Lugger trotz seiner 80 Mann Besatzung. Der PELICAN jedoch gelang es nicht mehr, den zweiten Lugger noch einzuholen.
Am 21. September 1811 bescherte der Besuch des französischen Kaisers bei seiner Invasionsflotte in Boulogne der REDPOLE ihren nächsten Kampfeinsatz. Als Demonstration für den Kaiser ließ Konteradmiral Baste die vor Boulogne liegende englische Fregatte NAIAD (38 - Philip Carteret) durch eine Flottille von Prähmen angreifen. Die REDPOLE, ihr Schwesternschiff RINALDO (10 - James Anderson) sowie der cruizer CASTILLIAN (18 - David Braimer) und der Kutter VIPER hatten schon zu Beginn des Monats kleinere Scharmützel mit den französischen Prähmen ausgefochten - siehe RINALDO. Nun kamen sie der NAIAD zur Hilfe, die von immerhin 7 Prähmen, rund 10 Briggs, einem Mörserschiff und einer Reihe kleinerer Kanonenbooten angegangen wurde. Der englischen Flottille gelang es, die mit je zwölf Vierundzwanzigpfünder-Karronaden bewaffneten und über 100 Mann Besatzung ausgestatteten Prähme zu zerstreuen und eines der Boote wegzunehmen. Dabei spielten die beiden cherokees eine entscheidende Rolle.
1814 wurde Alex Frazer Kommandant der Sloop, die an der holländischen Küste kreuzte.
1815 wechselte das Kommando zu Commander Edmund Denman. Die REDPOLE wurde als Transportmittel für die aus englischem Exil zurückkehrende europäische Elite eingesetzt. Unter anderen gelangten an Bord der Sloop die Prinzen Karl und Wilhelm von Braunschweig zurück auf den Kontinent.
Mit Beginn der Hundert-Tage-Herrschaft Napoleons 1815 landete die REDPOLE Truppen in Ostende und setzte sich später an die Spitze eines kleinen Geschwaders in der Schelde.
Nach der Niederlage des französischen Kaisers gehörte die REDPOLE zur Eskorte, die den Ursupator in die Verbannung nach St. Helena geleitete. Nach der Ankunft des Kaisers auf der Insel brachte die REDPOLE die Nachricht zurück nach Plymouth.
1817 übernahm Commander James Thomas Pasley das Kommando, verstarb jedoch bereits am 15. Juni 1817 auf Ascension. Von 1817 bis 1819 gehörte die REDPOLE vor St. Helena zu den Schiffen, die eine Flucht
Kaiser Napoleons verhindern sollten. In den nächsten Jahren wurde die REDPOLE offensichtlich von Leutnants als Stellvertretern kommandiert. 1825 wurde aus der REDPOLE ein Postschiff und ihre Operationsbasis hieß Falmouth.
Am 10. August 1828 stieß die REDPOLE vor Kap Frio (Rio de Janeiro) auf das Piratenschiff CONGRESS. Die englische Sloop wurde gekapert und versenkt.

Das verschollene Schiff

REYNARD

Die RHODIAN wurde 1808 auf der Werft von Upnor fertiggestellt. Ihr erster Kommandant ist mir unbekannt. 1809 bekam Hew Steuart (Leutnant 1799) das Kommando und führte die REYNARD im Geschwader von Sir Richard Strachan während der im August 1809 beginnenden Walcheren-Expedition in holländischen Gewässern. Nach der Evakuierung der britischen Truppen Ende 1809 wurde die REYNARD in die Ostsee verlegt.
Dort assistierte sie im Juni 1812 bei der russisch-englischen Verteidigung Rigas gegen die anstürmenden Franzosen und Preußen. Die REYNARD führte eine Flottille aus englischen und russischen Kanonenbooten an. ( Der Schriftsteller Cecil L. Forester hat vermutlich Steuarts Berichte über die Verteidigung Rigas genau studiert, denn in seinem Roman Der Kommodore finden sich viele Einzelheiten der englischen-russischen Verteidigung Rigas wieder. )
Ende 1812 kehrte die REYNARD nach England zurück, Steuart wurde zum Kapitän befördert.
1814 führte Comander David St. Clair die Sloop vor der spanischen Küste. 1815 war ihr Einsatzgebiet das Mittelmeer.
Die REYNARD wurde 1818 abgewrackt.


RHODIAN

Die RHODIAN wurde 1808 auf der Werft von Northam fertiggestellt. Ihr erster Kommandant war George Moubrey. Die RHODIAN wurde in Jamaika stationiert.
1812 ging das Kommando auf Commander John George Boss über.
Die Sloop soll in den nächsten Monaten recht erfolgreich agiert haben, ohne das ich aber genauere Daten auftreiben konnte. Im Sommer des Jahres konnte Boss sich auszeichnen, als er einen Konvoi gegen französische Kaperschiffe erfolgreich verteidigte und sogar zwei Angreifer versenkte. Bald darauf soll die RHODIAN vor Kuba ein "großes Piratenschiff" inklusive dreier Beuteschiffe gestellt und erobert haben. Außerdem wird der Sloop im Verlaufe des Jahres der Fang von rund 30 amerikanischen Handelsschiffen nachgesagt.
Das Jahr 1813 dagegen brachte der Sloop Pech: Die RHODIAN sank am 21. Februar 1813 vor Port Royal. Die Besatzung konnte sich immerhin mit Flößen in Sicherheit bringen.


 Die Brigg Die Brigg
von Rainer Däbritz & Wolfgang Quinger
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 48 Seiten
     Die Schebecke und andere Schiffstypen des Mittelmeerraumes Die Schebecke und andere Schiffstypen des Mittelmeerraumes
von Wolfram zu Mondfeld
Sprache: Deutsch
Taschenbuch - 63 Seiten - Delius Klasing Vlg GmbH

Erscheinungsdatum: Dezember 1984


RINALDO

Die RINALDO wurde 1808 in Deptford gebaut. Ihr erster Kommandant war James Irwin, Commander seit 1802.
1809 wechselte das Kommando auf den gerade zum Commander beförderten James Anderson (Leutnant 1802). Die RINALDO war der Kanalflotte zugeteilt und wurde zunächst als Transportschiff mit den Zielen La Coruna und Kopenhagen eingesetzt.
Am 7. Dezember 1810 kreuzte die RINALDO mit westlichem Wind vor Dover, als sie kurz nach Sonnenuntergang im Luv zwei große französische Lugger entdeckte. Die beiden Kaperschiffe hatten vor dem englischen Hafen auf Beute gelauert, doch das Erscheinen der englischen Sloop bewegte die Freibeuter nun zur Flucht. Dabei machten die französischen Kommandanten jedoch einen entscheidenden Fehler. Möglicherweise in der Annahme, das die RINALDO alsbald Verstärkung erhalten würde, die englische Sloop jedoch zwischen ihnen und der rettenden Heimatküste stand, trennten sich die Lugger. Einer der Kaperschiffe versuchte vor dem Bug der RINALDO zu entkommen, das andere Schiffe beabsichtigte hinter dem Heck des englischen Gegners zu passieren. Die RINALDO ließ sich jedoch nicht verwirren, schenkte dem Schiff hinter ihrem Heck keine Beachtung und schnitt dem vor ihrem Bug kreuzenden Lugger den Weg ab. Es war dies die MARAUDEUR (14) mit einer Besatzung von 85 Mann, ein schnelles Schiff, das erst zwei Wochen zuvor vom Stapel gelaufen war und seine erste Kaperfahrt überhapt machte. So schnell die MARAUDEUR auch war, an der RINALDO kam sie nicht vorbei. Die englische Sloop attackierte den französischen Lugger mit dem typischen Bug-Rammstoß zwischen Bugspriet und Fockmast des Gegners, um das Salamis-Entermanöver einzuleiten. Der Wind trieb die beiden Schiffe jedoch Breitseite an Breitseite. Ein erster, offensichtlich überstürzter Enterversuch der Franzosen wurde von dem englischen Enterkommando unter Leutnant Palmer erfolgreich zurückgeschlagen. Dem Gegenstoß von der RINALDO hatte man dann an Bord der MARAUDEUR nichts mehr entgegen zu setzen. Auf französischer Seite gab es 5 schwer Verwundete inklusive des Kapitäns, die RINALDO bestand das Gefecht ohne Verluste.
Nur wenige Tage später , am Nachmittag des 17. Dezember 1810 und einige Meilen vor dem Owers-Signalfeuer (südenglische Küste) , einem verankerten Feuerschiff, entdeckte die RINALDO weiter draußen auf See vier kleinere Lugger, die offenbar ebenfalls auf Beute lauerten. Kapitän Anderson wußte, das eine Jagd auf die schnellen und zudem in Luv stehenden Kaperschiffe aussichtslos war. Er griff deswegen zu einer List und wandte sich mit der RINALDO scheinbar zur Flucht. Tatsächlich erregte er damit die Aufmerksamkeit der französischen Flottille, die die Verfolgung aufnahm. Anderson achtete darauf, den Verfolgern immer nur das Heck zuzuwenden, damit diese die RINALDO nicht als Kriegsschiff erkennen konnten. Außerdem hatte er die Segel so trimmen lassen, das der Gegner aufholen konnte, ohne aber wegen der scheinbar erfolgreichen Verfolgung Verdacht zu schöpfen. Gegen 17:00, das Feuerschiff war nur noch eine halbe Meile entfernt, hatten zwei der Lugger die Sloop fast eingeholt und forderten sie unmißverständlich zur Übergabe auf. Ihre Forderungen wurden von Musketensalven in das Heck der cherokee unterstützt. Die RINALDO ließ nun die Maske der Harmlosigkeit fallen, wandte den Angreifern ihre Breitseite zu, öffnete die Stückpforten und versetzte dem ersten Lugger eine Breitseite. Dann näherte sie sich dem zweiten Kaperschiff mit dem Namen VIEUX JOSEPHINE, einem Lugger mit 16 kleinen Geschützen und 80 Mann Besatzung. Die Breitseite der RINALDO, auf kurze Distanz abgefeuert, fegte dem Lugger beide Masten weg und riß den Rumpf des kleinen Schiffes auf. Der französische Kommandant, der sofort die Hoffnungslosigkeit der Lage seines sinkende Schiffes erkannte, kapitulierte umgehend und erbat Hilfe zur Rettung seiner Besatzung. Doch der zweite Lugger rammte das Vorschiff der RINALDO und drohte, den Engländer zu entern. Die britische Sloop hielt darauf von beiden Gegnern ab und nahm den noch intakten Angreifer unter Feuer. Auch dessen Kommandant erkannte die hoffnungslose artilleristische Unterlegenheit seines Schiffes und holte die Trikolore nieder. In diesem Moment jedoch trug der Ebbstrom die RINALDO gegen das Feuerschiff und die Sloop verfing sich in den Verankerungen der großen Schiffsboje. Um das Unglück noch größer zu machen, kamen nun die beiden noch unbeschädigten Lugger heran und eröffneten aus ihren jeweils 14 kleineren Kanonen das Feuer auf die havarierte brig-sloop. Die RINALDO, die noch immer damit beschäftigt war, von dem Feuerschiff klar zu kommen, wehrte sich nach Kräften und landete auch einige deutliche Treffer. Das Feuer der Lugger ermöglichten dem angeschossenen französischen Kaper aber immerhin die Flucht. Die VIEUX JOSEPHINE dagegen sank und riß fast die ganze Crew mit sich ins Verderben. Lediglich der Kommandant und zwei seiner Männer konnten noch aus dem Meer gerettet werden. Angesichts des heftigen Geschütz- und Musketenfeuers von den Luggern erschien es wie ein Wunder, das die RINALDO weder Tote noch Verwundete zu beklagen hatte.
Mit Beginn des Frühlings 1811 wurde die RINALDO zur Beobachtung des Küstenstreifens zwischen Calais und Boulogne eingesetzt. Vor allem in Boulogne wurde noch immer an der Invasionsflotte gebaut, mit der Napoleon plante, einmal nach England überzusetzen. Diese unter Beobachtung zu behalten gehörte u.a. zu den Aufgaben Andersons. Am 3. September 1811 beobachtete die RINALDO gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff REDPOLE (10- MacDonald) , wie eine vor Boulogne liegende Flotille aus Prähmen, Kanonenbooten und kleinen Briggs unter Segel ging und sich an der Küste entlang Richtung Calais bewegte. Die beide englischen Sloops verfolgten die franösische Flottille in der Hoffnung, eventuell das eine oder andere zurückbleibende Boot abzufangen. Tatsächlich blieben einer der Prähme und eine Brigg schließlich weit genug zurück, um den Angriffsgeist von Anderson und MacDonald zu reizen. Man kann dabei auch französische Absicht unterstelen, denn kaum hatten die beiden englischen Sloops Kurs auf die Nachzügler genommen, schlossen diese wieder zur Flottille auf. Die RINALDO und die REDPOLE attackierten jedoch trotzdem die Nachhut des französischen Geschwaders, angesichts einer Breitseite aus sechs 24-Pfünder-Karronaden, über die ein Prahm verfügte, ein gefährliches Unternehmen. Angesichts der heranstürmenden Engländer bildeten die Franzosen auch prompt eine schwimmende Batterie, sozusagen das Pedant zur Wagenburg im Wilden Westen, so das die RINALDO und die REDPOLE angesichts des heftigen Feuers wieder abdrehen mußten. Die französische Flottille setzte nun ihren Weg wieder fort, bis die Briten einen weiteren Angriff wagten. Doch die schnell gebildete Linie der Franzosen ließ keine Schwächen erkennen. Nachdem sich diese Manöver einige Male wiederholt hatten, blieben die Franzosen vor Anker und die Briten gaben ihre Angriffe auf. Auf beiden Seiten gab es offenbar keine Verluste.
Einige Tage später, am 20. September 1811, war der französische Kaiser zur Inspektion in Boulogne und zur Demonstration der Feuerkraft der Prähme ließ Konteradmiral Baste die englische Fregatte NAIAD (38 - Philip Carteret) angreifen. Die RINALDO und die REDPOLE kamen der Fregatte zur Hilfe und einer der Prähme wurde erobert ( Siehe REDPOLE ). Die RINALDO hatte einen Verwundeten.
Am 1. Februar 1812 entdeckte die RINALDO bei Calais eine aufgelaufene französische Kanonen-Brigg. Ein Boot unter Leutnant Miller ergriff Besitz von dem gescheiterten Schiff und verbrannte es. Zufälligerweise wurde am selben Tag der Kommandant James Anderson zum Kapitän zur See befördert.
Anderson wurde von Commander Sir William George Parker abgelöst, der mit der RINALDO im Mai 1812 als Teil eines kleinen englischen Geschwader zwei vor Boulogne in Not geratenen englischen brig-sloops Hilfe brachte - siehe dazu BERMUDA.
Die RINALDO wurde 1835 verkauft.


ROLLA

Die ROLLA wurde 1808 auf der Werft von Northfleet gebaut. Ihr erster Kommandant war Samuel Clarke (Leutnant 1801).
Die Sloop wurde für die Dauer des Krieges als Küstenschutz vor Südengland eingesetzt. In dieser Funktion fing sie am 11. Oktober 1811 den französischen Lugger ESPOIR (16) vor Fecamp.
1814 wechselte das Kommando zu Commander William Hill. Neben dem Küstenschutz wurde die ROLLA nun auch im Konvoidienst nach Irland und zurück eingesetzt. 1815 hieß der neue Kommandant Robert Julyan.
Die ROLLA wurde 1822 verkauft.


 DAS SCHIFF von Stephen Biesty, Richard Platt
Englische Version des in Deutschland weitgehend
vergriffenen Werkes von Stephen Biesty, Richard Platt


ROSARIO

Die ROSARIO wurde 1808 auf der Werft von Ipswich gebaut. Wer sie als erster in Dienst stellte, ist mir unbekannt.
1810 wurde die Sloop von Commander Booty Harvey in der Nordsee kommandiert.
Am 10. Dezember 1810 kreuzte die ROSARIO vor Dungerness, als sie auf zwei große französische Lugger stieß, beide mit 16 kleineren Geschützen und jeweils 45 bis 50 Mann Besatzung ausgestattet. Beide Parteien suchten den Kampf. Die ROSARIO und der Lugger MAMELOUCK unter Kapitän Norbert Laurence legten sich Seite an Seite, wobei der Bugspriet der ROSARIO schwer beschädigt wurde (Salamis-Manöver ?). Ein Enterkampf entbrannte und während LeutnantThomas Daws von der ROSARIO mit seiner Enterabteilung die Franzosen zurückdrängte und seinerseits die MAMELOUCK stürmte, kam der zweite französische Lugger auf der anderen Seite der ROSARIO längseits. Zwei wirkungsvolle Breitseiten der englischen Sloop und der schnelle Erfolg Daws veranlaßten diesen Angreifer jedoch dazu, sich wieder von der cherokee zu lösen und in Sicherheit zu bringen. Wegen ihrer beschädigten Takelage war der Sloop eine Verfolgung des angeschlagenen Gegners nicht möglich. Die MAMELOUCK aber wurde die Prise der ROSARIO. Die ROSARIO hatte 5 Verwundete zu beklagen, an Bord der MAMELOUCK wurden 7 Männer verletzt.
Am 27. März 1812, gegen 8:30 am Morgen, stand die ROSARIO rund 5 Meilen südwestlich vor Dieppe. Dort hatte in einer Linie entlang der Küste eine französische Flottille von zwölf Briggs und einem Lugger Anker geworfen. Es handelte sich dabei um die 14. Division der Boulogner Flottille, einem Überbleibsel der Invasionsflotte Napoleons, mit der der französische Kaiser einst England erobern wollte. Diese Briggs waren bei 50 Mann Besatzung mit drei Vierundzwanzigpfünder-Karronaden und einem 8-Inch-Mörser ausgerüstet. Die Division wurde von Kapitän Louis Saizieu kommandiert und hatte am Abend zuvor Boulogne mit Ziel Cherbourg verlassen. Commander Harvey beschloß die Flottille anzugreifen, um gegebenenfalls die ein oder andere Brigg abzuschneiden und wegzunehmen. Der französische Kommodore ließ jedoch bei der Annäherung der englischen Sloop eine Abwehrlinie formieren und ein heftiges Sperrfeuer eröffnen. Commander Harvey, der das Feuer der Linie als zu heftig einschätzte, um den Kurs zu halten, hoffte, wenigstens die hinterste der Briggs erfolgreich attackieren zu können. Doch als sich die ROSARIO dieser Brigg näherte, kam sogleich die ganze Flottille der Angegriffenen zur Hilfe. Harvey sah ein, das er allein unter diesen Umständen dem Gegner nicht schaden konnte und machte sich auf den Weg, Unterstützung zu suchen. Nicht weit von Dieppe kam er in Kontakt mit der englischen Sloop GRIFFON (16) unter Commander George Trollope, dessen 14 Vierundzwanzigpfünder-Karronaden und 2 Sechspfünder-Kanonen Harvey helfen sollten. Nachdem die ROSARIO der freilich noch weit entfernten GRIFFON die Lage signalisiert hatte, setzte sie sofort wieder Kurs auf die feindliche Flottille. Um 1:30 in der Nacht hatte die ROSARIO gegenüber dem Feind genug Luv, um um einen schnellen Angriff zu fahren. Sie segelte mitten hinein in die Formation des Feindes, bei dem zwei der Briggs miteinander kollidierten und sich Seite an Seite verfingen, ein dankbares Ziel für die Karronaden der cherokee. Dann schoß die ROSARIO einer dritten Brigg den Hauptmast weg und jagte die nächstbeste Brigg auf Grund. Da schließlich nur noch zwei französische Schiffe in Lee lagen, stürzte sich die englische Sloop auf die zu ihrem Standort nächste, rammte sie, enterte die Brigg und nahm sie weg. Inzwischen kam die GRIFFON heran und machte sich auf die Jagd nach dem zweiten Schiff, das im Lee der ROSARIO gestanden hatte. Diese flüchtete ans Ufer und setzte das Schiff auf eine Sandbank, wo sie aber unter den Schutz einer Landbatterie kam, welche die GRIFFON mit heftigem Feuer bedachte. Trollope sah keine Möglichkeit, die Jagd erfolgreich fortzusetzen und wendete. Die ROSARIO war noch mit ihrer Prise und der Reparatur der Takelagen beschäftigt, doch Harvey signalisierte dem Kommandanten der GRIFFON, er möge den Angriff auf die Flottille fortsetzen. Auch Trollope steuerte mitten hinein in die inzwischen schon zersprengte Flotte des Gegners, von denen einige unter Segeln, andere vor Anker waren. Unter diesen Umstände gelang es der GRIFFON trotz des Abwehrfeuers der Vierundzwanzigpfünder, eine der ankerenden Briggs zu entern und zu erobern. Der ROSARIO trieb indessen die Brigg zu, deren Hauptmast sie zuvor mit ihrem Beschuß gekappt hatte. Harvey stellte fest, das sie von der Crew bereits verlassen war und machte so die dritte Prise dieses Tages. Die verschonten Schiffe der französischen Flottille liefen inzwischen im Schutz der Dunkelheit nach Dieppe, während das Schicksal der beiden aufgelaufenen Briggs nicht weiter berichtet wird. Die Briten kamen mit 5 Verwundeten davon, die Verluste auf französischer Seite wurden nicht berichtet. Commander Harvey wurde aufgrund dieses erfolgreichen Coups wenige Tage später zum Kapitän zur See befördert Abgelöst wurde er von Commander William Henderson, der die Sloop bis 1814 als Küstenschutz vor Südengland führte.
1814 übernahm Thomas Peak das Kommando.
Die ROSARIO wurde 1832 verkauft.


SARPEDON

Die SARPEDON wurde 1809 auf der Werft von Eling gebaut. Ihr erster Kommandant war James Green (Leutnant 1799).
Die Operationsbasis der SARPEDON war bis zu ihrem Ende der Hafen von Leith, ihre Mission Küstenschutz und Schutz der Handelschifffahrt, ihr erweitertes Einsatzgebiet die Nordsee.
1812 übernahm Commander Thomas Parker die Sloop. Der einzige mir bekannte Kampfeinsatz der SARPEDON ereignete sich am 22. April 1812, als die cherokee vor Fair Isle das kleine dänische Kaperschiff RAP, einen Schoner mit 4 Kanonen und 25 Mann Besatzung, aufbrachte.
Die SARPEDON sank vermutlich am 1. Januar 1813, ohne das auch nur ein Mann der Crew den Schiffbruch überlebte.


SHEARWATER

Die SHEARWATER wurde 1808 auf der Werft von Newcastle fertiggestellt. Ihr erster Kommandant war Commander Edward Reynolds Sibly oder Sibley (Leutnant 1794), der im Mai 1809 die Sloop in Chatham für das Mittelmeer ausrüstete.
Im Juli 1810 gehörte die cherokee zu einem Geschwader unter Kommodore Henry Blackwood, das den Hafen von Toulon blockierte. Am 17. Juli 1810 jagten die Fregatte EURYALUS (36 - George Dundas) und die SHEARWATER einen von einer Fregatte gedeckten französischen Konvoi, der sich gerade noch in den kleinen Hafen von Bandol, wenige Meilen westlich von Toulon, flüchten konnte. EURYALUS und SHEARWATER bezogen eine Blockadeposition vor Bandol. Am Morgen des 20. Juli 1810 machte der Konvoi eine Ausbruchsversuch, der offensichtlich mit dem Auslaufen einer französischen Flotte von Linienschiffen und Fregatten aus Toulon koordiniert war. EURYALUS und SHEARWATER konnten die Vereinigung der beiden Gruppen nicht verhindern und wurden durch einen Befehl von Kommodore Blackwood unfreiwillig zum Lockvogel für den Gegner. Der Flottenchef beabsichtigte nämlich, angesichts der französischen Flotte seine Schiffe zu sammeln und signalisierte u.a. Dundas und Siblys Schiffen, zur englischen Flotte zu stoßen. Der Weg der britischen Fregatte und ihrer begleitenden Cherokee-Sloop führte allerdings nah an der französischen Nachhut vorbei, gebildet u.a. aus der AJAX (74) und der AMELIE (40). Die Franzosen eröffneten sofort ein heftiges Feuer auf die Passierenden, erzielten jedoch nicht einen Treffer. Dafür geriet die französische Nachhut in den Feuerbereich der sich nähernden Flotte Blackwoods und tauschte mit den englischen Linienschiffen eine Handvoll Breitseiten auf größere Distanz und mit einiger Wirkung, bevor die französische Flotte mit dem Konvoi aus Bandol wieder nach Toulon zurückkehrte.
Ab 1814 diente die cherokee unter Commander W.R. Smith zunächst weiter im Mittelmeer, wurde dann aber nach Jamaika verlegt.
Die SHEARWATER wurde 1822 in Portsmouth abgemustert, wo sie bis 1830 lag. 1832 wurde die Sloop verkauft.

Abonnement des National Geographic

TYRIAN

Die TYRIAN wurde 1808 auf der Werft von Northam gebaut. Ihr erster Kommandant 1808 war Henry Thomas Davies (Leutnant 1800), ihre Operationsbasis die Insel Guernsey.
1811 kommandierte Commander Frederick Burgoyne die Sloop. 1812 war die TYRIAN unter Commander Augustus Baldwin auf dem Spithead stationiert, 1815 dann im Kanal.
Die TYRIAN wurde 1819 verkauft.


WILDBOAR

Die WILDBOAR wurde 1808 auf der Werft von Frindsbury gebaut und in Chatham in Dienst gestellt. Ihr erster Kommandant ist mir unbekannt. 1810 führte Thomas Burton, Commander seit 1802, die WILDBOAR zunächst im Kanal, schließlich von der Operationsbasis Lissabon aus. Dabei gelang ihm ein guter Fang, als er einen Schoner voll mit französischen Stabsoffizieren aufbrachte. Das Glück sollte Burton jedoch nicht treu bleiben: Als er nach England zurück segelte, um die WILDBOAR einem neuen Kommandanten zu übergeben und das Kommando über die nagelneue cruizer-Slop PRIMROSE (18) anzutreten, scheiterte die cherokee am 15. Februar 1810 auf dem Rundle Stone bei den Scilly-Inseln. Die WILDBOAR riß zwölf Männer mit in die Tiefe, Burton wurde in der folgenden kriegsgerichtlichen Untersuchung (23. März 1810) jedoch freigesprochen und übernahm die PRIMROSE.


WOODLARK

Die WOODLARK wurde 1808 auf der Werft von Newcastle gebaut. Ihr erster Kommandant ist mir unbekannt. 1810 übernahm Commander G.E. Watts das Schiff. Unter seiner Führung vernichtete die Sloop am 26. Mai 1810 vor Jütland trotz des Schutzes von Küstenbatterien einen schwerbewaffneten dänischen Kutter. 1812 war die WOODLARK in der Ostsee stationiert.
1814 hieß der neue Kommandant dann Commander Robert Balfour und die neue Operationsbasis war Plymouth. Zusammen mit Offizieren und Seeleuten von der gun-brigg MARTIAL (14 - Elliot † ) und der cherokee LYRA (10 - O´Reilly) führte Leutnant George Cheyne von der WOODLARK am 20. Februar 1814 Wellingtons Übergang über den Fluß Ardour an und ereichte mit seinem Boot als erster das andere Ufer. Die Briten erlitten bei dieser Operation zwar größere Verluste, am Ende aber hatten sie aus den Booten eine provisorische Ponton-Brücke gebildet.
1815 wechselte das Kommando auf Commander William Cutfield und die WOODLARK patrouillierte im Kanal.
1817 wurde die Sloop verkauft.


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