Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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seeschlacht.tk

REVELL-Bausatz der USS CONSTITUTION Maßstab 1 : 96
 The Royal Navy 1793-1815 (Battle Orders)

Vizeadmiral James Richard Dacres (Junior)

James Richard Dacres 1831

* 22. August 1788 in Lowestoft, Suffolk            † 4. Dezember 1853 auf seinem Landsitz in Hampshire

James Richard Dacres wurde am 22. August 1788 in Lowestoft als Sohn des Kapitäns und späteren Vizeadmirals James Richard Dacres (1749 - 1810) und dessen Ehefrau Eleanor Blandford geboren. Neben James Vater war auch sein Onkel Richard Dacres (1761-1837) Kapitän in der Royal Navy.
Richard James Dacres Junior ging bereits 1796 (!) zur Royal Navy und diente zunächst als Kajütenjunge an Bord des von seinem Vater kommandierten Dreideckers BARFLEUR (98 - James Richard Dacres Senior), der das Flaggschiff von Vizeadmiral Waldegrave war. An Bord dieses Linienschiffes wurde Dacres am 14. Februar 1797 Zeuge des historischen englischen Sieges gegen die spanische Flotte in der Seeschlacht von Kap St. Vincent.
Im Jahr 1800 wurde Dacres Fähnrich und nahm auf einem Schiff des Geschwaders von Konteradmiral Warren an den englischen Landungen unter General Pulteney bei Ferrol (Spanien) teil.
1803 war Dacres Fähnrich auf der englischen 38-Kanonen-Fregatte BOADICEA (38 - John Maitland), die am 31. August 1803 im Atlantik, rund 800 km westlich von Brest, auf das französische Linienschiff DUGUAY TROUIN (74 - Claude Touffet) und die Fregatte GUERRIERE (40 - Louis Baudouin) traf. Maitland hielt die DUGUAY TROUIN für ein en flute segelndes Linienschiff oder für sogar gänzlich unbewaffnet, attackierte frech und wechselte einige Breitseiten mit dem 74-Kanonen-Schlachtschiff. Als der Engländer seinen Irrtum bemerkte, brach er das Gefecht ab und konnte den beiden Franzosen nach kurzer Jagd entkommen. Möglicherweise hatte diese Aktion einen nachhaltigen Einfluß auf den Fähnrich Dacres.
1804 wurde Dacres Vater, seit 1799 Konteradmiral, Oberkommandierender auf Jamaika und erwarb damit das geschätzte Recht eines Stationskommandanten, Beförderungen auszusprechen. Da verwundert es nicht, daß James Richard Dacres Junior am 15. November 1804 im Alter von nur 16 Jahren zum Leutnant befördert wurde, ohne Protektion undenkbar.

Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights



Und als James Richard Dacres Senior 1805 Vizeadmiral wurde, verschaffte die Vetternwirtschaft 1 seinem Sohn, dem blutjungen Leutnant, am 5. Juli 1805 sogar die Beförderung zum Commander und das Kommando über die Sloop ELK (18).
Nur wenige Monate später, am 14. Januar 1806, beförderte der Vizeadmiral seinen Sohn sogar zum Kapitän zur See und gab ihm das Kommando über die BACCHANTE (22).
Am 29. August 1806 glückte einem Kommandotrupp von Dacres Schiff ein nächtlicher Angriff auf eine spanische Brigg und zwei kleinere Schiffe im Hafen von Santa Martha, die Boote von der BACCHANTE (20 - James Richard Dacres) unter dem Kommando von Leutnant Norton konnten alle drei Schiffe erbeuten.
Am 14. Februar 1807 stellten die BACCHANTE (20 - James Richard Dacres) und die MEDIATOR (32 - William Furlong Wise) vor Kap Raphael (Santo Domingo) das kleine französische Kriegschiff DAUPHIN (3) mit rund 70 Mann an Bord. Weil dieses Schiff in der Kaperschiff-Hochburg Samana gut bekannt war, planten die beiden Kapitäne eine Kriegslist : Sie schlichen sich mit der DAUPHIN unter französischer Flagge, gefolgt von der unbeflaggten MEDIATOR, unbehelligt von den Landbatterien in den Hafen und setzten eine Landungsabteilung unter Kapitän Wise an Land. Das Fort von Samana wurde erfolgreich gestürmt und vier auf der Reede vor Anker liegende Schiffe als Prisen genommen. Der erfolgreiche Angriff auf das "Piratennest" machte die englische Handelsschiffahrt in diesem Teil der Karibik wesentlich sicherer.

Leutnant Hornblower
In Leutnant Hornblower" von C.S. Forester versuchen Hornblower und seine Kollegen ebenfalls ein "Piratennest" vor Samana auszuheben. Offensichtlich hat sich Forester von Dacres und Wise inspirieren lassen.

Noch 1807 verließ Dacres die BACCHANTE und kehrte im Dezember 1807 nach England zurück. Offenbar war er in den nächsten drei Jahren auf Halbsold oder hatte ein Kommando beim Küstenschutz.
1810 heiratete Dacres Arabella Boyd, eine Tochter von General Sir Hugh Dalrymple. Kurz zuvor traf Dacres jedoch ein Schicksalsschlag: Am 6. Januar 1810 starb sein Vater, der Vizeadmiral, durch einen Sturz vom Pferd.
Im April 1811 übernahm Kapitän James Richard Dacres das Kommando über die 38-Kanonen-Fregatte GUERRIERE 2, der er einst als französische 40-Kanonen-Fregatte an Bord der BOADICEA (38 - James Maitland) begegnet war (s.o.). Die GUERRIERE diente auf der amerikanischen Station und gehörte bei Ausbruch des Krieges gegen die USA am 18. Juni 1812 zum Geschwader von Kommodore Sir Philip Broke von der AFRICA (64), das im Juli 1812 die große amerikanische Fregatte CONSTITUTION (44 - Isaac Hull) jagte. Das amerikanische Schiff entkam, traf aber schließlich am 19. August 1812 in einem berühmten und siegreichen Duell auf Dacres´ GUERRIERE (38).
Dacres und Kapitän
Hull bzw. ihre Schiffe waren sich noch in Friedenszeiten auf den Reeden von Barbados und den Bahamas begegnet. Die beiden Kommandanten hatten in kollegialen Gesprächen auch die Chancen in einem möglichen Duell beider Schiffe abgewogen 3. Der erst 23jährige Kapitän Dacres rechnete sich gute Chancen für diesen Fall aus und nahm deswegen an diesem Tag im August den Kampf gegen den größeren und mit schwererer Artillerie bestückten amerikanischen Gegner an.
Dacres, der selbst verwundet wurde, wurde jedoch vernichtend geschlagen.
Man muß dem jungen Kapitän aber fairerweise zugute halten, daß die englische Marine zu diesem Zeitpunkt noch keine Kampferfahrungen gegen die großen amerikanischen Fregatten hatte, dafür aber gegen Frankreich ungeachtet der Größenunterschiede in fast allen Fregattenduellen erfolgreich war.
Das Duell verlief für die GUERRIERE zudem auch noch unglücklich, weil die 24-Pfünder der CONSTITUTION bereits mit ihrer ersten Breitseite den englischen Besanmast fällten, dieser wiederum schwere Schäden an Deck anrichtete und die Manövrierfähigkeit der GUERRIERE gegenüber dem ohnehin überlegenen Gegner schwer behinderte.

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Dacres hatte aus Selbstüberschätzung heraus den Fehler gemacht, das Gefecht überhaupt anzunehmen. Das obligatorische Kriegsgericht, einberufen wegen des Verlustes der GUERRIERE, sprach James Richard Dacres ehrenvoll von jeder Schuld am Verlust seines Schiffes frei. Die anschließende Verteidigungsrede des Kommandanten der GUERRIERE (38) dokumentiert, das er und offensichtlich auch seine Kollegen aus der Niederlage (noch) nicht gelernt hatten. Diese Haltung hatte den Briten im Verlaufe des Jahres 1812 noch zwei weitere Fregatten gegen die Amerikaner gekostet.
Dacres bekam 1814 das Kommando über die Fregatte TIBER (38), die er bis zu ihrer Abmusterung in Deptford am 13. Oktober 1818 führte. Zu Beginn seines Kommandos verfolgte die TIBER (38) Ende Januar 1815 in der Biskaya ausgerechnet die CONSTITUTION (44 - Charles Steward), inzwischen freilich unter einem anderen Kapitän.
Irgendwann verlor Dacres die Spur der amerikanischen Fregatte, dafür gelang ihm am 8. März 1815 die Aufbringung eines kleineren amerikanischen Kaperschiffes (Name unbekannt) mit 6 Kanonen und 80 Mann Besatzung.
Von 1833 bis 1837 kommandierte er als Kommodore auf der nordamerikanischen Station und im englischen Kanal.
Am 28. Juni 1838 wurde Dacres zum Konteradmiral befördert.
1845 wurde er Oberkommandierenden am Kap der Guten Hoffnung.
Danach ist mir nur noch das Jahr seiner Erennnung zum Vizeadmiral bekannt: 1848.
Vizeadmiral James Richard Dacres starb am 4. Dezember 1853 auf seinem Landsitz in Hampshire.

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Erscheinungsdatum: 1. November 2001

Fußnote 1: = Diese Art von Nepotismus (Vetternwirtschaft) war damals durchaus üblich, siehe hierzu als Beispiel auch die Kurzbiographie von Edward Pellew bzw. Lord Exmouth, der es seinen Söhnen als Oberkommandierender im Indischen Ozean auch gutgehen ließ. Es reichte übrigens auch für einen Vizeadmiral nicht, den Sohn zu befördern, man mußte auch die politischen Beziehungen haben, diese Beförderung zum Commander oder Kapitän von der Admiralität bestätigen zu lassen.

Fußnote 2: = Am 18. Juni 1806 hatte die britische Fregatte BLANCHE (36 - Thomas Lavie) die französische GUERRIERE (40 - Hubert) vor den Faröer-Inseln gestellt und erobert. Danach war das Schiff als 38-Kanonen-Fregatte in die Royal Navy übernommen worden.

Fußnote 3: = Tatsächlich sollen Dacres und Hull sogar um einen Biberhut auf ihren jeweiligen Sieg gewettet haben. In Dacres Nachlass soll sich eine Quittung über den Kauf einer solchen exklusiven und teuren Kopfbedeckung mit einem Vermerk über den Bestimmungszweck gefunden haben. Demnach hat er Hull diesen Biberhut gekauft. Ich konnte allerdings die Quelle, in der auf diese Wette und ihren Einsatz erstmals Bezug genommen wurde, nicht finden. Gibt es diese Quittung, die als Beweis dient, wirklich ? Möglicherweise ist die Wette nur eine Legende ?!


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