Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 Das Große Maritim Lexikon
Das Große Maritim Lexikon
von Erhard Jung
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 319 Seiten - Verlag Heel
Erscheinungsdatum: Februar 2004
Format : 22 x 15,8 x 3 cm
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Duell der Fregatten 1799 :
DAEDALUS (32) gegen PRUDENTE (36)

Am 9. Februar 1799, kurz nach Sonnenaufgang, stand die englische 12-Pfünder-Fregatte DAEDALUS (32 - Henry Lidgbird Ball) bei 31° 30' Süd und Längengrad 33° 20' Ost rund 180 Meilen östlich vor dem heutigen Durban (Südafrika), als der Ausguck Segel meldete. Während die DAEDALUS vor dem Nordost-Wind einen Südwest-Kurs steuerte, zeigten sich auf ihrem Steuerbordbug zwei Schiffe.
Dies waren die französische 12-Pfünder-Fregatte PRUDENTE (36 - Emanuel-Hippolite Le Joliff) und ihre Prise, ein amerikanisches Schiff. Dieser aus China kommende Handelssegler war den kurzzeitigen Feindseligkeiten zum Opfer gefallen, die in den Jahren 1799 bis 1801 zwischen der französischen Republik und den Vereinigten Staaten von Amerika herrschten.
An Bord des erst kurz zuvor eroberten Schiffes hatte der französische Kommandant Le Joliff neben der 17-köpfigen Prisenbesatzung einige seiner 6-Pfünder-Kanonen vom Achterdeck der PRUDENTE platziert. Lediglich zwei dieser langen Kanonen hatte er an Bord der Fregatte zurückbehalten. So blieben der PRUDENTE 30 Geschütze, nämlich die 26 Zwölfpfünder des Artilleriedecks, die erwähnten 2 Sechspfünder und zwei eiserne 36-Pfünder-Karronaden.
Dagegen hatte die DAEDALUS 26 lange Zwölfpfünder-Kanonen und 6 Sechspfünder-Kanonen aufzubieten. Dazu kamen noch sechs 24-Pfünder-Karronaden, ingesamt also 38 Geschütze.
Um 7:00 nahm die DAEDALUS die Verfolgung auf und wendete mit nördlichem Kurs.
Die beiden fremden Schiffe reagierten, indem sie sich trennten. Das kleinere Schiff setzte sich südlich ab, der größere Segler, in einer Distanz von rund 6 Meilen zur DAEDALUS, entfernte sich nach Nordwesten und lenkte damit die Aufmerksamkeit der prisenhungrigen Engländer von seiner amerikanischen Beute, die später sicher Mauritius erreichen sollte.
Balls Schiff lief auch tatsächlich dem größeren Schiff hinterher, das sich gegen 10:00 wieder vor den Wind setzte, gefolgt von der englischen Fregatte, die alle Segel gesetzt hatte.
Um 15:00 setzte die PRUDENTE die französische Flagge und eröffnete das Feuer aus ihren Jagdgeschützen am Heck, konnte allerdings keine nennenswerte Wirkung auf ihren Verfolger erzielen.
Um 10 Minuten nach Mitternacht kürzte die französische Fregatte dann Segel, ging auf den Backbordbug an den Wind und feuerte eine Breitseite auf die DAEDALUS, die zu diesem Zeitpunkt ihre Toppsegel gekürzt hatte.
15 Minuten später kreuzte die englische Fregatte in Pistolenschussweite das Heck der PRUDENTE. Nachdem sie eine Breitseite in das Heck der französischen Fregatte gejagt hatte, luvte die DAEDALUS an und kam auf die Leeseite des Gegners.
Die beiden Schiffe, nun Seite an Seite, begannen einen lebhaften Austausch der Breitseiten. Nach nur einer Viertelstunde, gegen 00:40, wurde der Besanmast der PRUDENTE weggeschossen und fiel über ihre Seite.
Das französische Schiff setzte jedoch die Kanonade bis 1:21 fort, bis offensichtlich war, das jeder weitere Widerstand sinnlos wurde. Dann strich die PRUDENTE die Flagge, in der Takelage und am Rumpf schwer zerschossen.

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ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Die Schäden, die die DAEDALUS erlitt, waren vergleichsweise unbedeutend, lediglich die Hauptrahe war durchschossen, das stehende Gut und die meisten unteren Wanten waren beschädigt. Am Rumpf dagegen hatte die DAEDALUS kaum Schaden genommen. Bei einer Besatzung von 212 Mann verloren die Engländer einen Seemann und einen Seesoldaten. 11 Seeleute und ein Seesoldat wurden verwundet.
Die PRUDENTE war erheblich schwerer sowohl in Takelage wie auch am Rumpf getroffen worden. Die verbleibenden Masten waren schwer beschädigt, viele Stengen durchgeschossen. Bei einer Besatzung von 301 Mann hatte das Schiff 27 Tote und 22 Verwundete.
Das Ergebnis des Gefechts war in diesem Fall weniger auf die fehlenden Kanonen oder das geringere Breitseitengewicht des Franzosen als vielmehr auf die größere englische Treffsicherheit und Schußfrequenz zurückzuführen. Immerhin war die PRUDENTE mit 920 Tonnen gegenüber den 707 Tonnen der DAEDALUS das größere Schiff und hatte sich sicherlich nicht im Bewußtsein der Unterlegenheit zum Kampf gestellt.
Die DAEDALUS nahm ihren verkrüppelten Gegner in Schlepp und erreichte am 15. Februar 1799 die Table Bay (Tafel-Bucht) an der Südspitze Afrikas.
Das große Prisengeld für die Crew der DAEDALUS blieb jedoch aus: Der Oberkommandierende am Kap, Kapitän George Losack von der JUPITER (50), entschied sich gegen den Ankauf der französischen Fregatte für die Royal Navy. Die PRUDENTE wurde nicht mehr instandgesetzt, weil sich dies angeblich mangels Material und Werftanlagen als zu teuer erwiesen hätte.
So blieb der DAEDALUS am Ende nur das Kopfgeld, das die Navy für ausgeschaltete feindliche Schiffe und eingebrachte Gefangene zahlte.
Ebenfalls ein Rätsel : Der erste Offizier der DAEDALUS, Nicolas Tucker, der dem Brauch folgend nach diesem erfolgreichen Seegefecht seine Beförderung zum Commander hätte erwarten können, blieb bis Kriegsende nur Leutnant.
Für einen Mann aber war die Niederlage der PRUDENTE besonders fatal: Der englische Deserteur C. Tring, ehemaliges Crewmitglied der CENTURION (50), hatte an Bord der PRUDENTE gekämpft. Vor Kapitän Ball konnte er sich noch als amerikanischer Seemann ausgegeben, doch die nächste Reise führte die DAEDALUS ins Rote Meer, wo sie auf die CENTURION (50 - J. S. Rainier) traf. Tring wurde von seinen früheren Kameraden erkannt, als Deserteur angeklagt und später in Bombay gehängt.

Dieser Text ist eine freie Übersetzung mit Ergänzungen aus:
 The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars
von William James, Andrew Lambert
Sprache: Englisch
Gebunden - 568 Seiten - Stackpole Books

Erscheinungsdatum: März 2003

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