Fleet Battle and Blockade: The French Revolutionary War 1793-1797

Fleet Battle and Blockade: The French Revolutionary War 1793-1797
von Robert Gardiner
Sprache: Englisch
Taschenbuch - Mercury Books London - 192 Seiten - Format 28,6 x 24,4 x 1,8 cm
Erscheinungsdatum: März 2006
Mit über 300 zeitgenössischen Bildern und Illustrationen, z.T. noch nie zuvor publiziert.

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Vizeadmiral Jan Willem de Winter

Vizeadmiral Jan Willem de Winter

* 23. März 1761 1 in Kampen, Holland            † 2. Juni 1812 in Paris, Frankreich

Jan Willem de Winter wurde am 23. März 1761 in Kampen in Holland geboren. Er ging zunächst zur holländischen Armee und diente in Westindien, wechselte dann aber 1778 zur holländischen Flotte.
Am 5. August 1781 zeichnete er sich in der Seeschlacht auf der Dogger Bank besonders aus, als das Geschwader unter Konteradmiral Zoutman, in dem De Winter diente, überraschend auf ein englisches Geschwader unter Vizeadmiral Hyde-Parker traf.
Doch die Marinelaufbahn des Leutnants De Winter bekam durch politische Turbulenzen einen Knick: De Winter zählte sich zur Partei der von den Ideen Rousseaus beeinflussten, progressiven Patriotten, die im Gegensatz zu den staatstreuen Oranje-Anhängern standen. Nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen und einem Verbot der Patriotten mußte De Winter im Oktober 1787 aus Holland fliehen.
Er ging nach Frankreich und schloß sich als Armeeoffizier 1789 der französischen Revolution an. In der Schlachten des Ersten Koalitionskrieges 1792 und 1793 zeichnete De Winter sich erneut aus. Eine schnelle militärische Karriere war die Folge und Ende 1794 kehrte er als Brigadegeneral in der französischen Invasionsarmee von General Pichegru nach Holland zurück.
In der neu entstandenen, jedoch von Frankreich abhängigen Batavischen Republik (Bataafse Republiek) wurde der Ex-Marineoffizier De Winter zum Vizeadmiral gemacht und erhielt 1796 den Oberbefehl über die holländische Flotte.

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Das französische Direktorium plante 1797 den Versuch einer Invasion Irlands, scheiterte aber zunächst zweimal. Im Herbst 1797 bekam De Winter, der seine Flotte vor Texel zusammengezogen und 15000 Mann Truppen eingebootet hatte, von seiner Regierung den Befehl, auszulaufen, allerdings ohne eine nähere Beschreibung seines Auftrages:
Sollte er seine Truppen in Irland landen ? Sollte er zuvor die englische Blockadeflotte unter Admiral Duncan zum Kampf stellen ? Oder handelte es sich beim Befehl zum Auslaufen um einer dieser zahlreichen Unsinnigkeiten, die sich die desorganisierte Militärplanung des französischen Direktoriums leistete ?
Zu diesem Zeitpunkt war die französisch-batavische Invasion Irlands tatsächlich schon wieder in weite Ferne gerückt: Am 19. September 1797 war nämlich der französische General Hoche, die treibende Kraft hinter der Invasions-Idee, an Tuberkulose gestorben. De Winter hatte daraufhin die Truppen wieder ausladen lassen. Er mußte aber dem Befehl zum Auslaufen Folge leisten. Ein von Admiral Duncan in einem Brief wiedergegebenes Gespräch mit De Winter deutet auch tatsächlich darauf hin, das die batavische Regierung ihre Flotte lediglich deswegen hatte auslaufen lassen, um die französische Regierung zufrieden zu stellen !
Am 8. Oktober 1797 verließ die Flotte der Bataafse Republiek Texel, verfolgt von einem englischen Spähergeschwader unter Kapitän Trollope. De Winter schien jedoch sogar von sich aus Duncans Flotte und die Schlacht mit den Engländern zu suchen. Möglicherweise versuchte er, aus der Not des erzwungenen Auslaufens eine Tugend zu machen. Weil seine Schiffe einen niedrigeren Tiefgang als die meisten englischen Schlachtschiffe hatten, trachtete er offensichtlich danach, Admiral Duncans Flotte in die seichten Gewässer vor der holländischen Küste zu locken.

Kanonen, Karronaden, Chaos - die Seeschlacht von Camperdown 1797

Tatsächlich stießen am 11. Oktober 1797 beide Flotten nur wenige Meilen vor Kamperduin bzw. Camperdown an der holländische Küste aufeinander.
Von den Kräfteverhältnissen waren die Engländer zwar im Vorteil, doch ihr Angriff auf die nahezu perfekt gebildete Schlachtlinie der Holländer war ungewollt chaotisch. Gerade aber das erwies sich als genial : 8 Jahre später sollte Nelson bei Trafalgar in ähnlicher Weise attackieren, diesmal jedoch planvoll und mit ähnlichem Erfolg. Trotz des heftigen Abwehrfeuer der holländischen Linie durchdrangen die beiden eher spontan gebildeten englischen Keile die Reihen De Winters, "doppelten" viele holländische Schiffe und schlugen die batavische Flotte vernichtend.
Das Flaggschiff des Admirals, die VRIJHEID (74), wurde umzingelt und trotz heftigsten Widerstandes niedergekämpft. Fast der gesamte Stab des Admirals auf der Kampanje fiel, während der De Winter, übrigens wie Admiral Duncan ein Hüne von Mann, wie durch ein Wunder unverletzt blieb.
Der geschlagene Admiral geriet in Gefangenschaft, wurde jedoch bereits im Dezember 1797 ausgetauscht. Seine Frau hatte einen Schlaganfall erlitten und Admiral Duncan setzte sich für eine schnelle Freilassung seines ehemaligen Gegners ein. De Winter versprach im Gegenzug, nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft nicht gegen England zu kämpfen und konnte nach Holland zurückkehren.

Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights


In der Kriegsgerichtsverhandlung zur Untersuchung der Niederlage bei Kamperduin wurde ihm zwar bescheinigt, das er keinen Fehler gemacht hatte und optimalen Widerstand geleistet hatte. Doch wurden andere holländische Offiziere wie z.B. Konteradmiral Bloys van Treslong zu Sündenböcken gemacht und verurteilt. Aus heutiger Sicht waren jedoch weder Bloys noch De Winter an der unglückliche Niederlage schuld.
Trotzdem wurde auch De Winter 1798 zunächst nur als Botschafter der Batavischen Republik nach Paris beordert. Diese Position füllte er bis 1802 aus.
Danach aber kehrte der Admiral wieder in das Oberkommando der Flotte zurück und führte 1803 noch einmal ein Geschwader gegen nordafrikanische Korsaren, die die Handelsschiffahrt im Mittelmeer bedrohten.
Mit dem Beginn der napoleonischen Seekriege nach 1803 blieb die holländische Flotte dann aber weitgehend vor Anker und De Winter sollte nie wieder kämpfen.
König Lodewijk (Louis Bonaparte, seit 1806) von Holland machte den inzwischen kränkelnden Admiral zum Marschall und gab ihm den Oberbefehl sowohl über die Armee als auch die Flotte des kurzlebigen Königreichs von Frankreichs Gnaden. Dieses Kommando behielt De Winter bis 1811.
Im Kaiserreich Napoleons wurde De Winter geadelt und avancierte zum Grafen von Hüssen.
Jan Willem de Winter starb am 2. Juni 1812 in Paris. Als einziger Holländer wurde er im Pantheon in Paris beigesetzt. Dort liegt er unter dem Namen Jean-Guillaume de Winter, Comte de Huessen, begraben.


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1 = Englische Quellen nennen unisono als Geburtsdatum 1750 und lassen da und dort De Winter im Jahre 1761 in die Marine eintreten. Ich vertraue aus diversen Gründen den holländischen Quellen mehr. U.a war De Winter vor seinem Marinedienst als Adelborst (Fähnrich) Fahnenjunker und / oder Leutnant in der Armee. Die waren älter als 11 Jahre. Ausserdem war De Winter 1797 "wenig älter" als der 30jährige General Hoche. Dieser Vergleich passt schlecht zu einem 47-jährigen Mann.


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