Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 Herrscherin der Meere

Herrscherin der Meere
von Frank Adam
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 336 Seiten - Koehlers Verlagsges.
Erscheinungsdatum: August 1998
Millionen von Lesern verschlingen die Abenteuer von Hornblower, Bolitho und anderen Seehelden.
Sie wollen wissen: Was ist Wirklichkeit, was ist Erfindung? Frank Adam ... liefert ein detailliertes Bild dieser Zeit. ...
Lebendig und anschaulich Informationen u.a. über Ausbildung, Anwerbung und Bordleben der Offiziere und Mannschaften.

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Kampf der Kundschafter 1795 :
Die Eroberung der MINERVE

1795: Einer der Schwerpunkte des Seekrieges zwischen Frankreich und England lag an der französischen Mittelmeerküste und im Ligurischen Meer. Der Grund für das besondere Engagement beider Mächte war der englische Flottenstützpunkt auf Korsika, der eine Spitze in der Flanke des französischen Direktoriums darstellte.
Durch die feindliche Besetzung Toulons 1793 hatte die französische Mittelmeerflotte einigen Schaden genommen, doch zu Beginn des Jahres 1795 stand wieder eine Flotte von 15 Linienschiffen unter Konteradmiral, später Vizeadmiral Pierre Martin zum Auslaufen bereit und wurde beauftragt, die englische Mittelmeerflotte unter Vizeadmiral William Hotham zu stellen und zu schlagen. Nach der erfolgreichen Seeschlacht sollten französische Truppen auf Korsika gelandet werden, um die strategisch wichtigen Stützpunkte der Briten zurückzuerobern.
Am 12. März 1795 trafen Teile beider Flotten im Golf von Genua in einem Jagdgefecht aufeinander, in dem die Engländer Vorteile hatten und zwei französische Linienschiffe - CA-IRA (80 - Jean-Felix Benoit) und CENSEUR (74 - Louis-Marie Coude) - erobern konnten. Dafür verloren sie durch die Auswirkung der Schlacht wenige Tage später selbst ein Schlachtschiff, die ILLUSTRIOUS (74 - Thomas Lenox Frederick).
Beide Flotten zogen sich erst einmal in ihre Stützpunkte zurück und leckten ihre Wunden.

Im Juni 1795 schien die Zeit für eine zweite Auseinandersetzung gekommen. Hotham, der mit seiner Flotte wieder in See war und vor Minorca kreuzte, schickte zwei junge Kommandanten mit ihren Fregatten nach Toulon, um das Gerücht zu überprüfen, das die französische Flotte ausgelaufen sei.
Kapitän George Henry Towry von der DIDO (28) war einen Monat dienstälter als sein Kollege Robert Gambier Middleton von der LOWESTOFFE (32) und hatte deswegen das Kommando bei der Erkundungsmisson.
Am Abend des 23. Juni 1795 setzten die beiden kleinen Fregatten Kurs auf Toulon.
Angesichts ihrer Bewaffnung hätte der neutrale Beobachter kaum damit gerechnet, das die beiden Schiffe einem historischen Gefecht entgegenliefen, denn für die meisten französischen Kriegschiffe von der Fregatte aufwärts schienen Towrys und Middletons Schiffe keine gleichwertigen Gegner.

Die DIDO (28) war ein für 28 Kanonen gebautes Schiff von 600 Tonnen. Bei einer Besatzungsstärke von 193 Mann führte sie 24 Neun-Pfünder-Kanonen auf ihrem Hauptdeck und vier Sechs-Pfünder-Kanonen auf ihrem Achterdeck. Damit war sie nur unwesentlich schwerer bewaffnet als eine französische Korvette.
Die 700 Tonnen schwere und für 32 Kanonen gebaute LOWESTOFFE war dagegen schon wesentlich schwerer armiert. Bei einer Crewstärke von 212 Mann führte sie 26 Zwölf-Pfünder-Kanonen auf dem Hauptdeck, 4 Sechs-Pfünder-Kanonen auf dem Achterdeck und 2 Sechs-Pfünder-Kanonen auf dem Vorschiff.
Trotzdem hatten selbst beide englischen Schiffe zusammen ein geringeres Breitseitengewicht als ein große französische Fregatte. Und genau einem solchen Schiff sollten die DIDO (28) und die LOWESTOFFE (32) begegnen.

Towrys kleines Geschwader hatte am frühen Morgen des 24. Juni 1795 eine Position 120 Kilometer nord / nordöstlich von Minorca erreicht, als gegen 4:00 zwei Schiffe gesichtet wurden. Sie entpuppten sich als zwei französische Fregatten, die in ähnlicher Mission wie die Engländer unterwegs waren.
Der französische Vizeadmiral Martin hatte die beiden Fregatten MINERVE (40 - Kapitän Perree) und ARTEMISE (36 - Kapitän Charbonnier) 1 ausgesandt, um den Standort der englischen Flotte zu erkunden. Der französische Admiral hatte nach wie vor den Auftrag der französischen Regierung, die Seeschlacht mit Hothams Flotte zu suchen. Der 34jährige Jean-Baptiste Perree hatte das volle Vertrauen Martins, galt als außerordentlich fähiger Offizier und war jüngst sehr erfolgreich gewesen: Am 7. März 1795 hatte nämlich Perrees MINERVE zusammen mit den Fregatten ALCESTE (36- Kapitän Lejoille) und VESTALE (32) vor Korsika das freilich unter Hilfsmasten segelnde britische Linienschiff BERWICK (74 - Kapitän Littlejohn) gestellt und erobert.
Nun blickte der junge französische Kommodore wahrscheinlich gespannt in Richtung Süden, von wo die gesichteten Schiffe sich näherten.
Schließlich flaggte die DIDO (28) das englische Erkennungssignal und schuf damit bei den Franzosen Klarheit über die Identität der heranrückenden Schiffe.

 The Naval Chronicle

The Naval Chronicle: The Contemporary Record of the Royal Navy at War, 1793-1798 (The Naval Chronicle , No 1)
von Nicholas Tracy
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe Erscheinungsdatum: Januar 1999

Perree ließ prompt sein kleines Geschwader wenden und lief den Briten davon.
Das ist auf den ersten Blick verwirrend, denn wenn Perree bis zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt hatte, das er gegenüber den heranrückenden Briten die weit größeren und schwerer bestückten Schiffe hatte, dann konnte er das später mit wieder wachsender Distanz sicher auch nicht. Hatte er aber die Größe der heranrückenden Fregatten erkannt, warum ging er dann einem Gefecht aus dem Weg ?

Zunächst einmal muß man sich die Daten der MINERVE und ARTEMISE vor Auge halten:
Die MINERVE (40) war eine 1100-Tonnen-Fregatten mit 318 Mann Besatzung und führte als schwerstes Kaliber 28 Achtzehn-Pfünder-Kanonen auf dem Hauptdeck. 10 Acht-Pfünder-Kanonen und 2 Sechsunddreissig-Pfünder-Karronaden standen auf dem Achterdeck, 2 Acht-Pfünder-Kanonen waren auf dem Vorschiff stationiert.
Die ARTEMISE (36) war mit 750 Tonnen eine etwas kleinere Fregatte mit 300 Mann Besatzung. Ihr schwerstes Kaliber bestand aus 26 Zwölf-Pfünder-Kanonen, auf dem Achterdeck standen 8 Sechs-Pfünder-Kanonen und 2 Sechsunddreissig-Pfünder-Karronaden. 2 Sechs-Pfünder-Kanonen und 2 Sechsunddreissig- Pfünder-Karronaden auf dem Vorschiff ergänzten die Bewaffnung.
In der Summe muß man konstatieren, das die MINERVE es vom Papier her auch allein mit den beiden Engländer hätte aufnehmen können.

Gegen 7:00 wurde auch noch klar, das die Franzosen die schnelleren Schiffe hatten, denn sie ließen DIDO und LOWESTOFFE ohne weiteres hinter sich. Als Grund für die Flucht der auf dem Papier weit überlegenen Franzosen muss man vermuten, das sie Befehl hatten, wegen der Priorität der Kundschafter-Mission Gefechte nach Möglichkeit zu vermeiden. Dieser Befehl wäre nichts Ungewöhnliches gewesen.

Gegen 8:00 bekamen die französischen Fregatten dann offensichtlich Segel in Sicht, die ihren Kurs kreuzten. Wegen der vermuteten Nähe der englischen Flotte mußte der französische Kommodore davon ausgehen, daß es sich um die Segel englischer Kriegsschiffe handelte. Jedenfalls wendeten beide französischen Fregatten erneut und gingen auf Kollisionskurs mit den beiden kleinen englischen Fregatten. Perree wollte natürlich vermeiden, bei weiterer Annäherung an die fremden Schiffe in die Zange genommen zu werden und nahm deswegen das Gefecht mit den vermeintlich schwächeren Gegnern an.

Auch die DIDO und die LOWESTOFFE setzten jeden Fetzen Leinwand, um so schnell wie möglich den Kampf aufzunehmen. Dies war einerseits offensichtlich pure Kampfeslust, andererseits möglicherweise auch der Versuch, einen taktischen Vorteil zu nützen.
Der Abstand zwischen der MINERVE und der ARTEMISE vergrößerte sich nämlich zunehmend, sei es, weil die zurückbleibende, kleinere Fregatte die fremden Schiffe im Auge behalten sollte, sei es, weil es in der Rigg der ARTEMISE ein Problem gab oder sie schlicht das langsamere Schiff des kleinen französischen Geschwaders war.
Deswegen bestand für die so schnell wie möglich heranrückenden zwei Briten die Aussicht, zunächst gegen nur einen Franzosen das Gefecht zu eröffnen.

Gegen 8:30 war die MINERVE auf ungefähr eine Meile an die Briten herangekommen und eröffnete mit Fernschüssen das Feuer. Die schnelle DIDO, nun ebenfalls mit einem kleinen Vorsprung vor der LOWESTOFFE , blieb davon unbeeindruckt.
Erst um 8:45, als sie bereits sehr nahe herangekommen war und auf der Backbord- und Leeseite des Gegners passierte, entluden sich die Kanonen der DIDO erstmals auf den Gegner.
Die englischen Kanoniere schossen zwar mit dem leichteren Kaliber, konnten dafür aber schneller laden und feuern, was den artilleristischen Vorteil des großen Franzosen aber bei weitem nicht kompensierte. Doch der französische Kommodore verzichtete zunächst darauf, die Überlegenheit seiner schweren Kanonen zum Tragen zu bringen. Perree beschloss, den Kampf mit der DIDO schnell zu entscheiden und die Größe seines Schiffes gegen die zierliche Kontrahentin auszureizen. Deswegen ließ er das Ruder nach Lee legen und versuchte die kleine englische Fregatte mit dem Bug in die Backbordseite zu rammen.
Dieser Rammstoß der großen französischen Fregatte in die Seite ihrer zierlichen Konkurrentin verfolgte sowohl den Plan, das feindliche Schiff zu entern 2 als auch die Absicht, es gegebenenfalls durch den Rammstoß kampfunfähig zu machen.
Man kann davon ausgehen, das Perree hoffte, durch die Wucht seines Angriffes mindestens einen der Masten des Briten zu knicken oder andere schwere Schäden zu verursachen, um die DIDO so schnell außer Gefecht zu setzen.

Auf der DIDO hatte Towry indessen den Stoß kommen sehen und ließ das Ruder scharf nach Steuerbord legen, so das sich die kleine Fregatte schon wieder vom Gegner abwendete, als der französische Klüverbaum schon fast die Hauptrahe des Engländers berührte.
Als Folge dieses Manövers versetzte die MINERVE ihrer Opponentin lediglich einen groben Stoß, dessen Wucht aber durch den Aufprall in einem spitzen Winkel gemindert wurde. Dafür brach der französische Klüverbaum, während sich der Bugspriet der MINERVE in der Rigg des Besanmastes der DIDO verfing. Beide Schiffe hingen aneinander fest.
Die Franzosen sahen nun eine Chance zu entern und kletterten über den Bugspriet, gedeckt durch ihre Artillerie. Auf englischer Seite eilten Männer mit Piken Entermessern und Pistolen herbei, um den Angriff abzuwehren. Doch dazu kam es nicht:
Die starke Dünung, die die beiden Schiffe hob und senkte, brach genau in diesem Moment dem festsitzenden Bugspriet der MINERVE und dem Besanmast der DIDO das Genick. Beide Hölzer splitterten, brachen, gingen über Bord und rissen einige französische Seeleute mit in ein nasses Grab.
Die von ihrer Fesselung befreite französische Fregatte schrammte nun an der Backbordseite ihrer zierlichen Widersacherin entlang, ihre unteren Rahen erfassten die beiden verbliebenen englischen Großsegel an Kreuz- und Fockmast und rissen sie herunter, während sich eine weitere Breitseite der Franzosen in die gegnerische Rigg, über das englische Deck oder in den Rumpf der DIDO entlud.
Und als Perrees Schiff dann von dem Engländer freikam, ließ die MINERVE Towry und seine Männer tatsächlich auf einem manövrierunfähigem Schiff zurück. Dafür hatte die große französische Fregatte jedoch ihren Bugspriet verloren und sah sich nun, kaum das sie den ersten Engländer hinter sich gelassen hatte, der Breitseite der LOWESTOFFE gegenüber, die sich quer vor den Bug des Feindes geschoben hatte.
Middleton hatte bislang nicht eingreifen können, ohne die DIDO zu treffen. Dafür hatte er sich aber eine der günstigsten Feuer-Positionen gegenüber der MINERVE aussuchen können. Es war 9:00, als aus einer Distanz von rund 50 Metern 210 Pfund Eisen über den Bug der MINERVE rauschten. Die Kugeln der LOWESTOFFE legten den französischen Fockmast nieder, der durch den Verlust des Bugspriets bereits eine wesentliche Stütze verloren hatte. Middletons Kanoniere erwiesen sich als echte Scharfschützen: Eine weitere erfolgreiche Breitseite holte auch noch die verbliebenen Toppmasten der MINERVE herunter, so das Perree gegen 9:15 erkennen mußte, das sein Schiff das Schicksal der DIDO teilte und manövrierunfähig dahin trieb.
Das wäre vermutlich ohne schlimmere Folgen geblieben, wenn ihm die ARTEMISE zur Hilfe gekommen wäre. Doch Kapitän Charbonnier, der den Schauplatz des Kampfes erreicht hatte, als die MINERVE sich gerade von der DIDO befreit hatte, feuerte lediglich jeweils eine wenig wirksame Breitseite aus größerer Distanz in das verkrüppelte Schiff von Towry und eine Salve auf die LOWESTOFFE. Dann nahm der kleinere Franzose erneut Anlauf, um die verkrüppelte DIDO zu bestreichen.
Die LOWESTOFFE ließ daraufhin die lahm geschossene MINERVE hinter sich und attackierte die ARTEMISE. Diese ergriff sofort die Flucht, denn ihr Gegner führte immerhin ebenso viele Zwölfpfünder wie sie selbst und Charbonnier hatte bereits gezeigt, das er, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu den wagemutigen Kommandanten gehörte.

The Life and Times of Horatio Hornblower (Gebundene Ausgabe)

von C. Northcote Parkinson (Autor)
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten , Verlag: Sutton Publishing Ltd 1997
Parkinson erschafft in einer meisterhaften Mystifikation aus Foresters Werk eine Biographie Horatio Hornblowers, die in Foresters Stil geschrieben ist. Ein Stilmittel, das dieser Biographie besondere Authenzität verleiht: Parkinson erfindet Briefe von und an Hornblower und so mancher Leser bemerkt nicht oder vergißt, das Hornblower eine Romanfigur ist.

Towry, der erkannte, das die Reparaturen auf der MINERVE die Manövrierfähigkeit der großen Fregatte so schnell nicht würden wiederherstellen können, signalisierte Middleton, die Verfolgung des flüchtenden Franzosen fortzusetzen. Die DIDO selbst konnte wenigsten ein größeres Segel zum Antrieb nutzen und brachte sich so außer Schussweite der zwar verkrüppelten, aber noch immer schussbereiten 40-Kanonen-Fregatte.
Die LOWESTOFFE jagte indessen hinter Charbonnier her und feuerte aus ihren Jagdgeschützen auf die ARTEMISE. Diese antwortete aus ihren Heckkanonen und dies ausgesprochen erfolgreich. Das sich entspinnende Jagdgefecht endete nämlich relativ schnell zugunsten des flüchtenden Franzosen, dessen Heckgeschütze den Besanmast der LOWESTOFFE so schwer beschädigten, das Middleton schon gegen 10:30 die Verfolgung abbrechen mußte: Charbonniers Fregatte konnte den Engländer spielend abhängen.
Die LOWESTOFFE nahm deswegen wieder Kurs auf die MINERVE und die DIDO.

Wie Towry erwartet hatte, war man auf der MINERVE mit der Reparatur der Schäden nicht weit gekommen, dagegen segelte die kleinere DIDO schon wieder, wenn auch recht und schlecht.
Und als gegen 11:30 die LOWESTOFFE die MINERVE angriff und sie offenbar ohne größere Gegenwehr der Länge nach über das Heck beschießen konnte, näherte sich auch die DIDO schon wieder ihrer alten Gegnerin. Die Kanonenkugeln der LOWESTOFFE brachten bald darauf den Besanmast des fast wehrlosen Gegners zu Fall und weil sich auch noch die DIDO anschickte, in das Bombardement einzugreifen, ließ Kommodore Perree, selbst verwundet, um 11:45 die Flagge niederholen. Zu diesem Zeitpunkt war der Rumpf der ARTEMISE bereits unter der Kimm verschwunden.

Auf dem geflüchteten französischen Schiff gab es offenbar auch keine Verluste, auf der MINERVE dagegen starben mindestens 12 Männer, 16 wurden verwundet.
Die DIDO verlor 6 Mann, 15 Seeleute fielen durch Verwundung aus.
Die LOWESTOFFE kam mit nur 3 Verwundeten davon.

Das erfolgreiche Gefecht und die Eroberung der großen französischen Fregatte sorgten in England für Aufsehen: Immerhin entsprach das Breitseitengewicht der MINERVE der Summe der Breitseiten beider englischer Schiffe.
Towry und Middleton hatten sich jedoch neben dem notwendigen Glück aufeinander verlassen können, Perree dagegen wurde von Charbonnier verlassen. Der Kapitän der ARTEMISE wurde wegen seines Verhaltens in Frankreich vor ein Kriegsgericht gestellt, war jedoch durch die Befehle Perrees und Vizeadmiral Martins gedeckt: Weil die ARTEMISE als Kundschafter für die französische Flotte unterwegs gewesen war, konnte ihr Kommandant darauf verweisen, das seine vornehmste Aufgabe die Überbringung der gesammelten Informationen an die Flotte gewesen war und er deswegen das Gefecht mit der gleichwertigen LOWESTOFFE hatte vermeiden müssen. Mit dieser Begründung wurde Charbonnier freigesprochen.
Perrees unglücklicher Rammstoß und der Verlust der MINERVE hatten eher für den Kommodore selbst Folgen, denn als er nach einigen Monaten Gefangenschaft ausgetauscht wurde, mußte er doch einige Zeit auf ein neues Kommando warten.

 The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars
von William James, Andrew Lambert
Sprache: Englisch
Gebunden - 568 Seiten - Stackpole Books

Erscheinungsdatum: März 2003

Die englischen Offiziere wurden natürlich belohnt: Kapitän Towry wechselte als Kommandant von der kleinen DIDO auf die MINERVE (38), die als 38-Kanonen-Fregatte in die Navy übernommen wurde. Middleton bekam die größere FLORA (36). Die beiden ersten Offiziere der DIDO (28) und LOWESTOFFE (32) wurden, wie üblich nach siegreichen Duellen, zu Commandern befördert.
Die von Vizeadmiral Martin erstrebte Seeschlacht zwischen den beiden Mittelmeerflotten kam dann am 13. Juli 1795 vor den Hyeres-Inseln tatsächlich zustande, blieb jedoch am Ende unentschieden und ohne Nutzen für die Franzosen.

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Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights


Fußnote 1: Laird Clowes nennt in The Royal Navy - A History From the Earliest Times to the Present als Kommandanten die Kapitäne Delorme und Decasse.

Fußnote 2: Vergleiche hier das Salamis-Manöver

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