Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3

The Marine Art of Geoff Hunt
Marinegemälde
von Geoff Hunt
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 144 Seiten - Conway Maritime -

Erscheinungsdatum: SEPTEMBER 2004
 The Marine Art of Geoff Hunt


Admiral Sir Henry Digby

 Henry Digby

* 20. Januar 1770 in Bath           † 13. August 1842 in Minterne, Dorsetshire

Henry Digby wurde am 20. Januar 1770 in Bath geboren. Er war der Sohn von William Digby (21.1.1733 - 18.9.1788) und seiner Frau Charlotte, geborene Fox ( † 27 June 1791). Henry Digbys Vater war nicht nur der Sohn des ersten Earl von Digby, sondern auch der Kaplan von König George III und Dekan der Schule in Durham.
Henry hatte zwei jüngere Brüder, die ebenfalls zur Marine gingen, den späteren Vizeadmiral Joseph Digby (1786-1860) und den späteren Kapitän Charles George Digby (1780-1829).
Der Vater hatte für seinen Sohn Henry eine Marinekarriere vorgesehen und so ging dieser schon mit 13 Jahren im Jahre 1783 zur Royal Navy. Über seine Zeit als Fähnrich ist mir nichts bekannt.

Am 20. Oktober 1790 wurde Henry Digby zum Leutnant befördert.
Am 1. May 1795 war er Erster Offizier der PALLAS (32), die in Spithead vor Anker lag, als das ebenfalls dort liegende Linienschiff BOYNE (98 - George Grey), Flaggschiff von Admiral Peyton, Feuer fing und am Ende explodierte. Digby zeichnete sich bei der Sicherung und Rettung von Schiffen und Personen aus und wurde zum Commander befördert.

Die Beförderung wurde am 11. August 1795 bestätigt. Digby bekam das Kommando über das Feuerschiff INCENDIARY (14).
Am 16. Dezember 1796 wurde Digby dann zum Kapitän zur See ernannt. Er übernahm am 1. Januar 1797 in Lissabon die kleine Fregatte AURORA (28) und konnte nun zeigen, daß er der geborene Fregattenkapitän war:
Unter anderen Schiffen eroberte er am 8. Mai 1798 die spanische RECEVISO (6), zerstörte am 22. Juni 1798 die französische EGALITE (20) und fing am 16. September 1798 das 30 Kanonen führende spanische Schiff VELOSA ARAGONESCA vor den Azoren.

Im Oktober 1798 forderte Konteradmiral Duckworth Digby als Flaggkapitän des Linienschiffes LEVIATHAN (74) an. Duckworth´ Geschwader operierte im Mittelmeer und schickte sich gerade an, Menorca zu erobern.

Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Nach der erfolgreichen Besetzung der Balearen-Insel übernahm Digby im Juni 1799 in Lissabon das Kommando über die Fregatte ALCMENE (32), mit der er vor der Küste Portugals kreuzte. Wiederum konnte er sich als ausserordentlich erfolgreicher Prisenjäger beweisen:
Am 26. Juni 1799 z.B. eroberte die ALCMENE vor der portugiesischen Küste die französische Korvette COURAGEUX (28 - Jean Bernard). Neben dem Fang vieler kleinerer Schiffen gelang Digby am 17. November 1799 im Geschwader von Kommodore Pierrepont vor Kap Finisterre der ultimative Fang, von dem alle Fregattenkapitäne träumten: Die aus Mexiko kommenden spanischen Fregatten BRIGIDA (36 - Antonio Pillon) und THETIS (36 - Juan de Mendoza) stellten mit ihrer wertvollen Ladung einen Millionenfang dar.
Digby kassierte ein Prisengeld von £40,730, seine Leutnants rund 5000 £, die restlichen Schiffsoffiziere an die 2500 £, die Fähnriche 791£. Für die einfachen Seemänner der ALCMENE blieben immerhin noch jeweils 182 £, für die damalige Zeit immer noch eine Riesensumme.
Obwohl Digby allein durch diesen Fang ein reicher Mann war, blieb er weiter ein erfolgreicher Jäger:
Am 18. Juli 1800 kaperte er z.B. zusammen mit dem Privatier PHOENIX (Daniel Hamon) im Hafen von Vivero, Spanien das 750 Tonnen Schiff FELICIDAD und die Brigg BISSARO

1801 übernahm Digby die RESISTANCE (36), mit der er weitere Prisen einbrachte. Mit dem Frieden von Amiens 1802 gab er das Kommando ab und ging vorerst an Land.

1805 war Digby dann wieder auf See. Als Kommandant des Linienschiffs AFRICA (64) gehörte er zur englischen Flotte Lord Nelsons, die die französisch-spanische Flotte des Admiral Villeneuve in Cadiz blockierte und vor dem spanischen Hafen auf die Entscheidungsschlacht wartete. Am 19. Oktober 1805 kam Villeneuves Flotte aus dem Hafen und am 21. Oktober 1805 kam es zur berühmten Schlacht von Trafalgar.

Digbys AFRICA, mit ihren 64 Kanonen eines der kleinsten Schlachtschiffe an diesem Tag, war durch die Laune des Windes etwas von Nelsons Flotte getrennt worden. Um den Angriff der beiden berühmten Angriffskeile unter Nelson bzw. Collingwood nicht zu verpassen, nahm Digby die kürzeste Route und segelte an der gesamten Vorhut der feindlichen Flotte vorbei, wobei seine Kanoniere wie besessen feuerten und den Schiffen des überraschten Konteradmirals Dumanoir Schäden zufügten, unter den diese einen Monat später bei der Schlacht von Kap Ortegal noch litten. Den weiteren Verlauf soll Henry Digby selbst schildern:

 Herrscherin der Meere

Herrscherin der Meere
von Frank Adam
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 336 Seiten - Koehlers Verlagsges.
Erscheinungsdatum: August 1998
Millionen von Lesern verschlingen die Abenteuer von Hornblower, Bolitho und anderen Seehelden. Sie wollen wissen: Was ist Wirklichkeit, was ist Erfindung? Frank Adam ... liefert ein detailliertes Bild dieser Zeit. ... Lebendig und anschaulich Informationen u.a. über Ausbildung, Anwerbung und Bordleben der Offiziere und Mannschaften.

Aus einem Brief an seinen Onkel Lord Digby, den er nach der Schlacht schrieb :

HMS AFRICA auf See in der Strasse von Gibraltar am 1. November 1805

Lieber Onkel

Ich schreibe nur, um Bescheid zu sagen, das es mir nach den 6 Stunden Nahkampf am 21. Oktober gut geht. Genauer gesagt sind wir im höchsten Grade beschäftigt, ich habe wegen der Schlacht alle meine Masten verloren und mein Schiff ist auch anderweitig in Stücke geschossen, aber an der Basis noch gesund. Meine Toten und Verwundeten beziffern sich auf 63 und viele der Letzteren werde ich verlieren, wenn ich nicht einen Hafen anlaufe...

Nachdem ich durch die Linie gebrochen war, aus welcher Position ich die Vormasten der 140 Kanonen tragenden SANTISIMA TRINIDAD heruntergeholt hatte, kam ich ins Gefecht mit der INTREPIDE, 74 Kanonen, die kapitulierte und verbrannte, nachdem ORION und CONQUEROR herankamen. Ein kleiner Junge, der bei mir war, ist sicher [Offensichtlich ein junger Verwandter der beiden Digbys, der bei Henry Digby an Bord war] Zweimal blieb ich allein auf der Poop stehen, alle um mich herum waren getötet oder verwundet worden. Ich bin ziemlich taub.

Digby erhielt wie alle anderen englischen Trafalgar-Kommandanten die später so berühmte Goldmedaille, bekam den Ehrensäbel der Vaterländischen Vereinigung (Patriotic Fund) und den Dank des Parlaments.

Danach blieb ihm Zeit für mehr private Dinge: Am 17 April 1806 heiratete Henry Digby in Westminster Jane Elizabeth Coke (1777-1863), mit der er Söhne und Töchter hatte. Eine Tochter, Jane (1807-1881), übertraf ihren Vater später an Berühmtheit. Sie galt als schönste Frau Englands (und das hieß damals was !), sorgte aber schon in jungen Jahren mit ihren zahllosen Liasons - u.a. mit Prinz Felix Schwarzenberg, König Ludwig I von Bayern, einem albanischen Räuberhauptmann oder dem König von Griechenland - für viele Skandale, bis sie am Ende einen Beduinen-Scheich heiratete - eine offensichtlich sehr glückliche Ehe.
Gegen die Probleme mit seiner Tochter und der damals sich entwickelnden Klatschpresse muß Trafalgar dem Kapitän und späteren Admiral dann wie ein Übungsschiessen vorgekommen sein. Seiner Karriere hat das offensichtlich aber nicht unmittelbar geschadet.

Am 2. Januar 1815 wurde Henry Digby als CB in den exklusiven Bath-Orden aufgenommen. Später wurde er auch noch KCB und 1841 GCB.
Am 12. August 1819 wurde Digby zum Konteradmiral befördert, erreichte den Rang eines Vizeadmirals am 22. Juli 1830 und schließlich den höchsten Admiralsrang am 23. November 1841. Von 1840 bis 1841 war er der Oberkommandierende in Sheerness.
Admiral Sir Henry Digby starb am 13. August 1842 in Minterne, Dorsetshire.

 The Real Hornblower: The Life and Times of Admiral Sir James Gordon, GCB

The Real Hornblower: The Life and Times of Admiral Sir James Gordon, GCB
von Bryan Perret
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 168 Seiten - Naval Institute Press
Erscheinungsdatum: Mai 2000

Der Autor schildert fast ohne zeitliche Lücken das Leben des Admiral Sir James Gordon vor dem Hintergrund von C.S. Foresters berühmter Romanfigur Horatio Hornblower. Perret zeichnete aus den Quellen - Zeitungsartikel, Briefe, Logbücher und Gordons unveröffentlichten Autobiographie - ein präzises Bild des realen Hornblower.

Zurück zu seeschlacht.tk

Copyright © 2005 by T. Coladores

E-Mail