Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 British Warship Losses in the Age of Sail, 1650-1859 British Warship Losses in the Age of Sail 1650-1859
von David Hepper
Sprache: Englisch
Gebunden - 224 Seiten
Erschienen bei Jean Boudriot Publications -

Erscheinungsdatum: 1. März 1994

Kapitän George Duff

George Duff

* 1. Februar 1764 in Banff, Schottland           † 21. Oktober 1805 an Bord der MARS vor Kap Trafalgar

George Duff wurde am 1. Februar 1764 als Sohn des James Duff, eines Anwalts und Beamten des Sherriffs in Banff, einer schottischen Hafenstadt, geboren. Georges Mutter starb nur wenige Wochen nach seiner Geburt. Der kleine George zeigte schon sehr früh seine Vorliebe für die Seefahrt, u.a. fuhr er als Knabe als blinder Passagier auf einem Fischkutter mit.
Obwohl James Duff zunächst andere Pläne mit seinem Sohn hatte, schickte er ihn schließlich 1777 zu Georges Großonkel, dem späteren Admiral Robert Duff, welcher George an Bord seines Schiffes PANTHER (60 Kanonen) als Fähnrich aufnahm.
Die Verwandtschaft zahlte sich schnell aus, denn George Duff erreichte im zarten Alter von fünfzehn Jahren am 15. September 1779 den Rang des Leutnants.
Am 16. Januar 1780 nahm er an Bord der PANTHER (60) an der ersten Schlacht vor Kap Trafalgar teil, der sogenannten moonlight battle. Admiral George Rodney brachte mit überlegenen Kräften dem spanischen Admiral Juan de Langara eine vernichtende Niederlage bei und nahm Langara gefangen.
Noch im selben Jahr wechselte George Duff auf die MONTAGU (74) und war mit Rodneys Flotte in der Karibik, als die MONTAGU in einem Sturm völlig entmastet wurde und nur mit knapper Not dem Untergang entrann. Bei dieser Gelegenheit zog sich Leutnant Duff eine Verletzung am Bein zu, die ihn sein Leben lang plagen sollte.
Duff nahm trotzdem im Verlaufe des Jahres 1780 an den zahlreichen Gefechten zwischen Rodneys Flotte und den französischen Geschwadern unter Admiral de Guichen teil.
Am 12. April 1782 kämpfte er an Bord der MONTAGU in der legendären Seeschlacht bei den Saints, als Admiral Rodney vor den Iles des Saintes (Karibik) gegen eine französische Flotte unter Admiral Degrasse siegte. Duff, der nach dem Sieg Admiral Rodney vorgestellt wurde, hatte damit seine Beförderung schon fast in der Tasche, doch Rodney kehrte bald darauf nach England zurück und vergaß offensichtlich eine diesbezügliche Zusage. Der Krieg endete 1783 für Leutnant Duff, ohne das sich die erhoffte Beförderung einstellte.
1784 war Duff Leutnant auf der Sloop CAMILLA (20 - John Hutt), später diente er an Bord der EUROPA (50 - Vashon).
1787 machte sich die an Bord der MONTAGU erlittene Verletzung wieder stärker bemerkbar und Duff mußte zur Erholung nach Banff zurückkehren. Daheim fand er endlich einen Förderer seiner Interessen, den Duke of Gordon.

Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights


Durch seinen Förderer und die Empfehlung des Schatzmeisters der Navy, Lord Melville, erhielt Duff am 21. September 1790 die Promotion zum Commander und das Kommando über die Sloop MARTIN (16). Im selben Jahr heiratete der frischgebackende Kommandant seine Jugendfreundin Sophia Dirom, mit der er fünf Kinder haben sollte.
Offensichtlich hatte Duff inzwischen gelernt, seine im Dienst gemachten Bekanntschaften fruchtbar zu nutzen, denn seine Karriere machte zwei Jahre später erneut einen Sprung, diesmal durch eine Empfehlung des Earl von Chatham:
Am 9. Februar 1793 wurde Duff zum Kapitän z.S. befördert und wurde Kommandant der DUKE (98), des Flaggschiffes von Kommodore Murray, der freilich im selben Jahr an der Eroberung Martiniques scheiterte. Trotzdem empfahl Murray seinen Flaggkapitän bei der Rückkehr nach England und Duff wurde Kommandant der Fregatte AMBUSCADE (32), die er bis 1796 führte.
1796 wechselte er als Kommandant auf die GLENMORE (36), mit der er auf der irischen Station Konvoidienst verrichtete. Am 17. Dezember 1799 traf dabei die GLENMORE (36) zusammen mit der AIMABLE ( 32 - Henry Raper) auf die französischen SIRENE (36 - Renaud) und BERGERE (18), die kurz zuvor den wertvollen Ostindienfahrer CALCUTTA gekapert hatten. Duff konnte die CALCUTTA zurückerobern.
1801 bekam George Duff das Kommando über ein Linienschiff, die VENGEANCE (74). Wie beliebt er als Kommandant war, zeigte sich im Dezember 1801, als es bei dem in der Bantry Bay liegenden Geschwader von Konteradmiral Campbell zu einer Meuterei kam. Die Besatzungen hatten vom inzwischen geschlossenen Waffenstillstand gehört und weigerten sich, den befohlenen Weg in die Karibik fortzusetzen. Allein die Crew der VENGEANCE schloß sich dieser Rebellion nicht an, was man allgemein der Beliebtheit ihres Kommandanten zuschrieb.
Nach seiner Rückkehr aus der Karibik Ende 1802 neigte sich die kurze Friedensperiode zwischen England und Frankreich schon wieder dem Ende entgegen. In den nächsten Jahren setzte sich Duff ehrenamtlich für die Küstenverteidigung Nordostschottlands ein, bis er im April 1804 das Kommando über das Linienschiff MARS (74) bekam. Er nahm seinen zwölfjährigen Sohn, den späteren Vizeadmiral Norwich Duff mit an Bord und stieß mit seinem Schlachtschiff zunächst zur Kanalflotte, wo er zur Blockade der Häfen von Brest, später von Rochefort eingesetzt wurde.
Im Mai 1805 wurde er zur Flotte von Vizeadmiral Collingwood abkommandiert, der die französische Flotte unter Villeneuve in Cadiz blockierte. Im September 1805 übernahm dann Lord Nelson das Kommando und am 21. Oktober 1805 kam es zur berühmten Schlacht von Trafalgar.

 Trafalgar

Duffs MARS war das dritte Schiff im Angriffskeil unter Vizeadmiral Collingwood. Sie wurde bei der Annäherung unter heftiges Feuer von FOUGEAUX (74 - Baudouin) und PLUTON (74 - Cosmao-Kerjulien) genommen und anschließend auch noch von der MONARCA (74 - Argumosa) und ALGESIRAS (74 - Magon) bedrängt. Im Verlaufe dieser Kampfhandlungen wurde Kapitän George Duff der Kopf von einer Kanonenkugel, die wahrscheinlich von der FOUGEAUX kam, abgerissen. Seine Leiche blieb bis zum Ende der siegreichen Schlacht an Bord liegen, bedeckt von einer Fahne. Duff gehörte neben Nelson und Kapitän John Cooke von der BELLEROPHON (74) zu den wenigen gefallenen englischen Kommandanten.


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