Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 The Marine Art of Geoff Hunt

Vizeadmiral Comte Dumanoir Le Pelley

Dumanoir Le Pelley

* 2. August 1770 in Granville            † 6. Juli 1829 in Paris


Pierre-Etienne-Rene Dumanoir Le Pelley wurde am 2. August 1770 in Granville (Bretagne) geboren. Er war der Neffe von de Pléville Le Pelley, seines Zeichens Hafenkommandant von Marseille, Vizeadmiral und Aussenminister.
Dumanoir trat 1787 als Fähnrich in die französische Marine ein. Seine ersten Fahrten führten ihn in die Karibik, nach Südamerika und vor die Küsten Afrikas.

1793 wurde er zum Leutnant befördert. Von 1794 bis 1795 arbeitete Dumanoir im Stab des Vizeadmirals Martin, dessen Geschwader in Toulon lag bzw. im Mittelmeer operierte.

1794 wurde Dumanoir zum Kapitän befördert. Er wurde dann im September 1795 Kommandant des von den Briten eroberten Linienschiffs BERWICK (74), mit dem er im Geschwader von Konteradmiral Richery segelte. Richery fügte auf seiner Fahrt der englischen Handelsschiffahrt im Mittelmeer einigen Schaden zu und verwüstete anschließend 1806 an den Küsten Neufundlands englische Fischerei- und Walfängerstützpunkte.

1796 bekam Dumanoir das Kommando über die REVOLUTION (74) und nahm im Dezember 1796 unter Vizeadmiral Morard de Galles an dem mißglückten Invasionsversuch Irlands vor der Bantry Bay teil.
1797 wurde Dumanoir zum Kommodore befördert und führte an Bord der Fregatte FRATERNITE ein Geschwader vor Santo Domingo.

1798 war er zusammen mit Ganteaume, Decres und Casabianca als Chef de divison für die Vorbereitung und Organisation von Napoleon Bonapartes Expedition nach Ägypten mitverantwortlich. Als Hafenkapitän von Alexandria hatte er allerdings mit der französischen Niederlage von Abukir nichts zu tun.
1799 kehrte er mit Napoleon Bonaparte an Bord der Fregatten MUIRON und CARRERE nach Frankreich zurück. Am 21. November 1799 wurde Dumanoir zum Konteradmiral befördert und bekam den Befehl über ein Geschwader in der Flotte des Admiral Bruix, die in Brest lag.

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1801 kommandierte Dumanoir dann ein Geschwader von 6 Linienschiffen, die er in Cadiz von den Spaniern übernommen hatte. Als Konteradmiral Linois´ Geschwader in Algeciras von britischen Kräften unter Saumarez angegriffen wurde, waren sie allerdings noch nicht bemannt und ausgerüstet. So drängte Dumanoir Admiral Massaredo, Vizeadmiral Moreno mit seinen Schiffen Linois zur Hilfe zu schicken. Die spanische Niederlage in der zweiten Schlacht vor Algeciras konnte er nicht verhindern.

1804 war Dumanoir Zweitkommandierender unter Vizeadmiral La Touche-Treville in Toulon. Als La Touche-Treville am 18. August 1804 an Bord der BUCENTAURE starb, wurde der erst neunundzwanzigjährige Dumanoir zunächst Oberkommandierender der Flotte in Toulon. Der Marineminister Decres drückte dann aber mit einem nicht unbedingt schmeichelhaften Brief über Dumanoirs Qualitäten die Ernennung von Villeneuve zum Vizeadmiral und Chef der Flotte in Toulon beim französischen Kaiser durch.

Unter Villeneuve führte Dumanoir 1805 die Vorhut der französisch-spanischen Flotte, die von Admiral Nelson zunächst über den Atlantik hinweg in die Karibik und dann wieder zurück nach Spanien verfolgt wurde. Am 21. Oktober 1805 traf Nelsons Flotte vor Trafalgar auf Villeneuves 33 Linienschiffe. Dumanoir führte die Vorhut und wurde durch den Angriff von Nelsons Angriffskeil, der Weather Column, vom Zentrum der Schlacht isoliert.
Als Villeneuve Dumanoir endlich signalisierte, umzukehren und dem Zentrum zur Hilfe zu kommen, war dies wahrscheinlich schon viel zu spät. Immerhin setzte Dumanoir zunächst alles daran, alle seine Schiffe noch in den Kampf zu werfen.
Als sich ihm jedoch ein Riegel aus englischen Linienschiffen entgegenstellte, tat er möglichweise nicht mehr alles in seiner Macht Stehende, um Villeneuve zu entlasten. Die französisch-spanische Flotte war zu diesem Zeitpunkt jedoch höchstwahrscheinlich schon verloren.

 Trafalgar Der Kurs der PHOENIX - Entscheidung vor Kap Ortegal

Die Seekriege, Seeschlachten und Zweikämpfe auf See zwischen 1775 und 1815

Auf der FORMIDABLE (80) und mit drei anderen Linienschiffen versuchte sich Dumanoir nach Ferrol durchzuschlagen, wurde aber am 4. November 1805 von Kommodore Strachan vor Kap Ortegal gestellt und geschlagen. Dumanoir wurde verwundet, geriet in Gefangenschaft, wurde aber wie üblich ausgetauscht und kehrte im Juli 1806 nach Frankreich zurück. Kurz zuvor hatte der ebenfalls aus Gefangenschaft zurückgekehrte Villeneuve in Rennes unter mysteriösen Umständen den Tod gefunden. Dumanoir hatte mehr Glück, denn in einem Kriegsgerichtsverfahren 1809 wurde ihm die Niederlage von Trafalgar nicht zur Last gelegt. Dafür erhielt er eine Rüge für seine verlorene Schlacht vor Kap Ortegal, in einem zweiten Verfahren wurde aber auch dieses Urteil zurückgenommen.

Dumanoir fiel aber bis 1811 beim Kaiser in Ungnade, bis er in Danzig Chef der Ostseestation wurde. Auf diesem Posten blieb er bis zur Eroberung Danzigs durch die Russen im Jahre 1814

Nach dem Sturz Napoleons machte er im bourbonischen Frankreich Karriere, stieg zum Comte auf und war seit 1815 Deputierter in der Nationalkammer. 1819 wurde er zum Vizeadmiral befördert.
Dumanoir starb am 6. Juli 1829 in Paris.

 The Naval Chronicle

The Naval Chronicle: The Contemporary Record of the Royal Navy at War, 1793-1798 (The Naval Chronicle , No 1)
von Nicholas Tracy
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe Erscheinungsdatum: Januar 1999


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