Die erste Umsegelung Australiens 1801-1803

Die erste Umsegelung Australiens 1801-1803
von Matthew Flinders
Sprache: Deutsch
Taschenbuch - Edition Erdmann
Erscheinungsdatum: 2001
Flinders berühmter Bericht, übersetzt in´s Deutsche.

Der eisige Schlaf. Das Schicksal der Franklin-Expedition.

Der eisige Schlaf. Das Schicksal der Franklin-Expedition.
von Owen Beattie
Sprache: Deutsch
Broschiert - 175 Seiten - Piper Verlag - 7. Auflage
Erscheinungsdatum: Mai 1998

Die Expedition des Polarforschers John Franklin, die 1845 auf der Suche nach der Nordwestpassage aufbrach, endete in einer rätselhaften Katastrophe: Keiner kam zurück. Was war geschehen ?


Kapitän Matthew Flinders

Eine Kurzbiographie des Entdeckers

nach
The Life of Captain Matthew Flinders von Ernest Scott

Kapitän Matthew Flinders

* 16. März 1774 in Donington, Lincolnshire            † 19. Juli 1814 im London


Matthew Flinders gilt nach James Cook und William Dampier als der bedeutenste Entdecker der australischen Küstenregionen. Bei seiner Erst-Umsegelung des Kontinents 1801 - 1803 bewies er, das die Terra Australis nicht - wie oft vermutet - in zwei grosse Teile zerfällt. Als erster folgte er der gesamten südlichen Küstenlinie und machte deswegen zahllose Erstentdeckungen. Im Osten und Norden des Fünften Kontinents fand Flinders wichtige Schiffspassagen. Seine Berichte, auch über seine langjährige Gefangenschaft auf Mauritius, sind fesselnde Einblicke sowohl in die Entdeckungsgeschichte Australiens als auch in das Leben des beginnenden 19. Jahrhunderts.


DER FÄHNRICH

Matthew Flinders wurde am 16. März 1774 als Sohn des Chirurgen bzw. Wundarztes Matthew Flinders (1750 - 1802) und seiner Gattin Susannah Ward in Donington, Lincolnshire geboren. Er hatte einen jüngeren Bruder, Samuel Ward Flinders (1782 - 1842), der ihn auf seiner grossen Reise begleitete und Leutnant in der Royal Navy wurde.

Nachdem Matthew in der Free School Donington (eine gestiftete Schule, die jeder besuchen konnte) unterrichtet wurde, ging er 1786 zur Horbling Grammar School, wo er bis 1789 Mathematik, Latein und Alt-Griechisch lernte.
In dieser Zeit las er Robinson Crusoe und wurde wie ungezählte andere Jungen seines Alters vom Seefahrt-Virus infiziert. Das Buch von Daniel Defoe ließ ihn zeitlebens nicht mehr los, noch kurz vor seinem Tod bestellte er eine kunstvoll eingebundene Neuausgabe.
Gegen den Widerstand des Vaters und den Rat seines Onkels John Flinders, eines alternden Midhipman in der Royal Navy, bereitete sich Matthew mit drei Büchern auf seine RN-Karriere vor: Mit Euklid, John Robertson's Elements of Navigation und Hamilton Moore's book on Navigation.

Flinders fand in Kapitän Thomas Pasley einen Förderer und ging am 23. Oktober 1789 an Bord von dessen Schiff, der SCIPIO (64), als lieutenant's servant, also Steward eines Leutnants. Sieben Monate lernte er die Praxis der Seemannschaft und konnte am Ende seinen Förderer Pasley mit seinem erworbenen Wissen und Können beeindrucken

Als Pasley am 31. Juli 1790 im Kommando auf die BELLEROPHON (74) wechselte, nahm er Flinders als Fähnrich mit an Bord. Nach einem kurzen Zwischenspiel auf der DICTATOR (64) Anfang 1791 stellte Flinders nächstes Schiff einen Meilenstein seiner Karriere dar:
Am 8. Mai 1791 ging der Fähnrich an Bord der PROVIDENCE (28), die von Kapitän William Bligh kommandiert wurde.

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Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Bligh, Opfer der berühmten Meuterei auf der BOUNTY 1789, war schon mit James Cook, dem großen Entdecker Australiens, gesegelt und wird in dessen Berichten immer wieder erwähnt. Blighs Auftrag, Brotfrüchte aus Tahiti in die Karibik zu bringen, um sie dort als relativ billige Nahrungsquelle für die wachsende Zahl von Sklaven einzuführen, war an der berühmten Meuterei gescheitert. Die Fahrt der PROVIDENCE, begleitet von der Tender-Brigg ASSISTENCE, sollte diesen Auftrag nun im zweiten Anlauf durchführen.

Am 2. August 1791 verließ die Expedition England, war im Oktober am Kap der Guten Hoffnung und erreichte am 10. April 1792 Tahiti. Die Erfahrungen der ersten Expedition ermöglichten es, das die Schiffe bereits am 19. Juli 1792 das Inselparadies wieder verließen. Bligh nahm aber nicht den Weg um Kap Hoorn, sondern segelte zurück durch die Torres-Straße und via dem Horn von Afrika in die Karibik. Am 17. Januar 1793 erreichte die PROVIDENCE mit den Brotfrüchten Kingstown auf St. Vincent´s, später dann Jamaika und erfüllte damit den Auftrag, den einst die BOUNTY ausführen sollte. Flinders führte bereits anläßlich dieser Reise ein Journal, das ihm noch zwanzig Jahre später in der Torres-Straße von großem Nutzen war.

Am 7. September 1793 kehrte Flinders wieder auf die BELLEROPHON (74) zurück. Als am 12. April 1794 Kapitän Pasley zum Konteradmiral befördert wurde, nahm er Flinders in seinen Stab auf. An Bord der BELLEROPHON nahm der Fähnrich dann an einer der berühmtesten Seeschlachten dieser Ära teil, am Glorious First of June bzw. der Seeschlacht vor Ushant (28. Mai - 1. Juni 1794). Im Verlaufe der Schlacht zeichnete er sich durch bemerkenswerte Eigeninitiative aus, doch sein Förderer Pasley wurde schwer verwundet und verlor ein Bein. Konteradmiral Pasley sollte nicht wieder in den aktiven Dienst auf See zurückkehren, was die Karriere von Flinders entscheidend beeinflußte.

Am 10. August 1794 verließ Flinders die BELLEROPHON. Durch einen Leutnant der BELLEROPHON, Henry Waterhouse, kam der australienerfahrene Fähnrich am 15. Februar 1795 an Bord der RELIANCE, die unter dem neuen Gouverneur von New South Wales, Kapitän John Hunter, das erst seit wenigen Jahren besiedelte Port Jackson (Sidney) an der Südostküste Australiens ansteuern sollte. Flinders nahm seinen kleinen Bruder Samuel Ward Flinders mit an Bord. Auf der Reise freundete er sich besonders mit dem Schiffsarzt George Bass (1771 - verschollen 1803) an, der ebenfalls aus Lincolnshire stammte.

Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.


FLINDERS IN PORT JACKSON

Am 7. September 1795 erreichte die RELIANCE und ihr Tender SUPPLY Port Jackson an der Südostküste Australiens. Nur wenige Wochen später machten sich Flinders und Bass auf eigene Faust auf, in einem winzigen Segelboot, der TOM THUMB, die Küstenlinie um Port Jackson zu erkunden und zu kartographieren. Nach dieser ersten Expedition und einer "Dienstreise" auf der RELIANCE von Januar bis März 1796 machten die beiden Entdecker vom 25. März bis zum 2. April 1796 ihre zweite Reise in der TOM THUMB, bei der sie eindrückliche Erfahrungen mit Land und Eingeborenen sammelten.

Anfang 1797 machten sich die RELIANCE und die SUPPLY, beide in schlechtem Zustand, auf den gefährlichen Weg zum Kap der Guten Hoffnung (via Kap Hoorn !), um von dort Vieh für New South Wales zu holen.
Bei seiner Ankunft in Capetown nützte Flinders die Gelegenheit der Anwesenheit einer Prüfungskommission und legte seine Leutnantsprüfung ab.
Mit der lebenden Ladung an Bord verließ die RELIANCE das Horn von Afrika am 17. April 1797 und erreichte Port Jackson am 26. Juni 1797, freilich nur mit knapper Not.
Hier durfte Flinders nun bis zur Bestätigung seines Patents als dienstuender Leutnant seinen Pflichten nachgehen, welche sich durch die provisorische Beförderung erweiterten. Die Wiederinstandsetzung der RELIANCE beanspruchte Flinders Aufmerksamkeit, so das George Bass im Dezember 1797 ohne seinen Freund in einem Walboot mit 6 Männern und Vorräten für sechs Wochen die nächste, am Ende 11-wöchige, Expedition startete. Er stieß bis in die Port Phillip-Bucht vor und entdeckte damit - ohne sich aber sicher zu sein - die Passage zwischen Tasmanien und dem Festland, die Bass-Straße.

Flinders, der am 31. Januar 1798 sein Leutnants-Patent bekam, war seinerseits Ende Januar 1798 wieder abkömmlich, bekam den Auftrag, der schiffbrüchigen Brigg SIDNEY COVE zu helfen und entdeckte auf dieser Fahrt mit dem Schooner FRANCIS neben der (später so genannten) Flinders-Insel auch die Kent-Inselgruppe sowie zahlreiche bis dahin unbeschriebene Tierarten wie das Schnabeltier und den Wombat. Seine Beobachtungen erhärteten den Verdacht, Bass könnte eine Passage zwischen Van Diemens-Land (Heute: Tasmanien) und New South Wales gefunden haben.

Die Möglichkeit, das Bass eine Meeres-Straße im Süden entdeckt haben könnte, ließ Gouverneur Hunter eine Expedition ausrüsten, mit Vorräten für zwölf Wochen und unter dem Kommando von Flinders.

  The Life of Matthew Flinders

The Life of Matthew Flinders
von Miriam Estensen
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 568 Seiten - Allen & Unwin
Erscheinungsdatum: November 2004

Das bisher umfangreichste und gehaltvollste Buch über den bescheidenen, sympathischen Entdecker und sein Leben, natürlich mit besonderem Schwerpunkt auf seine Reisen, aber auch auf seine langjährige Gefangenschaft auf Mauritius.

Die NORFOLK, mit der Flinders und Bass am 7. Oktober 1798 Sidney verließen, war zwar nur ein Kutter von 25 Tonnen, genügte zur Umsegelung Tasmaniens aber vollkommen. Am 12. Januar 1799 gelangten Flinders und Bass mit dem Beweis für die Existenz der Bass-Straße zurück nach Port Jackson. Diese Entdeckung und Flinders sorgfältige Vermessungsarbeiten machten den Namen der beiden Entdecker im wissenschaftlichen Europa weithin bekannt.

Gouverneur Hunter schickte Flinders nun mit der NORFOLK auf die Suche nach einem grossen Fluss an der Küste von Queensland, doch Flinders suchte vom 8. Juli 1799 bis 20. August 1799 vergeblich nach einer Flussmündung. Obwohl er sogar direkt vor dem Clarence ankerte, fand er weder diesen Fluß noch den Brisbane, dessen Mündung in seinem Forschungsgebiet lag. Die lange Küstenlinie, Zeitmangel und der schlechte Zustand der NORFOLK werden heute dafür verantwortlich gemacht.

Am 3. März 1800 machte sich Leutnant Flinders an Bord der RELIANCE (28 - Waterhouse) auf den Rückweg nach England, das er im Oktober 1800 erreichte.
Dort war Flinders in Fachkreisen bereits ein bekannter Mann und der berühmte Sir Joseph Banks von der Royal Society nahm den jungen Entdecker sofort unter seine Fittiche. Banks plante Flinders zu weiteren Forschungsreisen in die damals unbekannten Regionen um den Fünften Erdteil herum zu entsenden. Mit Banks Hilfe veröffentlichte Flinders am 16. Januar 1801 seinen ersten Bericht:
"Observations on the coasts of Van Diemen's Land, on Bass's Strait and its Islands, and on parts of the coasts of New South Wales, intended to accompany the charts of the late discoveries in those countries, by Matthew Flinders, second lieutenant of His Majesty's ship RELIANCE."

Am 25. Januar 1801 bekam Matthew Flinders das Kommando über die 334-Tonnen-Sloop INVESTIGATOR und wurde am 16. Februar 1801 zum Commander befördert.
Flinders schneller Weg vom Leutnant zum Commander zeigt einerseits die Bedeutung, die seitens der Admiralität der Erforschung der australischen Region zugemessen wurde, andererseits deren höchst positive Einschätzung der Fähigkeiten Flinders. Banks und Flinders durften nach Belieben die Ausrüstung bestimmen und Flinders konnte sich seine 83 Mann Crew Mann für Mann aussuchen. Auch der erste Leutnant, Robert Fowler, fand Flinders Zustimmung. Sein Bruder Samuel Ward Flinders wurde zweiter Leutnant an Bord. Einer der sechs Midshipman trug übrigens einen heute berühmten Namen: Es war der spätere Arktisforscher John Franklin. Der Botaniker Robert Brown mit Assistent Peter Good, der Astronom John Crossley, die Zeichner William Westall und Ferdinand Bauer sowie der Bergmann John Allen komplettierten die Besatzung.

Im April 1801 heiratete der frisch gebackene Kommandant in Lincolnshire Ann Chappell (1770 - 1852), eine Nachbarstochter der Familie. Das Paar hatte später eine Tochter: Ann Flinders (1812 - 1892).

FLINDERS EXPEDITION AN DER SÜDKÜSTE AUSTRALIENS

Am 18. Juli 1801 verließ die INVESTIGATOR England und erreichte das Kap der Guten Hoffnung am 16. Oktober 1801 . Am 4. November 1801 verließ Flinders Südafrika und erreichte am 6. Dezember 1801 Kap Leeuwin an der Südwestspitze Australiens.
Von nun an bewegte sich die INVESTGATOR in Richtung Osten entlang der Küstenlinie und die Namen der vielen, durch Flinders verzeichneten geographischen Orte erinnern noch heute an ihren Entdecker und dessen Bescheidenheit : Flinders benannte nie eine seiner Entdeckung nach seiner eigenen Person, lediglich eine kleine Insel taufte er nach seinem Bruder.

Am 20. Februar 1802 hatte die INVESTGATOR gerade Kap Catastrophe hinter sich gelassen und traf auf den Ebbstrom des heutigen Spencer-Golfs, als einen Tag später ein Beiboot mit 8 Männern, unter ihnen der Master John Thistle, kenterte. Alle Insassen ertranken, weswegen das Kap seinen düsteren Namen bekam.

Die Erkundung der Spencer-Golfs, von dem aus Flinders gehofft hatte, in den Golf von Carpenteria zu gelangen (Theorie von der Zweiteilung der Terra Australis) dauerte noch bis zum 20. März 1802, dann verließ die Sloop den Golf wieder und entdeckte bald darauf die Kangaroo-Insel. Bis Anfang April erkundete Flinders die Investigator-Straße und den St. Vincent-Golf, um dann eine längere Pause auf Kangaroo Island einzulegen.

Nach der Fortsetzung der Reise auf der Ostseite der Insel sichteten die Engländer am 8. April 1802 in der Encounter-Bucht die französische GEOGRAPHE, die zur Expedition des Franzosen Baudin gehörte, der sich von der Bass-Straße in Richtung Westen bewegt hatte.
England und Frankreich lagen bei Abreise beider Forscher im Krieg. Sowohl Flinders als auch Baudin hatten jedoch Pässe vom Kriegsgegner und die Anweisung von ihren Regierungen, sich im Falle eines Treffens friedlich zu verhalten. Deswegen kam es zu zwei Unterhaltungen zwischen den beiden Forschern, die jedoch unter Sprachproblemen litt. Am 9. März 1802 trennten sich die INVESTIGATOR und die GEOGRAPHE wieder.

Flinders stieß nun auf nachteilhafte Winde, überdies war die Küstenlinie von Osten her bereits von Baudin, aber auch von den Briten Grant und Murray erforscht worden, wovon Flinders allerdings nur teilweise wußte.
Ende April 1802 machte er sich an die Erforschung der Port Phillip-Bucht und verließ sie am 3. Mai 1802 wieder. Am 8. Mai 1802 erreichte die INVESTIGATOR dann Port Jackson.

FLINDERS UMRUNDUNG AUSTRALIENS

Im späteren Sydney traf er neben dem neuen Gouverneur King auch die französische NATURALISTE (Kapitän Hamelin), das zweite Schiff der Expedition von Baudin, an.
Am 20. Juni 1802 traf auch Baudin mit der GEOGRAPHE in Port Jackson ein, die Besatzung halbtot durch Skorbut. Ihre Behandlung durch Menschen in Port Jackson war ein so hervorstechendes Zeugnis für Menschlichkeit, das Baudin sich in einem bewegenden Brief bedankte. Eine Kopie dieses Briefes lag viele Monate später auch dem Gouverneur der Insel Mauritius, General Decaen vor, als er über Flinders Schicksal entschied (s.u.).

Am 21. Juli 1802 setzte Flinders seine Reise in Richtung Norden fort, begleitet von der kleinen LADY NELSON unter Kommandant James Murray. Die INVESTIGATOR hatte 5 neue Seeleute und den Master von der HERCULES, John Aken, an Bord. Außerdem zwei Aborigines, Bongaree (Flinders Freund seit der Reise mit der NORFOLK) und Nambaree sowie neun Sträflinge, allesamt Seeleute und mit der Aussicht auf Amnestie.

 Karte der Umrundung
Auf der Seite des Centre for Plant Biodiversity Research findet sich eine wunderbare Karte der Reise

Am 21. August 1802 erreichte Flinders Port Bowen und suchte nun eine sichere Passage heraus aus der Umklammerung des Great Barrier Riffs. Dies gelang ihm schließlich mit der Durchquerung der Flinders-Passage und am 8. Oktober 1802 beschloss der Forscher, die ohnehin schlecht segelnde LADY NELSON mit den ersten Ergebnissen nach Port Jackson zurückzuschicken.
Wiederum gab Filders zahlreichen Neuentdeckungen an der Ostküste einen Namen, so das man auch heute noch bei einer Reise an dieser Küste immer wieder auf seine Spuren stößt.
Am 28. Oktober 1802 erreichte die INVESTGATOR die Torres-Straße und durchquerte sie durch die nach Flinders benannte Einfahrt. Flinders hatte sie freilich nach dem Schiff ihres wirklichen Entdeckers Kapitän Edwards, Pandora-Einfahrt, benannt.

Am 3. November 1802 erreichte Flinders den Golf von Carpenteria.
Obwohl er hier feststellen mußte, das sein Schiff inzwischen einem größeren Sturm nicht mehr standhalten würde, ließ der Entdecker die INVESTIGATOR so gut wie möglich instandsetzen und setzte dann seine Erkundungen und seine Umrundung Australiens fort.

Am 17. Februar 1803 verließ die Expedition den Golf von Carpenteria wieder. In der Arnhem-Bucht mußte der Kommandant realisieren, das die tropische Küste den Gesundheitszustand seiner Crew stark in Mitleidenschaft gezogen hatte. Deswegen steuerte Flinders Ende März 1803 Timor an, in dessen holländischer Kolonie er freundliche Aufnahme fand. Einem holländischen Schiff gab er weitere Berichte und Kartierungen für die englische Admiralität mit und machte sich dann auf den Weg nach Port Jackson - allerdings um die Südwestspitze Australiens herum, weil er hier die Winde und das Wetter für günstiger hielt.

Auf dieser letzten Route der Umrundung Australiens berührte Flinders nicht noch einmal Land, denn der Zustand seiner Crew war besorgniserregend. Die INVESTIGATOR sichtete aber im April 1803 Kap Leeuwin, womit die Umrundung des Kontinents vollendet war.
Als die INVESTIGATOR am 9. Juni 1803 nach einer Reise von insgesamt 10 Monaten und 19 Tagen Port Jackson erreichte, waren sechs Mann gestorben und die INVESTIGATOR ein Wrack.

SCHIFFBRUCH UND GEFANGENSCHAFT

Am 10. August 1803 machte sich Flinders dann auf den Weg nach England, um der Admiralität seine Ergebnisse vorzulegen. Er reiste als Passagier auf der PORPOISE unter Leutnant Fowler, hatte aber die Entscheidungsfreiheit des Weges. So ließ er Fowler - in Begleitung zwei weiterer Schiffe, der CATO und der BRIDGEWATER - die Torres-Straße ansteuern, anstatt durch die Bass-Straße südlich von Australien den Heimweg anzutreten.
Am 17. August 1803 liefen die PORPOISE wie auch die ihr folgende CATO, nachdem sie 700 Meilen zwischen sich und Port Jackson gelegt hatten, vor Queensland auf ein Riff und gingen verloren. Fast alle Männer beider Schiffe konnten sich auf ein Atoll retten. Das dritte Schiff, die BRIDGEWATER unter Kapitän Palmer, ließ die Schiffbrüchigen jedoch einfach im Stich.

Flinders und 13 weitere Männer machten sich am 27. August 1803 im Kutter der PORPOISE auf den Weg, Hilfe für die Schiffbrüchigen zu holen und erreichten am 8. September 1803 Port Jackson. Mit drei Schiffen - dem Handelsschiff ROLLA (Ziel : Kanton), der FRANCIS (Ziel : Zurück nach Port Jackson) und dem 29-Tonnen-Kutter CUMBERLAND, mit dem Flinders beabsichtigte, nach England zu gelangen - begann die Rettungsmisson am 21. September 1803.
Am 7. Oktober 1803 erreichten die drei Schiffe das Atoll der Schiffbrüchingen und nahmen sie auf. Leutnant Fowler, Samuel Flinders und John Franklin gingen an Bord der ROLLA und wurden auf ihrem Heimweg von Kanton nach England Zeuge der Ostindienfahrerschlacht vor Pulo Aor.

Flinders dagegen kam am 10. November 1803 mit einer bereits schwer angeschlagenen CUMBERLAND nach Kupang (Timor) und mußte dann auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung infolge eines schweren Sturms am 2. Dezember die französische Ile de France (Mauritius) ansteuern.
Am 17. Dezember 1803 ereichte die CUMBERLAND den Hafen von Port Louis. In Port Louis erfuhr Flinders, das Frankreich und England nach dem kurzen Frieden von Amiens schon wieder im Krieg waren.

Der Schiffbruch der Fregatte Medusa. Ein dokumentarischer Roman aus dem Jahr 1818

Der Schiffbruch der Fregatte Medusa. Ein dokumentarischer Roman aus dem Jahr 1818
von J. B. H. Savigny, Alexandre Correard
Sprache: Deutsch
Taschenbuch - 253 Seiten - Matthes & Seitz Berlin
Erscheinungsdatum:2007

Die berühmte Höllenfahrt der Überlebenden der MEDUSA, die auf einem steuerlosen Floß treibend um ihr Leben kämpften.

Erst am 15. August 1803 war General Charles Mathieu Isidore Decaen Gouverneur Frankreichs für den Indischen Ozean geworden. Sein Hauptquartier war auf Mauritius und so wurde Flinders ihm zum Verhör vorgeführt. Obwohl der Engländer einen Pass der französischen Regierung vorweisen konnte, das er ein Forschungsreisender wie z.B. Baudin war, so galt Decaen dieser Pass nur für die INVESTGATOR, nicht für die CUMBERLAND.
Mißverständnisse und Unhöflichkeiten zwischen dem mißtrauischen, anglophoben und stolzen General und dem - wie Flinders glaubte- schlecht behandelten Entdecker führten am Ende zu einer jahrelangen Internierung des Briten auf Mauritius.
Über die Gründe für die Gefangenschaft wird noch heute gestritten und eigentlich kann man nur einen Grund nennen, der nicht zutraf, den Flinders aber befürchtete: Decaen wollte dem Engländer zu keinem Zeitpunkt seine Entdeckungen streitig machen bzw. sie für Frankreich stehlen.
Vermutlich hatte Flinders den stolzen General gleich zu Beginn vor den Kopf gestossen, weswegen Decaen erst eine Freilassung, dann einen Austausch verzögerte. Als Begründung dafür diente die Möglichkeit, das Flinders als Spion unterwegs gewesen sein konnte.
Die sich verschärfende Kriegssituation im Indischen Ozean zwang den französischen Gouverneur dann, Paris die Entscheidung darüber zu überlassen, wie man weiter mit dem englischen Commander verfahren sollte. Nun mußte Decaen abwarten, was Paris entschied, während man in Paris davon ausging, das die Sache keine Eile hatte. Das in den ersten Jahren bei Flinders Internierung vor allem persönliche Motive Decaens ausschlaggebend waren, steht aber außer Zweifel.

Im August 1805 war Flinders der letzte verbliebene Gefangene auf Mauritius, seine Besatzung inklusive des Masters John Aken waren ausgetauscht worden. Der mäßige Gesundheitszustand des Gefangenen verschlechterte sich im Laufe der Gefangenschaft mehrfach, den Preis dafür mußte der Entdecker möglichweise später mit seinem frühen Tod zahlen.

Die erzwungene Untätigkeit nutzte Flinders auf seine Weise: Er, der bis dahin Französisch kaum verstand, lernte nun die Sprache, studierte danach Malaiisch, vervollständigte seine Karten und verfasste aus seinen Aufzeichnungen einen Bericht.
Ausserdem beschäftigte sich Flinders mit dem Problem der Kompassabweichungen auf Schiffen. Ein magnetisiertes Teil unter dem Kompass, das Störfelder vermeiden soll, wurde später nach ihm Flinders-Nadel getauft.
Er versäumte aber nicht, regelmäßig Briefe an Decaen zu schicken und um seine Freilassung nachzusuchen.
Der Fall Flinders schlug immer höhere Wellen: Der englische Gouverneur in Kalkutta, Lord Richard Wellesley, und der Oberkommandierende im Indischen Ozean, Konteradmiral Sir Edward Pellew, setzten sich für seinen Austausch ein. In Frankreich selbst waren es Fleurieu und Bougainville, die auf die Freilassung ihres Forscherkollegen drängten.

Am 21. August 1807 endlich - Mauritius war zu diesem Zeitpunkt von den Briten blockiert - brachte die englische Fregatte GREYHOUND unter Parlamentärsflagge Napoleons Anweisung zur Freilassung von Flinders mit Datum vom 21. März 1806 nach Mauritius.
Doch Decaen schrieb zurück nach Paris, das es nun zu gefährlich sein würde, Flinders gehen zu lassen. Der General hatte auf Mauritius nur noch eine schwache Truppe gegen eine mögliche englische Invasion. Eine relativ kleine englische Streitmacht hätte zur Eroberung ausgereicht, was die Briten jedoch nicht wussten, Flinders aber sehr wohl. So wurde die Falle, in der Decaen und seine Truppe sassen, auch zu Flinders Gefängnis.
1810 war aber auch dem französischen Gouverneur klar, das die Zeit seiner Herrschaft über die Insel nur noch Monate zählen konnte und am 13. Juni 1810 konnte Flinders die Insel, die im Dezember 1810 in englische Hände fiel, endlich verlassen.

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Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3

DIE LETZTEN JAHRE

An Bord der Sloop OTTER reiste der Befreite zum seit 1806 englisch beherrschten Kap der Guten Hoffnung, verblieb dort sechs Wochen und segelte dann auf der OLYMPIA nach England, wo er am am 23. Oktober 1810 eintraf und bald darauf in London seine Frau wiedersah. Flinders traf natürlich bald darauf seinen Förderer Sir Joseph Banks, die Royal Society gab ein Diner zu seinen Ehren, er hatte Begegnungen mit dem Herzog von Clarence (Später König William IV) und Lord Spencer. 1812 wurde er sogar als Sachverständiger für Australien vor dem Unterhaus befragt.
Die Admiralität allein behandelte Flinders schlecht. Er wurde zwar noch 1810 zum Kapitän zur See befördert, doch wäre Flinders 1804 nach England zurückgelangt, hätte diese Beförderung bereits auf ihn gewartet. Die Rückdatierung seiner Beförderung auf 1804 wurde aber nicht gewährt. Schlimmer noch: Weil er nach Meinung der Admiralität kein Kriegsgefangener gewesen war, wurde auch nur Halbsold vom Datum seiner Internierung auf Mauritius gezahlt. Flinders bekam auch kein neues Kommando angeboten.
In den Jahren von seiner Rückkehr nach England bis zu seinem frühen Tod arbeitete Flinders jedoch vor allem an seinen Berichten und seinen Karten.

1812 wurde Ann, die Tochter der Flinders, geboren. Ende 1813 ging es Matthew Flinders, der mit seiner Frau in London lebte, bereits sehr schlecht und 1814 wurde sein Gesundheitszustand dann kritisch.
Die Veröffentlichung seines großen Werkes A Voyage to Terra Australis, with an accompanying Atlas. erschien am 18. Juli 1814 - einen Tag vor seinem Tod.

Am 19. Juli 1814 starb der große Entdecker Australiens, möglicherweise an den Folgen seiner Gefangenschaft auf der Ile de France.
Kapitän Matthew Flinders wurde auf dem St. James's Friedhof in der Hampstead Road begraben, doch die genaue Lage seine Grabes ist verschollen.
Heute tragen Inseln, Flüsse und viele andere geographische Orte Australiens seinen Namen, so das es kaum möglich ist, an der Küste des Fünften Kontinents nicht auf die Spuren des bescheidenen, aber grossen Entdeckers zu stoßen.


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