Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 Horatio Hornblower

Horatio Hornblower, 11 Bände
von Cecil S. Forester
Sprache: Deutsch
Broschiert - SCHERZ-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
Foresters Horatio Hornblower ist der nach wie vor unübertroffene
Klassiker der marinehistorischen Romane aus der Windjammerepoche.

 www.seeschlacht.tk

Admiral Sir Edward Hughes

Edward Hughes als Kapitän der SOMERSET (Hintergrund) in einem Porträt von Madame Cerroti bzw. Violante Siries aus dem Jahre 1761, entstanden in Florenz.

* 1720 im Hertford (Herefordshire), England            † 17. Februar 1794 in Luxborough (Essex), England

Edward Hughes wurde um 1720 herum in Hertford, England, geboren. Über sein Elternhaus gibt es keine gut belegten Informationen, offensichtlich war sein Vater aber ein angesehener Bürger der Stadt.
Hughes ging als 14jähriger zur Navy (Januar 1734 oder 1735) und diente zunächst auf der DUNKIRK (60 - Digby Dent) in der Karibik. Der Ausbruch des englisch-spanischen Krieges (War of Jenkins ear) 1739 fand ihn an Bord der DIAMOND (50 - Charles Knowles). Am 22. November 1739 nahm er im Geschwader Admiral Edward Vernons an der berühmten Eroberung Porto Bellos (Panama) teil. Im Februar 1740 kam Hughes als Fähnrich auf die BURFORD (70), das Flaggschiff des Admirals, und schon am 25. August 1740 wurde er zum Leutnant auf das Feuerschiff CUMBERLAND befördert.

Inzwischen Leutnant an Bord der SUFFOLK (70 - Thomas Davers) war Hughes bei den erfolglosen Angriffen auf Cartagena (Kolumbien) im März / April 1741 beteiligt: Admiral Vernons amphibische Operationen scheiterten katastrophal an mangelnder Kooperation mit der Armee, Gelbfieber und den starken Befestigungen der Stadt.
Im Juni des selben Jahres kehrte Hughes an Bord der DUNKIRK zurück, welche ab 1742 in europäischen Gewässern operierte. Inzwischen war in Europa der Österreichische Erbfolgekrieg ausgebrochen, in dessen Rahmen es am 11. Februar 1744 vor Toulon zu einer Seeschlacht zwischen der britischen Mittelmeer-Flotte unter Admiral Sir Thomas Matthews und einer spanisch-französischen Flotte unter Juan Jose Navarro kam. Die DUNKIRK in der Nachhut unter dem Kommando von Admiral Richard Lestock griff freilich nicht in die chaotische Schlacht ein, in der auch die Vorhut der feindlichen Flotte ausgesperrt blieb. Hughes wurde Zeuge, wie Matthews Formation zusammenbrach und später, wie Matthews Lestock seines Kommandos enthob. Die taktische Niederlage wurde Anlaß zu größeren Reformen innerhalb der Royal Navy.
Hughes kehrte nach Dienstzeiten auf der STIRLING CASTLE (70) und MARLBOROUGH (96) 1746 nach England zurück.

Linienschiffschlachten 1794 - 1806 Download

Im Juni 1747 ging er als Freiwilliger an Bord der WARWICK (60 - Robert Erskine), die gemeinsam mit der LARK (40 - John Crookshanks) als Geleitschutz für einen Konvoi über den Atlantik segelte. Hughes hoffte, in der Karibik eine Offiziersstelle zu ergattern. Auf der Passage stieß das britische Duo auf die spanische GLORIOSO (70 - Pedro Messia Corea de la Cerda). Weil sich die LARK (40 - John Crookshanks) im Gefecht zwischen WARWICK und GLORIOSO angeblich nicht genügend engagierte, entkam das spanische Linienschiff und Crookshanks wurde seines Kommandos enthoben, welches Hughes übertragen wurde. Letzterer spielte in der Affäre Crookshanks eine durchaus dubiose Rolle. Der frisch gebackene Kommandant der LARK erhielt am 6. Februar 1748 auch noch seine Beförderung zum Kapitän (post captain). Hughes hatte das Kommando bis 1750 inne.

Es folgten offenbar 6 Jahre auf Halbsold, bis der Kapitän im Januar 1756 die DEAL CASTLE (20) in Dienst stellte. Der Siebenjährige Krieg führte zu einer Aufrüstung der Royal Navy. Im Juli 1757 wurde Hughes Kommandant des Linienschiffs SOMERSET (64). In der Flotte von Admiral Edward Boscawen nahm das Schiff 1758 an der Eroberung von Louisbourg teil, unter George Saunders 1759 an der Einnahme von Quebec.
Saunders machte danach die SOMERSET zu seinem Flaggschiff und kehrte 1759 nach Europa zurück, wo seine Flotte im Mittelmeer eingesetzt wurde. Im September 1762 bekam Hughes das Kommando über die BLENHEIM (90), mit der er 1763 nach England zurückkehrte. Dort verbrachte er die nächsten Jahre auf Halbsold.

Im Januar 1771 wurde Hughes wieder aktiv und kommandierte die SOMERSET, die in Portsmouth als Wachschiff lag. Im September 1773 wurde Hughes dann zum Oberkommandierenden im Indischen Ozean ernannt. Er bekam den Breitwimpel des Kommodore, welchen er auf der SALISBURY (50) setzte. 1777 kehrte der Kommodore nach England zurück, wo ihn Ehren und Beförderung erwartete: Im Januar 1778 wurde Hughes vom König zum Ritter des Bath-Ordens geschlagen (The Gentleman's magazine, Band 48, 1778), im Juli 1778 bekam er sein altes Kommando im Indischen Ozean zurück, diesmal aber als Konteradmiral (Ebenfalls Januar 1778).

Napoleons gefallenen Göttinnen
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Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Inzwischen hatte Frankreich aktiv in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, der seit 1776 tobte, eingegriffen. Hughes, der mit seinem Flaggschiff SUPERB (74) und 5 weiteren Linienschiffen auf den Weg in sein Kommandogebiet war, eroberte sozusagen im Vorbeisegeln den 3 Wochen zuvor von Frankreich eroberten Handelsstützpunkt Gorree (Senegal) zurück. Im Indischen Ozean angekommen, war seine Flotte anwesenden französischen Kräften lange Zeit so überlegen, dass es zu keinen nennenswerten Kampfhandlungen auf See kam.
Dafür wurden Hughes Schiffe im Kampf gegen den Herrscher von Mysore, Haidar Ali, aktiv und zerstörten im Dezember 1780 auf der Reede von Mangalore einige Kaperschiffe, die den englischen Handel in diesen Gewässern bedrohten.
Im September 1780 wurde Sir Edward Hughes zum Vizeadmiral befördert.
Im November 1781 - Holland war inzwischen ebenfalls Englands Feind - eroberte er in Kooperation mit Truppen unter Sir Henry Munro den wichtigen Küstenstützpunkt Negapatnam. Von dort segelte der englische Admiral weiter und nahm am 11. Januar 1782 auf Ceylon (Sri Lanka) den ebenso wichtigen Hafen Trincomalee. Dann kehrte er mit seiner Flotte nach Madras zurück.

Meine Texte auf XinXii

Dort erschien am 16. Januar 1782 eine französische Flotte unter Kommodore Suffren, inzwischen den Briten zahlenmäßig überlegen. Auf See kam es vor Sadras am 17. Januar 1782 zur Seeschlacht, die unentschieden und ohne Schiffsverluste durch die Nacht beendet wurde. Hughes führte seine z.T. beschädigten Schiffe zunächst zu Reparaturen nach Trincomalee, kehrte dann aber nach Madras zurück, um Versorgungsgüter und weitere Truppen für den Hafen auf Ceylon zu laden.
Am 9. April 1782 stieß Hughes zum zweiten Mal auf die französische Flotte, welche ihn bis zum 12. April 1782 verfolgte und dann vor der kleinen Insel Providien (Ceylon) - wie immer unkonventionell - angriff. Hughes Flaggschiff war im Zentrum dieser blutigsten Schlacht zwischen ihm und Suffren und es sah lange Zeit so aus, als sollten die Briten schwer geschlagen werden. Doch Hughes gelang die Konsolidierung seiner Linie und er konnte vor der Insel eine solide Verteidigung aufbauen, auf den nächsten Angriff Suffrens wartend. Dieser ließ sich jedoch nicht zu der schlechteren Ausgangsposition verführen, zumal seine zahlenmäßige Überlegenheit infolge britischer Verstärkungen nur noch gering war.
Ein französisches Angebot des Gefangenenaustauschs (hauptsächlich Soldaten der beiden Armeen) lehnte Hughes ab, weil der französische Nachschub größere Probleme bereitete und der Austausch eine Entlastung der Franzosen bedeutet hätte. Daraufhin lieferte Suffren seine Gefangenen Haidar Ali aus.

 American War of Independence Commanders  American War of Independence Commanders
von Rene Chartrand, Richard Hook
Sprache:Englisch
Taschenbuch - 64 Seiten - Erschienen bei Osprey Publishing
Erscheinungsdatum: 2003
Dies illustrierte Buch beschäftigt sich u.a, auch mit Suffren und anderen, weniger bekannten Führern des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Kennen Sie z.B. Bernando de Galvez ?

Nachdem sich die Franzosen zurückgezogen hatten, lief Hughes wie geplant Trincomalee an. Informationen über einen geplanten französischen Angriff auf Negapatnam ließen ihn seine Flotte vor den ehemaligen holländischen Stützpunkt führen. Dort trafen Suffrens Schiffe am 5. Juli 1782 ein, doch ein erster französischer Angriff scheiterte bereits im Ansatz. Am 6. Juli 1782 war es dann Hughes, der Suffren attackierte, konventionell Linie gegen Linie. Die Schlacht endete unentschieden, doch Hughes hatte Suffren an der Landung der Truppe gehindert.
Suffren zog sich nach Cuddalore zurück, die Briten kehrten nach Madras zurück. Dort bekam Hughes alsbald Informationen, Suffren sei mit Kurs Süden wieder ausgelaufen und plane, Trincomalee zurückzuerobern, doch schenkte er diesen Warnungen zunächst keinen Glauben. Zu spät lief der britische Admiral aus und erreichte erst am 2. September 1782 den wichtigen Hafen auf Ceylon, doch Suffren hatte bereits zwei Tage zuvor zugeschlagen und Trincomalee erobert.
Suffrens Schiffe attackierten nun Hughes Flotte, doch die innovative Strategie des französischen Kommodore scheiterte in der Praxis bzw. angeblich an seinen zögerlichen Kommandanten: Die Schlacht wurde eher zum halbherzigen Geplänkel, bis sich beide Flotten zurückzogen, die Franzosen nach Trincomalee, die Briten nach Madras.

Meine Texte auf XinXii

Das Wetter bzw. der Monsun zwang Hughes schließlich im November 1782, die Coromandel-Küste zu verlassen und auf die Ostseite Indiens, nach Bombay, zu segeln. Dort bekam er Verstärkung durch ein Geschwader unter Richard Bickerton und konnte einige Monate später mit nunmehr überlegener Anzahl von Schiffen an die Coromandel-Küste zurückkehren.
Die Briten begannen im Juni 1783, mit Hughes Hilfe Cuddalore zu belagern. Am 14. Juni kam Suffren mit seinen Schiffen der belagerten Stadt zur Hilfe und konnte sich zwischen die britische Flotte und Cuddalore schieben. Am 20. Juni 1783 kam es zur letzten Seeschlacht zwischen Hughes und Suffren, welche erneut in einen konventionellen Feuerwechsel Linie gegen Linie mündete und so unentschieden blieb. Suffren blieb jedoch soweit erfolgreich, als das Hughes sich zurückzog und die Belagerung von Cuddalore aufgehoben wurde.

Der Frieden in Europa beendete schließlich auch das Blutvergiessen im Indischen Ozean. Hughes kehrte nach England zurück und sollte nie wieder zur See gehen. Dafür war er in seinen Jahren in Indien durch gewaltige Prisengelder und Investitionen zu einem reichen wie auch berühmten Mann geworden, denn die 5 Seeschlachten mit Suffren machten ihn zu einer Legende. Sein Name wurde freilich immer erst nach dem des großen französischen Taktikers genannt.
Hughes erreichte am 1. Februar 1793 noch den Rang eines Volladmirals, starb aber 1 Jahr später, am 17. Februar 1794, auf seinem Landsitz in der Grafschaft Essex. Er hinterließ seine Ehefrau Ruth, verwitwete Ball, jedoch keine Nachkommen.


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Studies in Naval History. Biographies
von John Knox Laughton
Sprache:Englisch
Taschenbuch - 480 Seiten - Erschienen bei Adamant Media Corporation
Erscheinungsdatum: Januar 2001
This Elibron Classics book is a facsimile reprint of a 1887 edition by Longmans, Green, and Co., London.
Die hier publizierte Kurzbiographie von Hughes basiert zu großen Teilen auf diesem Buch.
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