Die amerikanischen Präsidenten. 42 historische Portraits von George Washington bis George W. Bush.
von Jürgen Heideking
Erschienen bei C.H.Beck 2002, 480 Seiten, Sprache Deutsch
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Präsident Andrew Jackson (Old Hickory)

Präsident Andrew Jackson

* 15. März 1767 Waxshaw , Carolina (USA)            † 8. Juni 1835 Plantage "The Hermitage", Nashville

Andrew Jackson wurde am 15. März 1767 in einer Hütte in der Waxshaw-Region Carolinas (Zwischen Nord- und Süd-Carolina, Nordamerika) als jüngster von drei Söhnen des schottisch-irischen Siedlerehepaars Andrew und Elisabeth Jackson geboren.
Der kleine Andrew empfing eine nur rudimentäre Bildung durch gelegentliche Schulbesuche.
1775 begann der miltärische Konflikt zwischen den nordamerikanischen Kolonien und dem Mutterland England, der in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mündete. Am Ende dieses Krieges sollte Andrew Vollwaise sein. Zunächst wurde der Dreizehnjährige 1780 Kurier in einem Carolina-Regiment. Er und sein Bruder Robert gerieten in englische Gefangenschaft und erlitten dabei einiges an Leid. Weil sich Andrew weigerte, einem englischen Offizier die Schuhe zu putzen, wurde er von diesem mit einem Säbel am Kopf und an der Hand verletzt. Bald darauf erkrankten die Jackson-Brüder an den Pocken und Robert starb an den Folgen der Krankheit. Auch Andrews Eltern und andere Brüder starben durch kriegsbedingte Ursachen, so daß der einzige überlebende Sohn Andrew diesen Verlust den Engländern zuschrieb und diese entsprechend haßte.

Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.



Als Vollwaise auf sich allein gestellt arbeitete Andrew Jackson zunächst bei einem Sattelmacher, später bei einem Rechtsanwalt, schließlich unterrichtete er sogar an einer Schule. In Salisbury, Nord-Carolina, studierte Jackson dann die Rechte.
1787 wurde er trotz seiner dürftigen Kenntnisse als Anwalt zugelassen und praktizierte seinen Beruf in Jonesboro, Tennesee. Schnell wurde der junge Anwalt, der das für das Grenzgebiet notwendige Durchsetzungsvermögen an den Tag legte, ein Spezialist für Land- und Siedlungsrecht und wurde 1788 folgerichtig zum Rechtsbeauftragten des Distriktes berufen.
1791 heiratete Jackson die vermeintlich geschiedene Rachel Donelson Robards, doch nach zwei Jahren Ehe stellte sich heraus, das die Scheidung noch gar nicht ausgesprochen worden war. Aus diesem Grund war die Ehe Jacksons ungültig. Er und Rachel mußten 1794 erneut heiraten. Diese Affäre sollte in den nächsten Jahren von Gegnern Jacksons immer wieder aufgegriffen werden und führte zu vielen der nicht weniger als 13 Duelle (!) des hochaufgeschossenen (1,85 m), dürren (65 kg) Politikers.
1796 wurde der Rechtsanwalt zum Delegierten der konstitutionellen Versammlung des werdenden Staates Tennesee , später zum Abgeordneten desselben Staates im Repräsentantenhaus gewählt.
1797 wurde Jackson Senator für die demokratisch-republikanische Partei, trat aber nach nur einem Jahr zurück, weil er von 1798 bis 1804 Richter am Obersten Gericht des Staates Tennesee wurde.
1801 wurde Richter Jackson auch zum Colonel und Kommandanten der Tennesee Miliz ernannt.
Daneben begann der Vielbeschäftigte 1804 auch noch eine Karriere als Plantagenbesitzer und Kaufmann, nachdem er eine Farm, genannt "Die Hermitage", nahe Nashville gekauft hatte und diese fortan bewirtschaftete. Hauptprodukt war von Sklaven geernete Baumwolle. Jackson besaß zeitweise bis zu 44 der unfreiwilligen, schwarzen Hilfskräfte.

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1806 focht Colonel Jackson wegen einer Wettschuld und der bereits genannten Affäre um seine Heirat ein Duell gegen Charles Dickinson, der ihm eine Kugel in den Leib schoß, welche nicht entfernt werden konnte und dazu führte, daß Jackson danach Zeit seines Lebens kränkelte und oft Blut spuckte. Dickinson war auch der einzige Mann, den der spätere Präsident in einem Duell tötete.
1811 kam es zum Krieg zwischen der Indianerföderation unter Tecumseh und den USA, 1812 zum Krieg gegen England. Die Creek-Indianer, speziell der Stamm der Red Sticks, wurden in diese Konflikte hineingezogen.
Im 1812 ausbrechenden Creek-Krieg wurde Jackson Oberkommandierender der US-Armee, bestehend aus regulären Truppen, Miliz sowie Cherokee, Choctau und einigen befreundeten Creek-Stämmen. Unter Old Hickory, wie man ihn bald nannte, dienten Männer wie Sam Houston und Davy Crockett.
Nach Siegen bei Talladega am 9. November 1813, Emuckfau am 22. Januar 1814 und Enitachopco am 24. Januar 1814 schlug Jackson die Creek in der Schlacht am Horseshoe Bend am 27. März 1814 schließlich entscheidend und schloß am 9. August 1814 den Vertrag von Fort Jackson , der den unterlegenen (und den verbündeten !) Creek große Verluste an Territorium in Georgia und Alabama kostete, Jackson aber die Beförderung zum General einbrachte.
Als Ende 1814 die Briten im Mississippi-Delta landeten und New Orleans bedrohten, organisierte General Jackson die Verteidigung der Stadt und brachte der englischen Armee in einer legendären Schlacht am 8. Januar 1815 eine vernichtende Niederlage bei. Dieser berühmte Sieg machte Old Hickory zu einem ebenso berühmten Nationalhelden, obwohl der Triumph nach der Unterzeichnung des Friedensvertrags von Gent am 24. Dezember 1814 errungen wurde.

The Naval War of 1812 von Theodore Roosevelt

The Naval War of 1812 (Modern Library War)
von Theodore Roosevelt

Sprache: Englisch
Format: Taschenbuch - 356 Seiten - Verlag: Random House USA
Erschienen Mai 1999

Ein Reprint des Klassikers von Theodore Roosevelt
zum Zweiten Amerikanische Unabhängigkeitskrieg mit Fokus auf den Seekrieg.

Viele der ihres Territoriums beraubten Creek-Indianer waren nach diesem Krieg in das zu Spanien gehörende Florida gezogen. Seit vielen Jahrzehnten war Spanisch-Florida auch ein Fluchtziel amerikanischer Sklaven, die mit den dort ansässigen Indianern - Seminolen - zusammenlebten bzw. zu neuen Lebensgemeinschaften zusammen fanden.
Präsident James Monroe erteilte nun Jackson den Auftrag, das "Florida-Problem" zu lösen. Eigentliche Absicht war es aber, das Florida-Territorium den USA einzuverleiben.
Jackson handelte im Ersten Seminolen-Krieg von 1816 bis 1818 auch entsprechend Monroes Absichten, indem er rücksichtslos auf das spanische Territorium vordrang und die Siedlungen der Seminolen niederbrennen ließ. Neben der Invasion auf spanisches Territorium sorgte die Hinrichtung zweier Engländer durch den unbarmherzigen General für einen diplomatischen Eklat und sowohl die Briten wie auch die Spanier forderten Jacksons Bestrafung. Doch Innenminister John Quincy Adams stellte sich vor Jackson und verstand es sogar, bereits eröffnete Verhandlungen wegen des Kaufs Floridas von den Spaniern durch die "Unruhen" zu forcieren.
Am Ende kam es mit dem Adams-Onis-Vertrag zum Kauf von Florida duch die USA, was nicht zuletzt der unrühmlichen Brutalität und Skupellosigkeit von Jacksons Vorgehen zu verdanken war.
Jackson selbst wurde 1821 zum Militärgouverneur des neuen Territoriums ernannt.
Die Erfolge des "Helden von New Orleans" insbesondere gegen bzw. auf Kosten der Indianer führten 1823 dazu, daß der Staat Tennesse ihn nicht nur erneut als Senator nach Washington schickte, sondern auch 1824 für das Amt des Präsidenten nominierte.
Als Kandidat der Demokraten gewann er zwar die Wahl gegen William H. Crawford , William Clay und John Quincy Adams, hatte also mehr Stimmen und auch mehr Wahlmänner-Stimmen vorzuweisen, doch kam Jackson nicht auf die erforderliche absolute Mehrheit. In diesem Fall wählte das Repräsentantenhaus den Präsidenten und dessen Votum war John Quincy Adams, der Henry Clay als Vizepräsidenten in sein Boot geholt hatte und so die nötige Mehrheit organisierte.
Diese so ausgehandelte Niederlage und deswegen als "gestohlener Sieg" von der Öffentlichkeit aufgenommene Affäre gab Jackson bei den Wählern den entscheidenden Schub für die nächste Präsidentenwahl am 3. Dezember 1828, in der er überlegen gegen Adams siegte. Jackson wurde jedoch als Witwer Präsident, denn seine Frau, für deren Ehre er so viele Duelle gefochten hatte, starb am 22. Dezember 1828.

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Am 4. März 1829 wurde Andrew Jackson als 7. Präsident der USA vereidigt, sein Vizepräsident war zunächst John C. Calhoun, nach der Nullification-Krise ab 1833 dann Martin van Buren.
Als erster Präsident der USA stammte Jackson nicht aus dem Dunstkreis bzw. Kreis der Gründerväter und wurde allgemein als Präsident des "kleinen Mannes" betrachtet. Seine Amtszeiten prägten den Begriff der Jackson´sche Demokratie (Jacksonian Democracy), welche die Handlungsvollmachten des Präsidenten auf Kosten der Parlamente und die Rechte des Bundes auf Kosten der Staaten erweiterte. Um das Primat des Bundes zu wahren, stellte sich Jackson in der Nullification-Krise gegen seinen eigenen Vizepräsidenten Calhoun (Senator von South-Carolina) und schickte Truppen nach South-Carolina, um Bundesrecht durchzusetzen. Der aufmüpfige Südstaat hatte beansprucht, Bundesgesetze, die gegen seine Interessen waren, für ungültig erklären zu können.
Typisch für die Jacksonian Democracy war auch das spoil system: Jackson brachte systematisch Leute aus seiner Partei in die Ämter bzw. Regierungsverwaltungspositionen. Diese vordergründig als Günstlingswirtschaft erscheinende Praxis war andererseits durchaus funktional im Sinne einer reibungslosen Regierungsarbeit, schuf andererseits aber die Voraussetzung für später tatsächlich ausufernden Nepotismus und wachsende Korruption.
Ein weiteres Merkmal für die Jackson´sche Demokratie war eine Stärkung des politischen Einflusses des einfachen Mannes durch Veränderungen im Wahlrecht.
In diesen Zusammenhang muß man auch Jacksons langandauernden Kampf gegen die von Privatinvestoren dominierte Bank der Vereinigten Staaten sehen, die er als unvereinbar mit seinen Visionen einer gerechten Agrargesellschaft betrachtete. Gegen die vorhandene Konzentration von Kapital ging er während seiner gesamten Amtszeit vor und konnte am Ende von sich selbst sagen: "I killed the bank !". Die Kosten für diesen Kampf waren freilich Inflation und eine wirtschaftliche Depression, die nach dem Zusammenbruch der Bank am Ende von Jacksons Präsidentschaft die USA für Jahre heimsuchte. Auch wurde der Präsident 1834 für seine Maßnahmen vom Senat getadelt.

Das Bush- Imperium. Wie Georg W. Bush zum Präsidenten gemacht wurde. von James H. Hatfield (Passt hier irgendwie hin ;-)

Jacksons Amtszeiten sind auch untrennbar verknüpft mit der geographischen Expansion der USA, meistens auf Kosten der Ureinwohner (Indian Removal Act), die er zugunsten von Siedlern immer weiter zurückzudrängen gedachte. Das Gesetz des Indian Removal Act autorisierte den Präsidenten, Stammesland von den Ureinwohner zu erwerben und ihnen dafür Land im Westen zu geben. Land, daß noch gar nicht den USA gehörte, sondern meistens... anderen Stämmen ! Jackson pflegte in der Anwendung des Gesetzes nur mit den verkaufswilligen, nicht mit den anerkannten Stammesführern zu verhandeln und Verträge zu schließen. Auf diese Art und Weise "erkaufte" Jackson den USA rund 400000 Quadratkilometer Land für rund 130000 Quadratkilometer Land im Westen und entvölkerte das auf solche Art erworbene Land von rund 45000 Indianern, von denen viele mit Gewalt verdrängt und auf Todesmärsche geschickt wurden. Es gibt Autoren, die Jackson in seinem Wahlkampf bezüglich der Ureinwohner mit dem Wort von der "final Solution" (Endlösung) zitieren. Die Jackson´sche Praxis des Indian Removal Act, die Schule machte, hatte jedenfalls einen entscheidenden Anteil am Leid und Unrecht, das den nordamerikanischen Ureinwohnern durch die USA zugefügt wurde.
Beinahe hätte Jackson seine Präsidentschaft noch mit dem Leben bezahlt, als am 30. Januar 1835 der geistig verwirrte Richard Lawrence ein Pistolenattentat auf den Präsidenten verübte - das erste Attentat auf einen amerikanischen Präsidenten überhaupt. Doch die beiden von Lawrence abgefeuerten Pistolen hatten Fehlzündungen, Jackson überlebte unverletzt.

Nach dem Ende seiner Amtzeit am 3. März 1837 zog sich Jackson auf seine Plantage zurück, umgeben von zahlreichen Adoptivkindern, Nichten und Neffen. Der oft verwundete, unter Migräne, Hämorrhoiden und Dauerhusten leidende Ex-Präsident griff in der Amtzeit seines ehemaligen Vizepräsidenten und Nachfolgers Martin Van Buren öfter auch noch mit Kommentaren in das politische Geschehen ein, genoß ansonsten aber seinen Ruhestand auf der von Sklaven bewirtschaftete Farm.
Am 8. Juni 1845 starb Andrew Jackson dann im Alter von 78 Jahren auf seiner Plantage "Hermitage" bei Nashville

 The Patrick O'Brian Muster Book: Persons, Animals, Ships and Cannon in the Aubrey-Maturin Sea Novels The Patrick O'Brian Muster Book: Persons, Animals, Ships and Cannon in the Aubrey-Maturin Sea Novels

von Colin White, Anthony Gary Brown
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 395 Seiten - McFarland & Company
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2006

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