Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 Seekriege und Seepolitik von 1650 bis 1914

Seeherrschaft II : Seekriege und Seepolitik von 1650 bis 1914
Band 6 der Reihe Weltgeschichte der Seefahrt
von Helmut Pemsel
Sprache: Deutsch
Gebunden - 965 Seiten - Koehlers Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum: November 2005
Wer sich für Marinehistorie interessiert, hat hier Einblick in Daten,
Zahlen, Fakten und Hintergründe der Seekriege des o.g. Zeitraumes.
Dabei wird kein noch so kleiner oder absurder Konflikt ausgelassen.

Seeschlacht.tk - Die Seekriege, Seeschlachten und Duelle auf See von 1775 bis 1815


Vizeadmiral Louis Thomas Villaret-Joyeuse

Admiral Louis Thomas Villaret-Joyeuse

* 29. Mai 1747 in Auch (Gascogne)            † 24. Juli 1812 in Venedig

Louis Thomas Villaret-Joyeuse wurde am 29. Mai 1747 (andere Quellen: 1750) in Auch (Gascogne) als Sohn eines Landedelmannes und königlichen Beamten geboren. Der junge Louis wurde im Jesuitenkolleg seiner Heimatstadt erzogen. Ursprünglich war ihm von der Familie eine Karriere in der königlichen Gendarmerie vorbestimmt, doch 1763 tötete er einen Kameraden im Duell. Deswegen trat er, ohne die Marineakademie besucht zu haben, 1766 als Freiwilliger in die französische Marine ein. Bereits 1768 wurde er zum Offiziersanwärter, 1773 war er dann zum Leutnant aufgestiegen und diente als Segelmeister auf der Fregatte ATALANTE.
Während seines Dienstes im Indischen Ozean zeichnete er sich 1778 bei der Verteidigung Pondicherrys (Ostindien) gegen die Briten aus und und wurde zum Korvettenkapitän befördert.
Unter Kommodore Suffren wurde er zunächst Kommandant der Fregatte BELLONE (38), später führte er die DAUPHINE und schließlich Suffrens Flaggschiff, das Schlachtschiff BRILLIANT (64).
1782 bewährte Villaret-Joyeuse sich bei einer schier aussichtslosen Mission vor Madras und geriet anschließend am 14. April 1783 mit einer Fregatte, der NAIADE (28), an das übermächtige englische Linienschiff SCEPTRE (64 - Graves). Nach 5 Stunden aussichtslosen Kampfes mußte er die Flagge seines schon fast sinkenden Schiffes streichen und geriet in Gefangenschaft. Er kam 1783 aber wieder frei und wurde in Frankreich mit einem hohen Orden ausgezeichnet. Außerdem wurde Villaret-Joyeuse 1784 zum Kapitän zur See befördert .
In den nächsten Jahren tat er als Offizier im Hafen von L'Orient Dienst.
Trotz seiner adeligen Herkunft verließ Villaret-Joyeuse während der französischen Revolution 1789 Frankreich nicht.
1791 bekam er das Kommando über die Fregatte PRUDENTE, deren Mission im Transport von Truppen nach Saint-Domingue (später: Haiti) bestand. Kurz nachdem Villaret-Joyeuse dort eintraf, kam es zum berühmten Aufstand der Sklaven und Villaret-Joyeuse assistierte mit seinem Schiff dem französischen Gouverneur, um Truppen an strategisch wichtigen Plätzen zu landen.

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Am 14. März 1792 schwor er in Frankreich den serment civique, den Bürgereid gegenüber der Republik, wurde zum Kommodore befördert und trat das Kommando über das Linienschiff TRAJAN (74) an. Damit begann eine atemberaubende Karriere, die Villaret-Joyeuse innerhalb von nur 2 Jahren den Aufstieg zum Vizeadmiral brachte.
1793 kommandierte der Kommodore vor der Küste der Vendee ein kleines Geschwader, um britische Landungen zur Unterstützung der königstreuen Aufständischen in diesem Teil Frankreichs zu unterbinden.
Die politischen Säuberungen in Armee und Marine durch das Terrorregime verschafften Villaret-Joyeuse im 16. November 1793 das Kommando über die Flotte in Brest. Der für die Reorganisation der Streitkräfte zuständige Delegierte des Wohlfahrtsausschusses, Jean Bon Saint-Andre, rechtfertigte die Ernennung des Kommodore folgendermaßen: "Je sais que Villaret est un aristocrate, mais il est brave et il servira bien". Möglichweise aber fiel seine Wahl auf Villaret-Joyeuse, weil dieser seine Besatzung vollkommen im Griff hatte, während auf anderen Brester Schiffen zu diesem Zeitpunkt Meutereien ausgebrochen waren. Außerdem hatten Jean Bon Saint-Andre und Louis Thomas Villaret-Joyeuse einige interessante Gemeinsamkeiten in ihrer Biographie.
Rückwirkend zum16. November 1793 (eigentlich 16. 12. 1793) wurde Villaret-Joyeuse anläßlich seiner Ernennung zum Flottenchef auch zum Konteradmiral befördert

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Ein halbes Jahr später kam dann Villaret-Joyeuses größte Bewährungsprobe: Der neue Kommandant der Flotte von Brest lief am 16. Mai 1794 mit seinen Schiffen aus, um einen großen, aus Nordamerika kommenden Handelskonvoi vor der englischen Flotte unter Lord Howe zu schützen. An Bord seines Flaggschiffes MONTAGNE (120) war auch Jean Bon Saint-Andre, der für die strategischen Entscheidungen verantwortlich war und damit eigentlich faktisch das Oberkommando innehatte.
Am 28. Mai 1794 kam es zum Auftakt der ersten großen Seeschlacht der Revolutionskriege zwischen Villaret-Joyeuse und Howe. Beide Flotten waren etwa gleich stark und das Gefecht am 29. Mai 1794 endete ebenfalls unentschieden. Zwei Tage lang verhinderte das Wetter weitere Kämpfe. In der eigentlichen Schlacht am 1. Juni 1794 unterlagen die Franzosen dann aber den Briten: 7 von 26 französischen Schlachtschiffen gingen verloren. Es war freilich keine schwere militärische Niederlage, die der Flottenchef von Brest einstecken mußte, seine Flotte blieb intakt.

 Glorious First of June - Schlacht vor Ushant

Und Villaret-Joyeuse konnte mit seinen Schiffen erreichen, daß der Handelskonvoi - eigentliches Ziel seiner Operationen - das unter Hunger leidende Frankreich erreichte. Deswegen wurde die Seeschlacht in Frankreich nicht zu Unrecht als strategischer Sieg gefeiert und am 27. September 1794 wurde Villaret-Joyeuse zum Vizeadmiral befördert.
Im Dezember 1794 ging er mit seiner Flotte wieder in See, um den englischen Seehandel anzugreifen. Obwohl ihm dies für kurze Zeit erfolgreich gelang, geriet seine Flotte sowohl im Januar 1795 als auch im Februar 1795 in schwere Stürme, die ihn 4 gestrandete und damit verlorene Linienschiffe kosteten und zum Abbruch der Operationen führten.
Im Sommer des selben Jahres, am 23. Juni 1795, traf Villaret-Joyeuse noch einmal in einer Seeschlacht auf die englische Kanalflotte, diesmal unter Lord Bridport (Vizeadmiral Hood). Die Franzosen verloren erneut vier Linienschiffe und der Vizeadmiral beklagte sich über den Zustand der Marine. Weil er zudem die Kriegsstrategie des Direktoriums für falsch hielt, zog er sich 1796 aus dem aktiven Dienst zurück und begann eine politische Karriere
Im April 1797 ließ er sich in den Rat der Fünfhundert wählen und nahm vor allem zur Kolonialpolitik Stellung. U.a. war er gegen die Aufhebung der Sklaverei und ein lautstarker Gegner des Direktoriums.
Nach dem versuchten Staatsstreich vom 4. September 1797 resultierten Villaret-Joyeuses gute Kontakte zu Royalisten und die stetige Opposition zum Direktorium in einer dreijährigen Internierung auf der Ile d'Oleron.
Der Erste Konsul Napoleon Bonaparte rehabilitierte Villaret-Joyeuse und holte den Vizeadmiral 1801 zurück in den aktiven Dienst. Im Dezember 1801 brachte er mit einem großen Geschwader aus Brest General Leclerq nach Saint Domingue, kehrte aber bald darauf wegen Kompetenzstreitigkeiten zurück.
Im April 1802 ernannte Napoleon Bonaparte ihn zum Gouverneur der Karibikinseln Martinique und Sainte-Lucie. Dort hatte er bis zum Februar 1809 mit Sklavenaufständen, Gelbfieber und englischen Überfällen zu kämpfen. 1805 wurde er in die Ehrenlegion aufgenommen, 1808 zum Comte von Frankreich erhoben.
Die britische Invasion Martiniques im 1809 endete mit Villaret-Joyeuses Kapitulation des Fort-de-France am 24. Februar 1809.
Napoleon, inzwischen zum Kaiser der Franzosen aufgestiegen, nahm seinem Gouverneur diese Niederlage übel und ließ Villaret-Joyeuse durch ein Kriegsgericht verurteilen. 1811 gewährte der französische Kaiser Villaret-Joyeuse jedoch Pardon und machte ihm im April 1811 zum Governeur von Venedig. Dort starb Vizeamiral Comte Louis-Thomas Villaret de Joyeuse am 24. Juli 1812.

Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.



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