Die große Geschichte der Seefahrt: 3000 Jahre Expeditionen, Handel und Navigation

Die große Geschichte der Seefahrt:
3000 Jahre Expeditionen, Handel und Navigation

von Donald S. Johnson, Juha Nurminen
Sprache: Deutsch
Gebunden - 374 Seiten - National Geographic Deutschland - 1. Auflage
Erscheinungsdatum: 2008 Format 34,3 x 24,9 x 2,8 cm

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Beispiel-Seiten
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 Seeschlacht.tk

Die Seeschlacht vor Kopenhagen 1801 - Nelson versus Fischer

Die Vorgeschichte

Am 25. Juli 1800 wurde im englischen Kanal ein dänischer Handelskonvoi, eskortiert von der Fregatte FREJA (40 Kanonen) , von einem britischen Fregattengeschwader gestoppt. Kapitän Thomas Baker von der britischen Fregatte NEMESIS (28) forderte den dänischen Kapitän Peter Krabbe auf, den Engländern freien Zugang zu den Schiffen und der FREJA zu erlauben, um die Schiffe auf Konterbande zu überprüfen. Krabbe verweigerte den Briten die Kontrolle und drohte auf das Boot mit dem Enterkommando zu schießen. Baker ließ trotzdem ein Boot aussetzen und übersetzen. Prompt feuerten die Dänen auf das britische Boot und der Konflikt zwischen den Fregatten eskalierte zur Schlacht. Die FREJA hatte am Ende gegen die NEMESIS, unterstützt von der ARROW (22) und weiteren britischen Schiffen, keine Chance und mußte die Flagge streichen.

Der Vorfall war das vorläufige Ende einer bis dahin mehr er- denn ge-duldeten Praxis durch die Dänen. Bereits am 24. Dezember 1799 verweigerte z.B. im Mittelmeer die dänische Fregatte HAVFRUEN entsprechende Inspektionen und gewann das Pokerspiel. Andere dänische Schiffe ließen gegenüber den Drohungen der Briten lieber eine Kontrolle zu.

Die militärische Auseinandersetzung des 25. Juli 1800 wurde zwar am Ende auch noch gütlich geregelt : Die FREJA wurde von den Briten wieder instandgesetzt und mit den Handelschiffen nach Hause gesandt. Doch das Maß war voll, nicht nur die Dänen widersetzten sich nun offiziell der Praxis britischer Kontrollen.

Rußland unter seinem wankelmütigen und unberechenbaren Zaren Paul I. hatte sich nach kurzfristigen Allianzen mit den Briten gegen Frankreich im Mittelmeer plötzlich zu einer offensiven Politik gegen den globalen britischen Seemachtanspruch entschlossen. Ursache dafür soll der von den Briten mißachteteWunsch Pauls gewesen sein, Großmeister des Malteser Ordens zu werden, um auf Malta einen russischen Stützpunkt zu errichten. Pauls Revanche bestand nun in dem Ziel, die Briten aus der Ostsee auszusperren. Somit war der Zar der ideale Ansprechpartner für die durch die britische Kontrollpraxis verärgerten Dänen.

Das letzte Gefecht der GLORIOSO

Zusammen mit dem in dieser Sache federführenden Rußland, mit dem Nachbarn Schweden und den Preußen gründeten das Königreich Dänemark-Norwegen also am 16. Dezember 1800 die sogenannte Nordkoalition, auch Allianz der bewaffneten Neutralität genannt. Die Nordkoalition wandte sich nicht nur gegen die o.g. Praxis der Kontrolle auf See, sondern nahm für sich auch das uneingeschränkte Recht in Anspruch, mit jedem Land Handel nach seinem Gusto zu treiben, ob es im Krieg lag oder nicht. Es handelte sich ohne Zweifel um ein gegen die Super-Seemacht gerichtete Allianz, was angesichts des globalen englischen Machtanspruch auch nicht anders sein konnte. Explizit benannte dieser Bund auch seinen Gegner, den tyran des mers. Für England war jedoch das bedrohlichste Strategem, daß dieser  Bund den Öresund kontrollierte , eines der Nadelöre in die Ostsee.

Dieses letzte und entscheidende strategische Kriterium sah man in der britischen Regierung unter Pitt dem Jüngeren, später auch im Kabinett Addingtons (März 1801) und natürlich in der britischen Admiralität als ultimative Bedrohung Englands an, denn die Seemacht war auf Handelsgüter aus dem Ostseeraum angewiesen. Aus Schweden und Rußland bezogen die Briten Holz, Teer und viele andere Güter für den Schiffbau, ohne deren Import z.B. die britische Blockade französischer Häfen undenkbar war. Eine erfolgreiche Nordkoaltion hätte das Ende der nach Abukir 1798 annähernd absoluten Seeherrschaft Englands bedeutet und nicht zuletzt auch einen schweren Rückschlag im Krieg gegen Frankreich. Für die englische Machtdoktrin war die Allianz der bewaffneten Neutralität deswegen nicht hinnehmbar.

In London beschloß man - kaum war die Nordkoaltion in´s Leben gerufen worden - auch schon ihre Zerschlagung. Zunächst sollte die Passage des Öresund gesichert werden, indem man Dänemark-Norwegen aus der Koalition herauszwang. Zu diesem Zweck war bei Scheitern diplomatischer Lösungen ein einschüchternder Schlag gegen den Hafen von Kopenhagen geplant. Hauptziel der sich vor Yarmouth sammelnden britischen Streitmacht war jedoch die Vernichtung der russischen Flotte vor Reval und Kronstadt. Dies sollte ein Exempel statuieren, nachdem man hoffte, sich mit dem Haupthandelspartner Schweden ohne militärischen Konflikt zu einigen. Es mußte jedoch schnell gehandelt werden, um zu verhindern, daß sich die ansehnlichen Flotten Rußlands, Schwedens und Dänemarks vereinigten. Der ungewöhnlich milde Winter in der Ostsee kam den Briten bei ihren Planungen entgegen.

 Historische Schiffsmodelle  Historische Schiffsmodelle
von Klaus Krick
Sprache: Deutsch
Broschiert - Neckar-Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2003
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Nelsons Ärger

Zum Oberbefehlshaber des Verbandes wurde Admiral Sir Hyde Parker ernannt, ein entgegen vielen späteren Verleumdungen  fähiger und umsichtiger Seeoffizier aus freilich einflußreicher Familie. Der englische Seeheld Lord Horatio Nelson, der nach seinem Sieg bei Abukir 1798 und nach seiner Rückkehr nach England 1800, einem  wirklichen Triumphzug durch Europa,  inzwischen zu einer Art Superstar  seiner Zeit aufgestiegen war , wurde  nur zum Zweitkommandierenden bestimmt. Offizielle Begründung: Die entsandte Flotte sei zu groß für einen Konteradmiral, der der englische Seeheld nun einmal erst war – immerhin wurde Nelson aber am 1. Januar 1801 zum Vizeadmiral befördert, was angesichts der o.g. Begründung für den Beförderten wie Hohn wirkte und sogar für noch mehr Ärger bei dem schwierigen Seeoffizier sorgte. 

Nelson war allein schon wegen seiner vermeintlichen Zurückstufung verärgert, was auch sein Verhältnis zu Parker negativ beeinflußte und den Seehelden einmal von einer anderen Seite präsentierte : Ausgerechnet nämlich der allerdings aus utilitaristischen Motiven Konventionen mißachtende Nelson beschwerte sich schriftlich bei der Admiralität, daß Hyde Parker die Versammlung der Flotte nicht von Bord seines Flaggschiffes aus leitete, sondern an Land weilte und sozusagen in den Armen seiner erst 18jährigen und frischgebackenen Ehefrau den Aufbruch erwartete. 

Mit seiner Beschwerde zwang  der Navy-Superstar Sir Hyde schließlich an Bord. Es spricht für die Integrität Parkers, daß er dies Nelson danach nicht dienstlich heimzahlte. Später hat man diese Affäre so ausgelegt, daß Nelson mit seiner Denunziation den Aufbruch der Flotte Richtung Norden beschleunigt hätte. Dafür gibt es tatsächlich keinen Beleg. Fast scheint es dagegen so, daß es nicht allein die berufliche Zurücksetzung gewesen ist, die Nelson veranlaßte, das häusliche Glück seines Vorgesetzten zu torpedieren. Nelson selbst befand sich nämlich gerade in der Phase der offiziellen Trennung von seiner Ehefrau zugunsten seiner Geliebten Lady Hamilton, die ihm eine Tochter, Horatia, geboren hatte. Diese Trennung von Lady Nelson wurde von engen Freunden des untreuen Ehemanns, Earl St. Vincent - inzwischen Erster Seelord - und Kapitän Thomas Troubridge, jedoch heftig mißbilligt, was Nelson wiederum zu paranoiden Schlußfolgerungen veranlaßte, z.B. auch bezüglich des Kommandos der Ostseeflotte. Er tat seinen Freunden dabei bitter Unrecht. Nelsons Brief an die Admiralität ist möglicherweise schlicht ein emotionales Ventil gewesen. Aber so menschlich-kleinlich mag man Helden später nicht sehen.

Tatsächlich  hatte der Sieger von Abukir durch sein eigenes skandalöses Gesellschaftsverhalten bei der konservativen Admiralität das durch seine Erfolge erworbene Vertrauen größten Teils wieder eingebüßt. Auch in der rein politischen Sichtweise der Regierung Addington genoß Nelson  kein großes Ansehen, sondern wurde eher als ein unkontrollierbares politisches  Risiko betrachtet. Addington strebte z.B. eine gütliche Einigung mit Frankreich an, während Nelson sich ganz offen dagegen ausgesprochen hatte. Man erwartete bei der Ostseemission vom Oberbefehlshaber natürlich nicht nur militärische, sondern auch politische und diplomatische Kompetenzen, möglicherweise sogar Rücksichtnahmen. Die traute man Nelson  wegen seines skandalösen Verhältnisses mit Lady Hamilton nicht zu - auch diese Einschätzung muß man aus heutiger Sicht allerdings als falsch ansehen.

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Das Vorspiel

Vor Yarmouth versammelte sich nun Ende Februar, Anfang März eine ansehnliche britische Flotte, die für den Einsatz in der Ostsee bestimmt war: 74 Schiffe, darunter 15  Linienschiffe und zwei 50-Kanonen-Schiffe mit rund 3000 Seeleuten, einem Infanterieregiment und einem Artillerieregiment für eventuelle Landeinsätze setzten sich am 12. März 1801 Richtung Ostsee in Bewegung. Vor Leith wurden sie noch durch weitere 3  Linienschiffe verstärkt. 

Das primäre Ziel der britischen Flotte war wie gesagt ursprünglich nicht Kopenhagen, sondern die russische Flotte. Den Dänen wollte man zuvor die Gelegenheit geben, sich aus der Nordkoalition zurückzuziehen. Vorbedingung war die ungehinderte Passage des britischen Verbandes durch den Öresund. Um den Dänen diese Bedingungen zu unterbreiten, schickte Hyde Parker einen Unterhändler , Nicholas Vansittart, nach Kopenhagen voraus. Nelson hielt diesen diplomatischen Versuch für einen Fehler, er hatte für eine präventive Demonstration der englischen Seemacht ohne jegliche Warnung plädiert. Tatsächlich hätte wohl ein Überraschungsangriff auf Kopenhagen die spätere Verlustrate vor Kopenhagen positiv beeinflußt, auf der anderen Seite hätte dann die dänische Monarchie wohl schwerlich einem Waffenstillstand zugestimmt. Sonst hätte das dänische Königshaus angesichts eines derartig heimtückischen Überfalls sein Gesicht völlig verloren.  Der englische Oberbefehlshaber besaß  offensichtlich weder die Kompromißlosigkeit des Siegers von Aboukir noch dessen Rücksichtslosigkeit, dafür aber doch soviel diplomatische Grundausstattung, um o.g. zu berücksichtigen. Also schiffte sich Nicholas Vansittart als Unterhändler an Bord der Fregatte BLANCHE (32) nach Dänemark ein.

Dänemark, das die Macht der englischen Flotte durchaus nicht unterschätzte, befand sich aber in einer Zwickmühle ohne Entkommen. Ein Entgegenkommen Kopenhagens hätte das Land nicht nur in Konflikt mit dem mächtigen russischen Imperium gebracht, sondern auch mit der zu dieser Zeit gefährlichsten Landstreitmacht Europas, der französischen Armee. So hielt man in Kopenhagen einen britischen Angriff von See her für das kleinere Übel, zumal man die eigenen Chancen bei dieser Auseinandersetzung als  gut betrachtete. Deswegen kehrte Vansittart am 23. März mit einer deutlichen Ablehnung Dänemarks zur inzwischen vor der Einfahrt zum Öresund ankernden englischen Flotte zurück. Was niemand ahnte und tragischerweise auch zu spät bekannt wurde: Am selben Tag (Achtung: Nach dem russischen Kalender am 12. März !!!) fiel in St. Petersburg mit Zar Paul I. der Kopf der Nordkoalition während einer Palastrevolution einem Attentat zum Opfer. Sein englandfreundlicher Nachfolger Zar Alexander I. löste praktisch die Allianz der bewaffneten Neutralität auf. Für Kopenhagen jedoch kam die Nachricht vom Tode Pauls zu spät.

Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights


Natürlich hatte nicht erst der englische Vermittlungsversuch die Dänen vor dem Angriff gewarnt - in London wußte man schließlich schon Anfang des Jahres vom Ziel der Flotte und dänische Matrosen, die in der englischen Flotte dienten, waren dispensiert worden. Aber in Kopenhagen begann man erst jetzt an der Verteidigung des Hafens zu arbeiten, weil man auf dänischer Seite den Hafen grundsätzlich als nahezu unangreifbar betrachtet hatte. Es fehlte aber an Männern und seetüchtigen Schiffen. Ersteres konnte leidlich durch Freiwillige kompensiert werden, zweiteres legte Kopenhagen auf eine passive Verteidigung fest. Die Dänen unter Kommodore Johan Olfert Fischer mußten auch in vielerlei Hinsicht improvisieren, aber die tückischen Sandbänke der Ostsee, die auch das Gewässer vor der dänischen Hauptstadt auszeichneten, erschienen den dänischen Verteidigern als nahezu unüberwindliche navigatorische Hürden und waren die Grundlage für ihre Siegeszuversicht. Natürlich hatten  die Dänen alle Bojen und Wassermarken vor dem Hafen entfernt, um den Engländern den Zugang zu erschweren. Auch an Freiwilligen herrschte in Kopenhagen wahrlich kein Mangel, im Gegenteil war noch lange nicht genug Platz auf den dänischen Schiffen für alle, die sich meldeten. Doch der Mangel an Seeleuten, Kanonieren und Offizieren konnte dadurch nicht wett gemacht werden. Und kaum einer der Verteidiger hatte Gefechtserfahrung, denn seit 80 Jahren hatte Dänemark keinen Krieg mehr geführt.

Der Öresund

Die Dänen bekamen immerhin noch einen zeitlichen Aufschub durch den vorsichtig agierenden englischen Admiral, der zunächst die Möglichkeiten einer Passage in den Öresund sondierte. Die Fahrrinne zwischen dem schwedischen Helsingborg und der dänischen Seite war recht eng und Beschuß von beiden Seiten zu erwarten.  Parkers  unzuverlässige Informanten übertrieben bei weitem die Feuerkraft der schwedischen Seite und blieben für die dänische Seite mit ihren Einschätzungen auch weit über der tatsächlichen Zahl von rund 100 feindlichen Geschützen. Eine Weile erwog Parker deswegen, mit seiner Flotte durch den Belt zu segeln, entschied am Ende jedoch gegen diese noch riskantere Passage. Am 25. März jedoch schlug der Wind am Sund um und frischte dazu auch noch stark auf. Parker betrachtete unter diesen stürmischen Verhältnissen einen Aufbruch als zu riskant. So benötigte der  zögernde Admiral annähernd eine Woche, bis sich das Wetter beruhigte und  seine Flotte sich rüstete, die Einfahrt in den Öresund zu erzwingen. Ob dieser Zeitverlust zwingend war oder nicht, läßt sich heute nicht mehr klären. Es ist jedoch von den beteiligten Kommandanten inklusive Nelson keine gegenteilige Behauptung bekannt. Erst spätere Kommentatoren haben überhaupt erst die o.g. Frage aufgeworfen.

Im Öresund

Am frühen Morgen des 30. März 1801 setzte die Flotte Segel für das Prelude der Schlacht vor Kopenhagen: 18 Linienschiffe, zwei 50-Kanonen-Schiffe,  5 Fregatten, 2 Sloops, 2 Briggs, 7 Mörserschiffe, 6 Kanonenboote und weitere rund 30 kleinere Schiffe liefen in einer meilenlangen Linie in den Öresund ein. Die Vorhut unter Nelson auf der ELEPHANT (74 - Foley) wurde das erste Ziel der dänischen Batterien von  Kronenburg , doch lag das Feuer der landgestützten Kanonen schlecht. Auch die Schiffsgeschütze der englischen Linienschiffe zeigten wenig Wirkung, dafür waren die Mörsergranaten der Kanonenboote nach englischen Berichten um so effektvoller. Als Hyde Parker im Zentrum jedoch beobachtete, daß auf der schwedischen Seite der Passage das Feuer aufblieb, befahl er den nachfolgenden Schiffen Kurskorrektur und vergrößerte den Abstand zur dänischen Seite soweit, daß der dänische Beschuß am Ende eingestellt wurde. Trotzdem gab es auf beiden Seiten die ersten Toten und Verwundeten dieses Krieges. Einige Granaten der Briten hatten sich als Volltreffer erwiesen und auf der englischen ISIS (50) hatte eine explodierende Kanone - ein immer präsentes Risiko auf den Schiffen dieser Zeit - einige Seeleute getötet. Auf der ISIS sollten dies nicht die letzten Opfer der eigenen Armierung sein.

Die dänischen Verteidigungslinien

In Kopenhagen, wo der dänische Kronprinz Frederick die Vorbereitungen zur Verteidigung beaufsichtigte,  hatte man in der Zwischenzeit vergeblich auf die Rückkehr eines kleinen Linienschiffgeschwaders gewartet, das im finnischen Meerbusen Manöver abgehalten hatte. Kommodore Johan Olfert Fischer und Kapitän Steen Bille mußten mit Schiffen auskommen, die in ihrer Mehrzahl den Hafen seit Jahrzehnten nicht mehr verlassen hatten. Es waren fast alles alte und außer Dienst gestellte Linienschiffe und Fregatten, die nun in Verteidigungsstellung gebracht wurden. Kanonen fanden sich reichlich, schwimmende Stellungen für die Artillerie waren jedoch eher rar. Deswegen griffen die Dänen auf einige Pferdetransporter zurück, reaktivierten einen alten Kauffahrer und zimmerten in aller Eile ein paar Flöße zusammen. Ein weiteres Problem war der Mangel an Seeoffizieren. So kam es z.B., daß ein 18jähriger Unterleutnant mit dem Namen Peter Willemoes das Kommando über eine  Batterie von zwanzig Kanonen mit 120 Mann bekam: Gerner´s schwimmende Batterie Nr. 1, ein einfaches großes Floß, war im Zentrum neben dem Flaggschiff Fischers festgemacht. Leutnant und Batterie sollten aber noch von sich reden machen.

Gegen Mittag des 30. März hatte die britische Flotte mitten im Sund ungefähr in Höhe der Insel Hven geankert und Hyde Parker wechselte mit seinem Stab, Vizeadmiral Nelson und Konteradmiral Graves auf den kleinen Lugger LARK, um die Verteidigungsanlagen des Hafens von Kopenhagen auszukundschaften.

Dort hatten die Dänen inzwischen aus schwimmenden Batterien, Hulks und Kriegsschiffen , gedeckt von Landbatterien, eine Verteidigungslinie aus rund 700 schweren Kanonen gebildet, die die Fahrrinne in den Hafen verteidigen sollten. Dabei konnten die Dänen sich des strategischen Vorteils schützender Untiefen erfreuen. Die enge, in der Verteidigungslinie  nördlich gelegene Einfahrt in den Hafen wurde von zwei kanonenstarrenden, künstlichen Inseln gedeckt, den TREKRONER-Forts (Dreikronen-Forts). Dort hatten die dänischen Verteidiger insgesamt 68 schwere Kanonen in Stellung gebracht, achtunddreissig 36-Pfünder und dreissig 24-Pfünder. Dazu ankerten auf der anderen Seite der Passage die 74-Kanonen-Hulks ELEPHANTEN (74 - CO Kapitän Philip von Thun) und MARS (74 - CO Kapitän Niels Gyldefeldt), etwas tiefer im Kanal die Linienschiffe DANEMARK (74 - CO Kapitän Steen Bille) und TREKRONER (74 - CO Kapitän Peter Riegleson). Diese Schiffe waren die Eckpunkte von Linien, die mit der Fregatte IRIS (40 - Kapitän Braun) , den  Briggs SARPEN (18) und NIDELVEN (18) sowie weiteren Kanonenbooten und Schiffen gebildet wurden.
Machte diese nördliche Verteidigungsanlage bereits einen furchterregenden Eindruck, so erschien der Weg von Süden her auf den ersten Blick noch weit schrecklicher für mögliche Angreifer. Im engen Fahrwasser zwischen Untiefen wurde die schmale Fahrrinne, die sogenannten Königstiefe (Kongedybet), gesäumt von 18 schwimmenden Batterien, größeren und kleineren Schiffen mit über 600 Kanonen  großen Kalibers. Diese Batterien wiederum wurden von zahlreichen Landbatterien gedeckt. Es folgt eine Austellung der dänischen Linie von Süden nach Norden, wie Nelson sie in seinem Bericht vor der Schlacht eingeschätzt hatte und wie sie wirklich armiert war:


Die Auflistung versteht sich nach der Reihenfolge von Süden nach Norden, die Kanonen werden erst ab 18-Pfünder aufwärts gezählt. Anzahl Kanonen
Name Typ  geschätzt  tatsächlich Kommandant / Bemerkungen
PRØVESTENEN Alter Dreidecker, um ein Deck reduziert 28 56 CO Kapitän Lorenz Lassen 
WAGRIEN Alter Zweidecker, um ein Deck reduziert 26 48 CO Kapitän Frederik Risbrich 
RENDSBORG Pferdetransporter (Prahm) 10 20 CO Kapitän Christian Egede
NYBORG Pferdetransporter (Prahm) 10 20 CO Leutnant Carl Rothe 
JYLLAND Alte Zweideckerhulk ohne Poop 27 24 CO Kapitän Erich Brand 
SWØRDFISKEN Floß bzw. schwimmende Batterie 10 20 CO 2. Leutnant Sören Sommerfeld 
KRONBORG Alte Fregattenhulk 12 22 CO Leutnant Jens Hauch 
HAJEN Floß bzw. schwimmende Batterie nicht
sichtbar
20 CO Leutnant Jochen Müller
DANNEBROG Dänische Flagge 64-Kanonen-Linienschiff 30 24 CO Das Flaggschiff von Kommodore Johan Olfert Fischer unter Kapitän Ferdinand Braun
ELVEN Kleineres Quartierschiff (receiving ship) 11 6 CO Kapitänleutnant Baron Hans Holsten
GERNER's Flådebatteri Nr. 1 Kleineres Floß bzw. schwimmende Batterie 12 20 CO Leutnant Peter Willemoes, Dänemarks  Volksheld
AGGERSTEN Pferdetransporter (Prahm) 9 20 CO Leutnant Thomas Fasting
SØLLAND 74-Kanonen-Linienschiff 36 30 CO Kapitän Frederik Harbö
CHARLOTTE AMELIA Alter Kauffahrer 30 26 CO Kapitän Hans Köföd - Offensichtlich von den Briten als Linienschiff oder Fregatte eingeschätzt
SØHESTEN Floß bzw. schwimmende Batterie 12 18 CO Leutnant Bernhard Middelbö
? Kanonenboot - - Von den Briten beobachtet und aufgeführt, existierte dieses Schiff aber  möglichweise gar nicht
HOLSTEN 64-Kanonen-Linienschiff 30 24 CO Kapitän Jason Ahrenfeld
INDFØDSRETTEN 64-Kanonen-Linienschiff 30 26 CO Kapitän Albert de Thura
HJELPEREN Fregatte 11 20 CO Leutnant Peter-Carl Lilienskjöld

 
Nachdem sich den Briten dieses Bild bot, erschien beim abendlichen Kriegsrat vielen Offizieren ein Angriff zu riskant. Auch Hyde Parker schien das Risiko eines Angriffs eher zu scheuen, doch der wie immer ungeduldige Nelson bot bereits nach kurzer Dauer der Beratung an, die Linie der Dänen mit 10 Linienschiffen, einigen Fregatten und den Mörserschiffen erfolgreich zu bekämpfen und erleichterte seinem Admiral damit die Entscheidung.
In vielerlei Hinsicht schien der Angriff auf Kopenhagen ja auch Nelsons Attacke bei Abukir zu gleichen: Wie vor der ägyptischen Küste galt es hier, eine unbewegliche Schlachtlinie anzugreifen, die von Land her gedeckt wurde. Wie bei Abukir mußte man zwischen gefährlichen Untiefen manövrieren, deren Lage man nicht genau kannte. Schon deswegen schien Nelson für den Angriff der ideale Kommandant.  Die Parallelen mit der Schlacht vor dem Nildelta 1798 waren tatsächlich aber nur oberflächlich: Vor Abukir kam der Angriff überraschend, die Dänen dagegen waren so gut wie möglich vorbereitet. Vor Kopenhagen kannte der Gegner das Gewässer natürlich genau, während auf den  meisten Schiffe, die in der Bucht von Abukir gestrandet waren, die französische Flagge wehte. Zwar plante Nelson auch hier wie1798 in Ägypten, eine unbewegliche Schlachtlinie von unten aufzurollen. Kapitän Foley und Nelsons Geschwader würden jedoch  keine Chance haben, die Schlachtlinie  von der Uferseite her anzugreifen, wie es 1798 mit Foley an der Spitze gelungen war. Diesmal war diese Seite einfach zu flach für jedes größere Schiff. Und im Gegensatz zu Abukir würden vor Kopenhagen die dänischen Landbatterien tatsächlich an der Schlacht teilnehmen.

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Nelson war sich dieser Strategeme wohl bewußt, hatte aber großen Respekt vor den TREKRONER-Forts, der wohl nach einer weiteren Erkundung am Morgen des 31. März noch wuchs. Von Beginn an hatte der englische Vizeadmiral wegen dieser starken Verteidigungsanlagen geplant, von Süden her anzugreifen.Von dieser Seite aus waren die Zwillingsfestungen verwundbarer. Der nun konstant von Süden wehende Wind bestärkte Nelson in seiner Entscheidung und er ließ die Verhältnisse bzw. Wassertiefen im äußeren Kanal  erkunden.
Die britische Flotte hatte sich inzwischen nördlich von Saltholm versammelt. Admiral Parker stellte Nelson 10 Linienschiffe, die zwei 50-Kanonen-Schiffe und alle anderen Schiffe zur Verfügung. Parker selbst blieb mit 8 Linienschiffen in Reserve, um eventuellen Gefahren von der Seeseite her begegnen zu können. Die Briten hielten es für nicht ausgeschlossen, daß die Dänen Verstärkung von der Seeseite her erhalten könnten oder das ein russisches Geschwader plötzlich vor Kopenhagen auftauchen könnte. Parker plante aber auch, nach Gelegenheit von Norden her in den Kampf einzugreifen. Jedoch galt: Guter Wind für Nelson war natürlich schlechter Wind für Parker. So kam es am Ende nicht zum Eingreifen des Oberkommandierenden.
Folgende Schiffe standen Nelson zur Verfügung:

Schiff (Kanonen) Typ Kommandanten
ELEPHANT (74) Britische Flagge Linienschiff Vizeadmiral Horatio Nelson, CO Kapitän Thomas Foley
DEFIANCE (74) Linienschiff Konteradmiral Thomas Graves, CO Kapitän Richard Retalick
EDGAR (74) Linienschiff CO Kapitän George Murray
MONARCH (74) Linienschiff CO Kapitän James Mosse 
RUSSELL (74) Linienschiff CO Kapitän William Cuming
BELLONA (74) Linienschiff CO Kapitän Thomas Boulden Thompson
GANGES (74) Linienschiff CO Kapitän Thomas Fremantle
POLYPHEMOS  (64) Linienschiff CO Kapitän John Lawford
AGAMEMNON (64) Linienschiff CO Kapitän Robert Fancourt
ARDENT (64) Linienschiff CO Kapitän Thomas Bertie
GLATTON (54) 50-Kanonen-Schiff CO Kapitän William Bligh
ISIS (50) 50-Kanonen-Schiff CO Kapitän James Walker
AMAZON (38) Fregatte CO Kapitän James Riou
DESIREE (36) Fregatte CO Kapitän Henry Inman
BLANCHE (36) Fregatte CO Kapitän Graham Hamond
ALCMENE (32) Fregatte CO Kapitän Samuel Sutton
JAMAIKA (28) Fregatte CO Kapitän Jonas Rose
ARROW (18) Sloop CO Kapitän William Bolton
DART (18) Sloop CO Kapitän John Devonshire
HYAENA (24) Sloop CO Commander W. Granger
OTTER Feuerschiff /Brander CO Commander George MacKinley
ZEPHYR Feuerschiff / Brander CO Commander Clothworthy Upton
HARPY (18) Kanonen-Brigg CO Commander William Birchall
CRUIZER  (18) Kanonen-Brigg CO Commander James Brisbane
PYLADES  (16) Kanonen-Brigg CO Commander James Boorder
EXPLOSION Kanonenboot CO Commander John Martin
DISCOVERY Kanonenboot CO Commander  John Conn
HECLA Kanonenboot CO Commander Richard Hatherill
SULPHUR  Kanonenboot CO Commander Hender Whitter
TERROR Kanonenboot CO Commander Samuel Rowley
VOLCANO Kanonenboot CO Commander James Watson
ZEBRA  Kanonenboot CO Commander Edward Clay
Dazu noch 3 weitere Kanonen-Briggs, zahlreiche Tender, Kutter und Barkassen.

Auf See verblieben dagegen hauptsächlich Schiffe mit recht großem Tiefgang, vor allem die Dreidecker: Es waren dies Parkers Flaggschiff  LONDON (98) mit  dem Stabschef Kapitän William Domett und Kapitän Robert Otway und die ST. GEORGE (98 - CO Thomas Hardy), Nelsons eigentliches Flaggschiff. Zu Parkers Geschwader gehörten noch die WARRIOR (74 - CO Charles Tyler), DEFENCE (74 - CO Lord Henry Paulet), SATURN (74 - CO Robert Lambert), RAMILLIES (74 - CO William Dixon), RAISONABLE (64 - CO John Dilkes) und VETERAN (64 - CO Archibald Dickson).

Nelson´s Plan


Am Morgen des 1. April machte sich Nelson erneut ein Bild von der Lage vor Kopenhagen. Am Nachmittag führte er dann seine Flotte den äußeren Kanal hinunter, bis zur Passage in die Königstiefe, der Fahrrinne vor der dänischen Verteidigungslinie. Mit hereinbrechender Dunkelheit hatte seine Streitmacht vor der sogenannten Drachenmarke Anker geworfen und Nelson schickte Kapitän Thomas Hardy im Schutze der Nacht zur Erkundung der Tiefen in die Fahrtrinne vor der feindlichen Linie. Hardy kam mit seinem Ruderboot z.T. sehr nahe an die dänischen Schiffe und Batterien heran und sammelte, während er lotete, dabei zusätzlich noch eine Menge Informationen. Wie sich aber später herausstellen sollte, gaben sich Hardy und seine Lotgäste unter diesen Umständen zwar größte Mühe, doch hatte Nelsons Kundschafter eigentlich keine Chance, ein wirklich verläßliches Bild für die Kommandanten der Flotte zu erforschen.

Kurz vor der Schlacht von Kopenhagen am 2. April 1801

Noch während Hardy auf seiner Mission war, saßen Nelson, Kapitän Foley und Kapitän Riou von der AMAZON an Bord der ELEPHANT zusammen und arbeiteten die Schlachtordnung aus. Es ist dies ein Kuriosum, denn die wichtigsten Daten, die Wassertiefen, standen diesem Kriegsrat noch gar nicht zur Verfügung. Als Hardy in der Nacht mit dem beginnenden 2. April von seiner Mission zurückkehrte und seine Ergebnisse vorlegte, stand die Reihenfolge der in die Königstiefe einzulaufenden Schiffe bereits fest. Es gibt allerdings keinen Beleg, daß diese Inkonsistenz zwischen Planentwurf und grundlegenden Daten negative Folgen hatte und z.B. für die Strandung der BELLONA oder RUSSEL verantwortlich war. Man könnte einen Zusammenhang nur vermuten.
Nelsons Plan sah vor, daß die Linienschiffe eine ankernde Schlachtlinie bilden sollten, wobei sie einen Heckanker werfen sollten. Dies ließ den britischen Schlachtschiffen gegebenenfalls Raum für weitere Manöver. In reinen Artillerieduellen sollten dann die gegnerischen Schiffe, Hulks oder Flöße niedergekämpft und erobert werden, wobei die hinter der Schlachtschifflinie operierenden und von den mächtigen Linienschiffen gedeckten Mörserschiffe eine bedeutende Rolle zu spielen hatten. Nachdem ein Linienschiff seinen direkten Gegner zur Kapitulation gezwungen hätte, sollte es den Anker lösen, an der Außenseite der eigenen Schlachtreihe weiter die Linie hinauf segeln und den nächsten Gegner bekämpfen. Erst wenn die dänische Schlachtlinie von Süden her aufgerollt worden wäre, sollten die mächtigen Trekroner-Forts in der Flanke angegriffen werden und dann am Ende von der englischen Infanterie gestürmt werden.
Nelson teilte seine Linienschiffe in zwei Abteilungen: Die EDGAR (74), ARDENT (64), GLATTON (54), ISIS (50) und AGAMEMNON (64) sollten als erste Schiffe in die Fahrrinne einlaufen.
Die EDGAR war auf die JYLLAND angesetzt, die ARDENT sollte sie dann außen passieren und die SWØRDFISKEN sowie die KRONBORG beschießen. Die GLATTON sollte genauso verfahren und war als Gegner für die HAJEN und die DANNEBROG bestimmt.
Die ISIS sollte die WAGRIEN angehen und die AGAMEMNON sollte mit Hilfe der DESIREE (36) das südlichste dänische Schiff bekämpfen, beide unterstützt von den vorerst im Süden stehenden Kanonen-Briggs unter der Führung der JAMAIKA, die die Südflanke der Dänen und eventuell auch lästige Landbatterien unter Feuer nehmen sollten.
In der zweiten Abteilung sollten dann die BELLONA (74)  gegen DANNEBROG, ELVEN, GERNER´s Batterie und AGGERSTEN, die ELEPHANT (74) gegen die SYLLAND, die GANGES (74) gegen die CHARLOTTE AMELIA und SØHESTEN , die MONARCH (74) gegen die HOLSTEN in den Kampf ziehen.
DEFIANCE (74), RUSSELL (74) und POLYPHEMOS (64) sollten dann bis zur nördlichen Spitze durchstoßen und dort die dänischen Linienschiffe niederringen. Im Schutz der englischen Schlachtschiffe sollten die Kanonenboote hinter das Zentrum der britischen Linie gelangen und von dort aus mit ihren Mörsern den Gegner beschießen.  Hinter jedem Linienschiff sollte ein mit Truppen beladener Kutter liegen, um nach ausreichendem Beschuß den Gegner zu entern. Eine Flotille von Fregatten, Sloops und Feuerschiffen unter Führung der Fregatte AMAZON (36 - James Riou) war als Reserve geplant, die an den Punkten eingreifen sollte, wo Not am Mann war.

Nelsons Trafalgar Captains and Their Battles: A Biographical and Historical Dictionary   Seekriege und Seepolitik von 1650 bis 1914  Der Schatten des Kaisers  British Napoleonic Ship-Of-The-Line

Die Schlacht

Am Donnerstag, dem 2. April 1801 um 8:00 am Morgen ließ Nelson seine Kapitäne an Bord der ELEPHANT rufen, wo sie ihre Befehle erhielten. Der Wind kam zu diesem Zeitpunkt idealerweise noch immer aus Süd / Südwest. Um 9:30 ging die englische Flotte Anker auf und die EDGAR lief wie geplant als erstes Schiff in die Fahrrinne ein. Ihr folgte die AGAMEMNON, die weit südlich geankert hatte. Doch bereits jetzt bekamen die Engländer die ersten Probleme. Weil Nelsons ehemaliges Schiff die Einfahrt im ersten Schlag nicht schaffte, mußte der Befehlshaber improvisierten : Die POLYPHEMOS nahm die Stelle der AGAMEMNON ein, ihr folgte die ISIS, dann kamen ARDENT und GLATTON, die ihre geplanten Positionen ansteuerten.  Doch es folgte mit der BELLONA das nächste Mißgeschick. Ob nun wegen eines Fehlers ihres Steuermanns oder unzureichender Daten der Lotungen Hardys, die BELLONA lief jedenfalls keine 350 Meter entfernt von PRØVESTENEN und WAGRIEN auf eine Sandbank. Die RUSSELL, die ihr sehr nah gefolgt war, saß Minuten später auch auf Dreck. Damit schien die gesamte Planung Nelsons in sich zusammenzubrechen, doch erneut erwiesen sich der Vizeadmiral und seine Kapitäne als kaltblütige Improvisateure. Die der RUSSELL folgende ELEPHANT steuerte die ursprünglich für die BELLONA bestimmte Position gegenüber der DANNEBROG an, die dem Flaggschiff  folgende GANGES bekam den Befehl, sich vor die ELEPHANT zu setzen, alle folgenden Schiffe sollten genauso verfahren. Trotz der großen Flexibilität der Briten hatten die Strandungen von BELLONA und RUSSELL jedoch noch eine weitere und sehr viel unangenehmere Folge:
Einige englische Steuermänner zogen aus der Strandung der Schiffe  falsche Schlüsse für den Tiefgang des eigenen Seglers und gingen davon aus, daß das Wasser zur gegnerischen Linie hin gefährlicher wurde - de facto war natürlich eher das Gegenteil der Fall. Durch ihre Fehlinterpretation der Havarien führten diese Piloten die Schiffe in größerer Entfernung zur gegnerischen Linie die Fahrrinne hinauf und ankerten schließlich auch in einer Entfernung von über einer Kabellänge. Als Folge dieser größeren Distanz waren die Karronaden der Linienschiffe - reine Nahkampfwaffen - bei weitem nicht so effektvoll wie geplant.  
Um 10:20 hatten die ersten dänischen Schiffe an der südlichen Flanke das Feuer eröffnet, um 10:40 schoßen auch die Landbatterien, um 10:50 begann die EDGAR die JYLLAND systematisch unter Feuer zu nehmen.  Gegen 11:00 warf die ELEPHANT, kurz darauf auch die GANGES ihren Heckanker und eröffneten das Feuer. Doch die Schlacht verlief  zunächst schlecht für die Briten.
Die MONARCH und die DEFIANCE an der nördlichen Spitze - immerhin der stärkste Teil der dänischen Linie mit SØLLAND (74), HOLSTEN (64) und INDFØDSRETTEN (64) -  erreichten um 11:30  ihre Positionen, hatten jedoch von Beginn an einen schweren Stand. Die POLYPHEMOS war ja für die AGAMEMNON eingesprungen, doch Kapitän Fancourt konnte sich umgekehrt nicht revanchieren und dafür Kapitän Mosse und Konteradmiral Graves  unterstützen. Nach mehreren Versuchen, die AGAMEMNON in die Passage zur Königstiefe zu zwingen, lief das Linienschiff schließlich sogar  auf Grund. Natürlich wurden die BELLONA und die RUSSELL schmerzlich in der englischen Linie vermisst, gerade im Norden der Linie, wo die Dänen besonders stark waren. Immerhin kam Kapitän Riou, der sein Fregattengeschwader im Schutze der Linienschiffe glücklich die Linie hinauf gebracht hatte, mit der AMAZON, der BLANCHE , z.T. auch der ALCMENE und der ARROW der DEFIANCE zur Hilfe, mußten dabei aber auch heftigen Beschuß u.a. von einem der TREKRONER-Forts in Kauf nehmen. Und die MONARCH war noch keine halbe Stunde im Gefecht, als ihr Kapitän James Mosse getötet wurde und dem 1. Offizier Leutnant John Yelland das Kommado zufiel. Die britischen Fregatten, als Lückenbüßer im Norden eingesprungen, erlitten bald schwere Verluste. Besonders die AMAZON hatte zu leiden und verlor schließlich ihren Kapitän, James Riou, der von einer Kanonenkugel zerschmettert wurde.
Die englische Schlachtlinie
Am südlichen Ende der Linie gelang es der JAMAIKA mit den Kanonen-Briggs nicht, wirkungsvoll in den Kampf einzugreifen, weil die Strömung aus der Fahrrinne sich als zu stark erwies. Nur die HARPY und die CRUIZER erzielten einige Treffer. Die gestrandete BELLONA lag im Schußfeld der Dänen und erlitt schwere Verluste. Kapitän Thompson, einst Kommandant der LEANDER vor Abukir und später im Zweikampf gegen die GENEREUX, wurde ein Bein weggeschoßen. Enttäuschend war für Nelson der Einsatz der Kanonenboote, von dem er sich viel versprochen hatte. Lediglich die TERROR und die ZEBRA konnten zeitweise in den Kampf eingreifen, doch die Beobachtung der Mörsergeschoße - von entscheidenden Bedeutung für das Zielen - war durch den sich entwickelnden Pulverqualms erschwert. Dieser Rauch war die beste Deckung für die Dänen. Die durch den Qualm behinderte Sicht  schränkte am Ufer aber auch die Aktivitäten der sowieso mit nur wenigen echten Kanonieren besetzten Landbatterien stark ein. Und zumindest die DESIREE erreichte eine gute Position südlich der PRØVESTENEN und setzte anschließend dem alten dänischen Schiff und der WAGRIEN schwer zu.
Nach annähernd einer Stunde Gefecht muß Nelson  klar gewesen sein, daß er sowohl die Anzahl gegnerischer Kanonen als auch die Kampfkraft der dänischen Verteidiger schwer unterschätzt hatte. Auch war er sich bewußt, daß er bei seinem Angriff auf drei seiner Linienschiffe verzichten mußte und vor allem, daß die meisten seiner Schiffe zu weit entfernt von der dänischen Linie geankert hatten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Engländer einer Niederlage tatsächlich nahe. Doch der Sieger von Abukir erkannte den Kern des Problems, denn nach rund einer Stunde Gefecht ließ er das Signal für "Closer Action" (Näher ran !) setzen. Damit wendete sich das Blatt. Nachrichten über beträchliche Verluste an Bord seiner Schiffe drangen zu ihm, doch Nelson befand sich in der für ihn so typischen euphorischen Stimmung, die  man bei ihm beobachten konnte, wenn er im Gefecht war. Als in seiner Nähe eine Kanonenkugel einschlug, lobte er gegenüber Colonel Stewart, dem Chef der Infanterie, die Treffsicherheit des Gegners und meinte sinngemäß, daß er in diesem Moment um keinen Preis der Welt woanders sein wolle. Direkt vor Nelsons Augen agierten die Kanoniere der ELEPHANT nun allerdings auch recht erfolgreich, denn das Feuer der DANNEBROG ließ bereits spürbar nach und schon wenig später sah sich Kommodore Fischer genötigt, seinen Befehlsstand auf die HOLSTEN verlegen. Die Dänen konnten durch den Qualm die Engländer nur noch erahnen und nahmen zum Teil möglicherweise nur zögerlich wahr, daß die britischen Schiffe durch ihren verlängerten Heckanker Nelsons Signal leicht folgen konnten und die Schußdistanz immer mehr verkürzten. In diesem Zusammenhang ist interessant, daß am Ende der Schlacht die Takelagen der britischen Schiffe relativ unversehrt waren. Dies deutet einerseits auf die Unerfahrenheit der dänischen Kanoniere hin, kann andererseits zum Teil auch auf o.g. Ursache zurückgeführt werden : Die Dänen hatten vielleicht die Erhöhung ihrer Kanonen nicht korrigiert.
Zunächst hielten die zusammengewürfelten dänischen Verteidiger aber gegen alle Erwartungen der Briten den Breitseiten der englischen Profis stand.  Die großen dänischen Verluste wurden aus einem großem Reservoir Freiwilliger von Land her ersetzt und mangelnde Professionalität und Übung machten die dänischen Kanoniere durch Zorn und Leidenschaft wett. Auf der INDFØDSRETTEN, die im Zentrum des Feuers der DEFIANCE und der britischen Fregatten lag, fiel Kapitän Thura. Sein Ersatz, Kapitän von Schrödersee, aus Gesundheitsgründen eigentlich schon lange nicht mehr diensttauglich, eilte von Land herbei, um Thuras Stelle einzunehmen, war aber kaum an Bord, als eine Kanonenkugel, die gar nicht von der Frontseite der britischen Linie kam, ihn in Stücke riß. Schrödersee starb möglichweise durch friendly fire von den Landbatterien oder gar dem TREKRONER-Fort, die dänischen Verteidiger kannten in ihrer Verbissenheit  keinerlei Rücksicht - der pensionierte Kapitän war an diesem Tag sicher nicht das einzige Opfer eigener Kanonenkugeln.
Zum ersten Mal seit 1793 standen englischen Schiffe in einer größeren Seeschlacht einem im patriotischen Rausch kämpfenden Gegner gegenüber. Dazu kam, daß die Dänen den englischen Angriff als heimtückischen und ungerechten Überfall betrachteten - vielleicht der wesentliche Grund für ihre erbitterte Gegenwehr. Die Verluste der Briten nahmen zu und gegen einen anderen (und gehorsameren) englischen Kommandanten wären die Dänen vielleicht sogar erfolgreich gewesen.

Parkers Befehl

Das Geschwader unter Sir Hyde Parker hatte inzwischen versucht, näher an die TREKRONER-Forts heranzukreuzen, war jedoch wegen des Windes nicht in der Lage, Verstärkung zu schicken. Um 12:30 standen die VETERAN, die DEFENCE und die RAMILLIES nur noch rund 2 Meilen leewärts der TREKRONER-Forts, der Wind bildete jedoch eine unsichtbarer Barriere zwischen Parkers Geschwader und Kopenhagen. 
Den Admiral hatten gerade die Nachrichten über den Ausfall der BELLONA und RUSSELL erreicht und er konnte erkennen, daß die Fregatten an der nördlichen Spitze einspringen mußten. Es war offensichtlich, daß es nur zwei Linienschiffe die Linie hinauf geschafft hatten und auf der AGAMEMNON wehten ebenfalls Notsignale. Die über die mittlere Sandbank verlaufende geplante Flaggenverbindung auf Booten mit flachem Tiefgang brach wegen unerwartet starker Strömungen  immer wieder zusammen. Deswegen war Parker auf das angewiesen, was er sah bzw. was seine führenden Linienschiffe ihm meldeten. Und dem Augenschein nach sah es schlecht aus für Nelsons Angriff , um so mehr, weil der Oberkommandierende die Südseite der dänischen Linie schlecht einsehen konnte, wo die Engländer ihre ersten Erfolge erzielten.
Der Admiral befürchtete, daß Nelson in große Schwierigkeiten geraten war, aber trotzdem weiterkämpfte. Deswegen beschloß er, seinen Vizeadmiral  zurückzurufen und den Angriff abzubrechen.Man muß bedenken, daß Nelsons Niederlage schließlich auch Parkers Schaden gewesen wäre. 

The Life and Times of Horatio Hornblower: A Biography of C.S. Forester's Famous Naval Hero

The Life and Times of Horatio Hornblower: A Biography of C.S. Forester's Famous Naval Hero
von Northcote Parkinson
Sprache: Englisch
Gebunden - 416 Seiten - McBooks Press
Erschienen:1. Mai 2005

From Trafalgar to the Chesapeake: Adventures of an Officer in Nelson's Navy

From Trafalgar to the Chesapeake: Adventures of an Officer in Nelson's Navy
von William Stanhope Lovell, Ruddock F. MacKay
Sprache: Englisch
Gebunden - 208 Seiten - Naval Inst Pr
Erschienen:1. Juli 2003

Zu Kapitän Domett soll Parker laut Robert Southey zwar gesagt haben: "Ich werde um Nelsons willen das Signal zum Abbruch setzen lassen. Wenn er in der Lage ist, den Angriff erfolgreich fortzusetzen, wird er das Signal mißachten. Wenn nicht, wird er eine Rechtfertigung für seinen Rückzug haben und niemand kann ihm die Schuld geben." Diese überlieferten Worte sind m.E. - Zeitgeist hin oder her - entweder zu edel, als das sie der Realität entspringen könnten oder verrieten zumindest nicht die wahren Gedanken und Absichten des Admirals.
Das Parker aus seiner Sicht der Lage korrekt, mit Blick auf das Endergebnis jedoch höchst unglücklich agierte und später in der Öffentlichkeit und dann in den Geschichtsbüchern diesbezüglich ziemlich ungerecht behandelt wurde, ist sicher. Das er aber derartig selbstlos gesprochen bzw. mit seinem Rückzugsbefehl aus edlen Motiven gehandelt haben soll, ist  kaum glaubhaft bzw. wenig wahrscheinlich - eher schon diente sein Befehl der eigenen Absicherung, wenn Nelson in seiner Befehlsmißachtung gescheitert wäre. Vielleicht kannte Parker Nelson nämlich zu gut, als das er mit einer Befolgung des Befehls rechnete. 
Warum aber legte der Nelson-Biograph Southey Sir Hyde diese edlen Worte in den Mund ? Ist dies eine sehr subtile Anklage gegen den Admiral oder entspingt dieser Kunstgriff lediglich dem Bemühen, die folgende unleugbare Befehlsverweigerung  Nelsons zu sanktionieren, indem der Seeheld durch diese überlieferten Worte  von Parker sozusagen ex post facto legitimiert wird ?
Als jedenfalls das Signal mit der Nummer 39 (Angriff abbrechen) an Bord der ELEPHANT empfangen wurde, reagierte Nelson weniger edel, sondern vielmehr mit Ärger und mit Hohn. Lauthals fluchte der Zweitkommandierende, fand vermutlich auch einige - wohl nicht überlieferte - starke Worte für seinen Admiral und ließ keinen seiner Zuhörer darüber im Zweifel, was er über diesen Befehl dachte. Offensichtlich dachte Nelson nicht eine Sekunde daran, diesem Befehl Folge zu leisten. Die Überlieferung von Nelson Reaktion wird jedoch vor allem von der Legendenbildung regiert, die die folgende Geschichte  je nach Quelle leicht variiert :  Lord Nelson soll jedenfalls selbst durch das Fernrohr Richtung Flaggschiff geblickt haben, es aber an sein blindes Auge gehalten haben. Dann soll er gesagt haben, daß er das Signal Parkers nicht sehen könnte. Zu Foley meinte er, daß er zu gewissen Zeiten das Recht habe, blind zu sein. 
 Für Nelson war die Mißachtung eines Admiralbefehls keine neue Erfahrung, 1797 hatte er schon als Kommodore vor Kap St. Vincent sehr erfolgreich  gegen den Befehl von Admiral John Jervis, des späteren Earl St. Vincent, gehandelt, als er aus dessen Schlachtlinie ausbrach. Der Erfolg gab ihm recht und sein Mentor Jervis lobte sogar Nelsons Haltung.  Angesichts des glänzenden Sieges fiel dies dem späteren Earl St. Vincent wohl auch nicht schwer, doch wehe, Nelsons Manöver wäre gescheitert.

Linienschiffschlachten 1794 - 1806 Download

Vor Kopenhagen war es nun Nelsons eigene Schlachtlinie und eigener Plan. Der Seeheld hatte also eigentlich gar keine andere Wahl als "blind" zu sein. Das Signal zu sehen hätte für die Engländer nicht nur einen demütigenden Rückzug bedeutet, mit all ihren Toten und Verwundeten, man hätte obendrein auch noch die mächtigen TREKRONER-Forts passieren müßen, mit weiteren schweren Beschuß und Verlusten. Was wäre aus der BELLONA geworden oder aus der RUSSELL ? Zudem hatten die dänischen Verteidiger zumindest im Süden ihrer Linie längs der Königstiefe sichtlich den Zenit ihres Widerstandes überschritten.
Das ehemalige Flaggschiff DANNEBROG brannte zu diesem Zeitpunkt, Fischers neues Flaggschiff HOLSTEN war ebenfalls in großer Bedrängsnis, die gesamte Linie der Dänen begann zu wanken. So ignorierte Nelson den Befehl und Konteradmiral Graves folgte dem Vizeadmiral, die englischen Schiffe feuerten weiter.

Auf dem Höhepunkt der Schlacht

Der 18jährige Kommandant der GERNER-Batterie, Peter Willemoes, hatte die Leinen, die seine Batterie in der Linie gehalten hatten, kappen müßen, weil die britischen Schiffe nun in die entstehenden Lücken stießen und die dänischen Verteidigungsanlagen der Länge nach beschießen konnten. Willemoes und seine Leute wurden von der Strömung direkt unter das Heck der ELEPHANT getrieben und konnten einige Zeit lang von den Kanonen der Briten nicht gefasst werden. Dafür mußten der spätere dänische Volksheld und seine Männer in einem wahren Kugelhagel der auf der ELEPHANT stationierten Soldaten versuchen, weiter zu laden und zu schießen. Willemoes achtete dabei nicht auf seine Deckung und feuerte seine Männer an, die unter diesen Umständen freilich nur wenige Kugeln abfeuern konnten. Wie durch ein Wunder wurde der vom Kampf besessene Unterleutnant nicht getroffen,  erregte aber selbst die Aufmerksamkeit und Bewunderung Lord Nelsons. Die schwimmende GERNER-Batterie trieb schließlich ab, ohne großen Schaden zu verursachen, jedoch mit vielen Toten und Verwundeten und landete am Ende vor den TREKRONER-Fort , wo Willemoes sich mit gerade noch 50 Überlebenden in Sicherheit bringen konnte. Nach der Schlacht wurde der kleine Leutnant zum Helden von Kopenhagen gekürt und dann wie ein Popstar gefeiert und "herumgereicht". Besonders in der Damenwelt kam Peter Willemoes gut an und war an Land immer von "Groupies" umgeben. Starkult mit dem ganzen Drumherum- die Beispiele Nelson und Willemoes zeigen es - ist offensichtlich keine Erfindung des 20. Jahrhunderts gewesen.

Peter Willemoes auf Gerner´s schwimmender Batterie Nr.1

Die GERNER-Batterie wurde drei Tage nach der Schlacht wieder bemannt und unter Willemoes Kommando in die Verteidigungsanlagen reintegriert. Die meisten anderen Schiffe und Batterien aber gingen verloren: Die PRØVESTENEN hatte sich lange verteidigt und zusammen mit der WAGRIEN (und möglicherweise auch der BELLONA !) die ISIS kapitulationsreif geschossen - auf dem englischen Schiff waren zeitweise nur noch 5 Kanonen besetzt, u.a. auch, weil einige der alten Kanonen während des Gefechtes krepierten. Doch nachdem 25% der dänischen Kanoniere gefallen waren und kaum noch eine Kanone ausgerannt werden konnte, mußte Kapitän Lassen einem Enterkommando unter Leutnant Willoughby von der RUSSELL weichen. Auf diese Weise trugen die Männer von dem aufgelaufenen englischen Linienschiff doch noch zum Sieg Nelsons bei. Ich will an dieser Stelle noch erwähnen, daß später der Historiker William James schrieb, daß die gestrandeten BELLONA und  RUSSELL mit einigen wenigen Kanonen ebenfalls noch in das Gefecht eingriffen hätten, z.T. aber auch die eigenen Schiffe wie z.B. die ISIS trafen. 
Kommodore Fischer hatte inzwischen auch die HOLSTEN verlassen müßen und seine Flagge auf dem TREKRONER-Fort gesetzt. Die ELVEN hatte sich Richtung innerer Hafen zurückgezogen und die HAJEN war von den Briten erobert worden, auch wenn sie unter starkem dänischen Beschuß später wieder aufgegeben werden mußte. Selbst die SØLLAND mußte am Ende versuchen, sich unter den Kanonen des TREKRONERs in Sicherheit zu bringen

Nelsons Brief

Zu diesem Zeitpunkt  war der Erfolg der Engländer natürlich absehbar, doch der Widerstand der Dänen blieb erbittert. Nelson, der erwogen hatte, seine Brander gegen die verbliebenen südlichen Verteidiger einzusetzen, entschloß sich zunächst, einen Unterhändler mit einem Waffenstillstandsangebot (Feuerpause) an den dänischen Kronprinzen zu senden. Die Motivation und Absicht dieses Angebotes ist umstritten. Zunächst der wörtliche Inhalt dieses ersten Briefes:
Lord Nelson has directions  to spare Denmark, when no longer resisting; but if  the firing is continued on  the part of Denmark, Lord Nelson must be obliged to set on fire all the floating  batteries he has taken, without having the power of saving the  brave Danes who  have defended them.
Eine mögliche Übersetzung:
"Lord Nelson hat Anweisungen, Dänemark zu schonen, wenn es nicht länger Widerstand leistet ; wenn aber der Kampf von Seiten Dänemarks fortgesetzt wird, ist Lord Nelson gezwungen, alle schwimmenden Batterien, die er erobert hat, in Brand zu setzen, ohne das es in seiner Macht steht, die tapferen Dänen zu retten, die sie verteidigt haben."
Und auf Nachfrage des dänischen Kronprinzen, welche Absicht und Bedingungen dieser Waffenstillstand verfolge, erreichte ihn der zweite Brief des englischen Oberbefehlshabers. Ein Auszug:
Lord Nelson's object in sending the flag  of truce, was humanity; he therefore consents that hostilities shall cease, and  that the wounded Danes be taken on shore, and Lord Nelson will take his  prisoners out of the vessels, and burn or carry off his prizes, as he shall  think fit. 
Eine freie Übersetzung: "Lord Nelson schlägt die Feuerpause aus Menschlichkeit vor. Er stimmt deswegen zu, daß die Feindseligkeiten (vorerst) ruhen, das die verwundeten Dänen an Land gebracht werden können, daß die Gefangenen von den (eroberten !) Schiffen evakuiert werden und daß er dann seine Prisen verbrennen oder wegführen kann, wie es ihm beliebt."
Wie auch der Empfänger des Schreibens, der dänische Kronprinz, muß sich die Nachwelt damit abfinden, nur spekulieren zu können, ob Nelson hier ein Waffenstillstandsangebot im Namen der Humanität und im Interesse der tapferen dänischen Verteidiger  machte, wie er auf Rückfrage des dänischen Kronprinzen beteuerte, oder ob er die dänischen Gefangenen sozusagen als Geiseln nahm und mit seinem letzten Satz des ersten Briefes eine Drohung ausstieß. Ausschließen kann man jedenfalls die noch immer verbreitete Fehldeutung, daß Nelson durch sein Angebot eine Niederlage vermeiden wollte. Auch wird oft fälschlicherweise behauptet, daß der Rückzug an den TREKRONER-Forts vorbei sehr gefährlich gewesen wäre, was bestenfalls partiell stimmig ist. Gefährlich waren nicht die dänischen Batterien an sich, sondern die Untiefen davor, wie sich noch zeigen sollte. Allerdings hätte der Angriff auf die TREKRONER-Batterie noch viele Menschenleben gekostet und dies zu vermeiden war möglicherweise ein Ziel Nelsons. Der politisch durchaus nicht unbedarfte Vizeadmiral spürte eventuell aber auch, daß die Dänen, die ihre Haut teuer verkauft hatten, unter diesen Umständen eher bereit sein würden, den englischen Bedingungen zuzustimmen, als wenn sie eine deutliche und bittere Niederlage inklusive noch größerer Verluste hätten einstecken müßen.
Das der dänische Kronprinz  dann allerdings die Feuerpause bedingungslos einräumte, ohne mit Kommodore Fischer oder Kapitän Bille Rücksprache zu halten und offensichtlich ohne daran zu denken, daß die beschädigten englischen Schiffe ja durch die tückischen, weil unbebojten Gewässer an den TREKRONER-Forts vorbei  aus der Königstiefe heraus mußten und damit den einzigen kleinen Trumpf bei den Verhandlungen ungenützt ließ, hätte aber wohl selbst Nelson nicht zu hoffen gewagt. Vielleicht spielte hier der Ruf des Siegers von Aboukir eine entscheidende Rolle. Das eine oder andere dänische Schiff hätten die Dänen bei weniger beeindruckten Verhandlungen sicherlich noch zurückgewinnen bzw. bewahren können.
Noch während des Beginns des Briefwechsels - zwischen 13:30 und 14:00 - brach der gesamte  Flügel der dänischen Verteidigungslinie südlich der SØLLAND zusammen. Die NYBORG versuchte sich in den inneren Hafen zu retten und dabei sogar noch die AGGERSTEN abzuschleppen. Die beiden Prahms sanken jedoch dicht unter Land. An Bord der brennenden DANNEBROG waren alle Kanonen verstummt, die letzten Verteidiger suchten sich schwimmend in Sicherheit zu bringen und wurden von englischen Booten gerettet. Als der dänische Kronprinz seinen Gesandten schickte, um nach Nelsons Absichten bzw. Bedingungen zu fragen, war der gesamte Widerstand südlich der TREKRONER-Forts bereits erloschen. Das Fort selbst stellte während der Verhandlungen das Feuer ein, was den Engländern freilich sehr zugute kam. Sie nutzten diese Zeit, um die noch nicht gesicherten Prisen in Besitz zu nehmen und ihren Abtransport oder auch ihre Vernichtung vorzubereiten.


 Der Kurs der PHOENIX - Entscheidung vor Kap Ortegal
Seeschlacht vor Kap Ortegal 1805

 Trafalgar
Schlacht von Trafalgar 1805

Seeschlacht in der Bucht von Abukir
Seeschlacht von Abukir 1798

Seeschlacht vor Kap St. Vincent
Seeschlacht vor Kap St. Vincent 1797

Der Glorious First of June, Seeschlacht vor Ushant vom 28. Mai bis 1. Juni 1794
Der Glorious First of June 1794

Die Seeschlachten von Algeciras 1801 - Linois versus Saumarez
Die Seeschlachten von Algeciras 1801


Feuerpause

Folgende Schiffe bzw. Batterien waren den Briten bereits in die Hände gefallen: Die PRØVESTENEN, WAGRIEN, RENDSBORG, JYLLAND,  SWØRDFISKEN, KRONBORG, HAJEN, CHARLOTTE AMELIA, HOLSTEN und SØHESTEN. Die brennende, unter Land getriebene und aufgelaufene DANNEBROG sank wenig später durch mehrere Munitionsexplosionen. Die SØLLAND war indessen direkt unter der TREKRONER-Batterie auf Grund gelaufen, schien dort jedoch in Sicherheit. 
Während noch seine Leute die Prisen besetzten und sich daran machten, sie instandzusetzen oder zu verbrennen, nutzte Nelson raffiniert die von den Dänen gewährte Feuerpause und befahl zunächst der MONARCH und der GANGES, Kurs auf Parkers Geschwader zu nehmen, daß  4 Meilen östlich in Lee stand. Um ca. 15:00 war damit die eigentliche Schlacht beendet, abgesehen von der ein oder anderen dänischen Salve von Battereien, die noch nicht über die letzte Entwicklung informiert waren. Doch den eigentlichen Erfolg von Kopenhagen erzielte Nelson in diesen Minuten und den späteren Verhandlungen:  Den Grad des Erfolgs kann man ermessen, wenn man sich die Probleme vor Augen hält, die seine Flotte schließlich beim Rückzug zu bestehen hatte.
Die MONARCH war im Gefecht schwer mitgenommen worden, war von der HOLSTEN, SØLLAND, CHARLOTTE AMELIA, SØHESTEN und den Landbatterien bekämpft worden  und wurde zeitweise sogar vom TREKRONER beschoßen. 210 Männer waren getötet oder verwundet worden und das Linienschiff hatte zahlreiche Einschüsse in der Wasserlinie. Die tiefer im Wasser liegende MONARCH lief deswegen beim Rückzug auf, wurde aber von der GANGES wieder flott gemacht. Nelson gab nun den Rückzugsbefehl  an die anderen Schiffe und nahm ebenfalls Kurs auf Parkers Flaggschiff LONDON, direkt an den dänischen Forts vorbei. An Bord der LONDON hatte sich inzwischen der dänische Gesandte Lindblom eingefunden, um die Verhandlungen fortzusetzen.
Wie tückisch  sich die Königstiefe als unbebojte Fahrrinne  erweisen konnte  und wieviel Glück die Briten bis dahin mit ihren Manövern tatsächlich gehabt hatten, zeigte sich nun in den folgenden Episoden, die sich an die Schlacht anschloßen : Die Fregatte DESIREE, übrigens eines des wirkungsvollsten englischen Schiffe, kam der BELLONA zur Hilfe, lief aber selbst auf und wurde dann von der sich selbst befreienden BELLONA abgeschleppt !  Und auf dem Weg aus der Königstiefe saßen  plötzlich auch die sich  zurückziehenden ELEPHANT und  DEFIANCE  auf Dreck, nur rund 6 Kabellängen von den TREKRONER-Forts entfernt. Der todmüde Nelson begab sich per Boot zur LONDON, während sein Flaggschiff und die DEFIANCE einige Stunden benötigten, um klarzukommen. Die Männer an Bord dieser Schiffe waren sicherlich froh, daß inzwischen Verhandlungen zwischen Engländern und Dänen begonnen hatten, denn ansonsten hätten die Batterien der Forts sie möglicherweise in Stücke schießen können. 
Am Abend einigte man sich an Bord der LONDON auf einen 24stündigen Waffenstillstand, am nächsten Morgen sollte Nelson an Land mit dem dänischen Kronprinzen die Verhandlungen  fortsetzen. Während Nelson an Bord der ST. GEORGE schlief, konnten alle aufgelaufenen englischen Schiffe befreit werden und auch alle noch nicht vernichteten Prisen davon geführt werden - bis auf  SØLLAND, die nach Angaben der Briten am Ende doch noch die Flagge gestrichen hatte. Am nächsten Morgen - Waffenstillstand hin oder her - insistierten die Briten auf dieser Version und holten sich schließlich auch dieses Schiff noch direkt unter den Kanonen der TREKRONER-Batterien weg... nur um es später zu vernichten. Frechheit siegt ! Dieses Sprichwort hat vielleicht Nelson an diesem Tag erfunden.


Lord Horatio Nelson
Lord Horatio Nelson
Kurzbiographie
Peter Willemoes
Peter Willemoes
Kurzbiographie
Johan Olfert Fischer
Johan Olfert Fischer
Kurzbiographie


Nach der Schlacht

Von allen Schlachten, die Nelson jemals schlug, sollte Kopenhagen - gemessen an der Zahl der beteiligten Schiffe - die blutigste gewesen sein. 255 englische Seeleute und Offiziere wurden getötet, über 700 Männer der englischen Flotte schwer verwundet, eine ungezählte Zahl von Briten wurde leicht verletzt. Laut William James sollen später noch annähernd 100 Männer an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben sein. Zum Vergleich:  Bei Trafalgar, wo 1805 annähernd eine dreifache Zahl von britischen Schiffen gegen einen zahlenmäßig  überlegenen Gegner kämpfte, starben am Ende rund 400 englische Seeleute.
Auf der Seite der Dänen bezifferte Johan Olfert Fischer in seinem Bericht die Zahl der Toten und Verwundeten auf 1600 bis 1800 Mann. An Land wurden in der Nacht zum 3. April bereits 180 Tote aufgebahrt und  370 Verletzte versorgt.  Wieviele Dänen in dieser Schlacht auf See geblieben waren oder in englischer Gefangenschaft starben, ist offensichtlich nie genau ermittelt oder festgehalten worden. Nach allen Erfahrungen aus derartigen Schlachten und mit Rücksicht auf die mangelnde Erfahrung der freiwilligen Verteidiger muß man befürchten, daß zwischen 500 und 600 Verteidiger ihr Leben verloren. Rund 1200 bis 1400 Dänen wurden wahrscheinlich verwundet.
Die eroberte HOLSTEN wurde von den Briten zum Hospitalschiff gemacht. An Bord dieses ehemaligen dänischen Schiffes wurden die Verwundeten nach England zurückgeschickt. Auch die MONARCH und die ISIS mußten zur Instandsetzung heimgeschickt werden. Die HOLSTEN blieb die einzige dänische Prise, die die Engländer erhielten, alle anderen eroberten Schiffe wurden schließlich vernichtet. Selbst die SØLLAND ging auf Befehl Parkers in Flammen auf. Böse Zungen behaupteten nachher, daß der Befehl zur Vernichtung dieses Schiffes Folge eine Verwechslung seitens des Admirals war - ein Vorgeschmack auf den Schaden, den Parkers Ruf durch die Befehlsverweigerung Nelsons genommen hatte.
Am  Morgen des 3. April ging Nelson an Land und die Verhandlungen begannen. Nelson übte gewaltigen Druck auf den Kronprinzen aus, forderte nicht nur den Austritt aus der Nordkoalition, sondern auch die Auslieferung der dänischen Flotte und drohte am Ende sogar mit der Bombardierung Kopenhagens. Doch der Däne bewegte sich Tage lang kaum in seiner Verhandlungsposition. Dann aber lenkte der Prinz plötzlich ein und sicherte damit immerhin die dänische Flotte vor dem Zugriff der Briten. Am 8. April 1801 einigte man sich auf einen dreimonatigen Waffenstillstand. In dieser Zeit wollten die Dänen ihre Mitgliedschaft in der Koalition der bewaffeneten Neutralität ruhen lassen und sicherten den Briten freien Zugang durch den Öresund zu. Was die Briten zu diesem Zeitpunkt nicht wußten, war den Dänen an diesem Tag bereits bekannt, nämlich der Tod des Zaren Paul I. von Russland. Davon erfuhr die englische Flotte aber erst drei Wochen später.
Zunächst kreuzte die Flotte  in schwedischen Gewässern  vor Karlskrona, weil Parker Informationen bekommen hatte, daß ein schwedisches Geschwader sich auf den Weg nach Rußland machen wollte, um sich mit den russischen Schiffen zu vereinigen. Parker fand jedoch lediglich sechs schwedische Linienschiffe vor, die im Hafen lagen. Nelson drängte darauf, sofort Reval anzulaufen. Man kann davon ausgehen, daß das folgende Zögern Parkers eine militärische Auseinandersetzung mit Rußland verhinderte - wie man später noch sehen würde, auch dies wohl eher zum Unwillen der englischen Administration, die wahrscheinlich die russische Flotte gern eliminiert gesehen hätte. Für die am 5. Mai aus London eintreffenden Befehle war das Zögern des Admirals jedoch nicht  relevant:
 Die britische Regierung  ließ Admiral Sir Hyde Parker durch Lord Nelson im Oberkommando ablösen und billigte damit die Befehlsverweigerung Nelsons. Der Admiral reiste nach England zurück und bekam nie wieder ein Kommando - diesen letzten Umstand hatte er dann möglicherweise auch der Karlskrona-Affäre zu verdanken.
Als die oben erwähnten Befehle in London verfasst wurden, war bereits eine Note des russischen Thronfolgers Zar Alexander I. eingetroffen, die die Nordkoalition faktisch beendete und eine englandfreundliche Politik in Aussicht stellte. Die Befehle für  Nelson schienen von dieser Entwicklung aber unbeeinflußt, möglicherweise stellte sich die englische Regierung auch dumm.  Jedenfalls lichtete die englische Flotte am 7. Mai 1801 die Anker und segelte nach Reval, um die russische Flotte zu vernichten.
Der Angriff auf Kopenhagen wäre vielleicht vermieden worden, wenn London rechtzeitig vom Tode Pauls erfahren hätte. Der Angriff auf die russische Flotte dagegen - so scheint es - wurde lediglich durch die Abwesenheit der russischen Schiffe vor Reval verhindert. Als Nelson dort am 12. Mai eintraf, waren die Russen bereits in See. Nelson mußte sich beim Gouverneur von Reval für sein offensives Erscheinen entschuldigen und offiziell von der neuen Politik Rußlands Kenntnis nehmen. Zar Alexanders Marine blieb unbehelligt.
Für das Königreich Dänemark-Norwegen  sollte der Frieden im Öresund sechs Jahre lang halten. 1807 geriet das Königreich  aber erneut zwischen die französischen und englischen Mühlsteine. Und wieder wurde Kopenhagen von den Briten angegriffen.  Der englische Admiral Lord Gambier machte wahr, was Nelson 1801 lediglich gedroht hatte : Die Engländer bombardierten die dänische Hauptstadt und nahmen am Ende die gesamte dänische Flotte weg. Davon später mehr...

The Battle of Copenhagen 1801: Nelson and the Danes

The Battle of Copenhagen 1801: Nelson and the Danes
von Ole Feldbaek
Sprache: Englisch
Gebunden - 270 Seiten - Naval Institute Press
Erschienen:1. November 2002

Napoleon. Eine Biographie

Napoleon. Eine Biographie
von Johannes Willms
Sprache: Deutsch
gebundene Ausgabe - 900 Seiten ! - BECK
Erscheinungsdatum: März 2005

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