The Naval Chronicle

The Naval Chronicle: The Contemporary Record of the Royal Navy at War,
1793-1798 (The Naval Chronicle , No 1)

von Nicholas Tracy
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe Erscheinungsdatum: Januar 1999

 Master & Commander

Master & Commander (Special Edition, 2 DVDs)
Darsteller: Russell Crowe, Paul Bettany Regie: Peter Weir
In Deutsch und Englisch, Bildformat: 2.35:1
DVD Erscheinungsdatum: 15. April 2004 , Produktion: 2003
DVD Features: Mehr als 3 Std. Bonusmaterial, Making- of- Featurette, Dokumentation 'Visuelle Effekte' Unveröffentlichte Szenen, HBO Special

Konteradmiral Pierre Landais

* 1734 in St. Malo / Frankreich            † 1820 in New York / USA

Pierre Landais wurde 1734 in Saint-Malo geboren. Im Alter von 17 Jahren trat er in die französische Kriegsmarine ein. 1756 bis 1763 nahm er am Siebenjährigen Krieg zwischen Frankreich und England teil. Als Leutnant auf der Fregatte ZEPHYR wurde er dabei schwer verwundet.
In den Jahren 1766 bis 1769 nahm Landais an Bord des Versorgungsschiffes ETOILE an der berühmten Reise und Weltumseglung von Louis-Antoine de Bougainville teil und erwies sich als ausgezeichneter Seemann, allerdings mit einem schwierigen Charakter.

1772 wurde er zum Kapitän befördert, später Flaggoffizier und verfolgte zunächst seine Karriere in der französischen Marine. 1777 jedoch nahm Landais Urlaub und ging u.a. mit Steuben nach Nordamerika, um dem amerikanischen Kongress im Kampf um die Unabhängigkeit von England seine Dienste anzubieten. Er bekam das Kommando der ALLIANCE , 36 Geschütze, einer der ersten echten Kriegsfregatten der jungen amerikanischen Navy. Der ehrgeizige Landais hoffte, auf See in die Fußstapfen seines Landsmannes La Fayette (oder Lafayette) treten zu können.

Anfang 1779 brachte er auf der ALLIANCE den Maquis Lafayette zurück nach Frankreich. Die beiden Franzosen mußten auf dieser Reise eine versuchte Meuterei von zum Dienst unter amerikanischer Flagge gepressten britischen Seeleuten überstehen.

In Brest traf Kapitän Landais zum ersten Mal auf Kapitän John Paul Jones. Es war bei beiden geltungs- und erfolgssüchtigen Offizieren sozusagen Feindschaft auf den ersten Blick.

Die unklaren Befehle für Landais und später der ebenso unklare Status von Jones begünstigten den Konflikt. Als Jones mit der von den Franzosen geschenkten / geliehenen BONHOMME RICHARD an der Spitze eines bunt gemischten Geschwaders aus amerikanischen und französischen Kriegsschiffen und Freibeuterschiffen (sogenannten privateers) auslief, um Kreuzerkrieg an den englischen Küsten zu führen, segelte Landais auf der ALLIANCE in diesem Geschwader mit. Doch er erkannte Jones offensichtlich nicht als Kommodore und somit Vorgesetzten an, u.a. weil nicht einmal die Nationalität der BONHOMME RICHARD geklärt war ( und bis heute nicht ist ). Zwischen den beiden arroganten, ehrgeizigen und unversöhnlichen Männern soll es sogar zu Duellforderungen gekommen sein.

Als es am 23. September 1779 am Flamborough Head zum Gefecht mit britischen Kriegsschiffen kam, brachte sich Jones - wahrscheinlich aus Ehrgeiz und schlichter Sturheit - in eine schwierige Lage und mußte sogar auf die Hilfe der ALLIANCE unter seinem Rivalen Landais hoffen, um die britische Fregatte SERAPIS unter Kapitän Pearson endgültig niederzuringen. Doch der Franzose ließ Jones offensichtlich einige Zeit "zappeln" und soll dann nach Jones´ Version sogar auf das Schiff des Amerikaners geschossen haben. Jones warf dem französischen Kapitän Verrat vor und in der amerikanischen Geschichtsschreibung hat sich lange die Version des "Revolutionshelden" Jones - so widersprüchlich sie in vieler Hinsicht auch war - durchgesetzt.

Das Gefecht vor der Küste Yorkshires hatte für Landais bezeichnenderweise keine kriegsgerichtliche Untersuchung zur Folge, doch der französische Kapitän fühlte sich in den folgenden Monaten verfolgt und bedroht, mißtraute jedem Crewmitglied und geriet mehr und mehr in Isolation. Schließlich hielt er offensichtlich dem psychischen Druck nicht mehr stand. Als Landais im Juli / August 1780 die ALLIANCE zurück nach Amerika segelte, wurde er am 11. August 1780 mitten auf dem Atlantik durch Leutnant James A. Degge des Kommandos enthoben, weil "seine Befehle das Schiff gefährdeten" und "weil er offensichtlich geisteskrank sei". In der späteren kriegsgerichtlichen Untersuchung wurden dann beide Offiziere, Degge und Landais, aus dem Dienst entlassen. Diese Affäre hat sicherlich dazu beigetragen, Landais´ Version vom berühmten Gefecht am Flamborough Head unter den Tisch fallen zu lassen.

Pierre Landais ging 1782 nach Frankreich zurück, wo er zunächst seinen Dienst in der französischen Kriegsmarine wieder aufnahm. Am 28. Juli 1792 bekam er das Kommando über die PATRIOTE, im Januar 1793 wurde Landais zum Konteradmiral befördert.1793 schied er im Range eines Konteradmirals (Korrektur: Nicht Vizeadmiral !) aus dem Dienst der französischen Republik aus und ging offensichtlich im selben Jahr wieder in die USA (Baltimore) zurück. Landais erreichte ein hohes Alter und starb 1820 in New York.

Louis-Antoine de Bougainville (1729-1811) war ein berühmter französischer Mathematiker, Staatsmann, Weltumsegler und Soldat, der u.a. im amerikanischen Freiheitskrieg kämpfte, die erste Siedlung auf den Falkland-Inseln gründete, mit Napoleon befreundet war und Rosen züchtete. Seine Expedition von 1766 bis 1769 führte zwar nur zu wenigen Entdeckungen und Neuentdeckungen (u.a. Tahiti), sein Bericht darüber war jedoch eine Sensation, weil er auch den Zeitgeist (Der gute Wilde - Rousseau) traf. Zu seiner Reise siehe hier.
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Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

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