Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Vizeadmiral Charles Durand-Linois

Comte de Linois

 Charles-Alexandre Leon Durand Linois

* 27. Januar 1761 in Brest            † 2. Dezember 1848 in Versailles

Charles Durand-Linois wurde am 27. Januar 1761 als Sohn eines Marineangestellten in Brest geboren und wuchs auch in der Stadt am Atlantik auf.
1776 trat er als Freiwilliger in die Marine des Königs von Frankreich ein. Nach Fahrten im Ärmelkanal und spanischen Gewässern tat Linois 1779 Dienst als Offizier (Hilfsleutnant).
Im Juli 1781 wurde er zum Fähnrich (Enseigne de vaisseau) befördert.
Seit 1784 machte er mehrere Fahrten in den Indischen Ozean, wo Frankreich auf der Insel Reunion einen strategisch wichtigen Stützpunkt unterhielt. Die auf diese Weise erworbenen Erfahrungen sollten Linois in seiner späteren Laufbahn noch oft in den Indischen Ozean führen.

Bis 1789 tat er Dienst als Leutnant im Hafen von Brest.
1789 wurde Linois dann zum Leutnant (lieutenant de vaisseau) befördert und wurde zunächst Zweitkommandierender auf der Fregatte ATALANTE (36 Kanonen).
Von 1791 bis 1794 gehörte die ATALANTE zum indischen Geschwader von Saint-Felix. Aus dieser Zeit stammen seine in den Jahren 1803 bis 1805 so wertvollen Kenntnisse des Indischen Ozeans. Irgendwann in diesem Zeitraum, vermutlich 1793, wurde Linois dann auch Kommandant der ATALANTE. Seine erfolgreichen Fahrten, die dem hungernden Frankreich wichtige Waren und Lebensmittel aus dem Indischen Ozean brachten und weil er, laut William James, des Einfältigen spielte, retteten ihm vermutlich auch das Leben, denn in der Phase des Terrors drohte auch Linois die Guillotine.
Mehrfach hatte der junge Kapitän den Blockadekordon britischer Schiffe durchbrochen, doch am 7. Mai 1794 wurde sein Schiff von dem englischen Linienschiff SWIFTSURE (74 - Charles Boyles) 2 Tage lang gejagt und dann doch erobert. Linois wurde Gefangener, jedoch im März 1795 ausgetauscht und zum Kapitän zur See (capitaine de vaisseau) befördert.

Im Mai 1795 wurde Linois Kapitän des Linienschiffs FORMIDABLE (74), doch wieder hatte er Pech: In der Seeschlacht vor der Île de Groix am 23. Juni 1795 schlug der englische Admiral Lord Bridport den französischen Befehlshaber Admiral Villaret-Joyeuse, die FORMIDABLE (74) ging als eines von drei französischen Schiffen an die Briten verloren und sollte 1805 als englische BELLEISLE den Franzosen bei Trafalgar wieder gegenüberstehen. Linois selbst verlor sein linkes Auge und geriet erneut in Gefangenschaft.

Auch sein nächstes Kommando brachte dem französischen Kapitän Pech: Als Kommandant der Fregatte UNITE (32) wurde er am 13. April 1796 von den englischen Fregatten REVOLUTIONAIRE (44 - Francis Cole) und INDEFATIGABLE (44 - Sir Edward Pellew ) gefangen. Die Briten schickten ihn allerdings gleich wieder nach Hause. [Warum wohl ? ;-)]
Es soll an dieser Stelle betont werden, daß diese Schiffsverluste echtem Pech und nicht Unvermögen entsprangen und der schnelle Gefangenenaustausch eine ritterliche Würdigung dieses bad luck darstellte.

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Im Dezember 1796 war Linois, inzwischen Kommodore , wieder Kommandant eines Linienschiffes: Mit der NESTOR (74) gehörte er zur Invasionsflotte, mit der Vizeadmiral Morard de Galles in Irland landen sollte. Neben einer Handvoll anderer Schiffe - Sie werden es vielleicht ahnen - verlor der Pechvogel jedoch im rauhen Wetter des Atlantik Kontakt zur Flotte, deren Mission später vor der Bantry Bay ebenfalls scheiterte.

Trotz dieser Mißgeschicke erreichte Linois den Rang eines Konteradmirals, allerdings datiert seine Beförderung erst im Jahre 1799. Im April 1799 wehte seine Flagge auf der Fregatte CREOLE, als er als Stabchef mit der Flotte des Vizeadmirals Bruix die englische Blockade vor Brest brach, um Napoleons Armee in Ägypten herauszuhauen, die nach der Niederlage vor Abukir isoliert war. Bruix und mit ihm sein Stabchef Linois kehrten jedoch am Ende unverrichteter Dinge nach Brest zurück.

Im Januar 1801 startete Konteradmiral Ganteaume einen zweiten Versuch, die Ägyptenarmee zu unterstützen und brach mit einer Flotte in das Mittelmeer durch. Auch Linois war wieder dabei, doch im Verlaufe der Fahrt zeigte sich, daß die Linienschiffe INDOMPTABLE (80 - Kapitän Moncousu), FORMIDABLE (80 - Kapitän Lalonde) und DESAIX (74 - Kapitän Christy-Palliere) zu wenig Besatzung an Bord hatten, um Ganteaume weiter zu begleiten. So wurden sie am 28. April 1801 in Toulon zurückgelassen, natürlich unter Konteradmiral Linois. Ganteaumes Versuche, nach Alexandria durchzubrechen, scheiterten übrigens auch.

Nachdem die Schiffe von Linois in Toulon ihre Besatzungen verstärkt hatten, machte sich das Geschwader auf den Weg nach Cadiz. In der Bucht von Algeciras wurde Linois Geschwader jedoch am 6. Juli 1801 von einem doppelt so starken britischen Geschwader unter Konteradmiral Saumarez aufgespürt und angegriffen. Zusammen mit den spanischen Landbatterien und Kanonenbooten gelang es Linois jedoch, den Angreifern eine empfindliche Niederlage zuzufügen und zwei britische Linienschiffe schwer zu beschädigen. Dazu konnten die Franzosen das aufgelaufene englische Linienschiff HANNIBAL (74 - Solomon Ferris) erobern. Ausgerechnet der Pechvogel Linois also fügte der zu dieser Zeit so übermächtigen Royal Navy eine bemerkenswerte Niederlage zu !

  Die Seeschlachten von Algeciras 1801 -  Linois gegen Saumarez, Keats gegen Moreno

Die Siegesfreude währte jedoch nicht lange: Ein starkes spanisches Geschwader unter Vizeadmiral Moreno eskortierte am 12. Juli 1801 das Geschwader von Linois nach Cadiz, doch die spanisch-französische Flotte wurde in der Nacht von den Briten, namentlich der SUPERB unter Keats angegriffen. Die Spanier verloren zwei Linienschiffe durch eine Brandkatastrophe, die Franzosen ein Linienschiff, alles in allem wiederum eine schwere Niederlage - auch für Linois, der aber wegen des 6. Juli in Frankreich als großer Sieger gefeiert wurde.

Nach dem Frieden von Amiens 1802 führte Linois das Linienschiff INTREPIDE (80) vor Santo Domingo, wo befreite Sklaven inzwischen danach trachteten, ihren eigenen Staat zu gründen.

Im März 1803 wurde Linois zum Oberkommandierenden im Indischen Ozean ernannt. Mit einem Geschwader, bestehend aus dem Linienschiff MARENGO (74) und 3 Fregatten lief er noch während des geltenden Friedens mit dem Ziel Pondicherry (Indien) aus, um vertragsgemäß diesen Stützpunkt von den Briten zu übernehmen.
Im Indischen Ozean angekommen musste Linois dann feststellen, daß der Krieg zwischen England und Frankreich erneut aufgeflammt war und wählte sich die Insel Mauritius bzw. Ile de France als Stützpunkt, um, übrigens recht erfolgreich, Kreuzerkrieg gegen die Briten im Indischen Ozean und Chinesischen Meer zu führen. Sein größtes Problem indessen hatte Linois aus Frankreich mitgebracht, nämlich den neuen Gouverneur von Mauritius (Ile de France oder Isle of France),General Decaen.
Decaen und Linois mochten sich überhaupt nicht und der Gouverneur, der begann, mit tyrannischer Hand die Isle de France regieren, legte Linois Steine in den Weg, wo immer er konnte.
U.a. sorgte Decaen auch dafür, daß ein unglücklicher Fehlgriff des Konteradmirals in Frankreich haarklein dokumentiert wurde:
Am 15. Februar 1804 stieß der Unglücksrabe Linois mit seinem Geschwader vor Pulo-Auro auf die sogenannte China Fleet, eine große Flotte von Handelsschiffen (sogenannte Ostindienfahrer) , die ohne Geleitschutz unterwegs war. Angesichts eines französischen Linienschiffs und dreier Fregatten beschloß der englische Kommodore Nathaniel Dance die recht gut bewaffneten Handelsschiffe zu einer Schlachtlinie zu formen und die anlaufende Franzosen zu bluffen. Tatsächlich schlugen die aus allen Rohren feuernden Handelsschiffe den Angriff des französischen Linienschiffs und seiner Fregatten zurück. Linois konnte sich einfach nicht sicher sein, ob sich nicht doch das ein oder andere feindliche Linienschiff in diesem riesigen Pulk verbarg und - angesichts seiner Geschichte vielleicht nachvollziehbar - zog sich zurück.

Die Ostindienfahrerschlacht von  Pulo Aor

Diese peinliche Affäre, als Ostindienfahrerschlacht von Pulo Aor (auch fälschlich: Pulo-Auro) 1804 in die Geschichte eingegangen, wurde von den Engländern viel weniger höhnisch behandelt als von der französischen Öffentlichkeit.
Der vergebliche Angriff auf das 50-Kanonen-Schiff CENTURION (50 - Lind) vor Vizagapantam am 15. September 1804 war deswegen eine vergebene Chance, um diese Scharte auszuwetzen. Warum Linois mit den 74 Kanonen der MARENGO und den beiden Fregatten ATALANTE (40 - Gaudin-Beauchene) und SEMILLANTE (36 - Motard) das kleine englische Linienschiff nicht erobern konnte, bleibt ein Rätsel. (Möglich: Munitionsmangel)
Linois Ruf in Frankreich war wegen Pulo Aor bereits ruiniert, als er im Sommer 1805 die Heimreise nach Europa antrat.
Immerhin hatte Linois am 6. August 1805 aber auch einmal im Glück im Unglück, als er mit der MARENGO im Nebel auf Konteradmiral Troubridge, dessen Linienschiff BLENHEIM (74) und eine Flotte von Ostindienfahrer traf. Eingedenk des Gefechtes von Pulo Aor attackierte die MARENGO die Ostindienfahrer, musste aber erkennen, daß diesmal reichlich englischer Geleitschutz auf das französische Schlachtschiff wartete. Nach einigen Breitseiten entkam Linois aber diesmal und "überwinterte" anschließend am Kap der guten Hoffnung.

 Duell vor Sumatra

Duell vor Sumatra
von Patrick O'Brian
Sprache: Deutsch
Broschiert - 384 Seiten - Ullstein Tb
Erscheinungsdatum: August 2001
Captain Jack Aubrey muß sich wieder einmal gegen Vorgesetzte, Kollegen und Feinde behaupten. Er nimmt den Auftrag an, einen britischen Botschafter auf eine ostindische Insel zu befördern. Es erwarten ihn Gefahren und Abenteuer, die alle seine bisherigen Erlebnisse auf See in den Schatten stellen. Und natürlich trifft er auf seinen alten Gegner Linois.

Doch der französische Marine-Hiob sollte Frankreich nicht erreichen:
Am 13. März 1806 traf er mit der MARENGO (74) and der BELLE POULE (40) in Höhe der Kanaren auf das britische Linienschiff LONDON (98 - Sir Harry Neale) und die britische Fregatte AMAZON (38 - William Parker). Linois unterlag den Briten, wurde einmal mehr verwundet und geriet natürlich in Gefangenschaft.
Diesmal aber wurde er nicht wieder ausgetauscht. Diese Praxis war vom französischen Kaiser inzwischen untersagt worden und kam nur noch in Ausnahmefällen zur Anwendung. Bei Napoleon war der Sieger von Algeciras nun aber in Ungnade gefallen.
Immerhin ernannte der Kaiser Linois 1810 zum Comte, was aber ein schlechter Ausgleich für die folgenden 8 Jahren Gefangenschaft war. Der Konteradmiral blieb in englischer Gefangenschaft, bis Napoleon Bonaparte 1814 zum ersten Mal als Kaiser abdankte.

Unter König Ludwig XVIII wurde Linois 1815 zum Gouverneur der Karibikinsel Guadeloupe ernannt, doch als Napoleon von Elba flüchtete und noch einmal 100 Tage lang Europa in Atem hielt, schlug sich Linois auf die Seite des Kaisers.
Nach Napoleons Niederlage bei Waterloo ging Linois deswegen seiner Ämter verlustig und mußte vor ein Kriegsgericht. 1816 wurde er jedoch freigesprochen. Trotzdem bekam er nie wieder ein Kommando.
Immerhin ernannte man den Comte de Linois 1825 zum Vizeadmiral.

Linois lebte ein zurückgezogenes Leben in Versailles und starb dort am 2. Dezember 1848.
Damit endete eine merkwürdige Karriere: Kein anderer französischer Marineoffizier dieser Zeit mußte so oft die Flagge streichen und so viele Rückschläge einstecken wie Linois. Und ausgerechnet gegen diesen Mann erlitt die sonst so überlegene Royal Navy vor Algeciras 1801 die schwerste Niederlage dieser Ära.


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