Wind und Sterne (4 DVDs) James Cooks Reisen
Wind und Sterne (4 DVDs)
Regie: Lawrence Gordon Clark
Sprache: Deutsch - 4 DVDs
400 Minuten Spieldauer - Januar 2009
Deutsch-australische Koproduktion
über die Reisen des James Cook
 Seeschlacht.tk
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3


Lonos Fluch - Die Kinder von James Cook

Der Entdecker James Cook (1728 - 1776) streifte mit seinen Fahrten und Entdeckungen nur den Zeitraum, den unsere Webseite abdeckt. Als er am 14. Februar 1779 auf Hawaii von Insulanern erschlagen wurde, hatten die amerikanischen Kolonisten gerade begonnen, um ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Doch Cooks Reisen und seine Entdeckungen hatten großen Einfluß auf die Epoche, mit der sich diese Seiten beschäftigen. Viele von Cooks Begleitern tauchen auch auf dem Radar dieser Seiten auf, z.B. William Bligh, Edward Riou, Nathaniel Portlock, Richard Grindall oder John Williamson.
Cook hatte aber auch drei Söhne, von denen zwei in der Royal Navy dienten. Doch als wären er und seine Nachkommen vom hawaiianischen Gott Lono oder einer anderen Gottheit verflucht worden, wurde seine Erblinie 1794 endgültig ausgelöscht. Und der Letzte in der Reihe wurde vielleicht sogar Opfer eines Verbrechens.

Cook hatte drei Söhne: Der älteste Sohn James wurde am 13. Oktober 1763 geboren, Nathaniel kam am 14. Dezember 1764 zur Welt und der Nachzügler Hugh startete am 23. Mai 1776 ins Leben. James und Elizabeth Cook hatten noch drei weitere Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen, doch keines der Kinder kam über das Säuglings- bzw. Kleinkind-Alter heraus.

James und Nathaniel gingen wie ihr Vater zur See und traten in die Royal Navy ein.
Vielleicht wäre auch der Nachzügler Hugh später Seemann geworden, doch das Schicksal Nathaniels hat Elisabeth Cook vielleicht bewogen, Hugh für einen anderen Weg zu bestimmen. Nathaniel Cook war 1780 Fähnrich auf dem Linienschiff THUNDERER (74- Boyles Walsingham) auf der Westindischen Station. Im Oktober 1780 tobte in der Karibik ein Jahrhundert-Hurrikan, der insgesamt 13 britische Kriegsschiffe ins Verderben reissen sollte. Die THUNDERER war am 3. Oktober des Jahres vor Jamaika und segelte im Geschwader von Konteradmiral Rowley, als sie in diesen Sturm geriet und buchstäblich vom Meer verschluckt wurde, mit dem Sohn von James Cook an Bord.

James jun. indessen stieg in den Rängen auf und wurde 1785 Leutnant. Sein Bruder Hugh sollte nach dem Willen seiner Mutter Geistlicher werden und ging 1793 aufs Christ College, Cambridge. James Cook jun. wurde im September desselben Jahres zum Commander befördert und erhielt das Kommando über die Brigg-Sloop SPITFIRE. Im Dezember 1793 erkrankte Hugh Cook plötzlich, vermutlich an Scharlach, und starb am 21. Dezember 1793.
Ob James Cook jun. vom Tod seines Bruders noch erfahren hat, ist mir unbekannt. Der Commander hielt sich am 25. Januar 1794 in Poole nahe Bournemouth auf. Folgt man den Klassikern der Biographien über James Cook, dann hatte er sein Kommando über die angeblich in Portsmouth liegende SPITFIRE noch gar nicht angetreten. Drei Monate zwischen Kommandovergabe und -übernahme waren damals keineswegs selten, vor allem, wenn der designierte Kommandant erst anreisen musste, manchmal ja über tausende von Kilometern. Ob dies für James Cook jun. zutraf, ist fraglich, denn der Vorgänger von Cook, P. C. Durham, war schon im Juni von Bord gegangen. 6 Monate für einen Kommandoantritt wären sicherlich zu hoch gegriffen. Offenbar hatte Cook schon im September an Bord seiner Sloop den Befehl übernommen, hatte sie dann irgendwann Anfang Januar wegen unbekannter Geschäfte an Land verlassen und wollte an diesem 25. Januar 1794 wieder an Bord gehen.

Modellbau Härtle
AbeBooks.de: 110 Millionen neue, gebrauchte, vergriffene und antiquarische Bücher

Die SPITFIRE lag, folgt man damaligen Zeitungsmeldungen, auch nicht in Portsmouth, sondern irgendwo nahe der Isle of Wight unter Land, rund 30 Meilen von Poole entfernt.
Am späten Nachmittag des 25. Januar 1794 mietete Cook am Kai des kleinen Hafenortes Poole ein Ruderboot. Ortsansässige Fischer sprachen den Offizier respektvoll an und warnten ihn, den Hafen zu verlassen. Sie wußten, dass er Commander der Brigg-Sloop SPITFIRE (16) war, die irgendwo außerhalb des Naturhafen Pooles auf ihn wartete, aber sie wußten auch, dass es draussen auf See heftig bliess und der Wellengang für das kleine Boot eine Herausforderung sein würde. Doch der Commander winkte ab und ließ vernehmen, dass es sicher recht stürmisch sei, das Boot aber mit 9 Mann gut besetzt war. Man werde das Schiff schnell erreichen, er habe es eilig, an Bord zu kommen.
Die Einheimischen hatten den Eindruck, er kenne die Qualitäten des Miet-Bootes, habe es wohl zuvor schon einmal benützt. Die Fischer von Poole selbst kannten das Boot und die neun Männer darin nicht, aber auch das war nicht außergewöhnlich. Viele Boote waren seit Ausbruch des Krieges an den Küsten unterwegs und die wenigstens sah man öfter. Die meisten Männer im Boot waren wahrscheinlich Seeleute von einem Schiff, die von einem Landurlaub an Bord zurück wollten und für ihre Überfahrt dorthin für den Besitzer des Bootes an den Riemen arbeiteten. Das war damals so Usus. Cook war jedenfalls nicht der einzige Passagier im Boot.
Das Boot legte ab und mit der Kraft der Ruder, später sicher auch eines kleinen Segels, steuerte das Boot aus Poole Harbour hinaus, um mit Ostkurs an der Küste entlang den Kanal zwischen der Isle of Wight und dem Festland anzusteuern.
Die Sloop SPITFIRE dürfte irgendwo vor oder in diesem Kanal vor Anker gelegen haben, vielleicht gleich an der östlichen Einfahrt. An Bord der Sloop wartete man jedoch vergeblich auf den Kommandanten. Das Wetter ließ vermuten, dass er erst am nächten Morgen an Bord kommen würde. Als er aber auch am nächsten Morgen nicht kam, sandte der stellvertretende Kommandant Leutnant Gray ein Boot an Land. Doch auch dort fand man Commander James Cook nicht. In Poole wurde den Suchenden gesagt, dass der Commander bereits am Tage zuvor versucht hatte, die SPITFIRE zu erreichen. Nun aber mußte man annehmen, dass das Boot gekentert war und die Männer an Bord ertrunken waren.

Folgende Meldung fand sich unter den Nachrufen des GENTLEMAN'S MAGAZINE AND HISTORICAL CHRONICLE 1794, Band 64, Teil 1, Seite 182 :

Aged 30, Capt. Cook, of his Majesty`s ship Spitfire, drowned in Poole-harbour. He was eldest and only surviving son of the celebrated navigator. The boat is supposed to have missed the ship in the night, and afterwards upset on one of the edges of rocks near the Isle of Wight, as the body was found near a mill. The boat had drifted in close to the place where the body was picked up ; but no part of the boat's crew, which consisted of the coxswain and seven men, have been found. The captain, had he lived, bid fair to have been an ornament to his profession. His body was brought to Cambridge, Feb. 4, and buried in St. Andrew's church, in the same grave with his brother, who died there of a fever, in his 18th year, Dec. 28, 1793. One brother was drowned in the Thunderer, in a storm ; and two daughters were married to naval officers, who were both drowned.

Cook: Die Entdeckung eines Entdeckers
Cook: Die Entdeckung eines Entdeckers
von Tony Horwitz

Sprache: Deutsch - Taschenbuch - Piper-Verlag - 703 Seiten - Oktober 2010

Die Suche nach Terra australis trieb James Cook über alle Ozeane. Als er 1768 England verließ, war ein Drittel der Erde noch unentdeckt. In nur elf Jahren erkundete er zu Schiff die Welt vom Beringmeer bis zur Antarktis, von Alaska bis Tasmanien. Als Cook 1779 auf Hawaii erschlagen wurde, hinterließ er der Nachwelt nichts Geringeres als ein neues Bild der Erde. Der Pulitzerpreisträger Tony Horwitz hat sich auf die Spur von Käpt’n Cook begeben und dabei einen der größten Entdecker aller Zeiten neu entdeckt.

Eine Übersetzung:
Kapitän Cook von der HMS SPITFIRE, 30 Jahre alt, ertrank in Poole Harbour. Er war der älteste und einzige noch lebende Sohn des gefeierten Navigators. Man vermutet, dass das Boot in der Nacht das Schiff verpasst hat und danach am Rande der Klippen nahe der Isle of Wight kenterte, während der Körper in der Nähe einer Mühle gefunden wurde. Das Boot wurde nahe der Stelle angetrieben, wo man die Leiche fand. Doch fand man keine Spur von der Bootsbesatzung, die aus dem Bootsmann und sieben Männern bestand. Der Kapitän, hätte er überlebt, wäre eine Zierde seines Berufes geworden. Seine Leiche wurde am 4. Februar nach Cambridge gebracht und bei der Kirche von St. Andrews begraben, im selben Grab mit seinem Bruder, der , gerade 18 Jahre alt, dort (in Cambridge) an einem Fieber starb. Ein Bruder ertrank in einem Sturm auf der THUNDERER ; Und zwei Töchter waren mit Marineoffizieren verheiratet, welche beide ertranken.

Die Meldung ist mit einiger Vorsicht zu lesen. Falsch ist schon einmal die Information über die Töchter; Weder hatte James Cook jun. Töchter noch bekanntlich weitere Geschwister. Auch ertrank er definitiv nicht in Poole Harbour, der Tod muß ihn vielmehr zwischen dem Hafen und der Isle of Wight gefunden haben.
Aus der Meldung klingt aber schon eine gewisse Verwunderung darüber, das lediglich Cook und das Boot auf der Isle of Wight gefunden wurden, von der acht-oder neunköpfigen Crew jedoch jede Spur fehlte. Bald darauf drang durch, dass die Taschen Cooks beim Auffinden der Leiche leer waren. Außerdem war nun die Rede von einer Kopfwunde unbekannter Ursache. Ein Verbrechen scheint nicht ausgeschlossen. (The Mariner's mirror, Band 78, Society for Nautical Research 1992, S.334).

Möglicherweise hätten die Nachforschungen über die Ursache des Todes von James Cook jun. damals auch größere Dimensionen angenommen, wenn nicht gerade seit 1793 Krieg mit Frankreich geherrscht hätte. Vielleicht hätten sich sonst Überlebende aus dem Boot ermitteln lassen oder hätten sich sogar gemeldet. Möglicherweise hätten diese eine harmlose Erklärung dafür liefern können, dass nur Cook und das Boot an einen Strand der Isle of Wight gespült wurden, während von mindestens acht anderen Insassen jede Spur fehlte. Vielleicht z.B. hatte das Boot im Verlaufe der Fahrt bereits einige Passagiere abgesetzt und die Leiche Cooks wurde erst am Strand geplündert. Die Kopfwunde hätte sich der Commander im Boot beispielsweise durch einen Brecher oder einen Sturz im Boot zuziehen können. Und vielleicht war es ihm als einzigem gelungen, sich nach dem Kentern an das Boot zu klammern.
Der Verdacht bleibt, aber bei näherer Betrachtung sind die Umstände nicht zwingend, um von einem Verbrechen auszugehen.


Schlachten und Duelle
Personen und Biografien
Zeittafeln
Links
Schiffe


Bis ans Ende der Meere: Die Reise des Malers John Webber mit Captain Cook
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de
The Journals of Captain Cook

Copyright © 2011 by T. Coladores, T. Siebe

E-Mail