Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Napoleon. Eine Biographie

Napoleon. Eine Biographie
von Johannes Willms
Sprache: Deutsch
gebundene Ausgabe - 900 Seiten ! - BECK
Erscheinungsdatum: März 2005

Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights



Sir Edward Pellew , Viscount Exmouth Kurzbiographie

Pellew´s Coup - NYMPHE (36) versus LA CLEOPATRE (36)

Im September 1792 erklärte sich das revolutionäre Frankreich zur Republik. Der französische König war nurmehr ein Gefangener des Staates, im Krieg mit Österreich und Preußen erzielte die französische Armee durch die Kanonade bei Valmy ihren ersten großen Erfolg . Viele Beobachter, die den "Aufstand" in Frankreich zuvor als ein vorübergehendes Phänomen betrachtet hatten und auf die militärische Schwäche des "Mobs" gesetzt hatten, begannen nun umdenken und zu erkennen, daß dieses neue Frankreich gefährlicher war als zuvor angenommen.

England unter dem vorsichtigen Premierminister Pitt hatte sich bislang aus dem Konflikt militärisch herausgehalten, doch es wurde immer absehbarer, daß die wirtschaftlichen Interessen des englischen Königreichs auf dem Kontinent durch den Krieg größeren Schaden nehmen würden. Doch erschien den mächtigen Männern in London der Krieg noch nicht lohnend.
Ein ehrgeiziger Seeoffizier auf seinem Pachthof in Truro / Cornwall hatte die Zeichen der Zeit jedoch schon im Juli erkannt: Kapitän Edward Pellew wußte nur zu gut, daß in den ersten Monaten eines Seekrieges gegen Frankreich die reichste Beute an Prisengeldern winkte, weil die französische Handelschifffahrt sozusagen auf hoher See von diesem Krieg überrascht wurde. Zu diesem Zeitpunkt des Kriegseintritts das Kommando über ein Kriegsschiff zu haben war wie ein Lotteriegewinn. Der inzwischen 35jährige Kapitän zur See war bis dato nicht gerade mit Prisengelder oder besser gesagt: Kriegsbeute verwöhnt worden, obwohl er sich bereits als Fähnrich im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg während der Seeschlacht auf dem Lake Champlain 1776 ausgezeichnet hatte und bereits 1781 zum Kapitän aufgestiegen war. Doch nach dem Frieden von 1783 gab es zwar Kommandos für den ehrgeizigen Kommandanten - und das stellte bereits ein besonderes Glück für Seeoffiziere in Friedenszeiten dar - aber eben keine Beute.

Das sollte nun anders werden: Pellew verlor keine Zeit und drängte seinen Förderer und Gutsherren Lord Falmouth, ihm das Kommando über eine Fregatte zu verschaffen. Falmouth, durchaus nicht von Pellews Weitsicht hinsichtlich der politischen Lage angesteckt, sträubte sich gegen die Bitte seines Schützlings, über den er schon seit dessen Kindheit die Hand gehalten hatte. Der einflußreiche Lord befürchtete schlicht finanzielle Einbußen während der Abwesenheit seines Pächters. In den folgenden Wochen entwickelte sich ein bizarr-amüsanter Federkrieg zwischen Protege und Gönner, in dem beide versuchten, ihre Interessen durchzusetzen. Pellew packte seinen Förderer am Ende bei der Ehre und konnte sich - unterstützt durch die Nachrichtenlage - auf ganzer Linie durchsetzen.

Während Falmouth seine Beziehungen spielen ließ, feuerten am 2. Januar 1793 die Hafenbatterien von Brest auf die den Hafen auskundschaftende britische Brigg CHILDERS (16) unter Robert Barlow. Jedermann in England konnte nun den Krieg kommen sehen, die Admiralität wurde von einer Welle kommandoloser, arbeitssuchender Seeoffiziere heimgesucht.

Lord Falmouth hatte sich in der Zwischenzeit wirkungsvoll für seinen Schützling in´s Zeug gelegt: Der Kapitän bekam am 11. Januar 1793 das Kommando über die 36-Kanonen-Fregatte NYMPHE (36)1 und damit ein für seine Zwecke geradezu ideales Schiff.
Fregatten waren u.a. für den Kreuzerkrieg bzw. Beutezüge gebaut, weil dieser Schiffstyp im Gegensatz zu den schwerfälligen Schlachtschiffen, damals Linienschiffe genannt, auch schnelle Handelsschiffe fangen konnte und - ausgenommen natürlich Linienschiffe - mit jedem Gegner fertig wurde.

Waterloo 1815 Meilenstein europäischer Geschichte

Waterloo 1815 Meilenstein europäischer Geschichte
von Helmut K. von Keusgen
Sprache: Deutsch
Broschiert - 217 Seiten - Hek Creativ Verlag
Erschienen 1999
Ein u.a. auf Augenzeugenberichten basierender Bericht über die Schlacht bei Waterloo. Kurzbiografien der Protagonisten, die historische Vorgeschichte der Schlacht , Aufmarschpläne, Bilder und graphische Darstellungen des Schlachtverlaufs veranschaulichen den Verlauf der Schlacht, die Europa veränderte.

Doch Pellew bekam nicht irgendein Schiff: Die Fregatte LA NYMPHE, eine Fregatte von 938 Tonnen, war ein 1780 von den Briten erobertes französisches Schiff, das in die britische Navy übernommen worden war. Durch die maritime Niederlagenserie des revolutionären, später napoleonischen Frankreich ist weitgehend vergessen , daß die französischen Schiffsbauer im 18. Jahrhundert die besten Schiffsbauer der Welt waren und die Briten später Napoleon auf See mit vielen Schiffen in Schach hielten, die aus französischen Werften stammten 2 . Pellews Fregatte war ein solches Prachtstück, schnittig und ein hervorragender Segler. Wichtiger aber noch, das Schiff war bereits mit der modernen, englischen Armierung ausgestattet, die m.E. die Briten in den Duellen so erfolgreich machte : Neben 26 Zwölfpfünderkanonen auf dem Hauptdeck und 2 Sechspfünderkanonen als Jagdgeschütze verfügte die NYMPHE über 12 Vierundzwanzigpfünder-Karronaden, die auf dem Vorschiff und dem Achterdeck standen.

Die 1778 von der Scottish Carron Company eingeführten Karronaden waren wesentlich leichter und beweglicher als Kanonen, schneller zu laden und konnten fürchterliche überdimensionale Schrotladungen aus Geschoßen für jeden Zweck verschießen. Gerade gegen Gruppen von Menschen waren diese Waffen besonders effektiv. Einziger Nachteil von Karronaden gegenüber Kanonen war ihre geringe Reichweite und mit zunehmender Entfernung gewaltig abnehmende Treffsicherheit. Doch die meisten Zweikämpfe zwischen Schiffen fanden ohnehin auf relativ kurze Entfernungen statt (zwischen 30 und 100 Metern), so das der Austausch der leichteren Kanonenkaliber zugunsten der Karronaden die Kampfkraft erheblich erhöhte.

Obwohl die NYMPHE also ein hervorragendes Schiff war, so war sie jedoch im Januar 1793 noch weit davon entfernt, in See gehen zu können. Das Schiff mußte an allen Masten, Stengen und Rahen generalüberholt und völlig neu getakelt werden. Erschwert wurde diese Aufgabe dadurch, daß nicht annähernd 50% der notwendigen Mannschaftsstärke vorhanden war.

Edward Pellew war jedoch ein ungewöhnlich zielbewußter und vor Energie strotzender Mann: Er verlor keine Minute und kam am 15. Januar nach Plymouth, um sein Kommando anzutreten. Dabei brachte er gleich 80 persönlich geworbene Freiwillige aus den Minen Cornwalls mit, was angesichts der totalen Unterbesatzung seines neuen Schiffe dringend notwendig war. An Bord der NYMPHE fand Pellew gerade einmal ein Dutzend Seeleute vor. Während der Kapitän seine Fregatte - buchstäblich mit aller Gewalt - seetüchtig machte und durch Pressgänge und die Rekrutierung von Strafgefangenen seine Mannschaft weiter ergänzen mußte, spitzte sich die politische Situation zu:

Am 17. Januar 1793 wurde König Ludwig XVI bzw. der Bürger Capet in Paris zum Tode verurteilt und am 21. Januar enthauptet. Dieser universalen Kriegserklärung an die Monarchie schlechthin folgte am 1. Februar die Kriegserklärung der Republik Frankreich an England, womit der französische Konvent dem britischen Premierminister zuvorkam.

Zur gleichen Zeit verließ eine 40 Geschütze führende französische Fregatte mit dem Namen LA CLEOPATRE (36), 913 Tonnen, den Hafen von St. Malo, um zum ersten Mal Kreuzerkrieg gegen England zu führen. Ihr Kommandant, der 42-jährige Kapitän Jean Mullon, war einer der wenigen Kapitäne, die trotz der französischen Revolution in der französischen Kriegsmarine verblieben war. Mullon war ein sehr erfahrener Kommandant, hatte mit Admiral Suffren in Ostindien 1782 / 83 in fünf blutigen Seeschlachten gekämpft und war den Idealen der französischen Revolution zugetan.

Wie Pellew war Mullon jedoch vor allem ein typischer Fregattenkapitän und zählte damit zu dieser Gruppe von ehrgeizigen, beutegierigen, kampflustigen und unkonventionellen Kommandanten, die - übertrieben formuliert - kämpften, solange noch eine Kanone bedient werden konnte. Mullons Aufmerksamkeit und die 320 Augenpaare seiner hervorragend ausgebildeten Besatzung richteten sich nun auf die allerdings recht schnellen englischen Handelsschiffe.

 The Star Captains

The Star Captains: Frigate Command in the Napoleonic Wars
von Tom Wareham
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 256 Seiten - Chatham Publishing
Erscheinungsdatum:1. Juli 2003

Die Seeoffiziere der Royal Navy waren in den Kriegen von 1793 bis 1815 die erfolgreichsten Militärs. Unter ihnen ragte die Gruppe der Fregattenkapitäne besonders heraus. Was machte diese Männer so elitär ? Waren sie besser ? Individualistischer ? Hatten sie mehr Glück ? Oder hatten sie lediglich mehr Protektion ?

Am 11. Februar gab die Regierung Ihrer Majestät des Königs von England den Kriegszustand mit Frankreich bekannt. Pellew hatte inzwischen zwar die NYMPHE seetüchtig, verfügte bei einer Sollbesatzung von 220 Mann aber nur über rund 130 leidlich befähigte Seemänner an Bord, dazu die für seine Fregattenklasse üblichen 32 Seesoldaten. Das Schiff war unterbemannt, konnte jedoch trotzdem zum Ankerplatz vor Plymouth, dem Spithead, auslaufen. Am 12. Februar meldete der ungeduldige Pellew die NYMPHE klar zum Auslaufen - angesichts der Verhältnisse, die er an Bord vorgefunden hatte, ein weiteres Indiz für seinen Ehrgeiz und - seine Crew hätte es hinzufügen mögen - extrem harten Führungsstil. Edward Pellew nutzte regelmäßig die Prügelstrafe als Mittel zur Disziplinierung, praktizierte harten Drill und verlangte seiner Besatzung das Äußerste ab. Wie sein Bruder Israel Pellew und später seine beiden Söhne war Edward Pellew zu Beginn seiner Karriere als Kommandant ein Leuteschinder 3, eine Haltung gegenüber Untergebenen, die Edward mit wachsendem militärischen Erfolg und / oder zunehmenden Alter jedoch nach und nach aufgab.

Auf dem Weg zum Spithead presste die NYMPHE von einem kleinen Handelsschiff noch einige brauchbare Männer und war somit immerhin in der Lage, am 19. Januar Kurs auf Falmouth zu setzen, um von dort aus Konvois zu eskortieren. Im Verlaufe der nächsten Wochen konnte Pellew von dem ein oder anderen Handelsschiff noch weitere Leute pressen, während der Zuchtmeister in der ihm eigenen Art den noch Unkundigen an Bord das Seemannsleben "beibrachte". Doch selbst Pellews Methoden hatten Grenzen und der erfahrene Fregattenkapitän war so clever, die schwierigsten Besatzungsmitglieder - ob extrem unbegabt oder allzu störrisch - einfach an Land zu setzen oder sogar dort zu "vergessen". Sein permanenter Kontakt mit Handelsschiffen erlaubte ihm nun aber auch, seine Besatzung zunehmend zu ergänzen. Während er seinen Konvoidienst nach Spithead, Texel, Cuxhaven oder Sheerness verrichtete, wuchs seine Besatzung nach und nach auf 240 fähige Leute an.

Mit dieser Besatzungsstärke verließ er am 19. Mai in Gesellschaft der Fregatte VENUS (32) unter Kapitän Jonathan Faulknor den Spithead Richtung Normandie. Im Kanal störten zu diesem Zeitpunkt zwei französische Fregatten die britische Schifffahrt empfindlich, Pellew und Faulknor sollten sich u.a. dieses Problems annehmen. Sie kannten bereits die Namen der feindlichen Schiffe: Es waren die SEMILLANTE (36) unter Kapitän Jaques Gaillard und die LA CLEOPATRE unter Kapitän Jean Mullon.

Die beiden englischen Kapitäne waren übereingekommen, während ihrer gemeinsamen Fahrt eine Art "Jagdgesellschaft" zu bilden und dabei die Prisengelder zu teilen - dieses mündliche Übereinkommen sollte später noch Pellews Triumph durch das unwürdige Schachern um Prisengeld überschatten.
In den ersten Tagen war das Duo jedoch wenig erfolgreich, die VENUS erwies sich als langsamer Jäger. Während der Reise mag Faulknor manch´ neidischen Blick auf die inzwischen vollzählige und trainierte Crew der NYMPHE geworfen haben - sein Schiff war dagegen mit knapp 190 Mann weiter chronisch unterbesetzt.

Am 24. Mai sichteten die Briten die gesuchten zwei französischen Fregatten vor Cherbourg, doch waren sie zu weit entfernt, um die einlaufenden Gegner noch zu belästigen. Mullons CLEOPATRE und Kapitän Gaillards SEMILLANTE erreichten Cherbourg, wahrscheinlich ohne die Briten hinter sich zu bemerken. Am nächsten Tag jagten die beiden englischen Kapitäne dann verschiedenen Segeln hinterher. Dabei wurden die VENUS und die NYMPHE getrennt.

Dem nun allein operierenden Pellew winkte noch am selben Tag das Prisenglück, als er den französischen Kaper SANS CULOTTE (16) aufbrachte und wegnahm. Dieser Fang erwies sich als wertvoller, als man das auf den ersten Blick erkennen konnte. Pellew sammelte nämlich offensichtlich wertvolle Informationen über die zwischen der Normandie und Biskaya kreuzenden französischen Fregatten, u.a. wahrscheinlich auch über die CLEOPATRE.

Faulknor hatte weniger Glück und stieß am 27. Mai rund 125 Meilen nördlich von Kap Finisterre ausgerechnet auf die französische Fregatte SEMILLANTE (36) unter Kapitän Gaillard, die erst seit dem 26. Mai wieder in See war. Es war das erste Duell einer französischen und britischen Fregatte seit 1783 und deswegen weniger von historischer denn eher von großer militärischer Bedeutung.

Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Die beiden Schiffe gerieten in einen zähen, rund drei Stunden andauenden Zweikampf, der zu schweren Beschädigungen und Verlusten auf beiden Seiten führte. 20 Meilen entfernt wurde die CLEOPATRE auf das Gefecht aufmerksam und setzte Kurs auf die Duellanten. Faulknor, der neben der CLEOPATRE noch weitere Segel auf sich zukommen sah, brach klugerweise das Gefecht ab und setzte alles daran, mit seinem beschädigten Schiff zu flüchten. Ohne Zweifel hätte er gegen zwei französische Fregatten den Kürzeren gezogen. Die angeschlagene VENUS entkam Kapitän Mullon und der heranstürmenden CLEOPATRE knapp in die Dunkelheit, aber auch die SEMILLANTE erreichte schwer angeschlagen nur knapp einen französischen Hafen. Gaillard hatte 12 Tote und 9 Verletzte, Faulknor verzeichnete 21 Ausfälle, darunter 2 Tote.

Jean Mullon durfte aus diesem Gefecht schließen, daß die Unterschiede in der Kampfkraft der Fregatten durchaus gering waren. Was Mullon nicht wissen konnte, war der kleine, aber bedeutsame Unterschied zu seinem späteren Treffen mit der NYMPHE: Die VENUS trug wie die SEMILLANTE und CLEOPATRE lediglich 6 Achtzehnpfünder-Karronaden. Die Breitseite der NYMPHE dagegen sollte später doppelt soviele Karronadenladungen von höherem Gewicht über die Decks der CLEOPATRE fegen.

Am 29. Mai begegnete Pellew der beschädigten VENUS, die Kurs auf Portsmouth genommen hatte und bekam so sicherlich einige Informationen über die Segeleigenschaften der CLEOPATRE. Pellew begleitete Faulknor einen Teil des Weges und kreuzte dann im Kanal, wo ihn ein Schreiben seines Bruders Commander Israel Pellew erreichte, der den Kapitän der NYMPHE bat, ihn als Freiwilligen an Bord zu nehmen. Israel hatte vergeblich bei der Admiralität um eine Verwendung nachgesucht, auch der Gönner der Familie hatte seinen Einfluß offensichtlich durch die Vermittlung der NYMPHE an Edward vorerst ausgeschöpft. So segelte nun Edward Pellew nach Irland, wo er seinen Bruder als Freiwilligen 4 an Bord nahm. Diese Reise sollte sich laut Pellews späterem Bericht einige Tage später besonders auszahlen.

Am 15. Juni verließ die CLEOPATRE den Hafen von St. Malo. Kapitän Mullon steuerte nordwestlichen Kurs und kreuzte schließlich 50 Meilen westlich Guernsey, als erwartete der französische Kapitän in diesem Seegebiet etwas Besonderes. Nahm er gar eine Verabredung wahr und wartete wie ein Duellant auf seinen Herausforderer ?

Am 17. Juni 5 lief Pellew von Falmouth kommend mit Ziel Portsmouth bis Start Point und ließ dann überraschend Kurs nach Süden setzen. Vermutlich verfügte er über geheime Informationen, möglicherweise durch die Wegnahme der SANS CULOTTE, denn am Morgen des 18. Juni, gegen 3:30 sichtete die NYMPHE in einigen Meilen Distanz ein Segel im Südosten. Pellew steuerte sofort auf den Fremden zu und ließ schließlich um 5:00 die Erkennungsflaggen hissen. Doch das fremde Schiff antwortete nicht, sondern hielt zunächst ab, ohne jedoch zu flüchten - es war Mullons Fregatte, die LA CLEOPATRE. Mullon gewann durch sein Manöver zunächst Zeit, um sich auf den Kampf vorzubereiten.

Faulknor und Gaillard hatten sich in ihrem abgebrochenen Gefecht fast gegenseitig zu Wracks geschoßen, wobei die SEMILLANTE das etwas höhere Gewicht der Breitseiten gehabt hatte, diesen Vorteil aber nicht hatte entscheidend nützen können. Nominell waren die Schiffe Pellews und Mullons auch ebenbürtig, Mullon war aber möglicherweise nicht über die tatsächliche Armierung der NYMPHE informiert.
Pellew dagegen kannte die Bewaffnung der französischen Fregatte: Auf die 26 Zwölfpfünderkanonen der NYMPHE zielten zwar 28 Zwölfpfünder der CLEOPATRE, den 12 Vierundzwanzigpfünder-Karronaden Pellews hatte Mullon jedoch nur 6 Achtzehnpfünder-Karronaden 6 entgegenzusetzen. Die 8 französischen Sechspfünderkanonen gegenüber 2 britischen Kanonen dieses Kalibers erwiesen sich dafür als ein schlechter Ausgleich. Das konnten beide Kapitäne jedoch noch nicht wissen, denn die praktische Erfahrung mit einer derartigen Verteilung der Armierung fehlte bis zu diesem Zeitpunkt.

Auch der Beginn der Kampfhandlungen orientierte sich noch an althergebrachten, heute etwas komisch wirkenden Ritualen, auf die im späteren Verlauf des Krieges dann mehr und mehr verzichtet wurde. Während der Annäherung wurden auf beiden Schiffen die Kriegsstander als Zeichen der angenommenen Herausforderung gesetzt. Um ca. 6:00 hatten die beiden kampfbereiten Fregatten sich auf Rufweite genähert, ohne einen Schuß abzufeuern. Dann setzten die beiden Kontrahenten sich vor den Wind und gingen auf Parallelkurs. Während nun die beiden Kriegsschiffe mit geöffneten Geschützpforten und schußbereiten Geschützen in nur wenigen Metern Abstand nebeneinander her rauschten, verließen die beiden Kapitäne ihr Achterdeck und begaben sich auf das Hauptdeck. Dort lüfteten sie nun voreinander grüßend die Hüte, während sie sich höflich verbeugten. Dann stießen sie ihre Hüte in die Luft, wandten sich an ihre Crews und stießen Rufe aus wie " Hoa ! Hoa ! Hoa !" oder "Vive !", worauf ihre Mannschaft mit dreifachen "Cheers !" oder "Vive la république !" antworteten. Dann begaben sich die beiden Kommandanten unter Rufen wie "Long live King George the Third !" oder "Vive la Nation !" wieder auf ihre Achterdecks. Nun kehrt Ruhe ein und sowohl Pellew als auch Mullon stülpten sich ihre Hüte wieder auf den Kopf. Dies war für die Kanoniere das Zeichen zum Feuern.

 The Handbook of 19th Century Naval Warfare

The Handbook of 19th Century Naval Warfare
von Spencer C. Tucker
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 288 Seiten - Sutton Publishing
Erscheinungsdatum:August 2000

Von Abukir bis Tsushima : Der Autor beschreibt die technologischen und strategischen Entwicklungen der napoleonischen Kriege, die zur Vormachtstellung der britischen Marine führten und schildert dann den Einfluß weiterer technischer Revolutionen auf den militärischen Schiffbau. Dabei betrachtet er die Konsequenzen dieser Innovationen für die Krimkrieg, den amerikanischen Bürgerkrieg, den spanisch-amerikanischen Krieg bis hin zum japanisch-russischen Krieg. Er schließt mit einem Überblick über die Situation vor dem ersten Weltkrieg.

Um ca. 6:15 donnerten die ersten Breitseiten der NYMPHE und CLEOPATRE. Von nun an waren die Regeln einfach. Es hieß für beide Seiten zu feuern, was die Rohre hergaben. Bereits mit der ersten Salve sollen die Briten den Besanmast des Gegners angeknickt haben, doch zunächst segelten beide Schiffe auf dem gleichen Kurs weiter. Auch auf der NYMPHE bekamen die Masten gefährliche Treffer, doch sie blieben vorerst stehen. Pellew mußte aber erkennen, daß Mullon offensichtlich nicht der traditionellen französischen Taktik folgte und vor allem die britische Takelage unter Feuer nahm. Wie die Briten ließ er vornehmlich auf den Rumpf und die Decks des Gegners feuern, so daß bald das Blut von toten und verwundeten Seeleuten über die Decks der NYMPHE floß. Mindestens zwanzig Minuten dauerte dieses harte Gefecht an, als der CLEOPATRE zunächst ihr Steuerrad inklusive Steuermann weggefegt wurde und dann ihr Besanmast über Bord ging.

Nach Berichten von Edward Pellew hatte sich sein Bruder Israel, der eine Zwölfpfünderbatterie auf dem Hauptdeck kommandierte, als besonderes Ziel das Steuerrad der CLEOPATRE auserkoren und richtete eine der Kanonen persönlich. Es soll laut Edward Pellew einer seiner ersten Schüsse gewesen sein, die den Besanmast der französischen Fregatte angeknickt hatte. Ich fühle mich nicht in der Lage, abschließend zu beurteilen, ob es möglich war, die unmittelbare Folge eines einzelnen Schußes inmitten des Getöses zu beobachten, zumal der Pulverdampf später Pellew ja sogar daran hinderte, zu erkennen, ob sein Schiff geentert werden sollte. Eine Beobachtung der Wirkung einzelner Schüsse muß aber zumindest recht schwierig gewesen sein und beruhte wohl zu einem guten Teil auch auf dem, was man sehen wollte.

Die CLEOPATRE ging jedenfalls infolge ihrer schweren Schäden zunächst unkontrolliert aus dem Wind und steuerte dann einen Bogen, übrigens möglicherweise zunächst unbemerkt von der NYMPHE. Denn während man auf dem englischen Schiff weiter in den nebelartigen Pulverdampf weiterfeuerte und dabei vielleicht durch den kurzfristigen Längsbeschuss der französischen Fregatte die meisten Opfer verursachte, kam die weitgehend steuerlose französische Fregatte schließlich im Bogen zurück. An Bord gab Kapitän Mullon den Befehl, sich zum Entern der NYMPHE vorzubereiten, dann rammte die CLEOPATRE mehr oder weniger gewollt mit dem Bug Pellews Schiff mittschiffs. Der Klüverbaum der CLEOPATRE traf hart den ebenfalls angeschlagenen Hauptmast der NYMPHE. Pellew erwartete nun den eben angesprochenen Enterversuch Mullons und bereitete alles zur Abwehr vor, während er gleichzeitig Befehle erteilte, den bedrohten Hauptmast seines Schiffes zu stützen. Zum Glück für die Briten brach der Klüverbaum der CLEOPATRE jedoch und nahm so vorerst den Druck von der bedrohten Stenge. Die Schiffe legten sich nun langsam treibend Bug zu Heck bzw. Seite an Seite, wobei der englische Hauptmast erneut bedrohlich ächzte, denn die französische Takelage hatte sich mit den britischen Rahen verfangen. Pellew bot demjenigen seiner Männer 10 Guineen, der es wagte, die Spannung zu lösen und den Mast zu entlasten. Ein Seemann mit dem Namen Burgess verdiente sich umgehend das Geld.

Die Briten erwarteten weiterhin den französischen Enterangriff, doch kein Franzose kam durch Pulverdampf auf die NYMPHE. Irgendwann kurz vor der Kollison mit der NYMPHE wurde der französische Kommandant durch eine Kanonenkugel, die ihm einen Teil der Hüfte wegriß, tödlich verwundet. Sein Erster Offizier, Leutnant Raffe, versuchte nun vergeblich den Befehl seines Kommandanten auszuführen. Es fanden sich schlicht keine kampffähigen Leute mehr an Deck, um den Angriff auszuführen.

Auf der NYMPHE befahl Pellew schließlich , das Feuer einzustellen und die CLEOPATRE zu entern. Die Entermannschaften unter den Leutnants Morris und Luke stießen auf keinerlei Widerstand und fanden auf dem französischen Schiff ein grauenhaftes Bild vor: Das blutüberströmte Deck war bedeckt mit Toten, Verwundeten und abgeschoßenen menschlichen Gliedern - ohne Zweifel hatte die CLEOPATRE schwere Verluste zu beklagen.
Lediglich der Erste Offizier Leutnant Raffe und ein halbes Dutzend unverletzter Männer waren noch an Deck, um die CLEOPATRE zu übergeben, der Rest der Crew war tot, verwundet oder vor dem mörderischen Feuer der Karronaden und Kanonen unter Deck geflüchtet bzw. getrieben worden.
Auf dem Achterdeck fand Morris den tödlich verletzten französischen Kapitän Jean Mullon, fast in zwei Teile geschoßen. Der Sterbende hatte vermutlich noch versucht, den Signalcode zu vernichten. Doch das Schicksal erlaubte sich einen grauenhaften Scherz mit Mullon: Im Todeskampf hatte er den Signalcode mit seiner Ernennungsurkunde als Kommandant der CLEOPATRE verwechselt. Pellew konnte später der Admiralität das unversehrte Codebuch der CLEOPATRE übergeben.
Um 7:10 holte Leutnant Luke den französischen Stander nieder und setzte die britische Flagge über die Trikolore. Die britische Navy verzeichnete ihren ersten großen Sieg im Duell mit der französischen Revolutionsmarine.


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Sloop Of War 1 1972 - Klar Schiff zum Gefecht
Sloop Of War 2 1972 - Die Entscheidung
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Englischer Titel - Deutscher Titel
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Richard Bolitho - Midshipman 1975 - Die Feuertaufe
Passage To Mutiny 1976 - Fieber an Bord
In Gallant Company 1977 - Zerfetzte Flaggen
Midshipman Bolitho And The Avenger 1978 - Strandwölfe
The Inshore Squadron 1978 - Galeeren in der Ostsee
Stand Into Danger 1980 - Kanonenfutter
A Tradition Of Victory 1981 - Admiral Bolithos Erbe
Success To The Brave 1983 - Der Brander
Colours Aloft! 1986 - Donner unter der Kimm
Honour This Day 1987 - Die Seemannsbraut
With All Dispatch 1988 - Der Königs Konterbande
The Only Victor 1990 - Mauern aus Holz, Männer aus Eisen
Beyond The Reef 1992 - Das letzte Riff
The Darkening Sea 1993 - Dämmerung über der See
For My Country's Freedom 1995 - Dem Vaterland zuliebe
Cross Of St. George 1996 - Unter dem Georgskreuz
Sword Of Honour 1998 - Das letzte Gefecht

Die NYMPHE hatte in diesem grauenhaften Duell 23 Tote und 27 Verletzte zu beklagen, also Gesamtverluste von 50 Mann - die französischen Zwölfpfünder hatten sich als mörderisch erwiesen. Die Verluste auf der CLEOPATRE wurden knapp mit 63 angegeben. Ein anderer Bericht spricht von rund 60 Toten. Diese Angaben sind überraschend vage. Bei einigen Autoren verstehen sich die 63 als Gesamtverluste, also Anzahl der Toten und Verwundeten. In diesem Fall wären die französischen Verluste, gemessen an dem Bild, daß die Berichte von den Decks der CLEOPATRE wiedergeben, und im Vergleich mit den Ausfällen an Bord der NYMPHE eher niedrig. Einige Autoren führen dies und damit auch die Niederlage darauf zurück, daß die französische Besatzung - möglicherweise nach dem Tod Mullons - während des Beschußes oder in Erwartung eines britischen Enterversuchs unter Deck geflüchtet sei. Als Beleg führen sie einen Brief 7 des Leutnants Raffe an Pellew an, der eine solche Flucht nahezulegen scheint. Raffe bittet Pellew in diesem Brief, offiziell zu bestätigen, daß die Decks leer waren, als die Briten enterten und ihm als Ersten Offizier keine Wahl blieb, als die CLEOPATRE zu übergeben. Meinem Verständnis nach geht aus diesem Brief aber nicht hervor, warum die Decks von einsatzfähigen Männern geleert waren.
Hatten die französischen Seeleute den Befehl zum Entern verweigert oder konnten sie gar nicht ? Waren die Decks vom Beschuß leergefegt oder waren die Männer geflüchtet ? War die als hervorragend ausgebildet beschriebene Besatzung so erschüttert durch 63 Tote und Verwundete, daß alle Männer nach unten getrieben wurden ? Oder war die Besatzung vielleicht nicht doch durch ein weit größeres Blutbad außer Gefecht gesetzt worden ?
Berücksichtigt man nämlich die Erfahrung mit späteren Gefechten, muß man befürchten, daß es sich bei den Angaben in den Berichten vielmehr um 63 Tote unter den 320 Besatzungsmitgliedern handelte. Und es lag möglicherweise aus militärischen Gründen nicht im englischen Interesse, bei den Angaben zu den Ausfällen auf Genauigkeit zu bestehen. Spätere Autoren, z.B. William James in seiner Naval history, haben dann vielleicht dieses militärische Kalkül als Faktum übernommen.

Pellew verlor ungeachtet der eigenen Verluste jedenfalls wie üblich keine Zeit und trieb seine Besatzung an, beide Schiffe wieder instandzusetzen. Rund 150 französische Besatzungsmitglieder - möglicherweise die nicht Verwundeten - wurden als Gefangene an Bord der NYMPHE verlegt, der verlorene Besanmast der CLEOPATRE durch einen Notmast ersetzt. Der Fockmast und der Hauptmast der NYMPHE mußten stabilisiert werden, die meisten Toten bekamen ein Seemannsbegräbnis. Der tote französische Kapitän dagegen wurde an Bord der NYMPHE gebracht. Dann nahmen die beiden Schiffe Kurs auf Portsmouth.

Am 21. Juni wurde der einlaufenden NYMPHE und ihrer Prise im Hafen von Portsmouth ein großer Empfang bereitet. Der gefallene französische Kapitän Jean Mullon wurde am 23. Juni in Portsmouth beigesetzt. Pellew schickte Mullons Witwe, die mit ihren 5 Kindern in Rochefort lebte, neben den persönlichen Sachen ihres Mannes eine größere Summe Geldes.

Der Sieger des ersten siegreichen Duells des Krieges wurde am 29. Juni vom englischen König empfangen und erhielt den Ritterschlag. Darüber hinaus - und das war dem nach wie vor nicht reichen Sir Edward Pellew sicherlich willkommener - wurde der Familie Pellew eine jährliche Rente von 150 £ bewilligt.
Commander Israel Pellew wurde zum Kapitän befördert, Leutnant Amherst Morris wurde zum Commander.

Das vergleichweise kurze Gefecht zwischen den beiden Fregatten wurde in England berühmt, weil ihm als erstes entschiedenes Duell großer symbolischer Wert zugeschrieben wurde. Der Name Pellew wurde im ganzen Königreich bekannt, das Gefecht der VENUS mit der SEMILLANTE geriet dagegen völlig in Vergessenheit. Wäre aber die CLEOPATRE der SEMILLANTE nicht zur Hilfe gekommen, vielleicht hätte dann der erste große Sieger des Krieges Faulknor geheißen.

Der Kapitän der VENUS machte in dieser Angelegenheit aber trotzdem noch einmal von sich reden. Nur wenige Wochen nach dem Duell kaufte die britische Admiralität die CLEOPATRE und übernahm die Fregatte als OISEAU (36) in die Navy. Um das Prisengeld für die CLEOPATRE gab es noch ein unrühmliches Hin- und Her zwischen Sir Edward Pellew und Kapitän Jonathan Faulknor 8, der an die Vereinbarung erinnerte, die man bezüglich der Prisen getroffen hatte. Faulknor reklamierte für sich und die Besatzung der VENUS die Hälfte des Prisengeldes, doch der Schiedsspruch der Admirale Sir Peter Parker and Macbride ließ Faulknor am Ende leer ausgehen.

Sir Edward Pellew wurde später durch Prisengelder steinreich und zum Prototyp des prisenjagenden Fregattenkapitäns. Er tauchte als solcher in vielen marinehistorischen Romanen als Nebenfigur auf (siehe unten). In C.S. Forester´s Fähnrich zur See Hornblower wurde er vielleicht am genauesten getroffen: Wenn nämlich das Prisenkommando für ein erobertes Schiff gerade noch Zeit hatte, in die Boote zu springen, während Pellew schon seinem nächsten Opfer hinterjagte.


 Trafalgar Der Kurs der PHOENIX - Entscheidung vor Kap Ortegal

Windjammer- und Breitseiten
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Fußnoten

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1 = Die Angabe (36) ist eine Konvention, die angibt, daß dieses Schiff für die Armierung von 36 Kanonen gebaut bzw. getakelt ( Ballast und Trimmung ) wurde. Dieses Ratingssystem entstand, als es noch gar keine Karronaden gab und war dadurch zunehmend veraltet. Tatsächlich trug die NYMPHE ja mehr als 36 Geschütze, jedoch weniger als 36 Kanonen. Die Konvention wurde jedoch im Laufe des Krieges weiterhin verwendet. Die Einteilung der Fregatten und der anderen Schiffe in unterschiedliche Klassen wies übrigens auf die unterschiedliche Löhnung der Offiziere und Mannschaften hin: Je höher die Klasse, desto mehr Geld erhielt ein Schiff als Heuer.

2 = Der britische Kapitän Blackwood sagte einmal: "Die Franzosen haben die besten Schiffe der Welt gebaut... wir haben sie ihnen rechtzeitig abgenommen und sie mit ihren eigenen Schiffen geschlagen !"

3 = Möglicherweise hat der arme William Bligh von der BOUNTY - nachweislich ein eher "Netter" - seinen schlechten Ruf auch Kommandanten wie Pellew zu verdanken ?!

4 = Ein Commander, der als Freiwilliger an Bord eines Schiffes diente, hatte formal gar keine von der Admiralität legitmierte Befehlsgewalt. Seine Befehlsgewalt konnte lediglich durch den Kommandanten des Schiffes verliehen werden und erstreckte sich deswegen - zumindest formal - lediglich auf Seeleute.

5 = Die folgenden Daten standen in den Berichten, in der Gazette und wurden z.B. auch von James in seinem Standardwerk übernommen. In Pellews Erinnerungen verschiebt sich alles um einen Tag, so daß das Gefecht erst am 19. Juni stattfand. Autoren, die über Pellew schrieben, übernahmen deswegen wohl seine Daten. Dadurch ist offensichtlich Uneinigkeit über den Tag des Gefechtes entstanden.

6 = Andere Quellen nennen als Armierung 4 Sechsunddreissigpfünder-Karronaden . Allerdings erscheint mir ein derartig schweres Kaliber an Bord einer französischen Fregatte im Jahre 1793 schon sehr ungewöhnlich wie auch sehr unwahrscheinlich.

7 = Der Brief ist in folgendem Buch von C. Northcote Parkinson (s.u.) zu finden. Der Inhalt des recht verzweifelten Briefes läßt Raffe als Zeugen übrigens als recht befangen erscheinen.

8 = Kapitän John oder Jonathan Faulknor ist nicht zu verwechseln mit Kapitän Robert Faulknor (*1763 - 5.1.1795 †) , der am 5. Januar 1795 mit der BLANCHE (32) die französische PIQUE (36) eroberte und dabei fiel. John Faulknor, Kapitän seit 1782, wurde 1804 - kurz nach Pellew - zum Konteradmiral befördert.


Marinehistorische Romane, in denen Edward Pellew oder sein Bruder Israel vorkommen:

C.S. Forester Fähnrich zur See Hornblower

C.S. Forester Hornblower auf der 'Hotspur'

Kapitän C. F. Marryat Peter Simpel

Richard Woodman A King's Cutter (Nathaniel Drinkwater Novels)   Deutscher Titel : Kutterkorsaren

Richard Woodman 1805 (Nathaniel Drinkwater Novels)    Deutscher Titel : Die Wracks von Trafalgar Hier kommt Israel Pellew vor, der bei Trafalgar kämpfte.

Richard Woodman A Private Revenge (Mariner's Library) ( Deutscher Titel ? )

Alexander Kent Relentless Pursuit: The Richard Bolitho Novels #25.   Deutscher Titel : Hatz ohne Erbarmen

 Edward Pellew

Edward Pellew
von C. Northcote Parkinson
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 496 Seiten - Chatham Publishing
Erscheinungsdatum:August 2003

Die Geschichte des Fregattenkapitäns und späteren Admirals Edward Pellew, der in der Zeit der "Windjammer und Breitseiten" bereits als Fähnrich in der Schlacht auf dem Lake Champlain 1776 kämpfte und 1816 vor Algier die letzte große Seeschlacht seiner Ära kommandierte - als Napoleon schon längst auf St. Helena verbannt war.


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