Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Muhammad Ali Pascha

Vizekönig von Ägypten

Muhammad Ali Pascha

* um 1769 in Kavala, heute Griechenland            † 2. August 1849 in Kairo, Ägypten

Muhammad Ali Pascha, eigentlich Mehmet Ali, wurde um das Jahr 1769 als Sohn des türkischen Beamten und örtlichen Polizeiobersten Ibrahim Agha in Kavala, damals Osmanisches Reich (Mazedonien), geboren.
Nachdem er zunächst die Laufbahn als Kaufmann einschlug, trat Mehmet Ali schließlich in die Armee des Sultans ein und stieg schnell in den Rängen nach oben.
1799 kam er als stellvertretender Kommandant eines albanischen Regiments nach Ägypten. Am 25. Juli 1799 nahm Ali an der verlorenen Schlacht bei Abukir teil, in der General Napoleon Bonaparte die osmanische Armee vernichtend schlug.
Bonaparte hatte in seinem 1798 begonnenen Ägyptenfeldzug schon die herrschenden Mamelucken besiegt, doch bereits die Niederlage in der Seeschlacht vor Abukir (1. August 1798) und die gescheiterte Belagerung von Akkon im Mai 1799 hatten vorentscheidende Bedeutung für das Scheitern der französischen Hoffnungen im Orient. Mehmet Ali wurde Zeuge, wie die Franzosen in der zweiten Schlacht von Abukir ( 8. März 1801 ) und am 22. März 1801 bei Alexandria von einer englisch-türkischen Armee unter Sir John Moore endgültig vom Nachschub aus Frankreich abgeschnitten wurden. Schließlich mußte der letzte französische Oberbefehlshaber in Ägypten, General Menou, am 30. September 1801 kapitulieren.
Mit dem Abzug der Engländer 1803 brach in Ägypten de facto ein Bürgerkrieg aus, in dem sich die Mamelucken untereinander und mit osmanischen oder sultantreuen Militärs bekämpften. In Kairo, in dem sich zufällig gerade das albanische Regiment Alis befand, entstand ein Machtvakuum. Der Kommandeur von Alis meuterndem Regiment wurde ermordet und sein junger Stellvertreter fand sich plötzlich an der Spitze dieser Soldaten und gleichzeitig der Macht in Kairo.
Indem er zerstrittene und rebellierende Mamelucken-Regimenter unter seiner Führung vereinigte, konnte Ali Kairo halten.
Durch das Eingehen zahlreicher und wechselnder Allianzen blieb Ali nicht nur an der Macht, er baute sie sogar noch aus.
1805 wurde der geschickte Taktiker vom Sultan als Wali (Statthalter oder Vizekönig) von Ägypten anerkannt und zum Pascha (Fürst) des Osmanischen Reiches ernannt.

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Tatkräftig setzte Muhammad Ali Pascha zu einer Alphabetisierungskampanje an, baute Schulen und versuchte durch zahlreiche Bewässerungsprojekte eine Landreform, Letzteres aber mit wenig Erfolg.
Mehr Erfolg hatte Ali dagegen in militärischen Angelegenheiten: Neben einer erfolgreichen Modernisierung der ägyptischen Armee und Marine nützte der Wali seine errungene Autonomität gegenüber dem Sultan vor allem in Bekämpfung seiner ehemaligen mameluckischen Verbündeten.
Und 1807 gelang es ihm sogar, einen halbherzigen englischen Landungsversuch in Ägypten zurückzuschlagen.
Bis 1811 mußte Ali jedoch ständig um den Macht bangen, denn immer wieder kam es zu Aufständen, Intrigen und Attentatsversuchen durch seine mameluckischen Gegner. Deswegen griff er zu einem brutalen Verrat von mittelalterlicher Grausamkeit, der seinen Namen in der gesamten damaligen Welt berüchtigt machte:
Am 1. März 1811 nützte Ali eine Einladung an die Mamelucken-Fürsten zu einem Bankett in die Zitadelle von Kairo anläßlich eines gemeinsamen Feldzuges gegen die Wahabiten in Arabien, um alle mameluckischen Gäste in eine Falle zu locken und erbarmungslos niederzumetzeln .
Trotz dieser demonstrierten Skrupellosigkeit war der ägyptische Statthalter für den Sultan im Feldzug gegen die Wahabiten erfolgreich und wuchs mit seinen reorganisierten Streitkräften zu einer der wichtigsten Teile der osmanischen Militärmacht heran.
1820 begann Ali mit territorial und wirtschaftlich ergiebigen Feldzügen in den Sudan, von wo aus ägyptische Sklavenhändler die Jagd auf bzw. den Handel mit Menschen auf Äthiopien und Uganda ausdehnten.
1827 bekam Ali vom Sultan - gegen das Versprechen, Wali von Syrien zu werden - den Auftrag, die ägyptische Militärmacht gegen die aufständischen Griechen einzusetzen. Ali sah sich aber schon bald den europäischen Mächten gegenüber, die für die griechischen Rebellen Partei ergriffen.

 Geschichte Tag für Tag. Was war wann? Kleine und große Ereignisse für jedes Datum  Geschichte Tag für Tag. Was war wann? Kleine und große Ereignisse für jedes Datum
von Joachim Gartz, Christa Kordt, Isabel Liebers
Sprache: Deutsch
Gebunden - 380 Seiten - COMPACT

Erscheinungsdatum: April 2004
Dieses immerwährende Kalenderbuch ordnet Fakten und Ereignisse der Geschichte nach Kalendertagen. Zudem enthält es Portraits berühmter Persönlichkeiten aus Politik, Religion, Philosophie, Technik, Wissenschaft, Kunst und Kultur. Der Band enthält 1000 Abbildungen, 2000 Ereignistexte und 1000 Personenportraits.

Vergeblich versuchte der Wali den Sultan zu Verhandlungen zu bewegen. In der verlorenen Seeschlacht vor Navarino am 20. Oktober 1827 büßte Muhammad Ali Pascha gegen eine europäische Armada unter Admiral Sir Edward Codrington fast seine gesamte ägyptische Flotte ein. Dieses Desaster führte zum endgültigen Bruch zwischen Ali und dem türkischen Sultan, der dem Ägypter die versprochene Statthalterschaft Syriens vorenthielt.
1831 verfügte Ali die erfolgreiche Invasion Syriens, angeführt von seinem Sohn Ibrahim Pascha. In der Schlacht von Konya am 21. Dezember 1832 schlugen die Ägypter die osmanische Armee. Nur die russische Hilfe für den Sultan rettete den Herrscher in Istanbul vor der ägyptischen Armee in Anatolien. Im Vertrag von Unkiar Skelessi 1833 wurde Muhammad Ali Pascha Wali von Syrien und bekam u.a. Teile von Kreta zugesprochen.
Doch 1839 kam es erneut zum Krieg zwischen Ägypten und dem Sultan um Syrien: In der Schlacht von Nizib am 24. Juni 1839 siegte Ali erneut über die letzte osmanische Armee und schien schon der neue Herrscher im Orient zu sein.
Doch Uneinigkeit mit seinem Sohn Ibrahim, der Tod des Sultans und vor allem die resultierende Einmischung der europäischen Mächte zugunsten des neuen Sultans verhinderten Alis Triumph und wandelten ihn sogar in eine Niederlage:
Als England, Österreich, Russland und Preussen in der Londoner Konvention vom 15. Juli 1840 Muhammad Ali Pascha aufforderten, Syrien und Teile des Libanon im Tausch gegen eine erbliche Herrschft in Ägypten und ein Fürstentum um Akkon zu räumen, überschätzte Ali seine Ressourcen. Seine Ablehnung führte zur Seeblockade des Nildeltas, Bombardierung von Beirut am 11. September 1840 und erfolgreichen Belagerung Akkons (Kapitulation 3. November 1840). Ali mußte die Konvention nicht nur anerkennen, er mußte auch abrüsten.
1848 zog Muhammad Ali Pascha sich zugunsten seine Sohnes Ibrahim Pascha aus allen Ämtern zurück und starb am 2. August 1849 in Kairo.


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