Horatio Hornblower

Horatio Hornblower, 11 Bände
von Cecil S. Forester
Sprache: Deutsch
Broschiert - SCHERZ-Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 2004
Foresters Horatio Hornblower ist der - nach wie vor unübertroffene - Klassiker der marinehistorischen Romane aus der Windjammerepoche.

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 Napoleon's Overseas Army

1796: Triumph der Karronaden - Die Sloop PELICAN (18) gegen die Fregatte MEDEE (36)



In der Morgendämmerung des 23. September 1796 stand die 18-Kanonen-Brigg PELICAN einige Meilen süd / südöstlich der Insel Desirade. Desirade ist eine größere Insel rund 10 Meilen nordöstlich von Guadeloupe, die Christoph Columbus bereits 1493 entdeckt hatte und die zu dieser Zeit unter französischer Herrschaft stand. Kommandiert wurde die englische Sloop von einem ausgewachsenen Kapitän zur See: John Clarke Searle war im Juli 1796 in den begehrten Rang befördert worden, aber vorerst noch im Kommando der für Commander vorgesehenen Schiffsklasse der Sloops verblieben. Searle sah sich im zunehmenden Tageslicht unversehens mit einer französischen Fregatte konfrontiert, vor deren Bug er mit seiner Brigg in der Nacht gelangt war. Das größere Schiff begann auf Anhieb Jagd auf die PELICAN zu machen, die sich mit einem Fluchtkurs versuchte, nach Nordwesten abzusetzen. Doch der im Luv stehende Gegner war in der herrschenden frischen Brise der schnellere Segler und näherte sich unaufhaltsam Searles Schiff. Der englische Kommandant musste sich nicht nur Sorgen machen, dass er hier auf eine überlegene Achtzehnpfünder-Fregatte (Achtzehnpfünder-Kanonen als schwerstes Kaliber) gestossen war, er musste ausserdem auch noch mit einer reduzierten Crew bzw. einem kleineren Offiziersstab auskommen. Von den 121 Mann Stammbesatzung der PELICAN waren nur noch 97 an Bord, der Rest in Prisen abwesend. So oder so blieb dem Engländer jedoch keine Wahl: Er musste sich früher oder später dem Kampf stellen. Also liess Searle die Segel der PELICAN kürzen und damit die Feindfregatte rasch aufschliessen. Damit sorgte er laut William James beim heranrückenden Gegner, der französischen 36-Kanonen-Fregatte MEDEE, für überraschtes Staunen, schien die Fregatte dem englischen Zweimaster doch gar zu überlegen. Tatsächlich aber bietet ein Vergleich der Bewaffnungen ein durchaus differenziertes Bild:

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Beispiel-Seiten
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Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Der französische Dreimaster MEDEE war mit 26 langen Zwölfpfünder-Kanonen auf dem Artilleriedeck ausgestattet. An Deck standen 12 lange Sechspfünder und zwei Karronaden von unbekanntem Kaliber, vermutlich Vierundzwanzig- oder Sechsunddreissigpfünder. Die 1795 in Dienst gestellte zweimastige PELICAN konnte aus 16 Zweiunddreissigpfünder-Karronaden sowie zwei Sechspfünder-Kanonen feuern. Vergleicht man das Breitseitengewicht, so kommt man zu der überraschenden Erkenntnis, dass den 262 Pfund aus englischen Geschützen höchstens 228 Pfund aus den französischen Geschützen gegenüberstanden. Dazu kommt, dass man Karronaden schneller laden konnte als Zwölfpfünder. Was man später in der englischen Öffentlichkeit als besondere Kühnheit von Kapitän Searle deuten sollte, nämlich nach einem Nahgefecht Seite an Seite zu streben, war de facto die beste Chance für die kleinere PELICAN. Ein Gefecht auf mittlere Distanz hätte dagegen wohl ein übles Ende für die Sloop genommen, denn die Karronaden wären bei Distanzen über 250 Metern nahezu wirkungslos geblieben, wohingegen die Brigg den weitreichenden französischen Kanonen vermutlich annähernd hilflos ausgeliefert gewesen wäre. Immerhin blieb dem französischen Kommandanten, der rund 300 Mann an Bord hatte, neben der Grösse seines Schiffes noch die Option eines Enterangriffs... wenn er denn mit seinen Männern durch den Eisenhagel englischen Beschusses an Bord der Sloop gelangen konnte.

Gegen 7:00 war die MEDEE auf Schussweite heran und eröffnete das Feuer. Die Briten dagegen warteten, bis der Gegner die ideale Entfernung für ihre Karronaden erreicht hatte. Dann aber bekamen die Franzosen die volle Intensität eines Dauerbeschusses aus 8 Karronaden-Mäulern zu spüren. Bereits die erste Salve tötete den Steuermann und setzte eine französische Kanone ausser Gefecht, ein späterer Volltreffer ins Heck tötete oder verwundete auf einen Schlag ein Dutzend Männer. Das Abwehrfeuer der PELICAN war derart intensiv, dass die französische Crew begann, ihre Stationen zu verlassen und die MEDEE nach rund 2 Stunden Gefecht das Weite suchte. 33 Mann standen am Ende auf der französischen Verlustliste. Ihr Kommandant war angeblich davon überzeugt, auf eine Fregatte gestossen zu sein, der vorübergehend der Besanmast fehlte. Obwohl die PELICAN schwer in der Rigg beschädigt war, der MEDEE nicht folgen konnte und bestimmt auch nicht wollte, blieb die Crew des Briten praktisch ohne Verluste. Offensichtlich hatten die französischen Kanoniere traditionellerweise vornehmlich die Takelage des Feindes unter Beschuss genommen, dies wenigstens mit einigem taktischem Erfolg. Hätten die Franzosen sich nun entschlossen, das Gefecht gegen die schwer mobilitätsbehinderte PELICAN aus der Distanz fortzusetzen, wären die Engländer zweifellos in große Probleme gekommen. Offenbar aber mangelte es dem französischen Kommandanten noch immer an der Erkenntnis, mit welchem Schiffstyp er hier konfrontiert war. Sollte der Pulverdampf des Gefechts tatsächlich die Zahl der feuernden englischen Geschütze kaschiert haben ?

Napoleon. Eine Biographie

Napoleon. Eine Biographie
von Johannes Willms
Sprache: Deutsch
gebundene Ausgabe - 900 Seiten ! - BECK
Erscheinungsdatum: März 2005

Searle aber blieb das Glück vorerst treu: Während die englische Crew noch die Schäden ausbesserte, kam um 10:00 ein grösseres Schiff in Sicht. Gegen 11:00 war die PELICAN wieder segelbereit und Searle befahl sofort, die Verfolgung aufzunehmen. Der Fremde floh in Richtung Guadeloupe, doch die PELICAN begann, das Feuer aus einem ihrer Sechspfünder zu eröffnen, um durch Treffer in der Takelage des Flüchtlings dessen Flucht hemmen.Und wirklich: Gegen 15:00 erzielten Searles Kanoniere einen Volltreffer, der das Haupttoppsegel des Flüchtigen schlaff herunterhängen ließ. Kurz darauf stellte die Sloop den getroffenen Segler, der sich als Prise der MEDEE entpuppte. 14 Tage zuvor hatte die französische Fregatte das englische Truppenversorgungsschiff ALCYON erobert, das nun wieder in englische Hände fiel. Der Fähnrich und Leutnant auf Probe Thomas Ussher wurde Prisenoffizier. Die PELICAN nahm die Prise in Schlepp und setzte Südkurs, doch gegen Mitternacht verursachte heftiger Seegang in Verbindung mit einer Flaute drei heftige Kollisionen zwischen den beiden verbundenen Schiffen und Searle liess die ALCYON loswerfen. Diese trieb beschädigt auf die Küste Guadeloupes zu, wo sie bereits von der MEDEE erwartet wurde. Französische Boote von der Fregatte bemächtigten sich erneut des englischen Transporters. Weil sich inzwischen eine weitere Fregatte zu dem ehemaligen Gegner der PELICAN gesellt hatte, gab Kapitän Searle die ALCYON verloren und setzte Kurs auf die Saintes.

Segel und Kanonen: Die europäische Expansion zu See

Segel und Kanonen: Die europäische Expansion zu See
von Carlo M. Cipolla
Sprache: Deutsch
Gebunden - 173 Seiten - Verlag Wagenbach
Erscheinungsdatum: 1999
"Hier gewinnt der Leser, der an Zusammenhängen interessiert ist, der begreifen will, warum die bis dahin unterlegenen Europäer so machtvoll werden konnten." (Veronika Bock, Westdeutscher Rundfunk)

Frankreichs Seekriege gegen England 1793-1815

Frankreichs Seekriege gegen England 1793-1815
von Dieter Wenzlik
Sprache: Deutsch
gebundene Ausgabe - 240 Seiten - VRZ Verlag
Erscheinungsdatum: Oktober 1999

Die Franzosen erfuhren inzwischen von Leutnant Ussher, dass der Gegner der MEDEE lediglich eine Sloop gewesen war. Ungläubig versicherten sie sich anlässlich des folgenden Gefangenenaustausch noch einmal, ob es sich bei der PELICAN tatsächlich nur eine Sloop handelte. Eigentlich hätte die französische Marine aus diesem Gefecht lernen können, wie effektiv Karronaden verglichen mit Kanonen waren, doch die Ausstattung französischer Fregatten mit diesen Nahkampfgeschützen geschah im Verlaufe des Seekrieges weiterhin nur zögerlich - ein Grund für die zahlreichen französischen Niederlagen auf See.

Die französischen Dienstjahre der MEDEE waren ebenfalls gezählt und auch bei dieser Geschichte sah der Kommandant der unglücklichen Fregatte nicht gut aus: Am 5. August 1800 fing das englische Linienschiff BELLIQUEUX (64 - Rowley Bulteel), als Eskorte für ein Geschwader Ostindienfahrer im Atlantik vor Brasilien unterwegs, die französische Fregatte CONCORDE (40 - Jean-François Landolphe), die mit anderen französischen Kriegsschiffen dem Konvoi zu nahe gekommen war. Einer der Schutzbefohlenen der BELLIQUEUX, der leicht bewaffnete, aber große Ostindienfahrer EXETER (40) unter Kapitän Henry Meriton, tat es dem Linienschiff gleich und bluffte die MEDEE (36) unter Kapitän Jean-Daniel Coudin, welcher glaubte, sich einem Linienschiff zu ergeben. So eroberte ein Handelsschiff die Fregatte, die einst von einer Sloop in die Flucht geschlagen wurde.


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