Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Stoddert's War: Naval Operations During the Quasi-War with France, 1798-1801
von Michael A. Palmer
Sprache: Englisch
Gebunden - 313 Seiten - Verlag: Naval Institute Press -
Erscheinungsdatum: März 2000
 Stoddert's War: Naval Operations During the Quasi-War with France, 1798-1801


Der Quasi-Krieg zwischen den USA und Frankreich
7. Juli 1798 - 30. September 1800


Man kennt den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1776 - 1783) und die Koalitionskriege (1793 - 1815), zur Not ist auch noch der amerikanisch-englische Krieg (1812 -1814) als Zweiter Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg ein Begriff. Der nicht formal erklärte Seekrieg zwischen der Republik Frankreich und den USA von 1798 bis 1800, von Historikern Quasi War getauft, ist jedoch weitgehend unbekannt. Mit seinem komplexen Hintergrund ist dieser Konflikt jedoch für die amerikanische Geschichte, besonders auch für die Entwicklung der US-Navy, ein wichtiger Meilenstein.

Die Aufhebung des Vertrages von 1778

Schon um den Ausbruch dieses Krieges zu verstehen, muß man bis in das Jahr 1778 zurückgehen: In diesem Jahr schloß das Königreich Frankreich mit den um ihre Unabhängigkeit kämpfenden amerikanischen Kolonisten einen Allianzvertrag, der sowohl militärischen Beistand wie auch die Vergabe von ansehnlichen Krediten an den werdenden amerikanischen Staat vorsah.
Mit der französischen Revolution von 1789 und dem Krieg der Republik Frankreich u.a. gegen England 1793 wurde dieser Vertrag von 1778 plötzlich wieder aktuell. Die französische Republik klagte nämlich neben der Bezahlung der einst durch den französischen König gewährten Kredite auch die Erfüllung des Allianzvertrages von 1778 ein und forderten die USA auf, ihnen gegen die Briten beizustehen. Sie verwiesen darauf, das man Verträge zwischen Nationen und nicht zwischen Staatsformen abschließen würde. Der Vertrag sei deswegen ungeachtet der französischen Revolution noch in Kraft.
Die große Mehrheit der Amerikaner wäre 1793 sogar freudig bereit gewesen, dieser Argumentation zu folgen. Die Stimmung in den USA war zu diesem Zeitpunkt extrem anti-englisch und pro-französisch. Die französische Regierung bzw. ihr Botschafter in den USA, Genet, versuchten diese anti-englische Stimmung zu nutzen, um die USA auf ihrer Seite in den Krieg zu ziehen. Mit Provokationen wurde der Druck erhöht: Genet verteilte z.B. in amerikanischen Häfen 300 Kaperbriefe seiner Regierung, französische Kaperschiffe brachten englische Handelschiffe in amerikanischen Gewässern auf und amerikanischen Abgeordneten wurde der Kriegseintritt durch Zuwendungen attraktiv gemacht.
Der amerikanische Präsident George Washington war jedoch ein strikter Gegner amerikanischer Einmischung in europäische Politik. Er betonte immer wieder die Neutralität der USA und hielt mit eindrucksvoller Konsequenz und Machtbewußtsein dem äußeren Druck, in den Krieg einzutreten, stand.

Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights



Die französischen Provokationen blieben am Ende erfolglos, schlugen vielleicht sogar in das Gegenteil des Erstrebten um:
Am 19. November 1794 schlossen die USA einen Vertrag, berühmt geworden als Jay´s Treaty, mit England ab, der einem drohenden militärischen Konflikt beider Nationen vorbeugte und immerhin Ansätze enthielt, den seit 1783 noch immer nicht normalisierten Beziehungen beider Länder eine Basis zu geben. Provokativ an diesem Abkommen war jedoch besonders die Einseitigkeit zugunsten Englands. Dies führte nicht nur in den USA selbst zu einem Sturm der Entrüstung:
In Frankreich reagierte man auf Jay´s Treaty feindselig. Das Abkommen hatte die Folge, daß die Franzosen nun nicht nur englische Schiffe in amerikanischen Hoheitsgewässern aufbrachten, sondern auch ihre Kaperbriefe auf amerikanische Schiffe mit für England 1 bestimmte bzw. aus England kommende Waren ausdehnten.
Als die USA im Dezember 1796 einen Minister nach Frankreich schickten, weigerte sich die französische Regierung, diesen zu empfangen. Die diplomatischen Beziehungen mit den USA waren damit praktisch abgebrochen.
Präsident John Adams schickte daraufhin 1797 eine dreiköpfige Delegation nach Paris, welche aber demonstrativ ignoriert wurde. Verhandeln, so signalisierten die drei inoffiziellen französischen Gesprächspartner - später im amerikanischen Kongress unter den Pseudonymen X, Y und Z erwähnt - würde man nur gegen die Zahlung einer größeren Summe Geldes. Diese sogenannte XYZ- Bestechungs-Affäre sorgte in den USA für große Entrüstung und für eine nachhaltige anti-französische Stimmung.
Und weil allein 1797 über 300 amerikanische Handelsschiffe von französischen Kaperschiffen weggenommen worden waren, vergaben Präsident Adams und der Kongress zunächst das Mandat des 28. Mai 1798, das die Navy ermächtigte, bewaffnete französische Schiffe in den Hoheitsgewässern vor der amerikanischen Küste anzugreifen.
Politisch aber reagierten die USA mit der Annullierung aller mit Frankreich geschlossenen Verträge inklusive des Vertrages von 1778. Am 7. Juli 1798 passierte der "Act to Declare the Treaties Heretofore Concluded with France, no Longer Obligatory on the United States" den Kongress. Dieses Datum gilt allgemein als Beginn des Krieges, der nie erklärt wurde. Tatsächlich aber ermächtigte der Kongress erst am 9. Juli 1798 die Kommandanten der neu geschaffenen Navy, französische Schiffe auch auf hoher See anzugreifen.

The Naval History of the United States V1

The Naval History of the United States V1
von Willis J. Abbot
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 484 Seiten - Verlag unbekannt
Erschienen 31. Mai 2006

Die Geburtsstunde der US Navy

Mit der indirekten Kriegserklärung des 9. Juli 1798 warf die USA allerdings nur eine kleine Flotte von rund 25 Fregatten und Sloops in die Waagschale. Das sie drei kampfkräftige, große Fregatten zu diesem Zeitpunkt überhaupt zur Verfügung hatten, verdankten die Amerikaner sozusagen den Korsaren von Tripolis, Tunis und Algier, die den USA durch ihre Angriffe auf den Seehandel die Notwendigkeit zur Reorganisation einer Navy kostenlastig vor Augen geführt hatten. Seit 1785 hatte die junge amerikanische Föderation nämlich faktisch keine Marine mehr.
Das Ende des Unabhängigkeitskrieges 1783 hatte zu einer radikalen Entmilitarisierung der jungen amerikanischen Föderation geführt. Ursache war eine Kombination verfassugsrechtlicher und pekuniärer Gründe .
1785
2 war mit der ALLIANCE (32) das letzte Schiff der sogenannten Continental Navy, der kolonialen Marine des Unabhängigkeitskrieges, verkauft worden.
Auch 8 Jahre später, 1793, verfügten die USA lediglich über eine Flottille von Zollkuttern, den Revenue Cutter Service 3.
Der junge Staat ohne eigene Marine hatte aber inzwischen die Erfahrung gemacht, das er die Handelsschiffe seiner Nation nicht schützen konnte, was auf lange Sicht natürlich teurer kam als der Aufbau einer Flotte. England z.B. passte die Neutralität der Amerikaner von Beginn an nicht. Das Königreich störte deswegen den Handel der USA mit Frankreich und hatte damit ein wichtiges Druckmittel zur Betonung seiner Diplomatie zur Verfügung.
Ausgenutzt wurde die marine Schwäche der USA aber vor allem, wie schon erwähnt, von den Kaperschiffen der nordafrikanischen Stadtstaaten (Barbary States) im Mittelmeer. Über einen längeren Zeitraum mußten die Amerikaner Tripolis und den anderen Städten einen Tribut entrichten, damit die amerikanischen Handelsschiffe relativ sicher blieben.
Am 27. März 1794 , möglicherweise auch dem französischen Druck auf die amerikanische Neutralität bzw. der Genet-Affäre Rechnung tragend , beschloß der Kongress deswegen den Aufbau einer eigenen Marine. Der Kongress gewährte den Bau von 6 Fregatten und legte damit den Grundstein für die heutige US Navy.
Als es 1796 zu Vertrags- und Friedensverhandlungen mit Algier kam, wurden die Arbeiten an den Fregatten allerdings gestoppt. Der Kongress, mit Blick auf die zunehmende Aktivität französischer Kaperschiffe gegen den amerikansichen Seehandel, genehmigte schließlich immerhin die Fertigstellung von drei großen Fregatten:
Die UNITED STATES (44) schwamm am 10. Mai 1797, die CONSTELLATION (38) lief am 7. September 1797 vom Stapel und die CONSTITUTION (44) wurde am 21. Oktober 1797 fertiggestellt.
Im Juli 1797 gewährte der Kongress dann auch die Bewaffnung und Bemannung dieser Schiffe, ein deutliches Zeichen Richtung Paris. Nach dem endgültigen Versagen der Diplomatie ging dann alles sehr schnell.
Kurz im Anschluß an die XYZ-Affäre , am 27. April 1798, ermächtigte der Kongress den Präsident zusätzlich zur Indienststellung, Bewaffnung und Bemannung von "nicht mehr als 12 Schiffen mit bis zu 22 Kanonen".
Am 30. April 1798 wurde dann das US-Marineministerium ins Leben gerufen. Benjamin Stoddert wurde der erste Minister (1. Mai 1798 bis 31. März 1800) für die neue US-Navy.
Am 9. Juli 1798, dem erklärten Beginn des nicht erklärten Seekrieges, hatte die US-Marine also gerade drei größere Fregatten auf See, dazu die 12 genannten Schiffe, zumeist angekaufte Handelsschiffe wie z.B. die GANGES (22). Im Verlauf der nächsten Monate kamen weitere Fregatten und Sloops hinzu, so das der Kampf gegen die französischen Freibeuter 1799 mit rund 25 Fregatten und Sloops geführt wurde.


REVELL-Bausatz der USS CONSTITUTION Maßstab 1 : 96

Der Seekrieg mit Frankreich

Durch diese doch recht begrenzten Ressourcen der jungen Navy bedingt konzentrierten sich die Amerikaner in der Abwehr der französischen Kaperschiffe auf die Südostküste der USA und besonders auf die Karibik. Hier betrachteten sie nicht nur die französischen Schiffe als Gegner, sondern attackierten zum Teil auch die mit Frankreich verbündeten Spanier.
Bemerkenwert : Obwohl auch England mit diesen beiden Staaten im Krieg lag, kam es zwischen den Amerikanern und den Briten zu keinerlei Kooperation. Letztere hätte möglicherweise zu einer Formalisierung des Kriegszustandes mit Frankreich und einer Eskalation des Krieges geführt.

Der erste Erfolg der kleinen US-Navy datiert bereits vor dem offiziellen Mandat des Kongresses:
Schon am 7. Juli 1798 gelang der Sloop DELAWARE (20) unter Stephen Decatur dem Älteren direkt vor Egg Harbour (New Jersey) durch ein Täuschungsmanöver die Wegnahme des französischen privateers bzw. Kaperschiffes CROYABLE (14).
Der französische Kaper wurde sofort als RETALIATION in die Navy übernommen, wurde jedoch einige Wochen später, am 20. November 1798, durch die französische Fregatte INSURGENTE (36 - Michel-Pierre Barreaut) zurück erobert und in MAGICIENNE umbenannt. Nur 6 Monate später fiel das Kaperschiff dann erneut den Amerikanern in die Hände.

In diesem ersten Kriegswinter 1798 / 1799 gelang es den US-Schiffen immerhin, 19 französische Freibeuterschiffe zu stellen und wegzunehmen.
Weil es sich bei den Kaperschiffen um Privatschiffe 4 handelte, wenngleich mit offiziellem Kaperbrief der französischen Regierung, waren die amerikanischen Zugriffe noch keine hundertprozentigen Kriegsakte.
Dies änderte sich im Februar 1799, als es zum ersten kriegerischen Aufeinandertreffen zweier Kriegsschiffe beider Nationen kam :
Die Eroberung der freilich kleineren 5 französischen Fregatte INSURGENTE (36 - Michel-Pierre Barreaut) vor der Insel Nevis durch die amerikanische Fregatte CONSTELLATION (38 - Thomas Truxtun) am 9. Februar 1799 war einer der ersten militärischen Höhepunkte des Konflikts.
Den Erfolg der CONSTELLATION nach 75 Minuten intensiven Gefechts darf man auch als den ersten wirklich bedeutenden Sieg der neu formierten amerikanischen Marine betrachten. Dazu kamen die ersten dokumentierten Verluste des Krieges: 1 Toter und 2 Verwundete auf amerikanischer Seite, 29 Tote und 44 Verwundete auf französischer Seite.

 The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars The Naval History of Great Britain: During the French Revolutionary and Napoleonic Wars
von William James, Andrew Lambert
Sprache: Englisch
Gebunden - 568 Seiten - Stackpole Books

Erscheinungsdatum: März 2003

Frankreich reagierte Mitte 1799 auf das scharfe Vorgehen der USA mit der Entsendung von sechs weiteren Kriegschiffen in das karibische Seegebiet. Der Auftrag ihrer Kommandanten lautete, Kreuzerkrieg gegen die amerikanischen Schiffe zu führen.
Auf amerikanischer Seite waren indessen weitere Fregatten und Sloops in Dienst gestellt worden und selbst die Zollkutter des Küstenschutzes erzielten beachtliche Erfolge gegen die französischen Freibeuter.
Im Verlaufe des Jahres 1799 verstärkten sich die USA sukzessive :
Am 15. August 1799 konnte die CONGRESS (36) in die Kämpfe eingreifen, am 2. Dezember 1799 kam die CHESAPEAKE (36) hinzu. Die große Fregatte PRESIDENT (44) griff dagegen erst ab dem 10. April 1800 in den Krieg ein.

Am 1. Februar 1800 war es erneut Kapitän Truxtuns CONSTELLATION (38), die in einen Kampf mit einem regulären französischen Kriegsschiff verwickelt wurde. Diesmal traf die amerikanische 38-Kanonen-Fregatte mit der französischen 40-Kanonen-Fregatte VENGEANCE (40 - Sebastien-Louis-Marie Pichot) vor Guadeloupe auf einen durchaus stärker einzuschätzenden Gegner.
Über das Gefecht und die Verluste existieren auf beiden Seiten selbst für diese Gelegenheiten ungewöhnlich abweichende Berichte, deren Wahrheitsgehalt schwer zu wägen ist.
Es war jedenfalls ein blutiges Gefecht mit mindestens 14 Toten und 25 Verwundeten auf der CONSTELLATION sowie mindestens 20 Toten und 40 Verwundeten auf dem französischen Schiff. Nach amerikanischer Version hatte die VENGEANCE sogar Verluste in Höhe von 150 Mann. Die französische Fregatte verlor im Verlauf des Gefechts alle drei Masten, doch Kapitän Truxtun konnte daraus rätselhafterweise keinen Gewinn ziehen, die VENGEANCE kam davon.
Obwohl die CONSTELLATION hier offenbar die Chance verpasste, den Gegner zu erobern, wurde das Gefecht gegen die VENGEANCE in den USA wie ein Sieg gefeiert. Immerhin bleibt ja auch festzuhalten, das sich eine in den USA entworfene und gebaute Fregatte in zwei Duellen bewährt hatte.

Auch die kleineren US-Schiffe wie z.B. die Schoner ENTERPRISE (12 - John Shaw) oder EXPERIMENT (12 - W. Maley) fügten im Winter und Frühjahr 1800 der französischen Freibeuterflotte in der Karibik große Schäden zu. Die ENTERPRISE allein eroberte 8 Kaperschiffe und befreite 11 amerikanische Schiffe aus französischen Händen.

The History of the American Sailing Navy

The History of the American Sailing Navy
von Howard Irving Chapelle
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - Verlag Bonanza Books
Erschienen November 1988


Besonders aggressiv ging das Geschwader unter Kommodore Silas Talbot vor, zu dem auch die EXPERIMENT gehörte.
Talbot kreuzte vor Hispaniola und wütete geradezu unter den französischen Kapern. Er verfolgte sie sogar auf spanisches Hoheitsgebiet :
Am 11. Mai 1800 ließ der amerikanische Kommodore das französische Kaperschiff SANDWICH im Hafen von Puerta Plata (Santo Domingo) angreifen und entführen, ohne sich um die diplomatischen Verwicklungen mit Spanien zu kümmern. Der Angriff wurde übrigens von Leutnant Isaac Hull geführt, der 1812 mit der CONSTITUTION (44) die englische Fregatte GUERRIERE (38 - James Richard Dacres) vernichten sollte.

Am 12. Oktober 1800 kam es zu einem weiteren, letzten bedeutenden Gefecht zwischen einem amerikanischen und einem französischen Kriegsschiff.
Die kleine 32-Kanonen-Fregatte BOSTON (32 - George Little) traf im Atlantik auf die französische Korvette BERCEAU (22) unter Leutnant Louis-Andre Zenes. Nach zwei Stunden blutigem Kampf ergab sich die fast entmastete BERCEAU, deren Kapitän gefallen war, dem größeren amerikanischen Schiff.

Wiederum siegte hier mit der Fregatte das artilleristisch eindeutig überlegene Schiff, doch die USA konnten dessen ungeachtet am Ende dieses Konfliktes militärisch eine positive Rechnung aufmachen. Auch unter den Freibeutern hatte die kleine US-Flotte fleißig gewütet, über 80 Schiffe hatte man am Ende erobert. Welchem Schaden man mit dem unerklärten Krieg vorgebeugt hatte, kann man an der Zahl der rund 2000 amerikanischen Handelsschiffe ermessen, die französische Freibeuter von 1796 bis 1800 erobert hatten.

Das Ende des Krieges

Das Duell zwischen der BOSTON und der BERCEAU wurde bereits nach der Friedenskonvention von Mortefontaine vom 30. September 1800 ausgetragen. Das Konsulat Napoleon Bonapartes hatte eine gemäßigtere Haltung Frankreichs gegenüber den USA hervorgebracht und so kam es im Verlaufe des Sommers 1800 zu Verhandlungen, die in dem o.g. Vertrag mündeten. Mit diesem Abkommen, von dem man erst im Dezember 1800 in Washington Kenntnis bekam, wurde der Quasi War beendet. Frankreich akzeptierte die Annullierung des Vertrages von 1778 und unterließ Angriffe auf amerikanische Handelsschiffe. Dafür nahm es den Handel mit den USA wieder auf.

Der Quasi War veranlasste die USA, den bereits gestoppten Aufbau einer Kreuzerflotte wieder voran zu treiben, das Marineministerium und sechs Marinewerften zu gründen sowie die Notwendigkeit zu erkennen, die eigene Küste und den eigenen Handel mit eigenen Kriegsschiffen zu schützen.
Obwohl es neben den oben aufgeführten Erfolgen der jungen US-Navy auch große, zum Teil sogar katastrophale Probleme in der Organisation gab, profitierte die amerikanische Marine durch die erworbene Erfahrung und erfüllte in diesem begrenzten Seekrieg ihre Mission. Zum ersten Mal bewährte sich die US Navy damit als Instrument zur Durchsetzung der politischen Ziele der USA.
14 von 25 Kriegsschiffen überstanden nach Ende des Krieges auch die radikalen Sparmaßnahmen von Präsident Thomas Jefferson, der 1801 ins Amt kam. Diese Schiffe waren die Basis für den bereits heraufdämmernden, erfolgreich geführten Krieg gegen Tripoli, der bis 1805 dauerte.

Quellen: Siehe Literaturhinweise

Victory at Tripoli

Victory at Tripoli : How America's War with the Barbary Pirates Established the U.S. Navy and Shaped a Nation
von Joshua E. London
Sprache: Englisch
Gebunden - 288 Seiten - Verlag John Wiley & Sons
Erschienen 2005

The Wars of the Barbary Pirates : To the Shores of Tripoli: The Rise of the US Navy and Marines:
von Gregory Fremont-Barnes
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 96 Seiten - Verlag: OSPREY -
Erscheinungsdatum: November 2006
The Barbary War was the first war to be waged by the United States after gaining independence.
 The Wars of the Barbary Pirates:

Fußnote 1: = Das galt natürlich auch für amerikanische Schiffe, die Waren eines anderen Land, mit dem Frankreich im Krieg lag, an Bord hatten.

Fußnote 2: = Zu diesem Zeitpunkt hatte die junge amerikanische Föderation eine Miniaturarmee von knapp 700 Mann unter Waffen, weil die Föderation weder die Macht noch das Geld hatte, die militärische Schlagkraft zu erhöhen.

Fußnote 3: = Aus dem Revenue Cutter Service wurde später die berühmte Coast Guard, die amerikanische Küstenwache.

Fußnote 4: = Zumeist gehörten diese Schiffe Privatunternehmern, die aus dem Kapern ein Geschäft machten. Pikant daran, das hochrangige französische Politiker bei manchen Schiffen Miteigner waren. Unter den Kaperschiffen gab es aber auch inoffizielle Kriegsschiffe, die sozusagen für den Staat "arbeiteten". Und natürlich machten auch die französischen Kriegsschiffe ganz offiziell Jagd auf amerikanische Handelschiffe mit Konterbande.

Fußnote 5: = Zum Zeitpunkt des Gefechts trug die CONSTELLATION noch 28 mächtige 24-Pfünder-Kanonen auf ihrem Hauptdeck, während die INSURGENTE mit 26 leichteren 18-Pfündern kämpfen mußte und dadurch artilleristisch natürlich klar im Nachteil war, was ihre Mastlosigkeit bewies. Die amerikanischen 24-Pfünder wurden übrigens kurz nach dem Gefecht durch 18-Pfünder ersetzt , weil sich das Gewicht der schweren Kanonen negativ auf die Segeleigenschaften der CONSTELLATION auswirkte. Im späteren Gefecht gegen die VENGEANCE (40) standen dann folglich amerikanische 18-Pfünder gegen französische 18-Pfünder.

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Napoleons gefallenen Göttinnen
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Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

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