Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Thomas Sturges Jackson - Logs of the great seafights


 Seeschlachten und Zweikämpfe
Seeschlachten und Zweikämpfe zwischen 1775 und 1815

Kapitän Robert Redmill

 Kapitän Robert Redmill

* ? in ?           † März 1819 in Sheerness

Über Robert Redmill, den Kommandanten der POLYPHEMUS (64) bei Trafalgar, ist vergleichsweise wenig bekannt. Sein Geburtsdatum und seinen Geburtsort konnte ich bisher nicht ermitteln. Zur Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges 1776 bis 1783 war er jedenfalls Fähnrich in der Royal Navy.
Die Daten seiner Kurzbiographie beginnen hier freilich erst mit seiner Beförderung zum Leutnant am 24. Dezember 1783.
1795 wurde Redmill zum Commander befördert und bekam das Kommando über das Feuerschiff COMET (14). Vom 13. März bis 14. März 1795 war er mit seinem Schiff als Teil der englischen Flotte von Admiral Hotham an der Beinahe-Schlacht im Golf von Genua beteiligt. Dabei wurden die französischen Linienschiffe CA-IRA (92) und die CENSEUR (74), im Lee ihrer Flotte stehend, von der BEDFORD ( 74 - Davidge Gould ) und der CAPTAIN (74 - J.S. Smith) niedergekämpft und erobert.
Am 16. Dezember 1796 wurde Redmill dann zum Kapitän zur See befördert.
1799 bekam er das Kommando über das Linienschiff DELFT (64)1, das als Truppentransporter diente und mit dem er 1801 bei der englisch-türkischen Invasion Ägyptens dabei war. Aus diesem Unternehmen ist die Verleihung einer Auszeichnung dokumentiert. Der türkische Sultan Selim ehrte Redmill und andere Kommandanten mit einer großen Goldmünze.
1805 bekam Redmill das Kommando über das Linienschiff POLYPHEMUS (64), wieder ein 64-Kanonen-Schiff. Am 21. Oktober 1805 nahm er mit seinem Schiff an der Schlacht von Trafalgar teil. Die POLYPHEMUS war mit ihren 64 Kanonen das kleinste Schlachtschiff der englischen Flotte und gehörte zum Angriffskeil unter Vizeadmiral Collingwood. Sie erreichte recht spät die französisch-spanische Linie, griff aber noch rechtzeitig genug in die Schlacht ein, um als erstes Schiff der in große Not geratenen BELLEISLE (74 - Kapitän William Hargood) zur Hilfe zu kommen.

 Trafalgar

Auch im Kampf gegen den nach der Schlacht tobenden Sturm konnte sich die POLYPHEMOS auszeichnen, als sie unter anderem das schwer angeschlagene englische Flaggschiff VICTORY in Tau nahm und glücklich durch den Sturm brachte.
Wie alle Trafalgar-Kommandanten erhielt Robert Redmill später für seine Verdienste in der berühmten Schlacht eine Goldmedaille, den Ehrensäbel der Patriotischen Vereinigung und den Dank des Parlaments.
Doch schon 1806 mußte der erfolgreiche Kapitän aus Gesundheitsgründen das Kommando über die POLYPHEMUS abgeben. Der schwerkranke Redmill sollte nicht mehr auf See zurückkehren.
Am 4. Juni 1815 wurde ihm noch einmal eine hohe Ehre zuteil, als er in den exklusiven Ritterordens von Bath (CB) aufgenommen wurde.
Im Februar 1819 erlag Kapitän Redmill dann offensichtlich seiner Krankheit.

Fußnote 1 = Die holländische Ex-HERCULES (64), die bei der Schlacht von Camperdown am 11. Oktober 1797 erobert wurde und zur Ehrung des mutigen Kampfes der bei gleicher Gelegenheit gesunkenen holländischen DELFT (50) umbenannt wurde.


Mit Breitseite und Enterbeil
von Ulrich Komm
Sprache: Deutsch
Gebundene Ausgabe - 288 Seiten
Erscheinungsdatum: 1990
10. Auflage


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