Remember Nelson: The Life of Sir William Hoste Remember Nelson:
The Life of Sir William Hoste

von Tom Pocock
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 256 Seiten
Erschienen bei Pen & Sword Books / Leo Cooper -

Erscheinungsdatum: April 2005
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Der Gegner ist die beste Deckung

AMPHION gegen BALEINE und Landbatterien

Weitgehend nach dem Bericht in der "Naval History" (1837) von William James

Anfang Mai 1808 lag die britische Mittelmeerflotte unter Admiral Lord Collingwood vor Toulon, um die dort im Hafen ankernden französischen Linienschiffe zu blockieren und die Schiffbautätigkeiten auf einer der größten Reeden des napoleonischen Frankreich zu beobachten.
Collingwood war 1805 Zweitkommandierender hinter Lord Nelson bei Trafalgar gewesen, doch die Zeiten großer und offener Seeschlachten waren seitdem vorbei. Die französische Marine hatte nach der verheerenden Niederlage gegen Nelson ihre alte Stärke noch lange nicht wieder erlangt.

Wenigstens die britische Handelsschifffahrt im Mittelmeer konnten die Franzosen aber bedrohen und so nahm der britische Admiral Informationen, daß vor Mallorca eine große, mit 40 Kanonen bewaffnete französische Fregatte mit dem Namen BALEINE lag, sehr ernst.
Er sandte die mit Achtzehnpfündern bewaffnete Fregatte AMPHION, 32 Kanonen, mit dem Auftrag aus, Mallorca anzusteuern, um die BALEINE unschädlich zu machen, weil sie der britischen Handelsschifffahrt in dieser Region sehr gefährlich werden konnte.
Da die Gerüchte von einem spanischen Aufstand inzwischen auch bis vor Toulon vorgedrungen waren, mußte Collingwood auch davon ausgehen, daß die BALEINE im Falle des Falles französische Truppen in Spanien unterstützen würde.
Deswegen bekam der Kommandant der AMPHION, Kapitän William Hoste, neben seinem Kampfauftrag auch die Aufgabe, Aufklärung an der Küste Kataloniens zu betreiben und Informationen über die jüngsten Geschehnisse zu sammeln. Für den 28-jährigen Hoste - seit seinem 13. Lebensjahr in der Navy, seit 1798 Leutnant und seit 1802 Kapitän - war es völlig normal, daß man eine englische 32-Kanonen-Fregatte in den Kampf gegen ein französisches 40-Kanonen-Schiff sandte. Mit den großen Erfolgen der britischen Navy waren auch die Erwartungen an die Offiziere gewachsen.

Am Morgen des 12. Mai stand die englische Fregatte vor der Bucht von Rosas, als die Ausgucks ein in der Bucht liegendes Kriegsschiff meldeten.
Kapitän Hoste steuerte direkt in die Bucht und hatte um 9:50 Gewißheit, daß unter den Landbatterien der spanischen Stadt genau die große Fregatte lag, die Collingwood zuvor noch vor Mallorca vermutet hatte.
Doch der englische Kapitän konnte selbst auf Distanz erkennen, daß die Berichte über die militärische Stärke der BALEINE übertrieben gewesen waren, denn der Bautyp deutete auf ein bewaffnetes 800-Tonnen-Versorgungschiff mit 30 Kanonen von kleinerem und mittlerem Kaliber bis zu Zwölfpfündern hin. Von diesem Schiffstyp segelten in der französischen Mittelmeerflotte mehrere Schiffe zum Zwecke des Transpoerts von Truppen, Geräten und Versorgungsgütern.

Auf der BALEINE wurde um 10:10 die Flagge gehißt und eine Spring auf die Ankerkette gesetzt, um dem anlaufenden Engländer immer die Breitseite zuwenden zu können. Um 10:30 eröffneten die 150 Mann Besatzung das Feuer auf die AMPHION und auch die Batterie von Rosas - 16 Kanonen, die 24-pfündige Kugeln!!!  verschoßen - feuerte nun auf die sich nähernden Briten, einige Geschütze sogar mit rotglühenden Kugeln, um die britische Fregatte in Brand zu setzen.

Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.


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Aber Hoste ließ sich weder von diesem feurigen Empfang noch von einer zusätzlichen Batterie von 8 Geschützen auf der anderen Seite der Bucht abschrecken, sondern näherte sich kreuzend der BALEINE. Auf jedem ihrer Schläge feuerte die AMPHION ebenfalls ihre Breitseiten ab und erzielte offensichtlich einige Wirkung, denn gegen 11:00 löste die BALEINE ihre Ankertrossen, um vor diesem Beschuß näher an´s Ufer zu fliehen und vor allem näher an die verteidigenden Landbatterien zu gelangen.
Ihren Verfolger beeindruckte dieses Manöver aber nicht und gegen 11:30 hatte sich die AMPHION der nahe am Ufer liegenden BALEINE auf wenige Meter genähert und war dadurch z.T. durch das französische Schiff vor den Kanonen der Landbatterie gedeckt.

Hoste befahl nun zu ankern und ließ ebenfalls Springs auf die Ankertrossen setzen. Dann begannen die Kanoniere der AMPHION nicht nur, den Gegner systematisch in Stücke zu schießen, sie visierten auch - vermutlich erfolgreich - die beiden Landbatterien an. Von den Vierundzwanzigpfündern an Land konnten zunächst lediglich die zuverlässigsten und am günstigsten positionierten Geschütze auf das britische Schiff feuern, weil sonst die BALEINE unter eigenes Feuer gekommen wäre.

Das französische Feuer kostete der AMPHION zwar bald eine Rahe, an zwei Stellen geriet das Schiff auch kurzzeitig durch glühende Kugeln in Brand, doch durch die selben Salven stieg auch Rauch auf der BALEINE auf, so das das Feuer mit den red hot shots von Land schnell wieder eingestellt wurde.
Ungeachtet der Schäden durch den Beschuß jagte die AMPHION der BALEINE weiter Kugel um Kugel in den Rumpf und um 1:30 war der Franzose völlig entmastet, zum Schweigen gebracht und offensichtlich der Kapitulation nahe, denn französische Seeleute sprangen auf der Flucht vor dem englischen Beschuß über Bord.

Kapitän Hoste ließ das Feuer auf das Schiff einstellen und während sich seine Kanoniere mit einigem Erfolg auf die Landbatterien konzentrierten, schickte der englische Kommandant seinen ersten Offizier Leutnant Bennett mit einem Boot hinüber, um das feindliche Schiff in Besitz zu nehmen.
Doch als der Leutnant das Heck der BALEINE passieren wollte, wurde vom Gegner aus das Feuer auf sein Boot eröffnet, so daß Hoste ihn zurückrufen mußte und die BALEINE wieder in´s Visier nahm.

Inzwischen aber nahm die Feuerleitung an Land keinerlei Rücksicht mehr auf die zusammengeschossene BALEINE und erzielte auch gefährliche Treffer auf dem Engländer. Auch drohte der drehende Wind der englischen Fregatte bald den Weg aus der Bucht heraus zu verlegen.
Deswegen und im Hinblick auf die zerstörte und sinkende BALEINE befahl Hoste nun den Rückzug aus der Bucht und um 2:20 - nach über 4 Stunden Gefecht - kreuzte sich die AMPHION den Weg aus der Bucht von Rosas wieder frei.
Sie hinterließ mit der BALEINE ein Wrack voller toter und verletzter Seeleute, das bald darauf auf Grund gesetzt werden mußte, um nicht zu sinken. Später wurde die Fregatte wahrscheinlich aufgegeben und aufgebrochen oder wurde auf die Klippen geworfen. Sie kam jedenfalls nicht mehr zum Einsatz.

Die AMPHION kam relativ glimpflich aus dem Gefecht heraus und hatte einen Toten und eine Handvoll Verwundete zu beklagen. Rund 3 Jahre nach dem Angriff auf die BALEINE, am 13. März 1811, sollte Kapitän William Hoste mit der AMPHION in der berühmten Fregattenschlacht vor Lissa (Adria) sein Geschwader zu einem glänzenden Sieg führen.

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!!! = C.S. Foresters fiktiver Romanheld Horatio Hornblower wird dann einige Monate später in Unter wehender Flagge dann aber sogar 42-Pfünder-Geschützen auf den Wällen von Rosas bewundern können !