Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Das letzte Gefecht der GLORIOSO

Sultan Fateh Ali Tipu

besser bekannt als Tipu Sahib, Herrscher von Mysore

Tipu Sahib

* 20. November 1750 in Devanhalli, Mysore           † 4. Mai 1799 in Seringapantam, Mysore

Tipu wurde am 20. November 1750 in Devanhalli als ältester Sohn des Soldaten und hohen Offiziers Haidar Ali und dessen Gattin Fatima geboren.
Haidar, ein Muslim, ergriff 1761 die Macht über das zentralindische Reich von Mysore, zuvor regiert von der Hindu-Dynastie der Wodeyars.
Der junge Tipu wurde zum Soldaten erzogen. Schon 1767, während der Invasion des Carnatic durch Haidar Alis Truppen, kommandierte Tipu eine Kavallerieabteilung. In den Kriegen gegen die Marathen-Fürsten von 1775 bis 1779 sammelte Tipu weitere militärische Erfahrungen.
Im zweiten Mysorer Krieg 1780 bis 1784 kämpfte Tipu unter seinem Vater und wurde mit seiner Truppe gegen das 73ste Regiment und zwei Sepoy-Regimenter unter Colonel Baillie geschickt. Bei Pollilur stieß Tipu am 10. September 1780 auf die Briten und schlug Baillie vernichtend.
Unter den Gefangenen, die Tipu machte, befand sich auch ein Captain David Baird, der vier Jahre - bis 1784 - in den Kerkern von Mysore gefangen gehalten wurde. 15 Jahre später sollte dieser David Baird den letzten Angriff auf Seringapantam, Tipus Hauptstadt, anführen.
Im Dezember 1782 starb überraschend Haidar Ali und sein Sohn folgte ihm auf den Thron. 1784 machte Tipu notgedrungen und unter Gebietsverlusten Frieden mit den Engländern. Tipus Ziel blieb von nun an die Verdrängung der Briten aus den Gebieten, die zu Mysore gehörten. Der Sultan, der sich selbst gern mit dem Ehrennamen "Der Tiger" schmückte, machte aus seiner Antipathie gegen die Briten keinen Hehl. Berühmt geworden ist ein großes mechanisches und akustisches Spielzeug, genannt Tipus Tiger, das der Sultan gerne seinen Gästen präsentierte. Es stellt einen Tiger dar, der einen britischen Soldaten tötet.

Tipus Tiger - ein mechanisches Spielzeug mit Tigergebrüll

Trotzdem war die von britischer Seite behauptete Grausamkeit Tipus lediglich ein Propagandatrick. Erstaunlich auch die praktizierte religiöse Toleranz des Herrschers, der trotz seines strengen islamischen Glaubens das Reich als Mysorer und nicht als Muslim regierte. Hindus bekleideten unter ihm hohe Ämter, weder wurden Muslime bevorteilt noch andere Religionen benachteiligt. Davon konnte zu dieser Zeit in Europa keine Rede sein.
Mysore wurde immer wieder in Grenzkonflikte mit angrenzenden Fürstentümern verstrickt, die sich manchmal zu Kriegen entwickelten. Der Krieg gegen die Nairs von Malabar von 1787 bis 1788 war zum Beispiel einer von Tipus Erfolgen und endete mit großen Territoriumszuwachs.
Französische Söldner und Berater hatten schon unter Haidar Ali in der Armee Mysores gedient. Tipu suchte nun den Kontakt zu Frankreich zu intensivieren. Er hatte von seinem Vater die Lektion gelernt, das er die Briten ohne Unterstützung von See her nicht würde schlagen können. 1788 schickte der Sultan drei Botschafter nach Paris, die auch vom König empfangen wurden. Die Revolution 1789 in Frankreich unterbrach jedoch das Werben um französische Unterstützung für mehrere Jahre.
Im dritten Mysorer Krieg von 1790 bis 1792 konnte Tipu zwar im Juli 1791 einen Angriff englischer Truppen unter Gouverneur Cornwallis zurückschlagen und die Briten bis nach Bangalore zurückdrängen. Doch im Februar 1792 zwang ihn eine englische Offensive dazu, um Frieden zu bitten. Erneute Territoriumsverluste und Reparationszahlungen waren die Folge. Außerdem mußte er zwei seiner Söhne - beide im Knabenalter - als Geiseln (!) übergeben. Erst 18 Monate später kehrten die Kinder nach Seringapantam zurück.

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von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
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Tipu hatte seine französische Option nie aufgegeben, suchte Kontakt zum französischen Direktorium und korrespondierte mit Napoleon Bonaparte während dessen Ägyptenfeldzug 1798. Ebenfalls 1798 ließ der Sultan und streng gläubige Muslim in Seringapantam sogar einen Jakobiner-Club gründen. Erster Mitglied war der Citoyen Tipu selbst.
Inzwischen (1797) wurde Richard Wellesley neuer Generalgouverneur der Eastindia Company in Kalkutta. Die Politik des älteren Bruders von Arthur Wellington war wesentlich aggressiver als die seines Vorgängers Cornwallis. Wellesley reichten Informationen über Tipus Kontakte zu Bonaparte und die Tatsache, das auf der französischen Insel Mauritius Freiwilllige für Tipus Armee angeworben wurden (rund 100 Mann), als Vorwand für einen Feldzug gegen Mysore.
Der militärisch völlig unvorbereitete Herrscher wurde durch den englischen Vorstoß bis nach Seringapantam zurückgedrängt. Die Hauptstadt wurde anschließend belagert und am 4. Mai 1799 durch Colonel Baird gestürmt. An einem der Tore zum Palast wurde Tipu Sahib mitten im Kampfgetümmel durch mehrere Kugel getroffen und getötet.
Die Briten beerdigten Tipu mit militärischen Ehren, setzten seine Familie in einem Fort in Vellore fest und übernahmen die Verwaltung von Mysore.

 Englisch: Sharpe's Tiger: Richard Sharpe and the Siege of Seringapatam, 1799 Deutsch: Sharpes Feuerprobe
Englisch: Sharpe's Tiger.: Richard Sharpe and the Siege of Seringapatam, 1799

von Bernard Cornwell
Sprache: Deutsch
Broschiert - 480 Seiten - LÜBBE
Erscheinungsdatum: April 2008

Die Karriere von Cornwells weltberühmten Roman-Soldaten beginnt in diesem Buch. Im dritten Krieg der Eastindia Company gegen den Herrscher von Mysore, Tipu Sahib, bewährt sich Sharpe unter dem Kommando von Arthur Wellesley, des späteren Herzogs Wellington, bei der Befreiung eines hohen Offiziers, der den Mysorern in die Hände gefallen ist. Die Abenteuer gipfeln in der Belagerung und Erstürmung von Tipus Hauptstadt Seringapatam.

Sonst in Deutsch noch erschienen: Sharpes Sieg (März 2009) und Sharpes Festung (Juli 2009)
 Deutsch: Sharpes Feuerprobe


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