Linienschiffschlachten 1794 - 1806 Download
Suchen nach:
In Partnerschaft mit Amazon.de
Das letzte Gefecht der GLORIOSO
Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.


 www.seeschlacht.tk

François-Dominique Toussaint L'Ouverture

Francois-Dominique Toussaint Louverture

* 20. Mai 1743 Breda Plantage bei Cap Haitien, Haiti            † 7. April 1803 im Fort de Joux, Frankreich

François-Dominique Toussaint wurde (vermutlich) am 20. Mai 1743 auf der Breda Plantage bei Cap Francois (heute: Cap Haitien) als ältester Sohn eines zum Katholizismus konvertierten Sklaven geboren.
Sein Vater, dessen afrikanischer Name angeblich Gaou-Ginou lautete, stammte der Legende nach aus Dahomey und war in Afrika Sohn eines Häuptlings. Toussaints Eltern starben jedoch, noch bevor ihr Ältester das Jugendalter erreicht hatte.
Toussaint, der 5 Brüder und 3 Schwestern hatte, fand indessen eine neue Vaterfigur in dem Ex-Sklaven und Priester Pierre Baptiste Simon, der jedenfalls entscheidenden Einfluß auf die Erziehung des späteren Sklavenführers hatte. Von Simon lernte Toussaint neben Französisch und Latein wahrscheinlich auch die Anwendung der Kräuterheilkunde.
Die Geschwister wuchsen auf der Plantage von Breda unter einem milden Besitzer und einem ebenso denkenden Verwalter auf. Die Behandlung der Sklaven stand hier im starken Kontrast zu der überall im französischen Teil Haitis ( Saint Domingue ) gängigen Brutalität.
Der Verwalter scheint den jungen Sklaven jedenfalls gefördert zu haben. Toussaints Aufgaben und Befugnisse auf der Breda Plantage müssen vielfältig gewesen sein und gingen weit über das hinaus, was man sonst Sklaven erlaubte. So arbeitete Toussaint nicht nur als Vorarbeiter, sondern wurde schließlich sogar Haushofmeister. Jedenfalls machten seine wirtschaftlichen Talente Eindruck auf seinen Besitzer, denn 1777 wurde er freigelassen und bekam als Pächter ein größeres Stück Land zur Bewirtschaftung. Außer von ihm und seiner Ehefrau Suzanne Simon, die er nun hatte heiraten können, wurde dieses Land noch von einem Dutzend Sklaven von der Breda Plantage bestellt - ein Indiz sowohl für die Größe des Pachtlandes als auch für das Vertrauens des Verpächters.

Die Scheidung von San Domingo. Wie die Negersklaven von Haiti Robespierre beim Wort nahmen


Aus der Ehe mit Suzanne Simon entsprang ein Sohn, einen weiteren hatte Suzanne bereits in die Verbindung gebracht. Er wurde von Toussaint wie ein eigener Sohn erzogen. Der spätere Freiheitsheld Haitis wurde bereits damals als ruhiger, gläubiger und gütiger Mann beschrieben.
Nach einigen regionalen Unruhen und Rebellionen kam es in Saint Domingue im August 1791 zum allgemeinen Aufstand der Sklaven unter dem Voodoo-Priester Boukman, der wenig später im Kampf fiel. Andere Führer wie die Generäle Georges Biassou, Jean Francois und Jeannot traten an seine Stelle. Im Oktober 1791 schloß sich auch Toussaint den Aufständischen an und war zunächst als Wund- und Kräuterarzt in der Armee Biassous tätig, wurde aber schon bald dessen Adjutant.
Nach und nach scharte Toussaint, der einen Ruf als kluger, gerechter und menschlicher Führer erwarb, seine eigene Truppe hinter sich. Und er erwarb sich einen Beinamen, unter dem er bald weltbekannt werden sollte: L'Ouverture (später auch: Louverture) . Worauf sich dieser Beiname bezog, ist ungeklärt. War es die Zahnlücke zwischen seinen vorderen Schneidezähnen, bedeutete es, das er immer eine Lücke in der feindlichen Schlachtordnung fand oder bezog sich der Titel auf die "Eröffnung" der Freiheit für die Sklaven ?
1792 schlossen sich in diesem unübersichtlichen Krieg, in dem eine wachsende Anzahl diverser Interessengruppen (Schwarze, Mulatten, Weiße, Monarchisten, Republikaner, Jakobiner, Pflanzer, Kleinbürger, Söldner, Franzosen, Spanier, Briten usw.) in wechselnden Allianzen gegeneinander kämpften, die Farbigen (Mulatten) mit den Weißen gegen die Schwarzen (Afrikaner) zusammen.
1793 kam dazu noch die Nachricht von der Exekution des französischen Königs, die das Ende der Monarchie bedeutete. Daraufhin verbündeten sich die gegenüber den Jakobinern mißtrauischen Führer der Schwarzen - Georges Biassou, Jean Francois und inzwischen auch Toussaint - mit den Spaniern, die den Osten Haitis ( Santo Domingo ) beherrschten und zu diesem Zeitpunkt im Krieg mit Frankreich lagen.

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3

Frankreich verlor in Saint Domingue nun immer mehr an Boden, doch erst als die Briten im September 1793 im Westen der Insel landeten, proklamierte der Beauftragte des französischen Konvents Leger Felicite Sonthonax am 5. November 1793 die Freilassung aller Sklaven, die für Frankreich kämpften.
Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten Toussaint und die Spanier schon den gesamten Norden der Insel, so das die letzte Rettung der französischen Interessen auf der Insel in der Abschaffung der Sklaverei in den Kolonien bestand. Dies wurde durch den Konvent am 4. Februar 1794 beschlossen und veranlasste tatsächlich Toussaint, am 6. Mai 1794 mit den Spaniern zu brechen und sich wieder auf die Seite Frankreichs zu stellen.
Als sich im Herbst 1794 die Armeen der spanientreuen Georges Biassou und Jean Francois auflösten, schlossen sich viele der Männer Toussaint L'Ouverture an. Dessen Armee wurde nun zum wichtigsten Machtfaktor auf der Insel.
Anfang 1795 kam es bei Jeremie und Cap Nicholas zu mehreren Schlachten gegen die Briten, die Toussaint jedoch nicht besiegen konnten. Die Armee des "schwarzen Spartakus" bewegte sich zu schnell für die englischen Armeen und konnte diese an der Westküste festhalten. Im Sommer 1795 verdrängte Toussaint dann die Spanier nach Osten und damit ganz aus Saint Domingue.
Im März 1796 schlug er einen Aufstand von Mulattenregimentern gegen den französischen Generalgouverneur Etienne Laveaux nieder und wurde von diesem zum stellvertretenden Gouverneur ernannt. Im Oktober 1796 verließ Laveaux Haiti und wurde später von Sonthonax abgelöst, der die Armee der Ex-Sklaven gegen die Engländer dringend benötigte.
Von ihm wurde Toussaint L'Ouverture folgerichtig im Mai 1797 zum militärischen Oberbefehlshaber aller französischer Truppen auf der Insel ernannt. Damit wurde der religiöse Toussaint, der den atheistischen Franzosen zwei Monate später zur Abreise nach Frankreich zwang, faktisch der Herr von Saint Domingue
Im April 1798 kam es dann zu Verhandlungen zwischen Toussaint und dem in die Defensive gedrängten englischen General Maitland und im Oktober 1798 verließen die letzten englischen Truppen die Insel.

 The Patrick O'Brian Muster Book: Persons, Animals, Ships and Cannon in the Aubrey-Maturin Sea Novels The Patrick O'Brian Muster Book: Persons, Animals, Ships and Cannon in the Aubrey-Maturin Sea Novels

von Colin White, Anthony Gary Brown
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 395 Seiten - McFarland & Company
Erscheinungsdatum: 30. Juli 2006

Das absolute Must Have für Patrick O'Brian Fans: Mit 5000 Verweisen für jede Person, jedes Tier, jedes Schiff und sogar jede Kanone, die in den 21 Büchern erwähnt wurde !

Im Laufe der nächsten Monate erwuchs dem Bezwinger Maitlands in dem Mulattengeneral Andre Rigaud aus den eigenen Reihen ein von Spanien geförderter Kontrahent und im April 1799 kam es zum Krieg. Nun zeigte sich Toussaint als gewitzter Politiker, denn im Austausch gegen die Versicherung, keine Sklavenrebellionen auf englisches oder amerikanisches Territorium zu tragen, gewann er die Unterstützung dieser beider Staaten. Im Juli 1800 schlug Toussaint mit Unterstützung englischer und amerikanischer Kriegsschiffe Rigaud entscheidend.
Die Invasion und Annexion des spanischen Santo Domingo im Januar 1801 war dann sozusagen ein Nebeneffekt dieses Krieges. Toussaint L'Ouverture war nun der Herr von ganz Haiti. Am 24. Januar 1801 schaffte er offiziell die Sklaverei auf der ganzen Insel Haiti (oder: Hispaniola) ab.
Im Juli 1801 proklamierte Toussaint eine neue Verfassung, erklärte Saint Domingue faktisch für autonom und ernannte sich selbst zum Generalgouverneur auf Lebenszeit.
Frankreichs erster Konsul Napoleon Bonaparte schickte daraufhin im Dezember 1801 eine Armee unter Führung seines Schwagers General Charles Leclerc nach Haiti, die im Februar 1802 landete. Am 23. Februar 1802 verlor Toussaint die Schlacht von Ravine-a-Couleuvres, seine Armee wurde in die Berge zurück getrieben, wo sie freilich schwer anzugreifen war.
Vom 4. März 1802 bis 24. März 1802 kam es zu der 20 Tage dauernden verlustreichen Schlacht von Crete-a-Pierrot. General Leclerc blieb angesichts seiner großen Verluste nichts übrig, als Toussaints Generale Christophe und Dessalines mit falschen Versprechungen zu ködern und schließlich am 1. Mai 1802 zu einem Waffenstillstand zu verleiten.
Damit blieb auch ihrem Oberbefehlshaber nur der Guerillakrieg oder Verhandlungen. In einem Vertrag vom 7. Mai 1802 wurde Toussaint L'Ouverture neben dem Bestand der Abolition (Sklavenbefreiung) auch freies Geleit zugesichert. Als er aber am 7. Juni 1802 eine französische Fregatte betrat, wurde der Sklavenführer festgesetzt und nach Frankreich gebracht.
Am 25. August 1802 wurde der haitianische Freiheitsheld in den Kasematten des Fort de Joux (Doubs) eingekerkert. Dort starb François-Dominique Toussaint Louverture am 7. April 1803 an einer Lungenentzündung.
Das Schicksal des betrogenen Nationalhelden löste weltweit Empörung gegen Frankreich aus. Sein Werk war jedoch nicht mehr umzustoßen: Nicht einmal Napoleon, der entgegen seinen übermittelten Versprechungen am 20. Mai 1803 die Sklaverei in den Kolonien wieder einführte, gelang es schließlich, die Unabhängigkeit der Republik Haiti (1. Januar 1804) zu verhindern. Ohne Toussaint Louverture wäre diese erste schwarze Republik nicht denkbar gewesen.


Schiffe
Personen und Biografien
Zeittafeln
Schlachten und Duelle
Der ganze andere Plunder


Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch
Paperback - 349 Seiten - BoD - ISBN 978-3-8391-0218-3
Erscheinungsdatum: Mai 2009

Copyright © 2006 by T. Coladores & Pellewserbe

E-Mail