Master & Commander

Master & Commander (Special Edition, 2 DVDs)
Darsteller: Russell Crowe, Paul Bettany Regie: Peter Weir
In Deutsch und Englisch, Bildformat: 2.35:1
DVD Erscheinungsdatum: 15. April 2004 , Produktion: 2003
DVD Features: Mehr als 3 Std. Bonusmaterial, Dokumentation 'Visuelle Effekte', unveröffentlichte Szenen, HBO Special

Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Sir James Lucas Yeo

 Kapitän Sir James Lucas Yeo

* 7. Oktober 1782 in Bishop’s Waltham (Hampshire, England)            † 21. August 1818 an Bord der SEMIRAMIS im Atlantik

James Lucas Yeo war bereits 1793 im Alter von nur 11 Jahren in die englische Kriegsmarine, die Navy, eingetreten.
Am 20. Februar 1797 - im Alter von nur 15 Jahren - wurde er zum Leutnant befördert, obwohl das Mindestalter für diesen Rang bei 18 Jahren lag. Da man es damals mit der Bürokratie nicht so genau nahm oder die Offiziersanwärter nicht immer das korrekte Alter angaben, war die Altersgrenze jedoch nicht zwingend.

Am 26. August 1800, als Leutnant an Bord der CORSO (14 - William Rickett), zeichnete sich Yeo bei einem erfolgreichen Angriff auf den Hafen von Cesenatico in der Adria (bei Rimini) aus. Yeo führte einen kleinen Landungstrupp an, der die Verteidigung des Hafens im Handstreich überwand. Dann ließ der draufgängerische Leutnant alle Schiffe im Hafen vernichten, verbrannte die beiden Piers und blockierte die Hafeneinfahrt, bevor er sich vor der anstürmenden französische Truppe zurückzog.

Der junge Offizier war sowohl bei seinen Vorgesetzten als auch bei seinen Untergebenen sehr beliebt. Einer seiner kommandierenden Offiziere, Frederick Maitland, Kapitän der Fregatte LOIRE (40), charakterisierte seinen Leutnant als vollendeten Offizier, außergewöhnlich höflich und gewinnend, draufgängerisch und doch vor allem mit einer stoischer Ruhe gesegnet.

Am 4. Juni 1805 führte Yeo in der Bucht von Muros (Spanien) ein Landungskomando mit Booten von der LOIRE - insgesamt nur 50 Mann - gegen mehrere befestigte Artilleriestellungen bzw. Forts, die von einer vielfachen Übermacht verteidigt wurde. Yeo eroberte eine Stellung nach der anderen und setzte die gegnerische Artillerie außer Gefecht. Diese Tat machte Yeo bekannt und aus dem Leutnant am 21. Juni 1805 einen Commander.

Denys Arthur Rayner's
The long fight


Als neuer Kommandant der bei dieser Gelegenheit eroberten Sloop CONFIANCE (22) erhielt sich Yeo seinen Ruf als sympathischer Draufgänger, bewies aber auch andere Fähigkeiten: 1807 war Yeo unter dem berühmten Abenteurer Sir Sydney Smith an der Evakuierung des durch die Franzosen bedrohten portugiesischen Königshauses nach Brasilien beteiligt. Smith, der sonst kaum andere Offiziere neben sich gelten ließ, war insbesondere von Yeos Verhandlungsgeschick bzw. von seinen “social skills” begeistert und trug sicherlich maßgeblich zu dessen Beförderung in den Rang eines Kapitäns z.S. am 19. Dezember 1807 bei.

Am 4. Januar 1809 gelang Kapitän Yeo sein größter Coup, als er - mit der CONFIANCE vor Französisch Guyana kreuzend - mit einer relativ kleinen Truppe von nur 400 Mann in Cayenne landete, gegen dreifache Übermacht Fort Diamant stürmte und den letzten Stützpunkt Frankreichs auf dem südamerikanishen Kontinent eroberte. Als Belohnung für diese größte Tat seiner Karriere wurde er vom portugiesischen König zum Ritter der Ordens des heiligen Benedikt von Avis geschlagen (als einziger, erster und letzter Prostestant) und am 20. Juni 1810 sogar zu einem der jüngsten Ritter des Bath-Ordens, einer ganz besonders exklusiven Gesellschaft des englischen Königreichs.

Im Oktober 1811 trat Yeo in Kingston (Jamaika) das Kommando über die Fregatte SOUTHAMPTON (32) an. Dieses Kommando stellte möglicherweise einen Wendepunkt in Leben und Persönlichkeit des noch jungen Kapitäns dar, denn am 3. Februar 1812 stellte er vor Haiti die haitianische Rebellenfregatte HEUREUX-REUNION oder auch AMETHYSTE (38) und kämpfte sie in einem ungleichen Kampf mit großen Verlusten auf Seiten des Gegners nieder.

  AMETHYSTE - Tödliche Falle vor Haiti

Ob dieses Massaker oder der Verlust der SOUTHAMPTON auf einem Riff vor den Bahamas am 27. November 1812 diese Wende auslösten, bleibt der Spekulation überlassen. Beschreibungen und Bilder von Yeo aus dieser Zeit indizieren jedenfalls, daß er nach diesem Kommando und trotz des ehrenvollen Freispruchs vor dem obligatorischen Kriegsgericht wegen des Verlustes der Fregatte ein anderer Mann wurde, schlecht gelaunt, mißtrauisch, verschlossen und vorsichtig.

Yeo - kaum nach England zurückgekehrt (9. Februar 1813 an Bord der BRAZEN) - wurde am 19. März 1813 zum Kommodore befördert und bekam – ohne jemals zuvor ein Schlachtschiff bzw. Linienschiff kommandiert zu haben und möglicherweise als Belohnung für seinen Einsatz vor Haiti - im amerikanisch-englischen Krieg das wichtige Kommando auf den kanadischen Seen, war aber dort weniger erfolgreich als in seiner Karriere zuvor: Der einstige Draufgänger präsentierte sich als defensiv und ging, wie sein amerikanisches Gegenüber Kommodore Isaac Chauncey, einer Entscheidungsschlacht aus dem Weg.

In England betrachtete man freilich und nicht zu Unrecht als wesentlichen Grund für die relative britische Erfolglosigkeit die Teilung des Kommandos mit dem unfähigen Gouverneurs Sir George Prevost.
Immerhin baute Yeo in einer Art Wettrüsten auf dem Ontario-See, dem sogenannten Schiffbau-Krieg gegen die Amerikaner , mit der ST. LAWRENCE (112 Kanonen !) das größte Kriegsschiff, daß je auf den kanadischen Seen segelte. Am 15. Oktober 1814 lief das Linienschiff in Kingston (Lake Ontario) vom Stapel und Yeo war absoluter Herr über die Seen. Es war allerdings zu spät, weil am 11. September 1814 auf dem Lake Champlain infolge Prevosts Versagen die wichtigste Seeschlacht um die Vorherrschaft auf den oberen Seen verloren ging und bald darauf der amerikanisch-englische Krieg praktisch beendet war. Im Mai 1815 kehrte Yeo nach England zurück.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich im Laufe der Jahre immer mehr. 1817 bekam er - trotz seiner sichtlich angegriffenen Gesundheit und obwohl nach dem Krieg Posten äußerst knapp waren - das Kommando über die SEMIRAMIS (38) und jagte vor der westafrikanischen Küste Sklavenhändler. Mit dieser Aufgabe erfüllte sich für den entschiedenen Gegner der Sklaverei ein Herzenswunsch. Doch die Gesundheit Yeos war schlecht und bald darauf erlitt er einen gesundheitlichen Zusammenbruch.
1818, auf dem Weg von Jamaika nach England, erlag er nach offizieller Todesursache einer allgemeinen Erschöpfung, hervorgerufen durch Fieberanfälle.

The Life and Times of Horatio Hornblower: A Biography of C.S. Forester's Famous Naval Hero

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von Northcote Parkinson
Sprache: Englisch
Gebunden - 416 Seiten - McBooks Press
Erschienen:1. Mai 2005


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