Die russischen Zaren 1547 - 1917

Die russischen Zaren 1547 - 1917
von Hans-Joachim Torke
Sprache: Deutsch
Broschiert - 406 Seiten - C.H.Beck
Erscheinungsdatum: Oktober 2005
Von Iwan dem Schrecklichen bis Nikolaus II.
Mit der Geschichte der Zaren schreibt der Berliner Historiker
und Osteuropaspezialist auch gleichzeitig eine Geschichte Rußlands.

 Die Seekriege, Seeschlachten und Zweikämpfe auf See zwischen 1775 und 1815
Die Seekriege, Seeschlachten und Zweikämpfe
auf See zwischen 1775 und 1815
 Russische Geschichte

Russische Geschichte
von Andreas Kappeler
Sprache: Deutsch
Broschiert - 111 Seiten - C. H. BECK
Erscheinungsdatum: Juli 2005

Zar Alexander I. von Rußland

Zar Alexander I von Rußland

* 23. Dezember 1777 in St. Petersburg            † 1. Dezember 1825 in Taganrog (Asowsches Meer)

Alexander Romanow wurde am 23. Dezember 1777 in St. Petersburg als erster Sohn des russischen Großfürsten und späteren Zaren Paul I und seiner zweiten Frau Prinzessin Sophia von Württemberg geboren, neun Geschwister sollten in den nächsten zwanzig Jahren noch folgen.
Für die Erziehung des möglichen späteren Thronfolgers sorgte besonders seine Großmutter, die Zarin Katharina die Große. Das schlechte Verhältnis zwischen der Zarin und Alexanders Vater Paul färbte allerdings auf das Vater-Sohn-Verhältnis ab, der Großfürst betrachtete seinen Sohn stets eher als Konkurrenten und mit großem Mißtrauen.
1793 heiratete Alexander Prinzessin Luise von Baden. Die politische begründete Ehe blieb unglücklich und vorerst auch kinderlos, erst 1799 und noch einmal 1806 hatte das Paar eine Tochter. Keines der beiden Kinder vollendete jedoch das zweite Lebensjahr.
Am 17. November 1796 starb Katharina die Große. Alexanders Vater wurde Zar und Alexander damit zum Thronfolger.
Paul versuchte innen- und außenpolitisch auf breiter Front die Politik seiner Mutter zu revidieren. Seine außenpolitische Sympathie für Frankreich wurde ihm dann wahrscheinlich zum Verhängnis: Zar Paul der Erste wurde am 12. März 1801 ermordet.
Alexander, der als Thronfolger am 24. März 1801 den Zarenthron bestieg, konnte - unter dem Einfluß der Männer, die seinen Vater beseitigt hatten - gerade noch eine drohende Seeschlacht mit den Briten in der Ostsee verhindern, indem er den Politikwechsel signalisierte. Das eigentliche Ziel der englischen Ostsee-Expedition, die zur Schlacht vor Kopenhagen am 2. April 1801 führte, war nämlich vor allem die russische Flotte gewesen.

Die Seeschlacht vor Kopenhagen 1801 - Nelson versus Fischer

Der neue Zar, ein von seinen Freunden leicht zu beeinflussender, jedoch wankelmütiger junger Mann träumte von einer liberalen Regierungsform und versuchte sich innenpolitisch an hochambitionierten, letztlich aber wirkungslosen sozialen Reformen. Er begann seine Regierung z.B. mit der Abschaffung der Folter, strebte die Befreiung der Leibeigenen an, wollte Rede- und Pressefreiheit gewähren und ließ eine liberale Verfassung schreiben. Doch keines seiner Projekte kam in der Realität an, die Verfassung blieb ununterschrieben.
Außenpolitisch wurde Alexander von seinen Ratgebern zu einer defensiven Friedens- und Bündnisspolitik gedrängt.
1802 schloß Alexander eine wichtige Allianz mit Preußens jungem König Friederich Wilhelm dem Dritten. Auch mit Frankreich und seinem von Alexander bewunderten Ersten Konsul Napoleon Bonaparte konnte der junge Zar zunächst gute Beziehungen herstellen.
Dies änderte sich aber mit der Erschiessung des Herzog von Enghien in Frankreich am 21. März 1804, die in Rußland helle Empörung hervorrief. Napoleon Bonapartes Griff nach der Kaiserkrone in der Erklärung vom 18. Mai 1804 unterstrich dann die rücksichtslosen Machtbestrebungen Frankreichs und vertrieb Alexanders letzte Illusionen hinsichtlich des französischen Diktators.
1805 reihte Alexander Rußland in die Dritte Koalition (Österreich, England, Schweden) gegen Frankreich ein, die jedoch in der verlorenen Schlacht von Austerlitz am 2. Dezember 1805 aufbrach. Österreich schloß mit Napoleon den Vertrag von Pressburg (26. Dezember 1805) und Alexander zog seine Armee zurück.
Ende 1806 jedoch kam es erneut zum Krieg zwischen Frankreich einerseits und Preußen und Rußland, der Vierten Koalition, andererseits. Alexanders Bundesgenosse blieb im Kampf auf sich allein gestellt, der Zar kam dem preußischen König nicht zur Hilfe. Preußen wurde am 14. Oktober 1806 bei Jena und Auerstedt entscheidend geschlagen.

Linienschiffschlachten 1794 - 1806 Download

Am 14. Juni 1807 gelang Napoleon schließlich in der Schlacht von Friedland auch der entscheidende Erfolg, der den russischen Zaren zum Frieden zwang. Die resultierende Übereinkunft von Tilsit zwischen Rußland und Frankreich (7. Juli 1807) teilte die Einflußsphären der beiden Großmächte in Europa auf. Rußland trat der Kontinentalsperre gegen England bei und konnte dafür die Reste Preußens östlich der Elbe als Staat bewahren. Außerdem gab Napoleon dem Zaren Rückendeckung für seinen Eroberungszug gegen das zu Schweden gehörende Finnland (21. Februar 1808 - 19. November 1809 ).
Im Bündniss von Erfurt (14. Oktober 1808) gewährte der französische Kaiser seinem Bundesgenossen dann freie Hand für den Krieg gegen das Osmanische Reich.
Zwar konnte Alexander Finnland (bis 1917 russisch) einstreichen, doch die beiden Kriege und ein schon seit 1804 schwelender Konflikt gegen Persien (bis 1813) waren militärische Offenbarungseide und signalisierten dem französischen Kaiser die Schwäche Rußlands und seines unsicheren Herrschers. Eine Wirtschaftskrise zwang Alexander zudem, die Kontinentalsperre aufzuheben und wieder Handelsbeziehungen mit England aufzunehmen.
Aus diesen Gründen nahm Bonaparte schließlich Rußland selbst ins Visier. Dem drohenden Aufmarsch Frankreichs Rechnung tragend gelang es dem Zaren gerade noch, den Krieg mit den Türken zu beenden, wobei er sogar große Teile Besarabiens einstrich, und im April 1812 ein Bündnis mit Schweden unter Bernadotte zu schmieden.
Dann überschritt Napoleon - in grandioser Fehleinschätzung des zu überbrückenden Raumes - am 24. Juni 1812 mit seiner Grande Armee den Njemen.
Alexander verließ sich nun klugerweise auf den Rat seiner Generäle, vermied eine entscheidende Schlacht und wich vor der riesigen Armee des Kaisers bis hinter Moskau zurück, wo der hereinbrechende Winter schließlich die Versorgungskatastrophe der Franzose aufdeckte.
Das Heer Napoleons, das nun zurück nach Westen flüchten mußte, wurde von Hunger, Kälte, Krankheiten und den verfolgenden russischen Armeen fast völlig vernichtet.
Zusammen mit England, Schweden, Österreich und Preußen trieben die russischen Armeen den verbissen kämpfenden Napoleon zurück und besiegten ihn schließlich durch den Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 19. Oktober 1813) entscheidend.

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Am 6. April 1814 zwang der bis nach Paris vorgerückte Alexander zusammen mit seinen Verbündeten den französischen Kaiser zur Abdankung.
Des Zaren Wunsch nach Annektion Polens und der preußische Griff nach Sachsen führten die Siegermächte auf dem Wiener Kongress 1815 an den Rand eines Krieges. Am Ende bekam Rußland das sogenannte "Kongresspolen", das auf dem Papier über eine eigene Verfassung verfügte.
Der einst mit liberalen und reformerischen Ideen liebäugelnde Zar wandelte sich nach der Niederzwingung des französischen Kaisers in einen von Sendungsbewußtsein und Frömmelei durchdrungenen Tyrannen. Als Architekt der sogenannten Heiligen Allianz, zunächst bestehend aus dem griechisch-orthodoxen Rußland, dem katholischen Österreich und dem protestantischen Preußen und gestiftet im September 1815, errichtete Alexander eine Barriere gegen alle liberalen und nationalen Freiheitsbestrebungen. Aus diesem christlich-fundamentalistischen Bund "von Thron und Altar" leiteten die Monarchen Europas nach innen das Recht zur Unterdrückung, nach außen das Recht zur Intervention ab.
In Rußland selbst sorgten in den nächsten Jahren eine allgegenwärtige Geheimpolizei und die Zensur von Presse und Rede für die Manifestation der Tyrannei. Die religösen Ziele und Intentionen der Heiligen Allianz konterkarierte der Zar selbst, als er sich 1822 gegen den Freiheitkampf der orthodoxen Griechen unter Alexander Ypsilanti stellte, weil diese sich gegen "ihre von Gott bestimmten Herren" auflehnten.
Der Zar selbst verfiel offensichtlich mehr und mehr in Schwermut und Paranoia, die ihn auch körperlich auszehrte. 1825, während einer Reise auf die Krim-Halbinsel, die der Gesundheit seiner schwer erkrankten Frau Louise (24.1.1779 - 26.5.1826) dienen sollte, zog Alexander sich eine schlichte Erkältung zu. Der immungeschwächte Körper vermochte dem Virus nicht zu widerstehen. Zar Alexander der Erste von Rußland starb am 1. Dezember 1825 in der Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer.
Der Tod Alexanders wurde mystifiziert: Gerüchte, er habe seinen Tod nur vorgetäuscht und lebe inkognito als ein Einsiedler mit dem Namen Fedor Kusmitsch, hielten sich hartnäckig über viele Jahrzehnte.


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