Das wundersame Leben des Joseph Balsamo Graf Cagliostro

Das wundersame Leben des Joseph Balsamo Graf Cagliostro
von Michael A. Kusmin
Sprache: Deutsch
Gebunden - 156 Seiten - INSEL, Frankfurt
Erscheinungsdatum: Februar 1999

 Der letzte Alchemist. Die Geschichte des Grafen Cagliostro

Der letzte Alchemist. Die Geschichte des Grafen Cagliostro
von Ian McCalman
Sprache: Deutsch
Gebunden - 331 Seiten - INSEL, Frankfurt
Erscheinungsdatum: Januar 2004

Guiseppe Balsamo alias Graf Alessandro Cagliostro

Alessandro Cagliostro

* 8. Juni 1743 in Palermo (Sizilien)            † 26. August 1795 in der Festung San Leo (San Marino)

Wenige wirklich sichere Informationen sind über Cagliostro bekannt. Am wenigsten kann man dabei seinen eigenen Angaben zur Person trauen. Es scheint auch, als hätten sich in seiner Ära gleich mehrere Hochstapler und Trittbrettfahrer als Cagliostro ausgegeben. Es besteht jedoch weitgehend Konsens darüber, das Cagliostros Geburtsname Guiseppe Balsamo lautete. Dieser Balsamo wurde am 8. Juni 1743 in Palermo geboren. Angeblich verlor er schon früh seine Eltern und lebte bei seinem Onkel. Der kleine Guiseppe war ein schwer zu bändigendes Kind und lief häufiger davon, ob von daheim oder aus der Schule.
Schließlich wurde er im Benediktiner-Kloster von Caltagirone unterrichtet und dort als Novize aufgenommen. Hier soll Balsamo seine ersten Kenntnisse in Medizin und in Chemie erworben haben. Das Klosterleben behagte ihm aber nicht, oft trieb er sich jenseits der Klostermauern mit einer Bande von Vagabunden und Kleinkriminellen herum. Schließlich wurde er des Klosters verwiesen.
Balsamo, intelligent, findig und ungewöhnlich frech, nützte das erworbene Wissen von Strasse und Abtei, um sich mittels Betrügereien und Trickdiebstahl durchzuschlagen. Ein besonders Talent soll Balsamo schon damals für die Fälschung von Münzen und Papieren an den Tag gelegt haben. Schon bald mußte er auf der Flucht vor den Behörden und betrogenen Opfern Sizilien verlassen und bereiste in den nächsten Jahren den Nahen Osten.
Unter anderem soll er sich in der Ägäis, in Persien und in Ägypten aufgehalten haben. Im Orient scheint Balsamo sich jedenfalls viele in Europa unbekannte oder vergessene Techniken der Effekthascherei und des Trickbetruges angeeignet zu haben. Nach diesen Reisen bezeichnete Balsamo sich erstmals auch als Alchemist und gab an, aus wertlosem Metall Gold herstellen zu können.
1766 kam der Reisende in Sachen Alchemie und Geisterbeschwörung nach Malta. Dort verwendete der Hochstapler dann zum ersten Mal den Namen und Titel eines Grafen Alessandro Cagliostro. Mit der Frechheit, die ihn berühmt machen sollte, stellte er sich unter diesem Namen beim Großmeister des Malteserorden vor. Dieser war von Balsamos Kenntnissen beeindruckt, ließ sich blenden und stellte dem Betrüger die Empfehlungen aus, die Cagliostro die Türen der Oberschicht Italiens öffnen sollten.

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Von Malta führte Balsamos Weg nach Rom und Neapel. 1768 traf er in Rom auf die erst 14jährige Lorenza Feliciani alias Serafina oder Gräfin Cagliostro, die seine Ehefrau und Komplizin wurde und mit ihrer jugendlichen Schönheit z.B. beim Verkauf von Liebestränken oder Jugendelexieren oft als Köder diente. Cagliostro selbst präsentierte sich sowohl als Goldmacher und Okkultist als auch als offensichtlich begabter Hypnotiseur und Wahrsager. Das Paar bereiste unter wechselnden Namen ganz Europa und verkehrte oft in den vornehmsten Häusern, wobei sie zur Not auch vor schlichter Prostitution nicht zurück schreckten.
1776 tauchten der "Graf" und die "Gräfin" in London auf. Cagliostro wurde dort sogar in eine Freimaurer-Loge aufgenommen. Typischerweise nützte er diese Erfahrung später, als er selbst eine Loge "gründete".
Aus o.g. Gründen ist es schwer zu belegen, in welchem Teil Europas das Gaunerpaar für welchen Betrug verantwortlich war. Belegt sind lediglich Reisen nach Deutschland, Polen und Russland, wo Cagliostro als Wunderheiler auftrat und sich den persönlichen Zorn Katharinas der Großen zuzog. Mit knapper Not entging der falsche Graf der Verhaftung und reiste mit seiner Gattin nach Frankreich zurück.
Von 1785 bis 1786 wurde Cagliostro dann in die sogenannte Halsbandaffäre um gefälschte Briefe von Königin Marie Antoinette und um ein ergaunertes Collier verwickelt. Dabei wurden er und Lorenza Opfer seines schlechten Rufes, denn tatsächlich war Balsamo ausgerechnet an diesem Betrug in keiner Weise beteiligt. Trotzdem landeten er und Serafina in der Bastille, dem Lebenslauf Balsamos folgend nicht zum ersten Mal. Cagliostro wurde aber am 31. Mai 1786 von allen Vorwürfen in dieser Sache freigespochen.
Die Affäre hatte trotzdem noch böse Folgen für Cagliostro: Sie hatte ihn und seinen Namen noch berühmter oder besser gesagt: berüchtigter gemacht. Ein Spitzel der französischen Justiz mit Namen Theveneau de Morande deckte zum ersten Mal die wahre Identität Cagliostros als Guiseppe Balsamo auf. Cagliostro und seine Frau flüchteten daraufhin nach England. Nur kurze Zeit hatten die beiden Betrüger in den Salons der englischen Hauptstadt Erfolg, dann wurde das Paar von den Nachrichten aus Frankreich eingeholt, festgenommen und nach einigen Monaten Haft des Landes verwiesen. In fast ganz Europa wurde Cagliostro als Folge der o.g. Affäre nun zur unerwünschten Person.

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Nach zwei Jahren in der Schweiz kam das Paar 1789 nach Rom. Dort wurden die beiden Trickbetrüger bereits von der Inquisition erwartet, wiederum verhaftet und diesmal der Ketzerei angeklagt. Cagliostro hatte hier das Pech, in einen propagandistischen Feldzug des Vatikans gegen die Freimaurerei zu geraten. Weil der Hochstapler sich selbst als Gründer einer Loge ausgegeben hatte und sein Name in Europa berüchtigt war, wurde er zum idealen Objekt für die Ziele der vatikanischen "Öffentlichkeitsarbeit". Aus dem Schauprozeß, in dem seine Frau als Kronzeugin gegen ihn auftrat, kam auch der entscheidende Hinweis auf Cagliostros tatsächliche Identität als Guiseppe bzw. Joseph Balsamo, wobei man freilich nicht völlig ausschließen kann, das dieses Geständnis erpreßt wurde. 1791 wurde Balsamo alias Cagliostro dann zum Tode verurteilt und seine Frau in ein Kloster verwiesen.
Weil Balsamo mit der Inquisition kooperierte und erfundene Informationen zur Ketzerei der Freimaurerei lieferte, begnadigte ihn der Papst zu lebenslanger Haft. Im Gefängnis sollte der so betrogene Betrüger seine letzten Tage verbringen. Am 26. August 1795 starb Guiseppe Balsamo alias Alessandro Cagliostro in den Kerkern der Festung San Leo bei San Marino. Die Legende, er sei unsterblich, entließ den berüchtigten "Grafen" nicht ins Jenseits :
Seine Person bzw. die Kunstfigur des Okkultisten Graf Cagliostro hat ihren mystifizierten Eindruck sowohl in der europäischen Literatur als auch in der Gemeinde der Okkultisten hinterlassen, in der der Name Cagliostro noch immer mit Ehrfurcht ausgesprochen wird. Goethe ( Faust ) und Mozart ( Die Zauberflöte ) haben sich von den Geschichten um den Schwarzkünstler inspirieren lassen. Namentlich bei Alexandre Dumas dem Älteren tauchte Cagliostro in einigen Novellen auf, im 20. Jahrhundert entdeckte ihn der Film und besonders im Genre des Horror ist er noch heute in den Massenmedien anzutreffen, sei es im Film, im Comic oder im Computerspiel.


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