Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Beispiel-Seiten
Beispiel 1 - Beispiel 2 - Beispiel 3

Der getauschte Tod und andere Katastrophen aus der Age of Sail

Der getauschte Tod
und andere Katastrophen aus der Age of Sail

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch
Paperback - 94 Seiten - LULU
Erscheinungsdatum: November 2006

Die Wracks von Trafalgar

Die Wracks von Trafalgar
von Richard Woodman
Sprache: Deursch
Broschiert - Ullstein TB
Erscheinungsdatum: 1995
In diesem marinehistorischen Roman taucht Philip D'Auvergne als einer der Charaktäre auf.

Vizeadmiral Philip D'Auvergne (Dauvergne), Prinz von Bouillon

Vizeadmiral Philip D'Auvergne,  Philip Dauvergne, Prinz von Bouillon

* 1754 St. Helier auf Jersey            † 18. September 1816 in London

Philip Dauvergne, später D'Auvergne, wurde 1754 als Sohn des Generals James Dauvergne und dessen Frau Elisabeth Le Geyt auf der Insel Jersey geboren.
Der Junge trat vermutlich früh in die Royal Navy ein und war 1773 Fähnrich auf dem Mörserschiff RACEHORSE, das zusammen mit dem Mörserschiff CARCASS auf eine Expedition Richtung Arktis geschickt wurde. Die Befehle für Kapitän Constantine John Phipps (späterer Lord Mulgrave) und Kapitän Lutwidge von der CARCASS lauteten, dem Nordpol so nahe wie möglich zu kommen. Auf der Expedition, die von Juni bis September 1773 dauerte, nahm neben Dauvergne auch ein junger Fähnrich mit Namen Horatio Nelson (späterer Lord Nelson) teil. Phipps erreichte immerhin den 81. Breitengrad (81° 21 min).
1777 wurde D'Auvergne, der die besondere Gunst Lord Howes genoß, zum Leutnant befördert.
Im November 1778 wurde er erster Leutnant an Bord der Fregatte ARETHUSA (32), doch das Schiff lief am 19. März 1779 vor Ushant während eines Gefechtes mit französischen Schiffen auf Grund und mußte aufgegeben werden. Dies sollte ein folgenreicher Schiffbruch sein, denn D'Auvergne geriet in Gefangenschaft und wurde nach Carhaix (Bretagne) geschafft.
Der Zufall wollte, das unweit von Carhaix der Herzog von Bouillon logierte. Der Herrscher über ein Miniatur-Herzogtum im heutigen Belgien war in der Bretagne angeblich auf der Suche nach einem unehelichen Sohn seines Halbbruders, den er zu adoptieren gedachte, um die Nachfolge zu sichern - des Fürsten einziger Sohn war zeugungsunfähig. Der Herzog lernte nun Leutnant Philip D'Auvergne kennen, ebenfalls ein Abkömmling der über England und Frankreich verstreuten Famlie La Tour d'Auvergne. Die beiden Männer verstanden sich offensichtlich gut und Bouillon veranlasste die Freilassung des englischen Offiziers im Februar 1780.
Am 18. August 1781 wurde D'Auvergne zum Commander befördert und erhielt den Auftrag, mit der Sloop RATTLESNAKE (12) die Insel Trinadade (Nicht Trinidad, sondern ein Felsen ca. 20° 30° vor der brasilianischen Küste) anzusteuern und die Insel daraufhin zu überprüfen, ob sie sich als Zwischenstation für Ostindienfahrer eignete. Unglücklicherweise dauerte diese Forschungsmission länger als geplant, denn die RATTLESNAKE ging am 21. Oktober 1781 vor der kleinen Insel verloren und D'Auvergne und seine Crew mußten 3 Monate auf dem kleinen Felsen im Meer ausharren, bis sie von der BRISTOL (50) gerettet wurden.
1784 wurde D'Auvergne zum Kapitän befördert. Zur gleichen Zeit traf er erneut auf den Herzog von Bouillon. Dieser hatte sich inzwischen entschlossen, den frisch gebackenen Kapitän an Sohnes statt anzunehmen. Zuvor besuchte D'Auvergne, der auf Halbsold war, zweimal das kleine Herzogtum, das seine Nachkommen einst regieren sollten. Von diesem Zeitpunkt an begann der Herzogtitel bei D'Auvergne offensichtlich zu einer Art Obzession zu werden, die ihn schließlich zerstören sollte.

Napoleons gefallenen Göttinnen
SEESCHLACHT.TK - Das Buch

Napoleons gefallene Göttinnen
Die Geschichte der französischen MINERVE-Fregatten

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Paperback - 349 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8391-0218-3 Erscheinungsdatum: Mai 2009
Bei AMAZON bestellen Mehr Infos

Mit Urkunden vom 4. Mai 1786 bzw. 30. August 1786 und der Zustimmung von James D'Auvergne vom 1. September 1786 vollzog sich schließlich die Adoption und aus Philip D'Auvergne wurde der Prinz von Bouillon.
Für den Prinzen änderte sich vorerst freilich wenig, 1788 übernahm er die NARCISSUS (20), schied jedoch bereits 1790 wegen gesundheitlichen Problemen aus dem Kommando.
Die französische Revolution 1789 und die nachfolgenden Revolutionskriege bescherten dem Mann von der Insel Jersey dann jedoch eine denkwürdige Karriere als Chef eines der ersten Geheimdienstnetzwerke. Schon vor dem Beginn des Terrors in Frankreich 1793 hatte D'Auvergne französischen Aristokraten bei der Flucht geholfen. Dabei knüpfte er innerhalb Frankreichs viele Kontakte und kam in Verbindung mit Widerstandsbewegungen. 1793 bekam er von der Admiralität den Auftrag, Jersey gegen eventuelle französische Angriffe zu verteidigen und mit einer Flottille von kleineren Seglern die französische Küste unsicher zu machen. Die Insel Jersey lag aber auch ideal, um von dort Waffenlieferungen und Emigrantenregimenter nach Frankreich zu bringen oder Aufklärungs- und Rettungsmissionen zu koordinieren. Während D'Auvergne von seiner Heimatinsel aus mit dem Aufbau seines Nachrichtendienstes, später als La Correspondence berühmt, begann, starb am 3. Dezember 1792 in Frankreich sein Adoptivvater. Dessen leiblicher Sohn trat die Nachfolge an, wurde aber während des Terrors in Frankreich eingekerkert. Am 25. Oktober 1795 wurde das kleine Herzogtum schließlich von Frankreich annektiert und der ehrgeizige Prinz von Bouillon, der sich nun als Nachfolger des Herzogs betrachtete, hatte einen Grund mehr, das revolutionäre Frankreich zu bekämpfen.

 Terror Before Trafalgar: Nelson, Napoleon, and the Secret War

Terror Before Trafalgar: Nelson, Napoleon, and the Secret War
von Tom Pocock
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 255 Seiten - W. W. Norton & Company
Erscheinungsdatum: 1. April 2003

1801 : An der Kanalküste zieht Napoleon Bonaparte Truppen zusammen und läßt Transportschiffe bauen. In Frankreich und England werden neue geheime Waffen entwickelt: Raketen, U-Boote, Treibminen oder Torpedos. In Vorbereitung der Invasion Englands tobt im Schatten der europäischen Politik und des Experimentalfriedens von Amiens ein gnadenloser Krieg der Spionage und Subversion, geführt von kaum bekannten Männern. Anhand von Tagebüchern, Briefen und Zeitungen aus dieser Zeit zeichnet Tom Pocock ein Bild dieses geheimen Krieges.

Zu diesem Zeitpunkt hatte D'Auvergne im Auftrag der Admiralität bereits ein brillant funktionierendes Untergrundnetzwerk für Frankreich aufgebaut und unterstützte die Aufstände der Chouans ( Juni 1794 - April 1795 ) in der Bretagne mit Waffen und Munition, genauso wie die Erhebungen in der Vendee im November 1795 und im selben Jahr in der Normandie. Im Juli 1796 erhob sich dann kurzfristig erneut die Bretagne und wieder war der eigentliche Ausgangspunkt dieses Aufstandes die Insel Jersey. Auch die Aufstände 1799 sowohl in der Normandie wie zum letzen Mal in der Bretagne wurden durch Waffenlieferungen von Jersey aus gefüttert. Nebenbei versorgte das Netzwerk des inzwischen zum Kommodore aufgestiegenen Prinzen England mit Nachrichten aus Frankreich. La Correspondence wetteiferte während des gesamten Krieges mit dem französischen Geheimdienst unter dem berühmten Joseph Fouché. Es war ein ebenso blutiger wie geheimer Krieg, der sich hinter den Kulissen abspielte. Viele Einwohner von Jersey dürfen sich rühmen, das einer ihrer Ahnen in geheimer Mission an diesem Krieg teilgenommen hat und nicht wenige Insulaner sind ihm zum Opfer gefallen.
Mit dem Frieden von Amiens 1802 beschloß Philip D'Auvergne seine Nachfolge als Herzog in Paris einzuklagen - der leibliche Sohn seines Adopivvaters war im Februar 1802 verstorben - und reiste im August 1802 nach Paris. Damit sorgte er für einen handfesten diplomatischen Zwischenfall. Die Franzosen hatten nämlich seine Aktivitäten auf Jersey während des Krieges nicht vergessen und setzten ihn sofort fest. Erst die Intervention des englischen Botschafters befreite nach sieben Tagen den Prinzen, der ausgewiesen wurde.
Nach dem erneuten Beginn des Krieges setzte D'Auvergne seine Tätigkeit auf Jersey fort. In dieser Zeit war er Kommandant der SEVERN (44), die aber am 20. Dezember 1804 durch einen Sturm auf das Ufer der Insel geworfen wurde und ohne Verluste an Menschenleben verlorenging.
1805 wurde D'Auvergne zum Konteradmiral befördert, 1810 wurde der Prinz Vizeadmiral.
Nach dem Ende des Krieges 1814 machte sich der Prinz auf den Weg in "sein" Herzogtum, um endlich die Nachfolge anzutreten. Doch obwohl er zunächst die Macht übernahm, beraubte ihn der Wiener Kongress wieder seines Herzogtitels, indem der Kongress einen anderen Verwandten des alten Herzogs einsetzte.
Mit besessener Hartnäckigkeit stürzte sich der Vizeadmiral, der seine ganze Existenz an diesen Herzogtitel gehängt hatte, in einen teuren Nachfolgestreit. Am Ende aber wurde sein Konkurrent bestätigt, das Herzogtum wurde dem Großherzogtum Luxemburg zugeschlagen und kam damit unter die Hoheit des niederländischen Königs. Am 1. Juli 1816 fiel dann der letzte Hammer auf diese Entscheidung, D'Auvergne hatte verloren.
Der Vizeadmiral hatte seine ganze Energie und sein ganzes Vermögen in diesen Rechtsstreit gesteckt und war nun ruiniert. Am 18. September 1816 setzte er im Holmes Hotel in London seinem Leben ein Ende. Damit ging das abenteuerliche Leben eines hochangesehenen, hochgebildeten, überall beliebten, weil charmanten und erfolgreichen Mannes allein durch dessen Obzession, Herzog zu werden, zu Ende.
D'Auvergne hatte übrigens nie geheiratet, möglicherweise gerade weil er davon besessen war, Herzog zu werden. Tatsächlich aber gab es offensichtlich mindestens eine Liebe in seinem Leben. Mit Mary Hepburn aus St. Helier auf der Insel Jersey hatte er eine zwei Töchter und einen Sohn. Beide Töchter, die eine wurde 1794 geboren, die andere 1800, heirateten hohe englische Seeoffiziere bzw. spätere Admirale. Sein jüngstes Kind und sein einziger Sohn mit Mary starb 1815 als Fähnrich in Colombo.

Tragedy of Philippe D'Auvergne, Vice-Admiral in the Royal Navy and Last Duke of Bouillon
von George Reginald Balleine
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 160 Seiten - Phillimore & Co Ltd
Erscheinungsdatum: November 1973


Schiffe
Personen und Biografien
Zeittafeln
Links
Der ganze andere Plunder


Copyright © 2006 by T. Coladores & Pellewserbe

E-Mail