Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.


Sir Thomas Francis Fremantle

 Sir Thomas Francis Fremantle

* 20. November 1765 in Aston Abbots, Buckinghamshire            † 19. Dezember 1819 in Neapel

Thomas Francis Fremantle (manchmal auch fälschlich: Freemantle) wurde am 20. November 1765 als Sohn von John Fremantle und seiner Frau Frances in Aston Abbots in der Grafschaft Buckingham geboren. Im Alter von nur 11 Jahren trat er in die Royal Navy ein und machte 1778 seine erste Fahrt auf der Fregatte HUSSAR (28).
1780 wechselte er auf das 50-Kanonen-Schiff JUPITER (50). Kurz darauf tat er dann Dienst als Fähnrich auf der Fregatte PHOENIX und kam knapp mit dem Leben davon, als diese im November 1780 vor Kuba sank.
Am 13. März 1782 wurde Fremantle zum Leutnant befördert. Bis Ende 1787 diente er in der Karibik auf verschiedenen Schiffen, u.a. der CAMILLA (20), und kehrte dann nach England zurück. Mit der spanischen Aufrüstung im Juli 1790 war er zunächst Leutnant auf dem Linienschiff BRUNSWICK (74).
Am 13. November 1790 wurde Fremantle zum Commander befördert und führte in seinem ersten unabhängigem Kommando die Sloop SPITFIRE.
Als im Februar 1793 der Krieg mit der französischen Republik ausbrach, bekam er zunächst das Kommando über die CONFLAGRATION. Am 16. Mai 1793 wurde Fremantle jedoch zum Kapitän z.S. befördert und trat das Kommando über die Fregatte TARTAR (28) an, die in der Mittelmeerflotte Lord Hoods segelte. Er sollte sich im Verlaufe der Jahre den Ruf eines höchst zuverlässigen Kommandanten erwerben, der seine Crew absolut im Griff hatte und zu Höchstleistungen brachte. Fremantles Kanoniere und Geschützbedienungen gehörten grundsätzlich zu den besten und schnellsten in der gesamten Royal Navy.
Und der Ruf der Zuverlässigkeit zahlte sich schon damals aus: Als Hoods Flotte am 27. August 1793 den Hafen von Toulon besetzte, war die TARTAR das Schiff, das die englischen Schlachtschiffen in den Hafen führte.
Während der Operationen der Royal Navy vor und auf Korsika 1794 arbeitete Fremantle eng mit dem späteren Seehelden Kapitän Horatio Nelson zusammen. Zusammen nahmen beide Kommandanten im Mai 1794 an der Belagerung und Eroberung Bastias teil.
Im Januar 1795 wechselte Fremantle als Kommandant auf die Fregatte INCONSTANT (36) und trug am 13. März 1795 in Admiral Hothams Flotte vor Genua nicht unwesentlich zur späteren Eroberung des französischen Linienschiffes CA IRA (80) bei. Sein gewagter Angriff einer Fregatte auf ein wenn auch beschädigtes Schlachtschiff erregte Aufsehen in der Navy.

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Auch in Kommodore Nelsons Geschwader, das schwerpunktmäßig im Golf von Genua operierte, bewährte sich Fremantle. Besondere Erwähnung verdient sein Einsatz bei der Evakuierung des von den Franzosen bedrängten Livorno am 27. Juni 1796 und bei Nelsons Besetzung Elbas am 10. Juli 1796.
Am 13. Januar 1797 ehelichte Fremantle Elisabeth Wynne, die den Kapitän an Bord seines nächsten Kommandos begleitete. Im Juli 1797 bekam Fremantle nämlich die Fregatte SEAHORSE (38), mit der er vor Cadiz eingesetzt wurde. Erneut Nelsons Geschwader zugeteilt nahm Fremantle vom 22. Juli - 25. Juli 1797 an Nelsons gescheiterten Angriffen auf Santa Cruz ( Teneriffa ) teil und wurde wie Nelson schwer verwundet. Die SEAHORSE brachte die Verletzten, gepflegt von Elisabeth Fremantle (!), zurück nach England.
Erst im August 1800 trat Fremantle sein nächstes Kommando an. Diesmal wurde er Kommandant eines Linienschiffes (Schlachtschiffes), der GANGES (74). Mit der GANGES nahm er am 2. April 1801 im Zentrum von Nelsons Flotte am Angriff auf den Hafen von Kopenhagen teil.

Die Seeschlacht vor Kopenhagen 1801 - Nelson versus Fischer
Er hatte 500 Mann Truppen an Bord und sollte im Verlaufe des Angriffes ursprünglich die fast uneinnehmbaren Trekroner-Forts stürmen, doch die Schlacht war schon zuvor entschieden, Nelson blieb siegreich.
Nach dem Frieden von Amiens 1802 zog Fremantle sich kurzzeitig aus der Royal Navy zurück und versuchte, sich als Vertreter für die Grafschaft Buckingham ins Parlament wählen zu lassen, scheiterte jedoch. Nach dem erneutem Kriegsausbruch im August 1803 kehrte er wieder auf das Achterdeck der GANGES zurück.
Im Mai 1805 wechselte Fremantle als Kommandant auf die NEPTUNE (98), mit der er dann am 21. Oktober 1805 an der Schlacht von Trafalgar teilnahm.

 Trafalgar

Fremantles Schiff gehörte zu dem Angriffskeil, den Nelson persönlich kommandierte und mit der VICTORY (100) anführte. Die NEPTUNE erreichte als drittes Schiff hinter der VICTORY die französische Linie und lieferte sich ein heftiges Gefecht mit dem französischen Flaggschiff BUCENTAURE (80) von Vizeadmiral Villeneuve.
Wie alle Trafalgar-Kommandanten erhielt Thomas Fremantle später für seine Verdienste in der berühmten Schlacht eine Goldmedaille, den Ehrensäbel der Patriotischen Vereinigung und den Dank des Parlaments. Auch gelang dem Kriegshelden nun der Einzug ins Parlament, wo er ein Jahr lang einen Sitz hatte. Bis Ende 1806 blieb Fremantle in der Mittelmeerflotte, nunmehr unter dem Kommando von Vizeadmiral Collingwood. Dann kehrte Fremantle nach England zurück, wo er zu einem der Lord Comissioner im Admiralitätsgremiun, dem faktischen Navy-Oberkommando, berufen worden war. Bis März 1807 hatte Fremantle also Anteil an der Leitung der strategischen Operationen der Royal Navy. Danach kommandierte er die königliche Yacht WILLIAM AND MARY, ein Ehrenamt, mit dessen Demission Thomas Fremantle am 31. Juli 1810 zum Konteradmiral befördert wurde.
Er erhielt ein Kommando im Mittelmeer und übernahm im April 1812 das Kommando über ein Geschwader in der Adria. Dort war er u.a. verantwortlich für die Eroberung Fiumes am 3. Juli 1813 und von Trieste am 8. März 1814.
Mit dem Ende des langen Krieges wurde Fremantle mit Ehrungen förmlich überschüttet: Im Juli 1815 wurde er als KCB (Knight Commander of the Bath) Mitglied des exklusiven Bath-Ordens. 1818 wurde ihm von diesem Orden auch noch das Großkreuz verliehen. Seines Verdienste in der Adria wurden durch das österreichische Kaiserreich gewürdigt: Er bekam 1816 die Barons-Würde und die Ritterschaft im Orden Maria Theresias.
1818 wurde Sir Thomas Fremantle Oberkommandierender im Mittelmeer.
Am 12. August 1819 wurde er zum Vizeadmiral befördert . Am 19. Dezember 1819 verstarb Vizeadmiral Sir Thomas Fremantle in Neapel. Er hinterließ eine größere Schar Kinder, von denen eines (Charles Howe Fremantle) ebenfalls Admiral wurde.

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Sprache: Englisch
Gebunden - 224 Seiten
Erschienen bei Jean Boudriot Publications -

Erscheinungsdatum: 1. März 1994


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