Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Nelsons Trafalgar Captains and Their Battles: A Biographical and Historical Dictionary

Nelsons Trafalgar Captains and Their Battles: A Biographical and Historical Dictionary
von T. Heathcote
Sprache: Englisch
Gebunden - 216 Seiten - Leo Cooper Ltd.
Erscheinungsdatum:19. August 2005

Nachschlagewerk der Biografien für die Trafalgar-Kommandanten, auch für die Bios der Fregatten- und Sloop-Kommandanten.

 The 50-Gun Ship: A Complete History with Other


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Vizeadmiral Sir Benjamin Hallowell

* 1760 - 1834 †

Kurzbiographie


Benjamin Hallowell, in der Navy auch bekannt als "Der Kanadier", wurde 1760 als Sohn eines Kaufmanns an der amerikanischen Ostküste geboren. Er muß schon früh in die britische Marine eingetreten sein und wurde im August 1781 zum Leutnant ernannt. Wenige Tage später erlebte er an Bord des Linienschiffs ALCIDE (74) eine der schwärzesten Stunden der britischen Navy, als ihre Schiffe vergeblich gegen die ankernde französische Verteidigunglinie in der Chesapeake-Bucht anrannte ( Für historische Landratten : In dieser Bucht liegt Yorktown und 1781 ein von den Amerikanern umstelltes englisches Heer unter Cornwallis. ).

Hallowell wechselte dann an Bord der ALFRED (74) und nahm 1782 an vielen Gefechten in der Karibik teil, z.B. gegen Degrasse ( De Grasse ) im Januar und im April unter Admiral Rodney in der berühmten Schlacht bei den Saints.

Nach dem Frieden von Versailles 1783 war Hallowell zunächst auf den Leeward-Inseln stationiert und schlug sich mit Schmugglern und Kaperfahrern herum. Später diente er unter Lord Hood auf der BARFLEUR (74), auf der er 1791 den Rang eines Commanders erreichte.

Mit dem erneuten Ausbruch des Krieges gegen Frankreich 1793 fuhr Hallowell zunächst auf der ROBUST (74), die bei der Besetzung Toulons dabei war und übernahm dann übergangsweise als Kommandant die COURAGEUX.

Im August 1793 erreichte Hallowell den vollen Kapitänsrang.


REVELL-Bausatz der USS CONSTITUTION Maßstab 1 : 96

Anlässlich der Belagerung von Bastia 1794 diente Hallowell zum ersten Mal unter Nelson. Am 13. Juli 1795 nahm er dann - erneut auf der COURAGEUX - an der Schlacht vor Hyeres teil.

Als sein Schiff 1796 vor Gibraltar lag, mußte er an einer Kriegsgerichtsverhandlung teilnehmen. Wegen eines aufkommenden Orkans ersuchte er den Vorsitzenden, Admiral Thompson , an Bord seines Schiffes gehen zu dürfen. Doch der Admiral verweigerte die Genehmigung und rettete Hallowell damit wahrscheinlich das Leben, denn der Sturm packte die COURAGEUX und warf sie auf die Klippen - nur wenige Besatzungsmitglieder überlebten die Katastrophe.

Am 14. Februar 1797 nahm Hallowell als Mitglied des Stabes an Bord der VICTORY an der Schlacht vor Kap St. Vincent teil, als Admiral John Jervis eine weit überlegene spanische Flotte ausmanövrierte und besiegte. Aus John Jervis wurde daraufhin der Earl St. Vincent, Benjamin Hallowell konnte sich ebenfalls in dieser Schlacht auszeichnen. Besonders bekannt wurde er jedoch auch dadurch, daß er seinem Admiral während der Schlacht vor lauter Begeisterung einen Schlag auf die Schultern gab, das dem Sieger von St. Vincent die Luft wegblieb. Geschadet hat das Hallowell offensichtlich nicht, auch Jervis soll sich schnell erholt haben ;-).

Hallowell bekam anschließend das Kommando über die SWIFTSURE (74) und gehörte im Mai 1798 zur Verstärkung für Nelsons Geschwader, das Jagd auf die für Ägypten bestimmte Flotte des Generals Napoleon Bonaparte machte. Nelson fand die französische Flotte unter Admiral Brueys schließlich am 1. August 1798 in der Bucht von Abukir, wo der französische Admiral - gedeckt durch Untiefen und Landbatterien - in einer vermeintlich starken Schlachtlinie geankert hatte. Die SWIFTSURE und die ALEXANDER ( Kapitän Ball ) hatten bei Sichtung des Feindes noch vor Alexandria gestanden und griffen deswegen erst zwei Stunden nach Beginn der Schlacht in die Kämpfe ein. Dafür war das Eingreifen dieser beiden Linienschiffe aber einer der entscheidenden Momente dieser berühmten Schlacht, denn es gelang Hallowell und Ball, das Zentrum der Linie, bestehend aus den feindlichen Linienschiffen FRANKLIN (80), ORIENT (120) und TONNANT (80), buchstäblich zu sprengen. Mit der Explosion der ORIENT und dem Tod Admiral Brueys war die Schlacht vor Abukir entschieden. Die Briten vernichteten annähernd die ganze Flotte - lediglich die Schlachtschiffe GENEREUX und GUILLAUME TELL unter Konteradmiral Villeneuve entkamen. Vor der Explosion des feindlichen Flaggschiffes entkam jedoch noch der französische Stabschef, Kapitän Ganteaume, an Land. Er sollte der SWIFTSURE noch einmal begegnen...

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Hallowell jedenfalls stürmte am 8. August auch noch die Artilleriestellung auf der Abukir vorgelagerten Insel und zerstörte sie. Bis Februar 1799 blieb die SWIFTSURE mit einem Geschwader unter dem Kommando von Hood zur Blockade vor Alexandria und kehrte dann nach Neapel zurück. Bei dieser Gelegenheit machte Hallowell seinem Kommandanten Nelson ein einmaliges Geschenk: Aus einem Mastfragment der explodierten ORIENT, das in der Takelage der SWIFTSURE gelandet war, hatte Hallowell einen... Sarg fertigen lassen, den er nun seinem Admiral verehrte. Tatsächlich war der englische Seeheld sehr stolz auf dieses Geschenk und wurde später in diesem Sarg begraben !

Hallowell zeichnete sich in den folgenden Monaten bei Kämpfen um Neapel und Civita Vecchia aus. Im Sommer 1801 begleitete er mit der SWIFTSURE einen Konvoi von Alexandria nach Malta, als er Nachrichten über ein in der Nähe operierendes französisches Geschwader von 4 Linienschiffen und 2 Fregatten bekam. Obwohl die SWIFTSURE in einem schlechten Zustand war, Hallowell rund 80 seiner besten Leute in Alexandria hatte lassen müßen und an Bord zudem noch Leute mit Fieber transportiert wurden, verließ er den Konvoi auf der Suche nach dem Feind. Tatsächlich stieß er am 21. Juni 1801 auf das Geschwader unter dem bei Abukir entkommenen Ganteaume, inzwischen ein Konteradmiral. Die SWIFTSURE war jedoch durch den schlechten Zustand ihres Rumpfes langsamer als die französischen Linienschiffe INDIVIDIBLE (80) und DIX AOUT (74) und wurde zum Gefecht gestellt. Als schließlich nach rund einer Stunde verbissener Gegenwehr auch noch die beiden anderen Schlachtschiffe, die JEAN D´ARC (74) und die CONSTITUTION (74), in den Kampf eingriffen, mußte selbst der kampflustige Hallowell kapitulieren. Die Verluste an Bord des englischen Linienschiffes waren im Gegensatz zu den französischen Opfern relativ gering, weil es Ganteaume eher darum ging, die SWIFTSURE manövrierunfähig zu machen.

Hallowell wurde bis zu einem formalen Gefangenenaustausch auf Ehrenwort aus der Gefangenschaft entlassen und mußte sich im August 1801 wegen des Verlustes der SWIFTSURE einer Kriegsgerichtsverhandlung stellen. Er wurde zwar ehrenvoll freigesprochen, weil es seine Pflicht gewesen sein mochte, das feindliche Geschwader ausfindig zu machen. Doch so manch weniger verdienter Kapitän hätte hier vor Gericht wohl einen dicken Rüffel einstecken müßen.

1805 führte Hallowell die TIGRE (80) im Geschwader von Konteradmiral Louis und begleitete Nelson bei seiner Jagd auf die französisch-spanische Flotte unter Admiral Villeneuve über den Atlantik und zurück. Kurz vor der Schlacht bei Trafalgar mußte die TIGRE zur Ergänzung ihrer Vorräte in Gibraltar einlaufen, so das Hallowell die berühmte Schlacht verpasste.

1809 gehörte die TIGRE zur Mittelmeerflotte von Lord Collingwood, als die TIGRE und die BULWARK im Golf von Lyon auf ein Geschwader von 3 französischen Linienschiffen, einigen Fregatten und Versorgungsschiffen für Truppen in Spanien stießen. Zusammen mit einem Geschwader unter Konteradmiral Martin wurden die ausweichenden feindlichen Linienschiffe auf den Strand getrieben. Lediglich der TIGRE gelang es, die BOREE in ein Gefecht zu verwickeln und jagte sie bei Cette auf die Klippen.

1811 wurde Hallowell zum Konteradmiral befördert und setzte 1812 seine Flagge auf der MALTA im Mittelmeer, wo er bis zum Ende des Krieges segelte. 1815 erhielt er den Ritterschlag, 1819 wurde Hallowell zum Vizeadmiral ernannt.


 British Napoleonic Ship-Of-The-Line

British Napoleonic Ship-Of-The-Line (New Vanguard)
von Angus Konstam, Tony Bryan
Sprache: Englisch
Taschenbuch - 48 Seiten - Osprey Publishing (UK)
Erscheinungsdatum: 1. November 2001

Wer sich für Nelsons Marine interessiert, wird dieses Buch faszinierend finden. Das Buch gibt einen detaillierten Einblick in ein Linienschiff dieser Zeit und erläutert durch Zeichnungen und gut verständliche englische Texte alle Einzelheiten, angefangen von den Räumlichkeiten über die Funktionen hin zum Zubehör und den Waffen. Der Preis ist mit 15 EURO recht erträglich.


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