Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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 Der Schatten des Kaisers Der Schatten des Kaisers
von Johannes K. Soyener
Sprache:Deutsch
Gebunden - 830 Seiten - Erschienen bei LÜBBE
Erscheinungsdatum: September 2004

Charles Rene Magon de Medine

Charles Rene Magon de Medine

* 12. November 1763 in Paris            † 21. Oktober 1805 an Bord der ALGESIRAS vor Trafalgar


Charles Rene Magon wurde am 12. November 1763 in Paris geboren. Er stammte aus einer bekannten und berühmten Familie, die in Saint Malo ansässig war. Sein Vater, der 1778 starb, war der Gouverneur von Mascareignes.

Im September 1777 trat Magon in Brest als Offiziersaspirant in die französische Marine ein. An Bord der BRETAGNE nahm er am 27. Juli 1778 an der Schlacht vor Ouessant bzw. Ushant teil, in der sich der englische Admiral Keppel und der französische Admiral d'Orvillier gegenüberstanden.
In den nächsten zwei Jahren machte Magon in der Karibik die Erfahrung von gleich einem halben Dutzend Seeschlachten: 1780 wurde er zum enseigne de vaisseau (Fähnrich) befördert und diente auf der SOLITAIRE bzw. im Karibik-Geschwader des Admirals De Guichen. Dabei nahm er an allen drei Gefechten seines Geschwaders gegen die Flotte des englischen Admirals Rodney am 17. April 1780 sowie am 15. Mai und 19. Mai 1780 teil.

1781 segelte Magon im Geschwader von Admiral Degrasse bzw. De Grasse auf der CATAN und war an der berühmten Schlacht vor dem Chesapeake am 5. September 1781 beteiligt, in der die Franzosen eine britische Flotte zurückschlugen und damit die Versorgung bzw. Entlastung der englischen Armee im Kampf gegen die amerikanischen Kolonien entscheidend unterbanden.
Am 25. - 26. Januar 1782 nahm er unter Degrasse an der Schlacht von Frigate Bay oder Schlacht vor St. Kitts teil und erlebte dann die legendäre Niederlage wiederum gegen Rodney vom 9. April - 12. April 1782 bei den Saints ( The Saints ). Magon geriet in Gefangenschaft, wurde aber Ende 1782 wieder freigelassen.

1783 diente er auf der Fregatte SURVEILLANTE im Indischen Ozean. 1786 wurde er zum lieutenant de vaisseau (Leutnant) befördert und wurde Kommandant der Korvette AMPHITRITE. Auf seine Reisen richtete er auf der Insel Diego Garcia einen Stützpunkt ein und leistete wichtige Arbeit bei der Kartographierung und Erlotung des Seegebietes um die Seychellen.

1788 wechselte Magon das Schiff und kommandierte zunächst die DRYADE, 1791 dann die MINERVE und Ende November 1791 bekam er die Fregatte CYBELE (40) unterstellt.
Als der Krieg mit England 1793 ausbrach, wurde Magon auf Mauritius versehentlich oder wegen einer Denunziation festgesetzt - man vermutete zu Unrecht Spionage - und verlor zunächst das Kommando über die CYBELE.
Ob er nach seiner Freilassung an Bord der CYBELE (als Erster Offizier oder als Freiwilliger ?) am Gefecht vor Round Island teilnahm, ist nicht gesichert. In dieser Seeschlacht, die am 22. Oktober 1794 vor Mauritius stattfand, traf das Geschwader des Kommodore Renaud mit den Fregatten CYBELE (40 - Treouart) und PRUDENTE (36 - Renaud) sowie der Korvette JEAN BART (20) und der Brigg COURIER (14) auf die britischen CENTURION (50 - Samuel Osborne) und DIOMEDE (44 - Matthew Smith). Die Schlacht endete mit der Flucht der Franzosen, die jedoch die CENTURION schwer beschädigten, so das die englische Blockade für einige Wochen aufgehoben werden mußte.

Abstieg zu den Fischen
von David Donachie
Sprache: DEUTSCH
Taschenbuch - 461 Seiten - ULLSTEIN TB

Erscheinungsdatum: April 2000
Kapitän Harry Ludlow, englischer Seeheld und Detektiv, gerät in die große Meuterei von Spithead 1797.

Im Januar 1795 wurde Magon zum capitaine de vaisseau (Kapitän zur See) befördert. Für einige wenige Monate, bis er von Konteradmiral Sercey abgelöst wurde, war er damit der höchste Offizier Frankreichs im Indischen Ozean und kommandierte eine kleine Streitmacht von 4 Fregatten.
Bis 1797 segelte er dann in Serceys Geschwader und übernahm dann Anfang 1798 mit den beiden Fregatten VERTU und REGENEREE den Begleitschutz für einen für Europa bestimmten spanischen Konvoi.
Am 24. April 1798 und am 26. Juli 1798 gerieten Magons Fregatten auf ihrem Weg nach Europa in Gefechte mit englischen Fregatten, zunächst vor Guinea mit der PEARL (32 - Samuel James Ballard), dann vor Teneriffa mit der BRILLANT (28 - Henry Blackwood).
Dieses zweite Gefecht war freilich eine Enttäuschung für die Franzosen, denn ihr junger Widersacher Blackwood schlug den beiden überlegenen Frazosen ein Schnäppchen. Zwar konnten Magons Schiffe die BRILLIANT nicht fangen, der Kommodore brachte jedoch immerhin seine spanischen Schutzbefohlenen nach Hause, was ihm von Seiten Spaniens großen Dank einbrachte.

In Frankreich wurde Magon dann ein zweites Mal Opfer einer falschen Anschuldigung (Man wird den Verdacht nicht los, daß ihn irgend jemand nicht leiden konnte !). Nur die Intervention von Admiral Bruix konnte den Kapitän diesmal rehabilitieren. Unter dessen Protektion wurde Magon 1799 Geschwaderchef in St. Malo. Er genoß nicht nur den Ruf , ein talentierter und mutiger Kommandant zu sein, sondern galt auch als besonders elegant gekleidet und mit augezeichneten Umgangsformen ausgestattet - der klassische Franzose dieser Zeit, wenn man Stereotypen bemühen will.

Im Juni 1801 bekam Magon das Kommando über das Linienschiff OCEAN, wechselte dann aber als Kommandant auf die MONT BLANC (74), mit der er an der französischen Expedition unter Admiral Villaret de Joyeuse bzw. Vizeadmiral Latouche-Treville vor Santo Domingo teilnahm.

Im März 1802, mit England herrschte vorübergehend Frieden, wurde Magon zum Konteradmiral befördert.
Mit Wiederaufnahme der Feindseligkeiten am 18. Mai 1803 wurde er Zweitkommandierender hinter seinem Förderer Bruix, der die sogenannte Invasionsflotille, die für eine Invasion in England gebaut wurde, befehligte. Magons Aufgabe bestand im Aufbau der Flotille, des Lieblingsprojektes Napoleon Bonapartes, in Boulogne. Im Juli 1804 bestand Bonaparte bei einer Inspektion gegen die Warnung Bruixs, daß das Wetter ungünstig sei, auf einem Manöver mit den Landungsbooten. Magon führte die Fahrt durch, doch das Manöver wurde zur Katastrophe mit großen Verlusten an Booten und Menschenleben. Folge: Magon wurden am 16. August 1804 die Insignien eines Kommandeurs der Ehrenlegion verliehen !
Noch im selben Jahr versuchten die Engländer mehrfach, die Invasionsflotille in Boulogne zu vernichten, wurden aber zurückgeschlagen. Am 18. März 1805 starb Magons Förderer, Vorgesetzter und wohl auch Freund Admiral Bruix und Magon bekam das Kommando über ein Geschwader in Rochefort, u.a. mit den Linienschiffen ACHILLE (74) und ALGECIRAS (74).

Am 1. Mai 1805 macht er sich mit seinem Geschwader auf in die Karibik, wo er den aus Toulon ausgebrochenen Vizeadmiral Villeneuve mit seiner Flotte am 4. Juni 1805 traf. Auf der Rückfahrt nach Europa nahm er am 22. Juli 1805 in Villeneuves Flotte an der unentschiedenen und abgebrochenen Schlacht mit der Flotte des englischen Admirals Calder vor Kap Finisterre teil.

Die Schlacht von Trafalgar am 21. Oktober 1805 sollte Magons letztes Gefecht sein: Auf seinem Flaggschiff ALGECIRAS wurde er im verbissenen Kampf mit den englischen Linienschiffen MARS (74 - George Duff †) und vor allem der TONNANT (80 - Charles Tyler, schwer verwundet) zunächst zweimal hintereinander verwundet, blieb jedoch an Deck im Kommando, bis nach insgesamt 5 Stunden Kampf ein Geschoß in seine Brust drang und ihn augenblicklich tötete. Sowohl sein Schiff als auch die Schlacht gingen an die Engländer verloren.

 Trafalgar
Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.


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