Chronologie der europäischen Seekriege 1793 bis 1815, Band 1, bis 1802
Chronologie der europäischen Seekriege 1793 - 1815
Band 1 : Von 1793 bis zum Frieden von Amiens 1802

von Thomas Siebe
Sprache: Deutsch Broschiert - 224 Seiten - BoD
ISBN 978-3-8423-2883-9 Erschienen: September 2010
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Napoleon. Eine Biographie

Napoleon. Eine Biographie
von Johannes Willms
Sprache: Deutsch
gebundene Ausgabe - 900 Seiten ! - BECK
Erscheinungsdatum: März 2005

Richard Wellesley, Marquis von Wellesley

Richard Wellesley, Marquis Wellesley

* 20. Juni 1760 in Dagan Castle , Irland            † 26. September 1842 im Kingston House, Brompton

Richard Wellesley wurde am 20. Juni 1760 auf dem Familiensitz Dangan Castle in der Nähe von Trim (Irland) als ältester Sohn von Garret Wesley, des ersten Earls von Mornington, geboren.
Der Junge besuchte die Schulen in Eton, Harrow und Oxford. In Harrow wurde Richard der Schule verwiesen, weil er zu Ausschreitungen aufgehetzt habe.
Durch den Tod seines Vaters 1781 erbte er den (irischen) Titel eines zweiten Earl of Mornington und natürlich den dazugehörigen Besitz. Richard Wellesley schlug die Laufbahn eines Staatsmannes ein, ließ sich 1784 ins englische Unterhaus wählen und gehörte dem Kabinett des Premierministers William Pitt, eines engen Freudes, an.
1793 wurde Wellesley Mitglied des Ausschusses, der für die Krone die Politik der Eastindia Company in Indien überwachte und wurde so vertraut mit den Geschäften der Geselschaft auf dem Subkontinent.
Der irische Lord, der eine Karriere als Staatsmann anstrebte, entsprach jedoch nicht gerade der Konvention der damaligen Zeit, denn er hatte jahrelang mit der Schauspielerin Hyacinthe-Gabrielle Roland zusammengelebt. Drei Söhne und zwei Töchter hatte das Paar bereits, bevor es am 29. November 1794 heiratete. Trotz der Heirat wurde Lady Wellesley bis zu ihrem Tode im Jahre 1816 gesellschaftlich geschnitten.
Die politische Karriere des Earl of Mornington dagegen kam mehr und mehr in Fahrt, als er sich 1797 durch die Vermittlung Pitts um das Amt eines Gouverneurs von Madras bewarb. Der amtierende Generalgoverneur in Kalkutta, Lord Cornwallis, wurde zur gleichen Zeit nach Irland abberufen, womit sein Amt vakant wurde. William Pitt überzeugte das Direktoren-Gremium der Eastindia Company, Richard Wellesley auf den Posten von Cornwallis zu setzen. Das Gremium billigte dies in der Annahme, Wellesley werde das Gouvernment im Geiste von Cornwallis weiterführen, eine Annahme, die falscher nicht sein konnte: Wellesley sollte durch rücksichtlose Politik die Eroberung des gesamten Subkontinents durch die Briten vorbereiten.

Brian Lavery - The Ship of the Line. Vol. I: The development of the battlefleet 1650 - 1850.



Am 7. November 1797 reiste Richard Wellesley, gerade mit dem englischen Titel eines Lord Wellesley bedacht, zusammen mit seinem Bruder Henry Wellesley, der als ein Privatsekretär fungierte, aus England ab. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Bedrohung des Ostindien-Handels durch Frankreich viel diskutiert und gerade in Indien beobachtete man besorgt die französischen Kontakte der Herrscher des Deccan und von Mysore. Kaum in Indien geriet der neue Generalgouverneur unter den starken Einfluß von Männern wie Neil Benjamin Edmonstone, Neil Kirkpatrick oder David Baird, allesamt hervorragende Kenner der Verhältnisse auf dem Subkontinent.
Ihre Beratung und Wellesleys verborgene Ziele, Indien im Stile eines Robert Clive für England zu gewinnen, führten zu einem als unvermeidlich getarnten Krieg gegen den Herrscher von Mysore, Tipu Sahib.
Dieser faktische Eroberungsfeldzug, beginnend im Februar 1799 , kostete den Fürsten das Leben (4. Mai 1799) und machte Richards Bruder Arthur Wellesley zum Gouverneur von Mysore.
Gleichzeitig wurde der Nizam (Fürst) von Hyderabad militärisch erpresst, mußte seine von französischen Söldnern geführten Truppen auflösen und stellte den Deccan damit praktisch unter britische Kontrolle.
Ebenfalls 1799 wurde Wellesley zum Marquis Wellesley (ein irischer Titel) erhoben. Die Direktoren der Eastindia Company dagegen versuchten vergeblich, den unerwartet scharfen Kurs ihres außer Kontrolle geratenen Generalgouverneurs zu korrigieren.

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Nicht einmal im Frieden mit Frankreich gönnte der Marquis dem verdrängten französischen Konkurrenten auch nur einen Handbreit indischen Boden: 1802 wurden Frankreich im Vertrag vom Amiens zwar die indischen Besitzungen, besonders Pondicherry, zurückgegeben. Als jedoch im Juli 1803 eine französische Flotte unter Konteradmiral Linois mit dem französischen Generalgouverneur Decaen an Bord vor Pondicherry erschien, hatte der dortige englische Gouverneur strikte Anweisungen von Wellesley, die Franzosen nicht an Land zu lassen.
Zur gleichen Zeit machte sich Marquis Wellesley an die Eliminierung der Marathen-Allianz, der letzten größeren Machtkonzentration indischer Fürsten. Er zog dabei Nutzen aus militärischen Konflikten in der Allianz selbst und schickte zwei Armeen gegen die geschwächte Allianz:
Arthur Wellesley im Süden schlug in den Schlachten von Assaye am 23. September 1803 und Argaum am 29. November 1803 die Armeen der Fürsten Doulut Rao Sindia und Ragogee Bhonsle, während General Gerard Lake im Norden am 4. September 1803 das Fort Aligarh stürmte und in den Schlachten von Delhi (10. September 1803) und Laswaree (1. November 1803) triumphierte. Der letzte Gegner blieb der Fürst Jaswant Rao Holkar, der von Lake jedoch bei Farukabad (17. November 1804) entscheidend geschlagen wurde.
Als im April 1805 Richard Wellesleys Amtszeit in Indien beendet war und er mit seinen Brüdern nach England zurückkehrte, hinterließ der rabiate Marquis durch seine rücksichtslose, klassisch imperialistische Politik einen sturmreifen Subkontinent ganz zu schweigen von dem erheblichen Zuwachs an englischem Territorium. Seine Rolle für die Anglisierung Indiens wird auch heute noch von manchem Historiker eher unterschätzt.

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1807 wurde Wellesley von König George III ein Ministerium im Kabinett des Herzogs von Portland angeboten, doch Wellesleys Vorgehen in Indien hatte für schwere Vorwürfe gegen den Marquis gesorgt, deswegen lehnte er ab.
1809 wurde er zum Botschafter bei der spanischen Regierung berufen und arbeitete bei dieser Gelegenheit wieder mit seinem Bruder Arthur, dem Oberkommandierenden der englischen Truppen im Krieg gegen die Franzosen in Spanien, zusammen.
1810 wurde er im Kabinett Percevals zum Aussenminister berufen, trat dann aber 1812 wieder von seinem Amt zurück: Wellesley hielt die Gesetze gegen die Katholiken für nicht mehr angemessen und setzte sich für die Aufhebung dieser Benachteiligung ein.
Der Marquis war im Parlament ein großer Kritiker der Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815. Er sah das Machtgleichgewicht nicht gewahrt und stieß sich besonders an der Aufteilung Polens.
Erst 1821 kehrte Wellesley wieder in ein Amt zurück und wurde von 1821 bis 1828 Lord-Lieutenant (Vize-König) von Irland.
Am 29. Oktober 1825 heiratete er Marianne Patterson.
1833 übernahm er das Amt des Lord-Lieutenant erneut, trat jedoch bereits 1834 wieder zurück. Danach übernahm Wellesley keine öffentlichen Funktionen mehr.
Richard Wellesley, Marquis Wellesley, starb am 26. September 1842 in seinem Anwesen Kingston House bei Brompton.

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